Hallo Centhry,
dein Text hat ein paar interessante Strukturen und Ideen. Alllerdings unterwirfst du dich dem Reimschema und hast ein paar Wendungen, die nicht so ganz nachvollziehbar sind.
Meine Anmerkungen:
Der Nullpunkt ist gekommen,
das Ende, es ist nah.
Nun lasst mich euch erzählen,
wie schön mein Leben war.
Die ersten beiden Zeilen finde ich gut. Ist halt ein sehr trister Anfang. Zumindest wird der Hörer aber gleich direkt in die Situation eingeführt.
Die letzten beiden Zeilen finde ich eher na ja. Erstens wirkt es so in ein Reimschema reingepresst und zweitens ist es echt platt.
Mit dem Anfang musst du schon einen "prunkvollen Abschluss" finden. Vll bewegst du dich von diesem Geschichtenerzähler
Nun lasst mich euch erzählen weg und gehst mit einer Ernshaftigkeit ran, die hier mitschwingt, du aber nicht direkt ausdrücken kannst. Irgendwas in die Richtung, dass das LI selber drüber nachdenkt.
Ich muss nachdenken/ grübeln/ ... wie erfüllt mein Leben doch war. Wobei ich das immer noch nicht optimal finde.

Das Reimschema ist einfach zu platt für die Thematik.
In der Glotze seh` ich Kinder spielen,
darf nicht auf den Hof raus,
Jeden Abend um 8 ,
knippst die Schwester das Licht aus.
Diese Strophe klingt sehr merkwürdig. Dein Reim geht gar nicht auf. Das macht alles irgendwie keinen Sinn.
Also rein von der Stimmigkeit, vom Wortklang, den Bildern, die du aufwirfst: noch mal ran an die Zeilen und neu texten!
Das geht schon von der Metrik/ vom Rhythmus gar nicht. Auch wenn deine Idee toll ist und ich auch lesen will, musst du die Stimmung richtig ausdrücken.
Ich werde sterben, ich weiss nur noch nicht wann,
Morgen oder heute? Bald schon bin ich dran!
Dann habe ich endlich Ruhe, keine Pillen mehr,
Ich schlaf auf einer Wolke, das freut mich sehr.
Ja, kann man machen. Die letzte Zeile finde ich wieder sehr unpassend.
Es ist wieder dieses Schwanekn zwischen düsterer Stimmung alla
Ich bring den Tod/ Ich bin der Tod/ Ich mach euch alle tot und
Yeah, ich bin so rotzfrech, ich nehme hier mal böse Wörter und hinter her packe ich noch was Cooles, voll Verdrehtes. Du wankst extrem in den Stilen. Das Lied wirkt weniger ernsthaft und tief, wie es du es dem Anschein nach klingen lassen möchtest. Es ist viel mehr immer ein Witz auf deine eigene Worte. Zumindest habe ich das Gefühl.
Wie fühlt es sich an,
wenn einen Freunde besuchen?
Mit ihnen raufen und lachen,
und Mama bringt Kuchen.
Die ersten drei Zeilen sind toll. Das bedrückende Gefühl breitet sich wieder aus, was du oft am Anfang der Zeilen aufbaust. Dann kommt das Ende.
Es ist platt, es ist unpassend. Deine ganze Stimmung geht für den Reim drauf.
Ich werd´s nie erfahren,
bin gefangen im Bett.
Mein Herz hat keine Kraft,
das Personal ist sehr nett.
Siehe oben. Das ist das gleiche Spiel.
Mein Leben ist die Hölle,
Es geht einfach nicht mehr,
Kann mich nicht selbst töten,
Ich besitz kein Schießgwehr:
Siehe oben. Das ist das gleiche Spiel.
Warum endest du immer so platt? Du hast das doch gar nicht nötig. Du hast doch genug Ideen in deinem Kopf.
Ist es ein Leben,
wenn man keine Wahl hat?
Ich mache jetzt Schluß,
Ich hab den Scheiß satt.
Die ersten beiden Zeilen finde ich gut. Es ist ein guter Abschluss für die Gefühle, die du gerne erzeugen möchtest und ansatzweise auch erzeugst mit den ersten Zeilen jeder Strophe.
Aber dann machst du alles wieder "kaputt" durch den Schluss.
Du hast tolle Ideen, machst dir auch die "schöne bedrückende" Stimmungen zu Nutze und spielst/ arbeitest mit Wörtern. Das gefällt mir wirkich gut. Du versuchst auf verschiedene Weise den Unmut des LI Ausdruck zu verleihen und die Emotionen an den Hörer weiterzugeben. Du solltest aber dringend schauen, wie du mit der aufgebauten Stimmung weiter verfährst. Immer mit dem Ende machst du alles so platt und nichtig. Ziehst das ins Komische (negativ). Und das anscheinend nur wegen dem Reim und ein paar "Redewendungen". Das finde ich schade. Dieser Song hat einiges an Potenzial in sich. Nur musst du es schaffen, einen Stil zu kreieren und deine Bilder und Gefühle klar durchzusetzen. Ich denke, dann wird der Text auch besser verständlich.
Grüße,
ze_ba_ree