Konzerte mit Mindestverkaufsmenge für Karten

  • Ersteller shortscale
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Bei eigener Musik muss ich doch auch immer abwägen, was es der Band bringt. Ein Konzert, bei dem man draufzahlt kann ja auch einen gewissen Werbeeffekt haben. Wenn ich auf dieses Jahr zurückschau, hatten wir mit unserer eigenen Musik ziemlich alles abgedeckt. Mal ein Gig, bei dem wir weit fahren mussten und praktisch nur für Getränke, Essen und Unterkunft spielten, ein Festival mit 1500 Leuten als Headliner, wofür es auch gut Geld gab und eine Hochzeit, die noch mehr einbrachte. Für nächstes Jahr sind wir auf ein Festival mit 5000+ als Opener gebucht, kriegen "nur" Catering und Eintritt für 5 Leute. Wenn ich mir aber den Werbeeffekt anschau (mit 10-15 Genregrößen auf einem Plakat), ist das fast unbezahlbar.

Mit den Tickets, die Bands selbst im VVK verkaufen müssen, würde ich abwägen, wer Veranstalter ist (gewerblicher oder Jugendtreff?), wieviel ich abnehmen müsste und zu welchen Konditionen. Wenn die Location zu weit weg wäre, würde ich grundsätzlich ablehnen, weil es unrealistisch ist, genügend Leute zu mobilisieren. Eine befreundete Band aus Hagen (kleines Festival im Jugendtreff) hat von den lokalen Bands verlangt, 10 Tickets zum Vorzugspreis abzunehmen, wir mussten dies aufgrund der Entfernung nicht. Dafür mussten wir den "Ausflug" über Merch finanzieren.

Ich bin Hobbymusiker und es macht mir nichts aus, auch mal draufzuzahlen. Der eine schraubt sich für 1000€ nen Spoiler ans Auto und ist glücklich, ich mach Musik und hab meinen Spass. Wenn sich irgendwann mal der Proberaum tragen sollte oder sich gar Equipment bezahlt macht, würde ich mich freuen.

Wichtig ist, abzuwägen, bei welcher Veranstaltung man was verlangen kann und warum man da spielt. In Jugendclubs ist meist nichts verdient, aber man leistet eine gewisse soziale Arbeit, schließlich sind die Kids von der Straße. Bei kleineren Festivals, bei denen man mit Bands "auf gleicher Augenhöhe" spielt, sollte man mit der Preisgestaltung nicht zimperlich sein. Private Festlichkeiten arten meist eh in einen 12 Stundenjob aus, das sollte man sich auch bezahlen lassen. Und wenn man die Möglichkeit hat, auf etwas größerem zu spielen, darf man die Promotion nicht ausser acht lassen. Lieber für lau spielen und über Merch abräumen und Kontakte knüpfen. Ist manchmal mehr wert als 500€ in der Bandkasse.
 
Cover/Tribute/Dienstleistungs - Bands die PayToPlay machen müssen, die machen nun wirklich was falsch :)
Na ja, so ganz abwegig find ich das doch nicht. Denn auch der Markt für Covermusik ist hart umkämpft. Gerade "Classic Rock", quasi das Beste aus den 70/80/90ern machen so viele, dass man auch hier für jeden Gig froh sein kann. Und will man auf die Bühne, muss man auch hier mittlerweile mal Zugeständnisse machen, was sich auch nicht gerade positiv auf die üblicherweise bezahlten Gagen auswirkt.

Bei eigener Musik muss ich doch auch immer abwägen, was es der Band bringt. Ein Konzert, bei dem man draufzahlt kann ja auch einen gewissen Werbeeffekt haben.
Bekannte von mir sind im Moment schon auf einem aufsteigendem Ast, spielen auch in Wacken u.a.
Neulich sind sie sogar ne Woche in China auf Tour gewesen. Allerdings weniger für Kohle durch Gage. Da war dann die Idee, mit T-shirts auf die Bühne zu gehen, wo drauf steht "Freiheit für Tibet", klar mit der Gewissheit, dass sie dafür eingebuchtet werden, dafür aber einen unbezahlbaren Werbe-Effekt zu bekommen, der ihnen bei ihrer Rückkehr nach Deutschland - wenn sie den zurückkommen, die Hallen füllen würde.
Ist aber nichts draus geworden, weil der Manager die T-Shirt-Aktion verhindert hat *lol*

Private Festlichkeiten arten meist eh in einen 12 Stundenjob aus, das sollte man sich auch bezahlen lassen. ...
Da befindest Du Dich auch klar im Dienstleistungssektor, der sowieso (gut) bezahlt wird...

Ich bin Hobbymusiker und es macht mir nichts aus, auch mal draufzuzahlen. Der eine schraubt sich für 1000€ nen Spoiler ans Auto und ist glücklich, ich mach Musik und hab meinen Spass. Wenn sich irgendwann mal der Proberaum tragen sollte oder sich gar Equipment bezahlt macht, würde ich mich freuen.
So sehe ich das auch. Zumindest hat der Typ mit dem Spoiler am Auto größere Probleme, das Geld durch irgendwelche kommerziellen Aktivitäten wieder reinzubekommen ;)
 
Ich glaube, es wurde in Bezug auf Bands mit "eigenen Stücken" noch nicht gesagt, daher:

Es gibt sicher Situationen, wo Mindestabnahme von Karten ok geht, zum Beispiel Band Battle von lokalen Schülerbands. Die bringen dann jeweils ihre Fans&Freunde mit und dann ist das ok.

In den meisten Fällen haben die Fans nach dem 3. Konzert im Jahr dazu aber keine Lust mehr, oder eben auch kein Geld mehr dafür über. Ich würde mir ehrlich gesagt auch nicht 3x im Jahr meine Lieblingsband angucken. Na gut, n andrer vielleicht schon aber egal. Ich würde sagen, daß das Programm der Band dann einfach nicht mehr richtig neu ist.

Nun kommts drauf an. Wenn die Band gerne 20 Auftritte im Jahr machen möchte, kann sie das offensichtlich nicht mit ihren 200 Fans, die nur 1x im Jahr hingehen. Vorausgesetzt, die Show ist jedes Jahr mindestens ein bißchen anders, könnte sie das aber mit 4000 (informierten) Fans, wenn sie tourt, so daß die Fans nicht fahren müssen. Je nachdem, wie mainstream sie ist, müssen dazu aber schon 40.000 - 400.000 Leute die Musik mal gehört haben. Und das ist natürlich schwer zu erreichen. Wahrscheinlich noch am ehesten durch Mundpropaganda oder Airplay aber kenn ich mich nicht so gut aus damit.

Und die Zeit bis man einen solchen Status hat ist einfach lang und das heißt, man kann sich da nicht seine eigenen Fans mit demselben Programm vergraulen, indem man ihnen Mindestabnahme-Karten verkauft. Die fühlen sich doch auch irgendwann genötigt, obwohl sie das vielleicht einige Zeit mitmachen.

Von daher sind kleine Bands mit diesen Karten eigentlich außerordentlich schlecht beraten, weil sie sich ja die persönliche Beziehung zu ihren Fans/Freunden damit (versehentlich) kommerzialisieren bzw. kaputtmachen und trotzdem weit, weit entfernt sind, an dem Deal zu verdienen in Form von davon Leben können.

Für mich siehts in diesem Bereich ein bißchen so aus, als wenn der Veranstalter die Band dazu bringt, ihre Freunde zu verkaufen. Natürlich kann man auch sagen, daß die Band das selber macht und zwar weil sie auftreten will. Aber ich finde, das zählt nicht, weil die Leute ja auch noch Bier trinken. Und die trinken ja schließlich um so mehr Bier, je besser ihnen der Laden gefällt, also wie wohl die sich da fühlen spielt doch auch ne Rolle.

Also bei solchen Kartendeals wäre ich mindestens immer vorsichtig. Wenn ich kein gutes Gefühl dabei hätte würd ichs lieber lassen. Und ich würd niemand die Karten aufdrängen.

Also ist jetzt vielleicht meine Einzelmeinung, aber ich seh das so.
 
Nun ja, das kommt sicher ein wenig durch unschönen Neid weil die Coverbands eben noch (aus Hobby Warte aus gesehen) satte Gagen abstauben können und zum anderen weil aus der Ecke nicht nur hier im Forum öfter mal vom hohen Ross herunter Sprüche über die Probleme einer Nicht-Cover Band kommen.
Es ist mit eigenen Material nun mal schwerer.

Naja das haetten die Covermusiker wohl gerne das es Neid ist. :)
Fakt ist ( ganz ungelogen ) das mir persoenlich 50 Leute die meine Songs mitsingen lieber sind wie 300 die die Charts groehlen. Deshalb weigere ich mich ansich irgendwelche Covers zu machen. Das hatte ich schon und will ich nicht mehr. Sorry aber es gehoert einfach nicht wirklich arg viel dazu Songs nachzuspielen. Zudem nichtmal die eigenen Interpretation gefragt ist sondern es soll sich auch noch so 'echt' wie moeglich anhoeren. Natuerlich gibt es welche die das besser machen wie andere und ich moechte auch denen ueberhaupt nicht das spielerische/musikalische Koennen absprechen aber, und da muss man einfach ehrlich zu sich selbst sein, um mit Cover-Musik keine Leute zu ziehen muss man schon unglaublich daemlich sein.
Die einzigen Cover-Musiker auf die ich soetwas wie aehnliches wie Neid empfinden kann sind Jazzer aber die haben in den meisten Faellen auch nicht mehr Publikum wie wir ;)

Zudem habe ich glaub mehr wie einmal hier im Thread gesagt das Geld verdienen das allerletze ist was ich von meiner Musik erwarte. Wenn ich die Chance habe vor 300 Leuten zu spielen ist mir das die Anstrengung ein paar Karten zu verkauufen wert aber jeder wie er will. Um das ging es naemlich. :)
 
Da war dann die Idee, mit T-shirts auf die Bühne zu gehen, wo drauf steht "Freiheit für Tibet", klar mit der Gewissheit, dass sie dafür eingebuchtet werden, dafür aber einen unbezahlbaren Werbe-Effekt zu bekommen, der ihnen bei ihrer Rückkehr nach Deutschland - wenn sie den zurückkommen, die Hallen füllen würde.

Heilige Sch..., das nenn ich mal "alles für die Band tun"! :eek:
Einen Gefängnisaufenthalt in China würde ich für meine Band sicher nicht in Kauf nehmen!

grühs
Sick
 
Bei einem Konzert gibt's eine Reihe von Leuten die bezahlt werden wollen: Veranstalter, Barkeeper, Ton/Licht Techniker, Putzfrauen, Grafiker der die Poster bezahlt.
Und wegen wem kommen die Leute eigentlich zu einem Konzert? Und die sollen gratis spielen und sich über ein Frei-Sodawasser freuen?

Um einen Bekannten* (Kantor, Kirchmusikstudium an renomiertem Konservatorium) zu zitieren:

"Wenn ein Verein an der Kirmes Geld machen will, wird für viel Geld eine Coverband oder irgendeine bayrisches Gejaule herangekarrt.
Macht die Ortsgemeinde einen kulturellen Abend oder die Pfarrgemeinde was Caritatives in der Kirche, scheint es eine Selbstverständlichkeit zu sein, dass ich kostenlos hohen kulturellen Ansprüchen genügen soll."


Mein Klavierlehrer meinte mal, dass man noh nicht mal seinen Klavierschemel kostenlos verleihen soll.
Es sei ein Fehler in jungen Jahren aus Spaß an der Freud Auftritte zu spielen. Wenn man später mal richtig gut ist, hat sich die Sache so eingeschliffen.

*Für´s bessere Verständnis:
Er lebt auf dem Land, seine Stelle ist aber in der nächsten Großstadt. In so ziemlich jedem Dorf im Umland hat er irgendeinen Verwandten der dann immer im Namen des Veranstalters anfragt.
 
Mein Klavierlehrer meinte mal, dass man noh nicht mal seinen Klavierschemel kostenlos verleihen soll.
Es sei ein Fehler in jungen Jahren aus Spaß an der Freud Auftritte zu spielen. Wenn man später mal richtig gut ist, hat sich die Sache so eingeschliffen.

In der Fußball-Kreisliga kannste auch kaum zum Trainer gehn und dich drüber beschweren, dass du für lau spielst. Das ist eben eine Mischung aus Hobby und Lehrgeld und muss immer in Relation zu Eintrittsgeldern und Umsatz gesehen werden. Was natürlich kein Freibrief für Veranstalter sein kann, die Kostenkalkulation auf Kosten der Bands zu erstellen.
 
bobcät;4465188 schrieb:
In der Fußball-Kreisliga kannste auch kaum zum Trainer gehn und dich drüber beschweren, dass du für lau spielst. Das ist eben eine Mischung aus Hobby und Lehrgeld und muss immer in Relation zu Eintrittsgeldern und Umsatz gesehen werden. Was natürlich kein Freibrief für Veranstalter sein kann, die Kostenkalkulation auf Kosten der Bands zu erstellen.

Der Vergleich ist ganz interessant, so hab ich das noch nie betrachtet, aber das Ding ist, dass du als Kreisliga-Spieler ja nicht in Vorkasse trittst, um auf den Rasen laufen zu dürfen, daher hinkt der Vergleich doch. Diese Kostenkalkulation treibt zum Teil seltsame Blüten. Wir hatten jetzt gestern das "Angebot" von einer Veranstalterin gekriegt, für ein Konzert 30 Karten a 4 Euro abzunehmen und sie dann für 5 Euro weiterzuverkaufen. Sprich wir sollten mit 120 Euro in Vorkasse treten um mit viel Glück und Werbetrommel Rühren mit 30 Euro Gewinn rauszukommen. Man könnte meinen, das manche Veranstalter langsam den Sinn für die Realität verlieren, aber wenn man dann sieht, dass es wirklich Bands gibt die bei sowas mitmachen, fragt man sich, wer nun verrückter ist, Veranstalter oder die Bands. Ich find das ist eine bedenkliche Entwicklung.
 
Echt? In der Kreisliga bekommst Du Deine Schuhe bezahlt? Und die Fahrt zum Spiel am Wochenende?
Die Dimension mag eine andere sein, aber im Endeffekt zahlst Du auch als Hobby-Fußballer für Dein Hobby drauf.
 
Die Dimension mag eine andere sein, aber im Endeffekt zahlst Du auch als Hobby-Fußballer für Dein Hobby drauf.
Vor allem kommt dazu dass Fussball den Gemeinden sehr viel wert ist und dementsprechend rein buttert. Wenn Fussballspieler wirklich ihren Platz und die Pflege desselben komplett alleine zahlen müssten so wie ein Musiker seine Instrumente kauft dann sähe es dort auch anders aus.
 
Sprich wir sollten mit 120 Euro in Vorkasse treten um mit viel Glück und Werbetrommel Rühren mit 30 Euro Gewinn rauszukommen. Man könnte meinen, das manche Veranstalter langsam den Sinn für die Realität verlieren, aber wenn man dann sieht, dass es wirklich Bands gibt die bei sowas mitmachen, fragt man sich, wer nun verrückter ist, Veranstalter oder die Bands. Ich find das ist eine bedenkliche Entwicklung.

Ich habe gerade einen viel zu langen Text zu diesem Beitrag verfasst, den ich aber gerade wieder gelöscht habe. Nur so viel: Wenn ihr es nicht schafft, gerade mal 30 Karten zu verticken bzw. wenn euch der Aufwand dafür zu hoch ist, solltet ihr vielleicht überlegen, ob ihr im richtigen Business unterwegs seid...

Wenn ihr euch nicht die Mühe machen wollt, warum sollte es dann der Veranstalter tun? Seid ihr so gut, dass die Welt nur auf eure Darbietung gewartet hat?

OK, bin schon ruhig...
 
Daumen hoch, LeGato =)

Vorallem nicht nur "warum" sollte der Veranstalter werben, sondern auch "womit"...
Ich meine mein Bier kriege ich auch ohne Gejaule ner Coverband und ich denke, wenn die Band selbst keine 30 Karten verticken kann, wird ihr Name auf nem Plakat genau so wenig Leute ziehen...
 
[...] Wir hatten jetzt gestern das "Angebot" von einer Veranstalterin gekriegt, für ein Konzert 30 Karten a 4 Euro abzunehmen und sie dann für 5 Euro weiterzuverkaufen. Sprich wir sollten mit 120 Euro in Vorkasse treten um mit viel Glück und Werbetrommel Rühren mit 30 Euro Gewinn rauszukommen. Man könnte meinen, das manche Veranstalter langsam den Sinn für die Realität verlieren, aber wenn man dann sieht, dass es wirklich Bands gibt die bei sowas mitmachen, fragt man sich, wer nun verrückter ist, Veranstalter oder die Bands. Ich find das ist eine bedenkliche Entwicklung.

Bei uns in der Region machen das auch einige VAs. Unsre Bands haben das anders gelöst: Die haben die Karten zum einkaufspreis rausgehauen und hatten dafür nen volles haus und geile Stimmung! Fans waren auch gut drauf, weil sie weniger bezahlt haben. Am ende isses doch dann egal ob man die 30 Ocken verdient oder nicht. Gage gäbe es ja sicherlich trotzdem oder? Sonst innen Wind mit dem VA!
 
Moin Jungs,
Hier schwingt ein bisschen der Vorwurf mit, wir wären uns zu schade, 30 Leute für ein Konzert zusammenzutrommeln. Das stimmt natürlich so nicht, aber hier eine Geschichte die uns passiert ist und die mich bis heute ärgert, vielleicht versteht ihr meinen Standpunkt dann ein bisschen besser: Wir haben letztes Jahr in einem JUZ außerhalb Hamburgs gespielt und mussten 15 Karten a 5 Euro im Voraus abnehmen, sprich wir sind mit 75 Euro in Vorkasse getreten. Nun ist der Worst Case Fall eingetreten und es ist niemand mitgekommen, da niemand Bock hatte eine 3/4 Stunde durch die Gegend zu gurken um uns zu sehen...sowas passiert. Deswegen ist man noch kein schlechter Mensch ^^ Das Ding war dann aber, dass die Hütte (natürlich nicht wegen uns, sondern wegen den anderen Bands) proppevoll war. Wir haben ein gutes Konzert gespielt, alle hatten Spass, es gab 2 Bier und einen Pappteller Chili Con Carne für Lau und wir sind 75 Euro ärmer nach Hause gegurkt. Ich kann jetzt nur für mich sprechen, aber ich hab mich ein bisschen wie eine gerupfte Gans gefühlt nach dieser Geschichte. Der Veranstalter lässt uns da antanzen damit er sein Programm vollkriegt, Spritkosten wurden natürlich nicht erstattet, hat ne volle Hütte und knöpft uns dann auch noch 75 Euro ab. Das war bitter! Seitdem ist das Thema Vorkasse für eine Fremdveranstaltung für uns gestorben. Das geht alles zu sehr in Richtung: "Macht doch selbst Werbung, karrt die Leute an damit meine Kasse klingelt, wenn ihr das gebacken kriegt ist gut für mich, dann kriegt ihr auch einen Brotkrümel und wenn nicht, seid ihr halt gearscht."
Womit wir widerum sehr gute Erfahrung gemacht haben ist, einen Laden + Techniker anzumieten, dann hat man halt feste Fixkosten, aber kriegt auch den ganzen Gewinn an der Abendkasse + Anteilig an den Getränken. Das scheint sich für Ladeninhaber auch zu rentieren (sonst würden sie es ja nicht machen) und wenn man es clever anstellt, kommt da auch für die Bands richtig Kohle zusammen.
Folgende Rechnung für das Vorkasse-Modell:

Beispiel:
4 Bands treten auf, jede muss 30 Karten a 4 Euro in Vorkasse treten (120 Euro x 4 = 480 Euro), wenn jede 30 Gäste mitbringt verdient jede Band 30 Euro. Der Veranstalter verdient 480 Euro Eintritt + nochmal rein hypothetisch 240 Euro wenn man angenimmt, jeder Gast trinkt 1 Bier a 2 Euro)
Festzuhalten in dem Rechenbeispiel: Veranstalter hat am Ende des Abends 720 Euro eingenommen, die Bands insgesamt 120 Euro.
Das Gewinnverhältnis (es geht jetzt wirklich nur um den Gewinn, jetzt nicht Steuern, Unterhaltungskosten für den Laden etc.) beträgt also ca. 85 % für den Veranstalter und ca. 15 % für die 4 Bands, die ihm die Hütte vollgemacht haben. Wenn man es so rum betrachtet, kriegt das ganze einen faden Beigeschmack.
 
Veranstalter hat am Ende des Abends 720 Euro eingenommen, die Bands insgesamt 120 Euro.
Das Gewinnverhältnis (es geht jetzt wirklich nur um den Gewinn, jetzt nicht Steuern, Unterhaltungskosten für den Laden etc.) beträgt also ca. 85 % für den Veranstalter und ca. 15 % für die 4 Bands, die ihm die Hütte vollgemacht haben. Wenn man es so rum betrachtet, kriegt das ganze einen faden Beigeschmack.

*Klugscheissmodus an*
Dann sprichst aber ausschließlich vom Umsatz, denn: Gewinn = Umsatz - Kosten
*Klugscheissmodus aus*
 
Hast recht, ich meinte dann Umsatz, nicht Gewinn, sorry!
 
Ich finde Laden anmieten oder dem Inhaber für eine Summe X den Getränkeumsatz zu garantieren wesentlich sympathischer als Kartenabnahme. Einfach aus dem Grund, dass Bands einen strukturellen Nachteil haben, Karten zu verkaufen. Da muss man dann Bekannte anhauen, per Überweisung das Geld einsammeln, Karten zuschicken usw., das sind meines Erachtens nicht Dinge, die unmittelbar zu den Aufgaben der Band gehören. Ich hab kein Problem damit, ordentlich die Werbetrommel zu rühren, 5.000 Flyer drucken zu lassen und die überall dort loszulassen, wo ich gerade unterwegs bin. Aber wenn nun 30 Leute spontan an dem Abend entscheiden, sie kommen zum Gig und bezahlen an der Abendkasse, dann spielt das für die Mindestkartendeals keine Rolle. Das finde ich unfair.
 
[...]

Beispiel:
4 Bands treten auf, jede muss 30 Karten a 4 Euro in Vorkasse treten (120 Euro x 4 = 480 Euro), wenn jede 30 Gäste mitbringt verdient jede Band 30 Euro. Der Veranstalter verdient 480 Euro Eintritt + nochmal rein hypothetisch 240 Euro wenn man angenimmt, jeder Gast trinkt 1 Bier a 2 Euro)
Festzuhalten in dem Rechenbeispiel: Veranstalter hat am Ende des Abends 720 Euro eingenommen, die Bands insgesamt 120 Euro.
Das Gewinnverhältnis (es geht jetzt wirklich nur um den Gewinn, jetzt nicht Steuern, Unterhaltungskosten für den Laden etc.) beträgt also ca. 85 % für den Veranstalter und ca. 15 % für die 4 Bands, die ihm die Hütte vollgemacht haben. Wenn man es so rum betrachtet, kriegt das ganze einen faden Beigeschmack.

Naja, das lohnt für den Veranstalter allerdings kaum. Rechne von Deinen 720 Euro mal zunächst die Umsatzsteuer (7%) ab, Bierkosten, Veranstaltungshaftpflicht, GEMA, Personal (mindestens ein Ton-/Haustechniker, mindestens einer für die Tür und einer für die Theke, eventuell noch jemand für Security und derjenige, der den Dreck am nächeten Morgen wieder aufräumt) inclusive Lohnnebenkosten, u.U. Technikmiete / -pflege, Werbekosten, Catering.... und falls dann noch etwas übrig bleibt geht ein Groß an die IHK, evtl. Verbandsmitgliedschaften, im Rahmen der Konzession an die Stadt und als Gewerbesteuer an die Kommune. Die Körperschaftssteuer sackt sich der Staat ein und von dem Rest wird anteilig die Miete des Ladens bezahlt.

De Facto lohnen sich Konzerte in diesen Größenordnungen für einen professionellen und ehrlichen Veranstalter nicht (Wir wollen mal annehmen, daß Steuern, GEMA und andere Abgaben wirklich bezahlt werden, das Personal ehrlich entlohnt wird, die Technik auf akzeptablen Stand und gepflegt ist, Bau-, Sicherheits- und Hygienevorschriften eingehalten werden, die Miete pünktlich gezahlt wird und der Veranstalter vernünftige Werbemaßnahmen ergreift...)

Ich finde es absolut nicht verwerflich, bei einem Konzert von unbekannten Bands diese Bands in das Veranstaltungsrisiko mit einzubeziehen. Warum sollte der Veranstalter sonst 4 Bands auf seine Bühne holen, bei denen er nciht garantieren kann, daß er da auch nur ansatzweise die Kosten, die entstehen, wieder reinbekommt? Da kann er besser bekanntere Bands buchen, von denen er weiß, daß er mit 260 bis 300 Leuten zu 15 Euro /Ticket rechnen kann. Oder er stellt nen DJ da hin und zieht eine "best of 80s"-Party auf, die den Laden auch voll macht (und auf Partys werden mehr Getränke umgesetzt als auf Livekonzerten). Oder er sucht andere Bands, die ihm 30 Gäste garantieren...

Besten Grusz,
 
Um nochmal kurz abzuschweifen... .

Für seinen Auftritt einkaufen muss sich aber auch der Fussballer, denn er muss Mitglied im Verein sein wegen der Versicherung.

Ansonsten gibt es da nette Konstruktionen, siehe Übungsleiterfreibetrag oder Spendenquittung für die Steuererklärung.
Ab einem gewissen Engagement im Ehrenamt kann man ja Kosten für einen Verein von seiner Steuer absetzen. Und welches Finanzamt kontrolliert, ob Fussballer A wirklich bei 6 Auswärtsspielen der Jugend als Fahrer fungierte und so eine Spritrechnung im Gegenwert eines Paares Fussballschuhe produziert hat?

Es findet sich nämlich immer ein typischer Vereinsmeier, der für seine Fahrten nix haben will vom Verein. Dann war das halt einer der Spieler... .

Ansonsten gibt es für Talente halt die Sache über Trainer.

In fast allen mir bekannten Mannschaften spielt ein auswärtiger Spielertrainer und wenn die Jugend gut genug ist dass es sich lohnt, bekommen die anderen zwei richtig guten Leute den Posten des B- und A-Jugendtrainers und werden über den Freibetrag versorgt.
Die machen dann an einem Abend in der Wochen vor dem eigentlichen Training noch 90min was mit der Jugend und gut
 
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