jugendband coachen

von TheWhiteOne, 10.02.17.

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  1. TheWhiteOne

    TheWhiteOne Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 10.02.17   #1
    In einem Projekt, in dem ich mit einer Schule cooperiere soll ich ein bandprojekt betreuen. Die Band besteht aus KIndern der sechsten klasse. Dabei ergeben sich folgende probleme.

    1.)Es ist ein freiwilliger kurs, in dem keine Anwesenheitspflicht besteht, was dazu führt, dass ich nicht immer mit den selben leuten arbeite. Wir haben eine anwesenheitsliste eingeführt, um einen überblick zu haben.

    2.)Die kinder können zuhause teilweise nicht üben, da die instrumente von der Schule aus nicht mit nach hause genommen werden dürfen. Deshalb können die kids ihre songs auch nur üben wenn alle da sind, was natürlich dazu führt, das weniger zusammen gespielt wird.

    3.)Die Song auswahl der kids besteht meist aus hip hop und RnB, die finden die kids cool und hören sie auch gerne, allerdings sind die oft sehr schwer zu arangieren und bieten nicht wirklich entfaltungsraum für die kids

    Mich würde interessieren, ob ihr schon ähnliche erfahrungen gemacht habt und ob ihr vielleicht tips habt wie so etwas gestaltet werden kann.

    MFG TheWhiteOne
     
  2. nasi_goreng

    nasi_goreng Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 10.02.17   #2
    Hallo,
    puh, unter diesen Randbedingungen ist es nicht leicht zu arbeiten. (manche würden sogar sagen "unmöglich").
    In meinen Augen wird hier von Dir die Quadratur des Kreises verlangt. Du musst aufpassen, dass Du Dich dabei nicht selber aufreibst.
    Wie groß ist den die Gruppe?
    Zu 1): Ich würde hier versuchen Spielregeln einzuführen und mit den Schülern bindende Vereinbarungen über ihre Anwesenheit zu treffen.
    Als Gegenleistung würde ich darauf achten, nicht die Zeit der Kinder zu verschwenden, sondern die Proben so zu strukturieren, dass niemand untätig und gelangweilt rumsitzen muss und dadurch demotiviert wird. z.B extra Proben für die Rhytmusgruppe ansetzen.
     
  3. x-Riff

    x-Riff Helpful & Friendly User HFU

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    Erstellt: 10.02.17   #3
    Sehe ich genau so.

    Auch unter Partizipationsgesichtspunkten: Ein Ziel, dass die jungen Menschen so viel wie möglich entscheiden, ein anderes Ziel ist, dass da auch etwas bei rum kommt - für die selbst.

    Oft wählen die songs aus, die die cool finden, die aber die instrumentellen und sonstigen Fähigkeiten weit übersteigen - da ist Frust vorprogrammiert.

    Bei einem Projekt, wo ich mal war (da ging es aber um einen drei-Tage-Workshop je 6 Stunden), wurden unter den Gesichtspunkten der Machbarkeit drei songs zur Auswahl gestellt ...

    Vielleicht eine Idee: einen song, den die selbst auswählen/ausgewählt haben und einen, den Du unter Gesichtspunkten der Machbarkeit einbringst - eventuell sogar unter dem Gesichtspunkt: das ist ein song, bei dem sie Sachen lernen können, der für den anderen song eine Art Aufbauleistung bringt. Und Spaß macht ...

    Generell habe ich die Erfahrung gemacht, dass Kinder und junge Menschen sehr gut damit umgehen können, wenn ihnen glaubhaft Konsequenzen zurückgespiegelt werden. Also beispielsweise: Okay - Ihr könnt diesen song nehmen - das ist aber nur machbar, wenn Ihr zuverlässig kommt (weil die und die Instrumente da wichtig sind) und zusätzlich übt (weil die Instrumente sonst nicht klappen) und wir uns so und so viel Zeit dafür nehmen.

    Das wissen die - das kennen die aus anderen Bereichen (z.B. Sport) auch - die können es halt nur aktuell nicht auf das Musikmachen beziehen. Also ist klar, dass wenn sie danach gefragt werden, was ihnen Bock macht, sie die Sachen sagen, die ihnen Bock machen ...

    Absolut wichtig ist Ehrlichkeit und Aufrichtigkeit. Die merken sofort bis ziemlich schnell, wenn sie angeschmiert oder manipuliert werden.

    Übrigens ist für die auch eine Ansage in Richtung: Hey Leute - ich habe nur zwei Beine, zwei Arme und zwei Ohren und Augen - wir müssen mal darüber reden, wie wir hier die zwei, drei Stunden, die wir haben, so organisieren, dass Ihr alle zum Üben kommt und ich mich nicht zerreissen muss und wir alle Spaß haben und am Ende was dabei raus kommt.

    Oft ist es gut, das mal im Kreis mit allen zu besprechen und konkrete Abmachungen zu besprechen - und die dann auch einzuhalten (!). Das ist jedenfalls meiner Erfahrung nach besser als sowas mal immer zwischendurch anzusprechen, mal mit dem, mal mit der ...

    Herzliche Grüße - und viel Spaß und Erfolg!

    x-Riff
     
  4. Blues-Opa

    Blues-Opa Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 10.02.17   #4
    Ich würde sagen, der Kurs an sich ist zwar freiwillig, aber wenn man ihn ihn belegt muss man sich selbstverständlich auch Regeln unterwerfen die für einen sinnvollen Ablauf erforderlich sind, z. B. eben auch regelmäßige Teilnahme. Zumal ansonsten ja die anderen darunter leiden müssen und unter Umständen das Kursziel insgesamt in Frage gestellt ist. Auch frage ich mich, ob es überhaupt Sinn macht, das Kinder teilnehmen die außerhalb des Kurses keine Möglichkeit zum Üben haben ... zumindest müsste man da wenigsten ein paar Stunden zusätzliche Übungsmöglichkeit schaffen.
    Ein Kurs macht nur Sinn, wenn die nötigen Voraussetzungen klar sind und erfüllt werden ...
     
  5. x-Riff

    x-Riff Helpful & Friendly User HFU

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    Erstellt: 10.02.17   #5
    Vorsicht! Da können sich die Geister trefflich streiten ...

    Ich bezweifle, dass es ein festgeschriebenes Ziel bei einem freiwilligen, vermutlich unbenoteten Kurs im Nachmittagsbereich gibt.
    Wenn die Schule keine Räume zum Üben hat oder die Instrumente nicht unbegleitet herausgegeben werden dürfen oder es halt nur begrenzt Möglichkeiten gibt, in der Schule laut zu sein, kannst Du noch so viel fordern - eh da in der Organisation Schule etwas passiert, können gut und gerne Monate ins Land gehen.

    Nicht falsch verstehen - ich wäre auch für bessere Grundlagen und Voraussetzungen - aber als Leiter eines Freiwilligenkurses im Nachmittagsbereich liegt die Forderungsschwelle glaube ich sehr niedrig ...

    x-Riff
     
  6. Blues-Opa

    Blues-Opa Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 10.02.17   #6
    Kommt vielleicht auf die Art des Kurses an ... z. B. ob am Ende ein gemeinsames Ergebnis irgendeiner Art, ein Erfolgserlebnis stehen soll, vielleicht ein gemeinsamer Aufritt ... oder geht es einfach um eine Art Nachmittagsbeschäftigung ... Was jetzt nicht abwertend gemeint ist.
     
  7. Filztier

    Filztier Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 10.02.17   #7
    Wir hatten in der Schule eine ganz ähnliche Situation. Allerdings war es in dem Sinne kein Kooperationsprojekt, sondern ein freiwilliges "Projekt" einzelner Schüler.
    Ich mache seit September ein Freiwilliges Soziales Jahr in der Mittelschule. Die Schule ist verhältnismäßig gut ausgestattet, um solche Projekte ausführen zu können. Etwa zwei Monate vor Weihnachten kamen dann ein paar Kids von sich aus auf mich zu, und baten mich, eben dieses "Bandprojekt" mit ihnen zu starten um an der kommenden Weihnachtsfeier auftreten zu können. Da es eben nur eine freiwillige Sache war, die nichts mit dem normalen Unterricht zu tun hatte und Nachmittags auch kein Raum dafür war (es ist eine Ganztagesschule), mussten wir uns mit den regulären Pausen und der Mittagspause zufrieden geben.
    Zuerst waren die Kids auch richtig motiviert und sind regelmäßig zu den Übstunden gekommen, leider geriet das aber nach ein paar Wochen ins stocken, da die Kinder verständlicherweise natürlich lieber die Pause zum entspannen und essen nutzen wollten.
    Aus dem Auftritt an der Weihnachtsfeier wurde logischerweise nichts, und die ganze Arbeit war für die Katz.

    Da du ja den Vorteil hast, dass es ein richtiges Schulprojekt ist, lässt sich da auch einiges mehr machen. Das mit der Anwesenheit ist halt ein großes Problem, du solltest wirklich mal einen Tag ausmachen, an dem wirklich alle kommen, und dann besprechen, wer wirklich mitmachen will. Die Kinder haben dann eben eine "freiwillige Pflicht" zu kommen :D.
    Du musst ihnen auf jeden Fall klar machen, dass die regelmäßige Anwesenheit das Wichtigste ist. Du kannst es auch aufteilen, wenn die Kinder schon wissen welches Instrument sie spielen wollen oder können. Dann könntest du es zum Beispiel so machen, dass eben die Trommler nur am Dienstag kommen und die Sänger am Mittwoch, etc. und dann einen Tag an dem alle zusammen kommen. Eine Struktur brauchst du auf jeden Fall, egal ob es freiwillig ist oder nicht, sonst funktioniert das auf keinen Fall.

    Auch das mit den Instrumenten stellt erstmal ein Problem dar. Es ist klar, dass diejenigen, die kein Instrument spielen oder eben keines zu Hause haben, Schwierigkeiten haben werden, bei dem Projekt mitzuhalten. Bei mir war es auch so, dass von den ganzen Kindern, die bei dem Bandprojekt mitgemacht haben, sage und schreibe...KEINER ein Instrument beherrscht. :D Also muss man den "Unterricht" auf jeden Fall so weit vereinfachen wie möglich. Es konnte von denen auch niemand Noten lesen, was die Sache noch schwieriger machte. Auch muss man aufpassen, dass bestimmte Instrumente nur einmal vorkommen. Und die Instrumente, die mehrmals vorkommen, wie z.B. Trommeln oder Cajons oder so, immer in Blöcke aufgeteilt werden, die am besten das selbe spielen.

    Ich weiß nicht, wie weit die Schule bei dir mit Musikzimmern und Instrumenten ausgestattet ist. Wenn ich mal nicht konnte, sind die Kinder auch mal ohne mich ins Musikzimmer und haben geübt, da sie dies eben auch nicht zu Hause machen konnten. Die haben sich dann eine Aufsicht organisiert. Das könntest du auch mal mit der Schule absprechen, dass sie üben können, wenn sie grade Lust haben.

    Und auch das mit den Musikwünschen, lass ihnen da einfach nicht zu viel Freiraum. Geb in der nächsten Stunde einen Zettel rum, auf den alle ihr Lieblingslied schreiben können, dann schreibst du am besten auch noch ein paar machbare Stücke mit drauf und dann können sie abstimmen (am besten hört ihr euch die ausgewählten Lieder zusammen an und entscheidet danach).

    Du darfst dir die ganze Sache mit "freiwillig" nicht so sehr zu Herzen nehmen. Die Kinder brauchen feste Strukturen, und DU bist der Boss, nicht die Kids.
     
  8. TheWhiteOne

    TheWhiteOne Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 10.02.17   #8
    Von der Schule ist kein Ziel vorgegeben, der Kurs ist als ergänzung zum Musikunterricht gedacht. Mein kollege und ich haben allerdings den Vorschlag gemacht, dass falls es gut läuft wir in ein Tonstudio gehen zu dem wir gute Kontakte haben
     
  9. cala

    cala Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 10.02.17   #9
    Dann würde ich ein Ziel definieren und den Schülern auch klar kommunizieren. Da die Sache freiwillig ist, sollte das Ziel aber entsprechend attraktiv sein, was meines Erachtens eine Aufnahme (z.B. als potentielles Ostergeschenk für Eltern/Freunde) ja schon sein könnte. Ohne Ziel und die Erkenntnis, dass ohne einen gewissen Mindesteinsatz (Anwesenheit) ALLER nichts rauskommen wird, verläppert sich die Motivation wahrscheinich recht schnell.
     
  10. drowo

    drowo Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 20.02.17   #10
    @TheWhiteOne: ich habe so was ähnliches schon gemacht, mit meinem Sohn und ein paar seiner Freunde. Sie war damals aber noch jünger, 3te und 4te Klasse. In den knapp zwei Jahren haben wir 3 ein-halb Songs geschafft :D.

    Geprobt wurde aus nahe liegenden Gründen bei mir:
    - Mein Sohn war der Schlagzeuger
    - Ich hatte ein bisschen PA, Mikrofone etc. und sonstiges Instrumentarium für Musik
    - Aus praktischen Gründen hat der "Gitarrist" dann auch auf meiner Gitarre geprobt um nicht hin und her schleppen zu müssen.

    Das Lineup war auch lustig: Drums, E-Gitarre, zwei Keyboards und 3 x "Gesang". Die Auswahl der Mitmusiker geschah mehr nach gruppendynamischen als nach musikalischen Gesichtspunkten, z.B. hat der Gitarrist nach Bandgründung erstmal seine Eltern überredet ihm eine Gitarre zu kaufen und zum Unterricht anzumelden:D Das nennt man Selbstbewusstsein!
    Songliste:
    - Hey das geht ab - Frauenarzt und Manny Marc
    - Lass die Leute reden - Die Ärzte
    - Was ich dir mal eben sagen wollte - Sportfreunde Stiller
    - Zwerge - aus dem Film die 7 Zwerge (Musik von Go West / Pet shop boys)

    Für mich war es teilweise richtig viel Arbeit die Songs auf einfachste Weise zu arrangieren. Bei den Keyboardern wurde "ausgelost" wer in Ein-Finger-Akrobatik den Bass spielt und wer "richtig" Keyboard spielt.
    Alle hatten aber einen riesen Spaß auch wenn wir nicht wirklich weiter gekommen sind. Jeder Versuch einen vierten Song einzuüben hat meistens dazu geführt dass sie einen der alten vergessen haben :D ... aber was soll's. Der Höhepunkt war der Auftritt zum Abschlußfest der 4.ten Klasse. Da haben sie die 3 Songs tatsächlich im Rahmen der Kinderdisko gespielt ... halt 2 mal hintereinander :) 20 Minuten Auftritt und für mich 4 Stunden Auf- und Abbau. Egal, ich würd's wieder tun, wenn ich meinen Sohn zur Musik zurückbringen würde. Es haben leider alle zu Gunsten des Sport aufgehört.
     
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