Martin 000-15SM - Zu enge Sattelkerben? schwergängige Mechaniken.

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Moin nochmal,

mit der Gitarre bin ich, kann ich behaupten, angekommen, wo ich hinwollte. Ich habe seit gut fünf Jahren die Martin GPCPA4, mit der ich auch sehr zufrieden bin. Die kleinere 15SM ist, seit ich sie habe, meine Hauptgitarre.

Zwei Problemchen beschäftigen mich:
  1. Die Mechaniken laufen, im Vergleich zu den geschlossenen sehr schwer. Was kann ich tun, damit sie leichter laufen, aber ohne Stimmstabilität einzubüßen.
  2. Wenn ich die Gitarre stimme, klickt es bei umwickelten Saiten fast jedesmal. Ich vermute, die Kante der Sattelkerbe, die zum Aufwickler hinzeigt, müsste nur leicht abgerundet werden. Das traue ich mir zu, es selbst zu machen. An die Sattelkerbenbreite oder Tiefe will ich gar nicht ran. Aber da scheinte die Umwicklung jedesmal zu hängen. Geschmiert sind die Sattelkerben. Und wie schon woanders erwähnt, habe ich etwas dünnere Saiten (Fender 60CL 011-052) drauf. Normal ist 012-ß53.
Was sagt ihr zu 1?
Ist meine zweite Überlegung plausibel?

Danke für eure Hilfe!
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Servus Clapton!
Die Mechaniken laufen, im Vergleich zu den geschlossenen sehr schwer. Was kann ich tun, damit sie leichter laufen, aber ohne Stimmstabilität einzubüßen.
Offene Mechaniken vertragen ab und zu einen kleinen Tropfen Öl auf die Schnecke bzw. das Zahnrad (ich hab da Nähmaschinenöl dafür). Zu viel Öl sollte man trocken wischen. Danach mit der Saitenkurbel einige Drehungen hin- und herdrehen, bis es geschmeidig läuft. Keine Sorge, die Stimm-Stabilität wird dadurch nicht beeinträchtigt. Falls Das nicht hilft, kann man noch kontrollieren, ob die Schrauben auf der Schnecke zu fest angezogen sind. Verwende dazu aber bitte einen guten und passenden Schraubenzieher. Die Schrauben sollten nur mit leichtem Druck angezogen werden.
Wenn ich die Gitarre stimme, klickt es bei umwickelten Saiten fast jedesmal.
Da passt etwas mit den Sattelkerben nicht. Wenn Du evtl. vorhanden Grate entfernen möchtest und das vorsichtig machst, ist dagegen nichts zu sagen. Besser wäre es, den Laden aufzusuchen, wo Du die Gitarre gekauft hast und dort das Problem vorzuführen. Ein Profi macht Dir das in 5 Minuten.
Man kann Sattelkerben auch "schmieren" - etwas Vaseline vermischt mit Grafitstaub (von einem Bleistift) - aber wenig davon. Ich halte allerdings nichts davon - ein Knochensattel ist eigentlich selbst schmierend.
... und wie schon woanders erwähnt, habe ich etwas dünnere Saiten (Fender 60CL 011-052) drauf. Normal ist 012-ß53.
Probier mal, ob es bei einem 12er Satz auch auftritt. Normal würde ich aber auch sagen, dass dünnere Saiten diesbezüglich keinen Stress machen sollten.

Viel Spaß beim Spielen und viel Erfolg bei der Fehlerbehebung!

LG, Anderl
 
Bevor du an den Kerben rumfeilst, streu etwas Graphit (Bleistiftabrieb) in die Kerben ... meist genügt das.
Offene Mechaniken bekommen bei mir immer mal wieder ein Tröpfchen Nähmaschinenöl an die Stelle, an der sich die
beiden Zahnräder berühren.

ohne Stimmstabilität einzubüße
Das hängt selten an den Mechaniken, da das Schneckengetriebe sich kaum vom Zahnrad der Saitenwelle bewegen lässt, nur anders rum.
Sehr oft liegt eine Stimmunstabilität daran, dass die Saiten schlecht (oder vor allem zu viel Material) aufgewickelt werden.
Saiten nach dem Aufziehen mal kurz ein paar Mal dehnen (vom Griffbrett weg nach oben/vorn ziehen) hilft auch - zumindest bei mir - schneller eine
Stimmstabilität zu erreichen. Aber das Dehnen ist ein Streit/Reizthema bei uns Gitarristen. Ich mache es seit 50 Jahren ;)
 
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Wenn Du evtl. vorhanden Grate entfernen möchtest und das vorsichtig machst, ist dagegen nichts zu sagen. Besser wäre es, den Laden aufzusuchen, wo Du die Gitarre gekauft hast und dort das Problem vorzuführen.
Der Georg Zalud sitzt mit seinem Laden kurz vor Wien. Ich wohne an der dänischen Grenze.

Ich werde mal ganz vorsichtig versuchen, eventuelle Grate wegzufeilen. Der nächste Saitenwechsel dürfte in einigen Tagen sein.

Was die offenen Mechaniken angeht, erinnere ich mich an eine Taylor, die ich einige Jahre hatte. Die hatte auch offene Mechaniken am slotted Headstock, und die liefen auch deutlich schwerer als alle geschlossenen Mechaniken, die ich je erlebt habe.

@peter55
Ja, erste Amtshandlung nach dem Saiten aufziehen: Dehnen. Nicht nur die Muskeln, auch die Saiten. ;)

Wenn ich meine Arbeiten erledigt habe, werde ich meinen Post updaten.

Erstmal dankeschön!
 
Hallo Jürgen,

vielleicht magst Du ja nochmal ein Foto von Sattel und Fensterkopf in der Draufsicht zeigen, auf dem man die Wickelrichtung der Saiten sehen kann. Dann könnte man noch bessere Empfehlungen geben was vielleicht zu optimieren wäre.

Was die Mechaniken betrifft, würde ich empfehlen nicht nur die Schnecke zu schmieren, sondern vor allem auch die beiden Wellen an allen Stellen wo Metalle aufeinander reiben.

Ein druckfestes Fett wäre auch besser als ein dünnflüssiges Maschinenöl. Um das sparsam an die richtigen Stellen zu bringen wäre es optimal die Mechanik zu zerlegen. Wenn Du Dir das zutraust wäre das meine Empfehlung. Ansonsten einfach die obigen Tips anwenden und wenn es dann noch Probleme gibt einfach mal einen Gitarrenbauer aufsuchen. Der würde sicher auch für das Problem des Nebengeräuschs aus Deinem anderen Thread ein Lösung parat haben.

Viel Erfolg!

*
 
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Hallo Jürgen,

vielleicht magst Du ja nochmal ein Foto von Sattel und Fensterkopf in der Draufsicht zeigen, auf dem man die Wickelrichtung der Saiten sehen kann. Dann könnte man noch bessere Empfehlungen geben was vielleicht zu optimieren wäre.

Die G-Saite war vorher etwas weiter links aufgewickelt. Das Schnarren (anderer Thread) bekam ich stumm, nachdem ich direkt überm Loch aufwickelte. Bei den Taylors mit dem offenen Kopf geht es nur so. Ich bin immer bestrebt, den Winkel hinterm Sattel so gering wie möglich zu halten.

IMG_7577.jpeg
 
Das Schnarren (anderer Thread) bekam ich stumm, nachdem ich direkt überm Loch aufwickelte.

Ja, Du musst bedenken dass auch das kleine freie Ende der Saite an der Mechanik schwingen kann, durch die Resonanz der Kopfplatte. Indem Du dann "überm Loch" gewickelt hast, hast Du dieses fixiert.

Ich bin immer bestrebt, den Winkel hinterm Sattel so gering wie möglich zu halten.

Ja, das sieht man auf Deinem Foto deutlich und natürlich gibt es dafür auch Argumente, aber vielleicht solltest Du mal eine Methode ähnlich der im oben verlinkten Martin-Video versuchen.

Bei gut gekerbtem Sattel sollte das auch bei den beiden E-Saiten keine Probleme machen, obwohl die dann von Deinem Ideal des geraden Saitenverlaufs abweichen.

Bei den anderen Saiten macht es den Winkel betreffend kaum einen Unterschied, wie Du an Deiner nun korrekt gewickelten G-Saite gut erkennen kannst.

*
 
Moin liebe Saitenzupfer,

die alten Saiten waren gestern exakt vier Monate alt, und ich fand, sie könnten jetzt, nach täglichem Spiel, gerne mal einem neuen Satz weichen. Und damit war es Zeit, mich dem Kopfbereich der Gitarre zu widmen. Zur Erinnerung: Es ist eine Martin 000-15SM, wie oben abgebildet.

Meine Baustellen:
  • Mechaniken laufen sehr schwer
  • Beim Hochstimmen umwickelter Saiten trat ein lautes Klicken auf
Alles andere war aus meiner Sicht bestens, und ein running horse soll man niemals nicht changen.

Für nen schmalen Taler (keine 9€) habe ich mir in China einen Satz Sattelkerbenfeilen gekauft. Mir ist bewusst, dass das ziemlicher Schmock ist. Da das Feilen der Sattelkerben nicht mein Hobby werden und schon gar nicht dem Broterwerb dienen soll, würde die Qualität dieser Dinger für den einen kleinen Job ausreichen.

Wie auch immer, gestern war es dann so weit. Vier Monate reichen, die Spielfreude mit den ollen Drähten ließ allmählich nach.

Zunächst die Saiten gelockert und rausgenommen. Griffbrett gereinigt. Die Mechaniken gelöst. War leicht, je vier Schräubchen, die das Blech halten. Die Mechaniken rausgenommen. Die Schnecke und das Zahnrad leicht mit Vaseline eingefettet, die Gleitlager der Wirbel geölt. Alle kräftig gedreht. Die Achsen, die die Saiten aufnehmen (Fachausdruck fehlt gerade), ganz leicht mit Vaseline gefettet. Mechaniken wieder eingesetzt und festgeschraubt. Vor der ganzen Prozedur ein Foto vom intakten Kopf, damit die Mechaniken am Ende richtigrum sitzen. 🤣

Nächste Baustelle war der Sattel, auf englisch die Nut. Da habe ich die Kante auf der Seite, die zur Kopfspitze zeigt, leicht abgerundet. Da vermutete ich die Stelle, an der die Windungen der umwickelten Saiten beim Hochstimmen hängen blieben. Also alle Kerben von 3-6 abgerundet.

Neue Saiten rauf (wieder die dünneren Fender 60CL), gestimmt. Erfolg! Beim Hochstimmen keinerlei Klicken mehr, der auf ein Hängenbleiben der Windung zurückzuführen wäre. Die Mechaniken laufen immer noch deutlich schwerer als die geschlossenen Martin- oder Taylormechaniken. Die geschlossenen laufen ja wie Butter. Aber dass die offene Mechanik mehr Kraft braucht, ist wohl der Konstruktion geschuldet.

Und nun nehme ich meinen Gitarrenbauerhut wieder ab, bin ein bisschen stolz auf meine erste Aktion dieser Art. Und es darf wieder Musik gemacht werden. Gitarre klingt wieder Sahne!
 
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