Hilfe bei Punkrock Setup ("Matsch", kaum Durchsetzung im Band-Mix)

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D.O.C.
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Liebe Artgenossen! Da mir dieses Thema schon so viele schlaflose Nächte bereitet hat, wollte ich mal nach eurem Wissen fragen. Ich bin vor 1,5 Jahren als Leadgitarrist in eine lange bestehende Punkrock Band gestoßen. Ich würde es als Pop- oder Emo Punk, also nicht der klassische, dreckige Straßenpunk bezeichnen. Mein aktuelles Setup: Gibson Les Paul Studio von 1994 mit Bareknuckle True Grit, Mesa Boogie Mini Rectifier, Mesa Boogie Rectifier Compact 2x12“ und das Dirty Tree Overdrive Pedal als Booster. Ich spiele im Cleanen Kanal in Pushed Mode, Gain auf 15 Uhr, der Sound Klingt solo absolut perfekt, eben nach Punk und nicht nach Metal! Aber im Mix dürfte ich in einem Frequenzbereich liegen in dem ich völlig untergehe, es kommt nur Matsch raus. Schlagzeug ist sehr laut und der andere Gitarrist spielt den Orange Rockerverb 100 Watt über eine uralte No Name 4x12 Box. Meine Vermutung ist jetzt, dass die Mesa Box zu viel Low-End liefert und keine echten Mitten. Hätte jetzt vor die Box zu tauschen und habe 2 Angebote: Marshall 1960 AX 4x12 mit Greenbacks oder eine umgebaute Randall 4x12 mit 2x V30 und 2x Greenback, alle Made in UK.
Was würdet ihr empfehlen? Bin über jeden Tipp dankbar!
 
Habt ihr denn mal ausprobiert, ob ihr die beiden Gitarren/Amps denn nicht so anpassen könnt, dass es besser im Mix funktioniert?

Mal am Amp die Mitten ein bisschen gepushed und den anderen Amp vielleicht ein bisschen zurückgenommen? Die Bässe vielleicht etwas ausgedünnt? Manchmal ist auch weniger Gain eher "mehr"?

Klar, eine andere Box kann schon einen Unterschied machen, aber ich würde erstmal alles andere ausreizen, sofern du das noch wirklich nicht getan hast. Der gesamte Bandmix ist da schon extrem wichtig. Wenn jeder seinen "Lieblingswohlfühlsound" spielt, dann passt das oft nicht so wirklich.

Ein zusätzlicher EQ kann manchmal auch sehr gut helfen. Im Proberaum sicher aber auch wo und wie die Boxen stehen. Auch die Bassdrum kann schon mal übelst nerven, wenn die fies klingt und vielleicht noch richtig laut über eine PA wummert. Genau so muss man schauen, was der Bass so treibt. Euer "Material" scheint doch insgesamt erstmal ganz ordentlich zu sein!

Ein Rat von Dritten, hinsichtlich der Speaker und des Cab finde ich da immer schwierig. Du schreibst ja selbst "ich vermute". Wenn ich jetzt auch noch etwas "vermute"? Dann noch der ganze persönlich Geschmack. Und dann noch die zehn unterschiedlichen Empfehlungen, die wahrscheinlich gleich noch kommen? ;-)

Speaker und/oder Cab würde ich echt erst ganz zum Schluss tauschen.
 
Hallo!

Ich hatte sowohl den Mini Recti als auch die gleiche 2x12". Untergegangen bin ich damit nie, und so denke ich nicht, dass es an der Box liegt.
Was schon sein kann, ist, dass der Sound alleine sehr gut klingt, dann im Gefüge aber ein bisschen untergeht.
Den Pushed im Clean habe ich, vor allem bei höheren Lautstärken als nicht recht durchsetzungsfähig in Erinnerung. Diese Beobachtung kenne ich aber nur vom Mini, bei den größeren Brüdern waren alle Modes recht kräftig.
Vielleicht probierst du trotzdem mal den 2. Kanal in beiden Modes aus, im Modern halt dann recht wenig Gain. Zwar hat er dann dieses Weiche vom Pushed nicht mehr, aber durchsetzen sollte sich das auf jeden Fall.
Zu den Boxen kann ich nichts sagen, außer, dass ich mal einen Dual an einer Greenback Box gespielt habe und das nicht meins war. Aber das ist Geschmacksache.
 
Danke euch beiden für die brauchbaren Antworten!

@SlowGin das Setup vom anderen Gitarristen ist quasi unveränderlich, weils „immer schon so war“ und mein Vorgänger auch keine Probleme hat im Mix durchzukommen. Die Mitten hab ich schon relativ aufgedreht (14 Uhr), der Rest ist ca. auf 12 Uhr. Gain hab ich schon so weit reduziert dass ich nur noch im Clean Kanal spiele. Würde den Sound als aggressiv Crunchig beschreiben und finde ihn sehr geil :) Das Schlagzeug wird nicht abgenommen. Im Anhang hab ich mal den Grundriss ganz primitiv aufskizziert.
 

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Wenn du meinst, dass zu viel Bass kommt, dann stell die Box mal höher. Das verändert den Klang.
 
Hilfe bei Punkrock Setup

Warum erst den Umweg über echte Instrumente gehen. Ich würde gleich so loslegen ...

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Nix für ungut :prost: (das Thema war einfach eine Steilvorlage für meine Fantasie).

Dass im Mix alles so klingt, wie es "soll", hängt doch von allen Beteiligten ab. D.h. doch dann erst einmal, dass alle etwas dafür tun müssen. Es ist ja eine "Band" und kein Wettbewerb, wer am lautesten kann. Wenn entsprechende Besprechungen (vielleicht mal Publikumsmeinungen zum Sound der anderen und/oder Aufnahmen von vergleichbaren/angestrebten Sounds diskutieren) nicht fruchten, dann ist für mich - auch wenn es um Punk geht - das ganze Projekt fraglich.

Du kannst Dich aber auch, wenn Dir warum auch immer daran gelegen ist, dem Wettbewerb stellen und halt aufrüsten. Du hast nicht geschrieben, was der andere Gitarrist für eine Klampfe umhängen hat, aber Deine Les Paul erfordert schon auch von den anderen entsprechende Sounds, um durchsetzungsfähig zu sein. Vielleicht probierst Du also erst mal eine andere Gitarre aus, die mehr Höhen bringt und/oder z.B. via aktiven PUs mehr Power und/oder explizit einen Treble Booster, um aus dem übrigen Gematsche herauszustechen. Aber das wird auf einen einzigen spezifischen Sound hinauslaufen, d.h. man büßt Vielseitigkeit ein, die aber ohne die anderen Bandmitglieder sicher nicht zu erreichen sein wird.

Good Luck
 
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@matzefischmann
Wie ist deine Einschätzung zum Master-Regler? Im 1. Kanal konnte ich auf ca. 10:30 spielen, im 2. Kanal war ich wahrscheinlich auf 8:30, aber ich hab das Gefühl der Mini Rectifier braucht gar nicht viel Master um in die Sättigung zu gehen, oder wie ist deine Erfahrung?
 
Ich hab den Amp schon eine Zeit lang nicht mehr, aber Master im 1. Kanal Clean war bei mir auch deutlich höher als im 2. Kanal Modern. Aber grundsätzlich ging der Amp schon bald in die Sättigung (eben vor allem in Clean und Pushed). Vielleicht ist es das, was dir im Gefüge das Gefühl gibt, nicht mehr durchzukommen.
Ich hab mit dem Mini und einer 1x12 wirklich große Gigs gespielt (dann natürlich abgenommen), der Amp war schon recht laut, aber eben in den Modes Clean und Modern. Ich denke, dass es wirklich am Pushed liegen könnte. Probier in der Band doch einfach mal den Modern mit weniger Gain. Der Sound ist zwar anders, aber durchsetzen solltest du dich können.
Dann kriegst du eine Idee, woran man schrauben könnte.

Ich hatte auch den Mark 5:25, auch mit den EL 84. Laut war der auch. Aber die beiden EL 84 gehen eben in die Knie.
 
@soundmunich der andere spielt „nur“ eine alte Epiphone SG mit original PU‘s.
 
Aber die PUs der beiden Gitarren haben, schätze ich, durchaus vergleichbare Ausgangsspektren, eben à la ziemlich vergleichbare Humbucker. Ich würde auf deutlich mehr Höhen VOR dem Amp setzen.
 
Hi @D.O.C.

das Setup vom anderen Gitarristen ist quasi unveränderlich, weils „immer schon so war“ und mein Vorgänger auch keine Probleme hat im Mix durchzukommen.
Sagt wer? Warum spielt denn dein Vorgänger nicht mehr mit? (Naja, gut, vielleicht aus anderen Gründen...)

Es wurden schon viele gute Vorschläge gemacht, was du alles machen kannst: weniger Gain, Frequenzbereich ändern, Position wechseln... Alles gute Optionen. Meine Lösung ist immer das EQ entsprechend einstellen (sodass Gitarren anders voneinander klingen).

Tatsache ist: du spielst 25W (EL84?) durch 2x12 und dein Gitarren-Partner 100W durch 4x12. Du kannst dich nur durchsetzen, wenn er dich lässt! So einfach ist das. Wir haben auch zwei Gitarren in der Band und der Amp meines Kollegen ist Power-mäßig deutlich überlegen, aber wir versuchen einander nicht auf die Füße zu treten und das funktioniert sehr gut. Wenn euer andere Gitarrist dir keinen Platz in dem Mix macht, kannst du dir diesen (wahrscheinlich) nur mit Power "erkämpfen". Ist ein bisschen Assi, wenn du mich fragst, aber siehe Zitat oben. Hol dir einen Engl Fireball 100 (oder einen Dual Rec o.ä.) und eine 4x12 mit V30ern und mach allen die Hölle heiß! :ROFLMAO:
 
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...der Tipp ist gar nicht so ohne👍
Kann alternativ noch raten dir nen Engl Blackmore zu holen...der hat dieses "Messer" in den Mitten (mit 'Contour" on) ...das hilft und sollte dann auch mit der 2/12er schon gehen...😉
Zudem konnte ich noch ein Quentchen mehr Durchsetzungsvermögen durch schmale Klingenhumbucker rausholen, die im für mich "Matsch-Laut-Gebrüll" einfach nen Ticken dynamischer agieren und sich deswegen im Mix griffiger anfühlen...ebenso druckvoll abgestimmte stacked Strat Pickups (in meinem Fall Kinman Woodstock+)...
Gruß,
Bernie
 
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Bevor Du was Neues anschaffst, kannst Du Deinen Kollegen die Situation erst einmal erklären. Falls sie dann resistent weitermachen, musst Du entscheiden, ob Du das willst.

Für alle Stilrichtungen ist es doch so, dass man miteinander spielt oder spielen sollte.
Ich wette, dass der Drummer auch leiser spielen würde, wenn der Amp Deines Gitarrenpartners leiser wäre. Auch der Sänger wird dafür dankbar sein.

Im Grunde genommen geht es darum, auf der Bühne oder im Proberaum einen "geeigneten Mix" zu erstellen, bei dem sich alle gut hören. Das erfordert Zusammenarbeit und Abstimmung. Beispiele hast Du genug bekommen, siehe meine Vorredner.

Amps gleich laut (empfundene Lautstärke), Bass gut hörbar (auch über die "Gitarrenwand"), Drums ggf. dämpfen, Becken auch und dann nicht gegen den Gesang spielen, sondern als Fundament und Unterstützung.
 
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Die beißen sich sicher durch, kann allerdings auch schnell mal zu bissig werden.
Ich empfinde den CL80 oft als guten Kompromiss, der meist super im Mix sitzt.
Beitrag automatisch zusammengefügt:

Eine Aufnahme wäre gut.
 
Es soll und ist natürlich kein Wettbewerb. Vielleicht hab ich mich falsch ausgedrückt, es geht nicht um die Lautstärke, da ich sogar einen ticken lauter bin als der andere Gitarrist (der auch der Sänger ist), es geht mir um das was dann bei einer Aufnahme rauskommt, nämlich nur Matsch und undefiniertes :(

Aber die PUs der beiden Gitarren haben, schätze ich, durchaus vergleichbare Ausgangsspektren, eben à la ziemlich vergleichbare Humbucker. Ich würde auf deutlich mehr Höhen VOR dem Amp setzen.
Beide Boxen stehen am Schlagzeug Podest, aber trotzdem höher stellen?
 
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Hilfe bei Punkrock Setup

[...]oder explizit einen Treble Booster, um aus dem übrigen Gematsche herauszustechen[...]
Mein Overdrive (Klon aus Centaur und Fortin 33) hilft mir nichts in dem Fall?
 
Hast du schon an ein EQ-Pedal gedacht? 7-Band, Höhen und Hochmitten hoch, unten ein wenig weg. So, dass es ohne Band ein wenig zu schneidend klingt? Dazu noch einen Booster für Lead-Parts?
 
der andere spielt „nur“ eine alte Epiphone SG mit original PU‘s.
Wäre noch interessant, was der alte Gitarrenpartner gespielt hat?
Eine Kombi mit verschiedenen Pickups (SC und HB) und entsprechenden EQ-Einstellungen ist immer nützlich die hörbare Trennung der Instrumente.
Dabei geht es nicht darum, wie der Gitarrist alleine klingt sondern im Bandgefüge.
das Setup vom anderen Gitarristen ist quasi unveränderlich, weils „immer schon so war“ und mein Vorgänger auch keine Probleme hat im Mix durchzukommen.
Das ist eine - Entschuldige meine ungehobelte Ausdrucksweise - extrem dämliche Einstellung.
Es gibt mit dir einen neuen Partner und auch der Platzhirsch-Gitarrist muss sich darauf einstellen, sonst soll er alleine weiter spielen.
Hast du schon an ein EQ-Pedal gedacht?
(y)
 
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Wenn mit dem EQ am Amp selbst der Matsch nicht weg zu kriegen ist, kannst du ein zusätzliches EQ einsetzen, z.B.


Der gehört am besten (dort ist er am effektivsten) in den FX-Loop! Das ist extrem effektiv. Bässe auf jeden Fall runter, Mitten und Höhen nach Bedarf hoch oder runter. Keine Angst Frequenzen runterzudrehen: das hilft in dem Mix.
 
Mein Overdrive (Klon aus Centaur und Fortin 33) hilft mir nichts in dem Fall?
Ein Treble Booster schiebt speziell die Höhen nach vorne, wobei verschiedene Geräte unterschiedliche Arbeitsbereiche/Wirkungen haben, also ein Ausprobieren empfehlenswert ist (geht auch bei Gebrauchtkauf; musst halt Wiederverkauf einkalkulieren, wenn die Wirkung nicht passt).
 

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