Ibanez PC12MH-OPN – die Basic-Gitarre

von DrScythe, 08.01.17.

  1. DrScythe

    DrScythe Endorser der Herzen

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    Erstellt: 08.01.17   #1
    Vorgeschichte
    Warum kauft man sich eine so günstige Gitarre…für den Urlaub, fürs Büro, für einfach unterwegs oder…für Experimente. Bei den mittlerweile regelmäßigen Aufnahmen fiel mir irgendwann auf, dass ein etwas tiefer gestimmtes Instrument deutlich besser mit meiner Stimme harmonieren würde (und ich manche Songs auch einfach besser singen könnte). Außerdem wäre es doch ganz nett meine Drop-C Rock- und Metalsongs mit entsprechend tief singenden Akkorden zu unterlegen – ob nun per Strumming oder als Arpeggio. Finanziell war aber keine Baritone drin, wenngleich ich liebend gerne zum entsprechenden Schwestermodell aus selben Haus gegriffen hätte. Allerdings wäre mir dann diese wundervolle kleine PC12MH-OPN entgangen…

    Erster Eindruck
    PC12MH_05.jpg

    Nun, so klein ist sie gar nicht. Knapp größer als meine Epiphone PR5 vom Umriss her und mit deutlich mehr Tiefe. Allerdings klar kleiner als meine frühere Ibanez Western (AEL20). Und vom ersten Eindruck klingt sie, in meinen Ohren, auch vom Fleck weg besser als meine Epi. Mehr Holz, mehr Volumen…und das mit für meinen Geschmack zu dünnen Saiten (spiele sonst 13-56er für Standard-Tuning) und obendrein kürzerer Mensur. Ich bin baff. Dafür fühlt sich der Hals etwas unförmig an. Dazu später mehr. Nun erst mal der langweilige Teil…Daten
    body shapeGrand Concert body
    bracingX Bracing
    topMahogany top
    back & sidesMahogany back & sides
    neckMahogany
    fretboardRosewood
    bridgeRosewood
    soundhole rosetteTortoiseshell
    tuning machineChrome Open Gear tuners w/Butterbean knobs
    number of frets20
    bridge pinsIbanez Advantage™ Bridge pin
    stringsD'Addario® EXP11 Coated 80/20 Bronze, Light (.012-.053 Gauge)
    finish topOpen Pore
    finish back and sidesOpen Pore
    finish neck backOpen Pore
    Und Link zur Herstellerseite:
    http://www.ibanez.com/products/ag_d...3&cat_id=3&series_id=85&data_id=38&color=CL01

    Handling
    Einer von zwei „echten“ Negativpunkten ist der Hals. Das Profil ist grobschlächtig und irgendwie unförmig. Nicht wirklich fett, liegt aber trotz der wunderbar matten Lackierung irgendwie blöd in der Hand. Ein bisschen als hätte jemand noch nie einen Gitarrenhals in der Hand gehabt und dann einen geformt. Unterm Strich problemlos spielbar, aber da ist am meisten Luft nach oben. Die Tuner machen halt was sie sollen. Nicht sonderlich grazil, aber effektiv. Ob die Bridgepins nun so viel besser arbeiten als herkömmliche, will ich trotz Saitenwechsels nicht beurteilen - so oder so fummeliger als bei der E-Gitarre mit Locking Tunern...
    Zum Werkssetup kann ich nichts sagen, da die Gute ein Gebrauchtkauf war und zuvor nochmal frisch eingestellt wurde. Dabei wurde vergessen den Sattel zu befestigen, das habe ich dann nachgeholt…
    Zweiter Negativpunkt ist der fehlende zweite Gurtpin. Wie auch überall zu lesen ist, ist das ganz regulär so. Da ich überall Security-Locks montiert habe, hatte ich noch genug rumfliegen, für Einsteiger bleibt dann wohl die Kopfplatten-Knoten-Version.

    Sound (und Optik)
    Optisch gefällt sie mir natürlich extrem – ich liebe diesen offenporigen Look, hier sogar mit Durchblick aufs Holz. Furnier hin oder her, es sieht einfach gut aus. Außerdem habe ich meine RG321MHWK auch in dieser Oberflächenlackierung und weiß, wie sich das entwickelt. Wird irgendwann noch richtig geil aussehen. Wie schöne Ledertaschen nach Jahren einfach diese grandiosen „speckigen“ Stellen haben…
    PC12MH_01.jpg PC12MH_02.jpg PC12MH_03.jpg PC12MH_04.jpg PC12MH_06.jpg PC12MH_07.jpg PC12MH_08.jpg
    Die absolute Domäne dieser Gitarre ist aber der Sound. Natürlich bietet sie kein perfekt ausgewogenes Klangbild mit „seidenen Höhen“ und „strahlenden Bässen“. Dafür einen holzigen Charakterklang. Ibanez ist bei dieser Gitarre wirklich hergegangen und hat einfach alles weggelassen, was Geld kostet und nur noch Gitarre übrig gelassen. Keine Bindings, einfache Mechaniken, kein Hochglanzlack. Für aktuell nur knapp über hundert (und in meinem Fall eben drunter) Geldeinheiten gibt es da gar nichts mehr zu meckern. Wer bei diesem Kurs über einen „boxigen“ Klang meckern will, kann das gerne tun, ich bin einfach begeistert. Speziell runtergestimmt kommt der Eindruck noch zum Tragen…aber nun zum selber Hören. Leider habe ich die Standard-Tuning-Samples mit meinem SCT-800 aufgenommen und die eigentlichen, wie schon zu sehen ist, mit dem AT2020, daher ist der Vergleich nicht direkt – aber ihr bekommt einen Eindruck und darum geht’s doch (Samples ab 1:45):


    PC12MH_09.jpg PC12MH_10.jpg PC12MH_11.jpg
    Fazit
    Wer natürlich nur nach dem Bestmöglichen strebt ist hier an der falschen Adresse. Wer aber bei diesem Preisschild danach sucht, der hat, gelinde gesagt, ganz andere Probleme…
    Trocken, holzig, charakterstark. Wegen der kurzen Mensur eigentlich die perfekte Einsteigergitarre mit absolut überragendem Preis-/Leistungsverhältnis. Dagegen spricht das Halsprofil, gerade für kleinere Hände (oder schlicht in Relation zu den Handflächen kurzen Fingern) etwas unvorteilhaft. Aber auch eine Wald- und Wiesengitarre, das Drittinstrument, für alle Einsätze, bei denen Macken vorprogrammiert sind ohne Abstriche bei anderen Dingen zu machen. Wer maximal viel (Akustik-)Gitarre für wenig Geld sucht, dem kann ich persönlich bedenkenlos zur PC12MH-OPN raten. Wenngleich die Bezeichnungen bei Ibanez mittlerweile wirklich furchtbar unterkühlt wirken…
     
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  2. DrScythe

    DrScythe Threadersteller Endorser der Herzen

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    Erstellt: 15.01.17   #2
    Gab ja keine weiteren Beiträge, also ist das sowieso kein pushen aber: falls ein Mod das noch bewerkstelligen kann, kann dieser Beitrag gerne noch als "PS" in den Startpost integriert werden:

    Als Praxisbeispiel gibt es jetzt DAS HIER. Mikrofoniert mit dem SCT800 (nah, 12. Bund) und dem AT2020 (weiter weg, schräg). Die später einsetzende höhere Stimme ist allerdings wieder meine Epiphone.

    Und sie hat jetzt ihren Namen erhalten: Beltaine.
     
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