Ich mag kein Meer mehr (Stilmittel Echo Song)

  • Ersteller michaw57
  • Erstellt am
michaw57
michaw57
Registrierter Benutzer
Zuletzt hier
23.05.24
Registriert
23.05.05
Beiträge
361
Kekse
2.185
Ort
Berlin
Nun als ganzen Song

Ich mag kein Meer mehr

Wir waren so oft im Urlaub, doch im Juni nie
Du im Taucheranzug, im Bikini nie
Immer nur Ostsee, Rimini nie
Immer mit der Bahn, im Mini nie

Ich hab dich rumgekriegt, dass ich dich an der Küste küsste
So als ob ich nichts von der Wüste wüsste
Ein Leben lang an ner Büste büßte
Und nun mich deiner Brüste brüste

Deine Mutter hat gefragt, wo ist denn dieser Herr her
Der niemals Gentleman wird, aber Bär
Sieht ja aus, als ob der für dich wer wär
Doch ich mag kein Meer mehr

Jetzt da der Urlaubsmonat naht
Ich wieder Gummi zum Kakao kau
Meine letzte Zigarette rette
Geh ich das Kostüm vom Clown klauen

Deine Mutter…

Wer spielt denn da im Peugeot Jo-Jo, Joe
Das tut doch V und BMW weh
Ich muss aber los, damit ich Alkohol hol
Und bleiben auf dem Fest, bis ich beim Gehen gähn

Deine Mutter…

Komm ich vom Einkauf in den Regen, wird die Ananas nass
Vielleicht werd mich trauen, dass ich ans Fass fass
Die Geschichte zeichnen, kann ich als Cartoon tun
Dann werd ich müde sein und ein wenig in der Kammer ruhen in Kamerun

Deine Mutter…
 
  • Gefällt mir
  • Haha
Reaktionen: 3 Benutzer
Ich erkenne die Mühe und die Kreativität, bin aber der Meinung, dass deine Grundidee sich nicht durch den ganzen Song zieht.

So wirkt das auf mich eher ermüdend und inhaltlich arg konstruiert.

Warum den Effekt der scheinbaren Wiederholung nicht nur im Refrain?
 
  • Gefällt mir
Reaktionen: 3 Benutzer
Ich erkenne die Mühe und die Kreativität, bin aber der Meinung, dass deine Grundidee sich nicht durch den ganzen Song zieht.

So wirkt das auf mich eher ermüdend und inhaltlich arg konstruiert.

Warum den Effekt der scheinbaren Wiederholung nicht nur im Refrain?
Da hast du sicher ein Stück weit Recht. Das ist nicht ausgefeilt, eher ein kleiner Versuch . Ich bin ganz am Anfang und erst am Ausloten, was überhaupt gehen könnte.

Btw, die Mühe hielt sich tatsächlich in Grenzen. Vieles flog mir einfach zu.

Und ich mag ja phonetische Spielereien. Insofern hab zumindest ich meinen Spaß gehabt:)
 
  • Gefällt mir
Reaktionen: 1 Benutzer
.. wenn ich die See seh, brauch' ich kein Meer mehr ...

oder wie bei den "Wir sind Helden": Ist das so, oder ist es vielleicht viel leichter?

Ich seh es wie @wary - guter Anfang, noch nicht ganz fertig.
 
  • Gefällt mir
Reaktionen: 2 Benutzer
Ich find's als Spielerei schon sehr prima. Gibt nur ein paar wenige Stellen, wo es phonetisch nicht ganz sauber ist:

Wer spielt denn da im Peugeot Jo-Jo, Joe

Das Jojo kann weg, denn das spricht man anders aus als den (englischen) Namen Joe. Eigentlich wäre Peugeot, Joe doch schon fertig.


Das Wüsten-Ü ist ja länger als das von wüsste. Bei der Büste/büßte kommt es wohl drauf an, wo man wohnt.


Das müsste man dann entsprechend a-BER aussprechen. So beim reinen Lesen will es nicht recht delayen.

Aber das war es dann auch schon.

...
 
Zuletzt bearbeitet:
  • Gefällt mir
Reaktionen: 1 Benutzer
Ich find's als Spielerei schon sehr prima. Gibt nur ein paar wenige Stellen, wo es phonetisch nicht ganz sauber ist:

Soll auch nichts als ne Spielerei sein. Mehr noch als beim Schüttelreim, wird hier dabei mit dem Satzbau, die Bedeutung von mehr oder weniger gleich klingendem gesteuert, was schon Spaß macht.

Die Unfertigkeit meiner Beispiele ist mir durchaus bewusst. Ebenso die Einengung des Inhaltlichen. Aber solang die Idee frisch und jedes gefundene Beispiel für mich spannend ist…

Jetzt wo Haschisch-Anbau quasi erlaubt ist
Jetzt wo den Haschisch-Anbau quasi jeder erlaubt glaubt
Und es jeder für seinen Bedarf darf
Schlich sich ein ich mich an den Tyrann ran
Und ich sah wie Tränen über die Wangen des Tyrannen rannen

Ich war spontan verliebt, als ich die Gitarre in lachsrosa sah
Die ich auf dem Basar auf Lampedusa (oder war es Gaza) sah
„Ich liebe dich“ hab ich gesagt, was damals wahr war
Ich wusste ja nicht, ob sie aus Ottawa oder Iowa war

Der Händler hatte immerhin Gouda da
Und andere Käsesorten, die beliebt bei den Bajuwaren waren
Ich hab es bemerkt und rannte sofort fort
Als man mir die Gitarre mit Saiten aus Stahl stahl

Auf meiner Reise um die Welt, kam ich bis Baikonur nur
Das war wirklich anstrengend, so dass ich mich nun eher schon schon
Dann Bald ist auch meine Zeit auf dem Gymnasium um
Wir sprechen morgen nochmal, dann werd ich wieder bei Bewusstsein sein
 
Grund: Verfeinerung bzw. Korrektur; letzte beide Zeilen getauscht
Zuletzt bearbeitet:
  • Haha
  • Gefällt mir
Reaktionen: 2 Benutzer
Das ist nicht ausgefeilt, eher ein kleiner Versuch . Ich bin ganz am Anfang und erst am Ausloten, was überhaupt gehen könnte.
Ich mag den Versuch und fänd es toll, wenn man/du da was draus machen würdest.

Meiner Meinung nach braucht es aber eine Idee, die mehr ist als das Benutzen dieses Stilmittels, irgendwas in der Geschichte des Texts, die dazu passt.
 
  • Gefällt mir
Reaktionen: 1 Benutzer
Ich mag den Versuch und fänd es toll, wenn man/du da was draus machen würdest.
Ich bin für eure Ideen offen:)
Meiner Meinung nach braucht es aber eine Idee, die mehr ist als das Benutzen dieses Stilmittels, irgendwas in der Geschichte des Texts, die dazu passt.
Na ja, man kann sich vorstellen, dass hier eine Zeile zu schreiben in etwa so aufwendig ist, wie einen Schüttelreim zu (er-) finden. Und auch da ist es nicht einfach, einen ganzen Song daraus zu bauen, der auch inhaltlich-emotional wirkt, da das Stilmittel so auffällig ist.

Aber wer weiß;-)
 
  • Interessant
Reaktionen: 1 Benutzer
Ich bin für eure Ideen offen:)

Na ja, man kann sich vorstellen, dass hier eine Zeile zu schreiben in etwa so aufwendig ist, wie einen Schüttelreim zu (er-) finden. Und auch da ist es nicht einfach, einen ganzen Song daraus zu bauen, der auch inhaltlich-emotional wirkt, da das Stilmittel so auffällig ist.
Ich stimme zu, das Stilmittel ist aufwendig. Damit eine "richtige" Geschichte zu erzählen, macht es noch schwieriger.
Meine Idee wäre, irgendwo zu reduzieren.

Willy Astor wär ein Beispiel. Bei dem ist die Geschichte gar nichts. Es geht nur um den Wortwitz und die Wortakrobatik. Durch Live-Darbietung und weil die Zuschauer schon wissen, was kommt, funktioniert das aber.

Bei einem Lied-Text, der für sich allein steht, braucht es meiner Meinung nach aber irgendwie mehr, irgendwas im Text, was erklärt, was das soll, natürlich nicht zu ernsthaft. Vielleicht was über Tante Erika aus Amerika, die eine Echo verschluckt hat oder die gern Motorrad fährt, wenn sie Gas gibt, macht's rattattattattatta und irgendwann redet sie auch nur noch so. Da dann den Echo-Text nur im Refrain bringen als gewitzten Überraschungseffekt für die erst scheinbar sinnlos-doof daherkommende Geschichte.
 
  • Interessant
Reaktionen: 1 Benutzer
Na ja, man kann sich vorstellen, dass hier eine Zeile zu schreiben in etwa so aufwendig ist, wie einen Schüttelreim zu (er-) finden. Und auch da ist es nicht einfach, einen ganzen Song daraus zu bauen, der auch inhaltlich-emotional wirkt, da das Stilmittel so auffällig ist.
Was speziell in mir neben Interesse auch Skepsis weckt. Wenn ich im rhetorischen Feld der „VokalKlangfiguren“ zwischen End-Reimen ( SchüR, EndR, EchR) und Binnen-Reimen ( Assonanzen, Echt) unterscheide, dann fällt mir auf, dass die Klangfiguren einen besonders leichten und unterhaltsamen Charakter haben.

Sie markieren mit den gleichen Klängen Wortegruppen, die laut Autor in irgend einem Zusammenhang stehen. Je dichter und zahlreicher gleiche Klänge sich gegenseitig folgen, umso auffälliger und wichtiger erscheint die eine Gruppe von Kangfiguren. Im Gegensatz zur wissenschaftlichen Sprache wirkt so eine Gruppe von Klangfiguren locker und angenehm fürs Ohr.

Und gerade deshalb sollten anspruchsvolle Dichter die Klangfiguren nicht vorrangig nur als billiges Spaßmacher-Handwerkszeug verwursten, wie das mit dem Schüttelreim oder etwa dem Limericks geschah.

Wir leben in einer sehr komplizierten gefährlichen Zeit, wo wohl viele sich am liebsten nur noch primitiv betäuben möchten . Siehe die Entwicklung vom witzigen HipHop zur primitiven Gangster-Rap. Na gut, Kunst geht ihre eigenen Wege…. Ich werde mir mal wieder Dada oder die 3-Groschen-Oper einverleiben.
 
  • Gefällt mir
  • Interessant
Reaktionen: 2 Benutzer
Ich werde mir mal wieder Dada oder die 3-Groschen-Oper einverleiben.
Jaaa! Das ist eine Idee. :)

Ich ziehe übrigens den Hut vor dieser "Spielerei". Das muss irre Schweiß gekostet haben, und nun klebt kein Tropfen davon am fertigen Werk. Das gefällt mir.
 
  • Gefällt mir
Reaktionen: 1 Benutzer
Ich find's cool, lustig und interessant. Bedenken hätte ich eben auch bzgl. der "schnellen Ausgreiztheit". Nach ein paar Lines ist der Effekt eigentlich durch, der Rest ermüdet dann. Diese Echos dann nur im Refrain oder noch ne Nummer drauf setzten mit Alliterationen a la "Bauer sucht Frau" in den Strophen.
Wäre dann aber schon Wortspielerei auf hohem Niveau. Viel Spaß beim Grübeln! :) Steht und fällt natürlich mit einem guten Songkonzept.

EDIT: "Ich mag kein Meer mehr" rauslassen. Kennt jeder, zu trivial. Ersetzen durch "An der See tut mir der Zeh weh" o.ä.

Bin gespannt!
lg Perkeo
Beitrag automatisch zusammengefügt:

Und gerade deshalb sollten anspruchsvolle Dichter die Klangfiguren nicht vorrangig nur als billiges Spaßmacher-Handwerkszeug verwursten, wie das mit dem Schüttelreim oder etwa dem Limericks geschah.

Wir leben in einer sehr komplizierten gefährlichen Zeit, wo wohl viele sich am liebsten nur noch primitiv betäuben möchten . Siehe die Entwicklung vom witzigen HipHop zur primitiven Gangster-Rap. Na gut, Kunst geht ihre eigenen Wege…. Ich werde mir mal wieder Dada oder die 3-Groschen-Oper einverleiben.
Wow! Ernsthaft? *lol*
 
Zuletzt bearbeitet:
  • Gefällt mir
Reaktionen: 1 Benutzer

Unser weiteres Online-Angebot:
Bassic.de · Deejayforum.de · Sequencer.de · Clavio.de · Guitarworld.de · Recording.de

Musiker-Board Logo
Zurück
Oben