Ist irgendwann das Limit erreicht? ---> ( GitarrenKünste)

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Harzburch
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Meine Frage an euch wäre; meint ihr, dass irgendwann man nicht mehr dazu lernt, bzw. der Lernprozess tendentiell nach unten fällt, und man immer langsamer lernt und sich steigert?Also ich rede hauptsächlich vom Gitarrenspiel, wie sieht es hiermit aus: http://www.youtube.com/watch?v=0E0oD9F2TVQ Diese Frau ist heute sehr gut, aber meint ihr es ist nötig so lange Erfahrung zu haben, oder meint ihr es macht nichts aus, ob im Vergeich zwei gleich begabte und fleißige "gegeneinander" Gitarre spielen, und der eine schon 10 Jahre spielt und der andere schon 20...Ich meine beim autofahren ist es ja auch dasselbe irgendwann kann man es und es geht ins blut ;) und dann macht es auch nichts mehr aus ob du seit 10 oder 20 jahren vielfahrer bist, und in einer Bremslichen situation zählt dann reflex und konzentration etc.Habt ihr eine Meinung dazu?Entschuldigt die RechtschreibfehlerMFG
 
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mit 'Lernen' im umgangssprachlichen Sinn hat das imho wenig bis nichts zu tun
die kleine Ana schaut staunend über das riesige Griffbrett, fast verwundert, dass sie diese Töne erzeugt
die 'grosse' scheint den Klang regelrecht zu geniessen (habe das Asturias aus der Seitenleiste angeklickt)
irgendwie völlig stressfrei, wirkt wie von innen kommend - sicher auch Freude das 'im Griff zu haben'...
aber auf mich wirkt es spontan überhaupt nicht 'technisch', eher wie selbstverständlich (ich kannte die vorher nicht)
die Leute von der schneller-höher-weiter Fraktion erzeugen da ein ganz anderes 'Gesamtbild'

cheers, Tom
 
Interpretation ist subjektiv.
damit will ich sagen, dass man sich objektiv stetig messbar verbessern kann (also weniger Fehler spielt), die lernkurve aber an einem bestimmten punkt immer flacher wird.
das ist das eine.
Ist ja beim autofahren auch so.
Das andere ist aber, dass ja nicht der gut ein instrument beherrscht, der wenig fehler macht.
Sondern man erweitert mit der zeit sein repertoir, hat immer mehr techniken variabel verfügbar und erschafft schönere improvisationen, je besser man ist.
Und das ist keine frage von richtig vs. falsch, sondern eine sache der wahrnehmung.
und da ist subjektiv.
uns da hinkt der autofahrvergleich.
 
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Solange man sich immer wieder neuen Herausforderungen stellt, lernt man sein Leben lang weiter - egal was man tut, egal in welchem Bereich.
Ich für meinen Teil mache jetzt seit über 30 Jahren aktiv Musik, lerne immer wieder neue Dinge dazu, nehme immer wieder neue Herausforderungen an. Stagnation ist Rückschritt - es muss immer weiter nach vorne gehen, sonst wird's doch auch für einen selber langweilig, oder?
Manchen ist das nicht so oder weniger wichtig. Gerade bei Covermusikern beobachte ich das immer wieder. Da muss man Leuten, die so wie ich über 30 Jahre Gitarre spielen, noch erklären, dass man den einen oder anderen Akkord anders spielen kann, dass es neben den Grund-Akkorden auch noch verminderte gibt, was den einen oder anderen Song schon aufwerten würde ;)
Oder ich höre Aussagen wie: "Ne das kann ich nicht, das krieg ich nicht hin!" Sowas gibt's für mich erst einmal nicht, sondern ich sehe das als Herausforderung. Klar hab ich meine Grenzen - immerhin bin ich zu ca. 80% Autodidakt. Aber ich brauche schon deutlich länger, bevor ich das Handtuch werfe, was auch mal vorkommen kann. Aber der Ehrgeiz ist da, und wenn es heute nicht klappt, dann probiere ich es später noch einmal. Ich entwickle mich ja immerhin auch weiter!
 
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Oh also ich denke man lernt ein Leben lang.
Im Grunde kann man garnicht alles lernen. Denn viele wollen etwas nicht nur lernen sondern perfektionieren, und gerade das perfektionieren nimmt die meiste Zeit in Anspruch.
Nen Blues Schema zu lernen ist bspw nicht schwer, sich irgendwann nen guten Bluesplayer zu nennen ist aber hingegen ne ganz andere Sache und erfordert ne Menge Übung.
Ich kenne niemanden von dem ich sagen würde : Der kann alles.
Ich denke ganz oben auf der Liste steht Guthrie Govan und Al Di Meola, die sind wirklich super Gitarristen in dem Sinne.

Auch die Entwicklung der E-Gitarren Musik stehe ich optimistisch gegenüber. Viele sagen dass schon alles "erfunden" wurde. Das finde ich nicht.
Schau dir die 80er Jahre an als die damals junge Generation immer schneller und komplexere Sachen gespielt haben und ihre Strats bis aufs unkenntliche modifiziert haben, in den 90ern dann die Sachen mit Hip Hop Elementen und dutzenden Effekten "neu interpretiert wurde".
In den 2000ern dann die ersten mit 8 String Gitarren und Polyrythmen aufgetaucht sind. Etwas später dann die 8 Finger Tapping Geschichten die salonfähig wurden..

Hoch anrechnen tu ich Tosin Abasis Werk. Der hat in seiner kurzen Schaffensphase schon mehrere coole neue Sachen auf der E-Gitarre (ich sag mal) "erfunden" die niemand davor gemacht hat.
Beispielsweise die von Victor Wooten adaptierte Double Thumb Technique (Animals as Leaders - An infinite Regression). Jetzt vor kurzem hat er ein Video hochgeladen in dem der Sweep Picking mit Hybrid Picking verbindet und einen verdammt geilen Harven Effekt zaubert.
Man muss die Musik nicht mögen, allerdings finde ich es immer wieder cool wenn jemand zeigt was alles möglich ist. Das macht es für die anderen Gitarristen wesentlich einfacher so etwas zu spielen, da man sich orientieren kann und weiß dass es ÜBERHAUPT geht wenn man es denn richtig macht.
Ich wäre bspw nie darauf gekommen eine Technik vom Bass auf eine Gitarre mit vergleichsweise winzigem String Spacing zu übernehmen. Hätte nie gedacht dass das überhaupt klingen würde.

Achja und wenn man schon alles kann und keinen Job hat, kann man ja anfangen Lefthand Gitarren spielen. Schau dir Michael Angelo an :D
Danach kommt dann ne Double Guitar, danach ne Quad Guitar...
 
...Ist irgendwann das Limit erreicht? ...
NEIN !!
Es geht immer weiter, aber wie der selige Herr Gauss mit seiner Sättigungskurve schon vor langer Zeit rausgefunden hat: Am Anfang kleiner Aufwand, großer Fortschritt, je weiter forgeschritten, desto größer der Aufwand für wenig mehr Fortschritt.

Man kanns auch lassen, aber wie dr_rollo schon sehr richtig bemerkt hat "...Stagnation ist Rückschritt..." und Langeweile.
 
Gauss = mathematiker = glockenkurve ≠ sättigung :ugly:
Tja, die Ableitung daraus ->Verteilungsfunktionen der Normalverteilungen, ist eine sehr brauchbare Kurve um die Sättigung darzustellen Fortschritt über der Übezeit...
 
Ah, verdammt, du hast recht.
n015.gif
 
Ah, verdammt, du hast recht.
n015.gif

Nicht ganz;). Die Verteilungsfunktion ist das Integral über die Funktion, die die Glockenkurve darstellt. Das gemeine an einer derartigen Lernkurve ist allerdings auch, dass man tatsächlich über ein bestimmtes Limit nie raus kommt, egal wie lange man übt.

ogottgott, hab ich mich tatsächlich grad als Mathelehrer geoutet? Das wollte ich doch hier im Forum vermeiden:eek::eek:

Gruß

Toni
 
wenn wir den thread schon hijacken UND haare spalten, darf man natürlich auch kritisieren, dass der linke, flache teil der sättigungskurve nicht zur theorie passt.
Die funktion muss mit steilem wachstum anfangen - die spiegelsymmetrie wäre ja sinnlos.
 
Bedenklich !!!
...daß einem als Ingenieur im Ruhestand nicht mehr so wichtig ist, ob Differenial oder Integral... - hätte ich durch Nachdenken hinbekommen!:redface: Während meiner Berufszeit habe ich solche Freizügigkeiten im Umgang mit Begriffen/Definitionen gehaßt...

wenn wir den thread schon hijacken UND haare spalten, darf man natürlich auch kritisieren, dass der linke, flache teil der sättigungskurve nicht zur theorie passt. Die funktion muss mit steilem wachstum anfangen - die spiegelsymmetrie wäre ja sinnlos.
das sehe ich nicht so eng, am Anfang gehts nicht so schnell, bis man seine Hände und sein Material "sortiert" hat, brauchts etwas - war zumindest bei mir so.
 
NEIN !!
Es geht immer weiter, aber wie der selige Herr Gauss mit seiner Sättigungskurve schon vor langer Zeit rausgefunden hat: Am Anfang kleiner Aufwand, großer Fortschritt, je weiter forgeschritten, desto größer der Aufwand für wenig mehr Fortschritt.

Man kanns auch lassen, aber wie dr_rollo schon sehr richtig bemerkt hat "...Stagnation ist Rückschritt..." und Langeweile.
Sry fürs OT aber der muss jetzt sein:
Dir ist aber auch klar, dass die Gausskurve obwohl sie bis ins Unendliche geht eine endliche, berechenbare Fläche einschließt?
Stellt diese Fläche die Summe aller Fähigkeiten auf der Gitarre da, dann gäbe es damit zumindest ein theoretisches Limit - für das man aber natürlich einen unendlichen Aufwand betreiben müsste, um dieses zu erreichen. Aber es existiert :p
Ist wie mit der Geschwindigkeit: GEBEN tuts eine Grenze (in dem Fall die Lichtgeschwindigkeit). Aber glücklicherweise ist diese vom Standpunkt eines Sterblichen stets unerreichbar ;)
 
Am Anfang kleiner Aufwand, großer Fortschritt, je weiter forgeschritten, desto größer der Aufwand für wenig mehr Fortschritt.
Du wirst dein Ziel niemals ganz erreichen.
Wie schon die alten Filosofen herausgefunden haben:

"Einst begegnete Achilles einer Schildkröte, deren Geist flinker war als ihre Beine. Sie forderte den athletischen Helden zum Wettlauf heraus, und er willigte belustigt ein. Die Schildkröte bat allerdings wegen ihrer sprichwörtlichen Langsamkeit um einen Startvorsprung. Den räumte Achilles ihr großzügig ein, und sie begann eifrig davonzukriechen; er aber ließ sich viel Zeit, schnürte seine Sandalen fester und lief ihr endlich nach. In kürzester Zeit überwand er die Entfernung, die ihn beim Start von der Schildkröte getrennt hatte. Zwar war auch das Tier unterdessen ein kleines Stück weitergekommen, doch diesen geringen Abstand legte Achilles noch rascher zurück. Allerdings war die Schildkröte auch in dieser Spanne ein wenig voran gerückt, und während Achilles den neuen Vorsprung einholte, war sie wiederum ein kleines Stückchen weiter. Mit einem Wort: Gleichgültig, wie schnell Achilles rannte, immer blieb die Schildkröte vorne - und so vermochte der berühmte Läufer das schwerfällige Reptil niemals zu überholen."

Zenon von Elea



;)
 
Hallo,

bin jetzt so Anfang 50 und ich kann sagen, ich habe noch nie so gut Gitarre gespielt wie jetzt. Wenn ich so zurückblicke, dann habe ich den technischen Grundstock zwischen 12 und 18 gelegt, alles was danach kam waren mehr oder weniger Verfeinerungen und Ergänzungen. Wenn ich jetzt mir neue technische Fertigkeiten aneignen will, so geht das zwar schon, aber es dauert sehr lange bis sie wirklich verinnerlicht werden. Ich bin an einem Punkt wo ich mir eingestehen muss, dass ich wohl einige Dinge nie mehr lernen kann, was mich aber nicht davon abhält es zu versuchen.
Was aber im Laufe der Zeit zugenommen hat ist das musikalische Verständnis und auch der Horizont. Ich kann jetzt alles spielen, was ich früher immer spielen wollte. Ich würde behaupten, dass ich mit zunehmendem Alter mehr Blick für's Ganze bekommen habe und weiß wie ich spielen muss damit es dem Song und der Band guttut.

Gruß
 
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okay, dann auch noch die anekdote zum thema ableiten/integrieren und ingenieur und theorie vs. praxis:

A man in a hot air balloon realized he was lost. He reduced altitude and spotted a woman below. He descended a bit more and shouted, "Excuse me, can you help? I promised a friend I would meet him an hour ago, but I don't know where I am."
The woman below replied, "You are in a hot air balloon hovering approximately 30 feet above the ground. You are between 40 and 41 degrees north latitude and between 59 and 60 degrees west longitude."
"You must be an engineer," said the balloonist.
"I am," replied the woman, "How did you know?"
"Well," answered the balloonist, "everything you told me is, technically correct, but I have no idea what to make of your information, and the fact is I am still lost. Frankly, you've not been much help so far."
The woman below responded, "You must be in Management."
"I am," replied the balloonist. "But how did you know?"
"Well," said the woman, "you don't know where you are or where you are going. You have risen to where you are due to a large quantity of hot air. You made a promise which you have no idea how to keep, and you expect people beneath you to solve your problems. The fact is you are in exactly the same position you were in before we met, but now, somehow it's my fault!”
 
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