Mikrofonierung Blaskapelle

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mike031

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Hallo zusammen!

Ich bin Mitglied bei einer Blaskapelle und wir haben jedes Jahr im Frühling ein Konzert welches wir aufzeichnen möchten.
Die letzten Jahre klappte das immer, allerdings war ich mit der Qualität noch nie so richtig zufrieden und daher wende ich mich an euch, in der Hoffnung, dass Ihr mir ein paar Tipps geben könnt.

Folgendes Equipment wird verwendet:

AKG C214 Stereoset als "Hauptmikrofone" mittig vor der Bühne, beide leicht nach außen gedreht. Mit ca. 10cm Abstand zueinander (Standard Stereoschiene von K&M)
2x Rode M3 als Stützmikrofone (1x für die Tuben und 1x für die Tenorhörner)
2x Behringer C2 als Stützmikros (1x vor den Trompeten und 1x vor den Posaunen)
ZOOM R24 (8 Kanal Audio Recorder)

Die Konzerte finden immer in einer Sporthalle statt, die Akustik ist also dementsprechend.
Die Schlagzeuger sitzen leicht erhöht (so ca. 25cm denke ich).

Falls Ihr noch mehr Infos braucht bitte einfach Fragen, ist das erste Mal, dass ich mich intensiver mit dem Thema Recording beschäftige.

Liebe Grüße
Michi
 
Fish

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allerdings war ich mit der Qualität noch nie so richtig zufrieden

Die Konzerte finden immer in einer Sporthalle statt, die Akustik ist also dementsprechend.

Hier sehe ich das Hauptproblem.
Bei Eurer Art der Mikrofonierung wird noch sehr viel vom Raumklang mit aufgenommen. Und wenn der raum nicht klingt dann ist das auch auf der Aufnahme zu hören.

2 Lösungsansätze:
1. Alle Instrumente einzeln abnehmen und auf separate Spuren Aufnehmen. Den Mix und den Raumklang dann beim Mischen / Mastern herstellen / hinzufügen.

2. Sucht Euch (zumindest für die Aufnahme) einen Raum der Besser klingt.
 
Basselch

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Hallo, Michi,

...Sporthalle ist meist ganz, ganz übel... Um erst mal um eine Komplettmikrofonierung herumzukommen, die hat nämlich ihre ganz eigenen Tücken (vor allem, wenn Du noch nicht so erfahren bist...), zunächst mal folgende Tips: Laß die Mics der Hauptmikrofonierung gerade nach vorne schauen, nicht nach außen gedreht. Dann: Hauptmikrofone auf mehr Höhe bringen und sie quasi "von schräg oben" ins Orchester schauen lassen. Da mischt sich der Klang besser und die Mics schauen nicht direkt auf eine reflektierende Hallenwand.
Hast Du die Stützmics gegenüber der Hauptmikrofonierung zeitlich verzögert? Die kriegen ihr Signal ja früher als die beiden AKGs, ergo kann es da durchaus beim Mix zu Kammfiltereffekten kommen, dann klingt's oft "dünn" und "irgendwie komisch". Brauchen die Trompeten wirklich Stützmics? Diese Fraktion ist normalerweise die lauteste... ;)
Und dann... ä-hemm... die beiden Behringer würde ich in Pension schicken. Die kommen mit den anderen qualitativ nicht gut mit.
Noch 'ne Idee: Leiht euch für die Aufnahme einen Satz guter Mics (Neumann KM184, Milab VM22 oder sowas) - kostet nicht die Welt und klingt besser ;)

Viele Grüße
Klaus
 
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mike031

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1. Alle Instrumente einzeln abnehmen und auf separate Spuren Aufnehmen. Den Mix und den Raumklang dann beim Mischen / Mastern herstellen / hinzufügen.

2. Sucht Euch (zumindest für die Aufnahme) einen Raum der Besser klingt.

1. können wir so nicht realisieren, da das unsere Mittel und Möglichkeiten sprengen würde, wir sind ja doch 55 Leute...
2. Ja das könnten wir in Erwägung ziehen, hierfür würde sich evtl. unser Probenraum eignen. Wie das bei den Amateuren aber leider so ist, sind immer nur beim Konzert alle da und es wird sich vermutlich nicht jeder für eine Aufnahmesession Zeit nehmen. Vielleicht denke ich aber noch mal über diesen Ansatz nach, falls wir in der Halle einfach keine vernünftigen Resultate erzielen können.


Hallo, Michi,

...Sporthalle ist meist ganz, ganz übel... Um erst mal um eine Komplettmikrofonierung herumzukommen, die hat nämlich ihre ganz eigenen Tücken (vor allem, wenn Du noch nicht so erfahren bist...), zunächst mal folgende Tips: Laß die Mics der Hauptmikrofonierung gerade nach vorne schauen, nicht nach außen gedreht. Dann: Hauptmikrofone auf mehr Höhe bringen und sie quasi "von schräg oben" ins Orchester schauen lassen. Da mischt sich der Klang besser und die Mics schauen nicht direkt auf eine reflektierende Hallenwand.

Was würdest du hier für Abstände empfehlen? Also Abstand zur ersten Reihe und Höhe über Bühnenhöhe?
Die Bühne ist 10m breit und 8m tief.

Hallo, Michi,
Hast Du die Stützmics gegenüber der Hauptmikrofonierung zeitlich verzögert? Die kriegen ihr Signal ja früher als die beiden AKGs, ergo kann es da durchaus beim Mix zu Kammfiltereffekten kommen, dann klingt's oft "dünn" und "irgendwie komisch". Brauchen die Trompeten wirklich Stützmics? Diese Fraktion ist normalerweise die lauteste... ;)

Das kann ich leider nicht beantworten, den Mix hat ein Kollege von mir gemacht, aber das werden wir dieses Mal definitiv versuchen.
Ja also die haben wir halt verwendet weil die Mikros gerade da waren, ist vermutlich nicht wirklich notwendig...

Würdest du bei Verwendung der teureren Mikros die Stützmikros dennoch einsetzen?

Besten Dank für die vielen Infos!


Gruß
Michi
 
Basselch

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Hallo, Michi,

da ich "eure" Halle ja nicht praktisch kenne, kann ich Dir nur so ein paar Rahmenwerte nennen. Das Hauptstativ relativ nah hinter dem Dirigenten (...aber natürlich schon noch so, daß er genügend Platz hat, um von seinem Pult zurückzutreten, ohne ins Stativ zu krachen... ;) ), dann hoch mit den Mics - so 3 bis 4 m ist eine gute Basis. Dann so neigen, daß die Mics mitten in die Orchestersitzordnung reinzielen.
Es hilft immer, eine Generalprobe mitzuschneiden und da mal reinzuhören - ich mache das sogar jedes Mal bei unserem traditionellen Weihnachtsoratorium (Bach), das wir jedes Jahr in der Adventszeit immer in derselben Kirche aufführen, und wo ich eigentlich hundertprozentig weiß, wie ich mikrofonieren muß. Dennoch habe ich beim Durchhören des GP-Mitschnitts oft noch gute Hinweise erhalten, was ich noch ändern könnte...

Selbstverständlich kannst Du auch, wenn Du Mikrofone zumietest, Stützmics einsetzen - die Spuren hast Du ja auf jeden Fall da, ob Du sie nun im Mix benötigst oder nicht. Ich würde eher von der anderen Seite her argumentieren: Wenn die Hauptmikrofonierung den Klang der Trompetensektion bereits gut einfängt, warum sich dann den Streß mit Stützen antun? Bei der Tuba und den Hörnern würde ich sogar mit mir reden lassen :D - diese Mitstreiter sind manchmal akustisch ein wenig unterrepräsentiert. Aber Trompeten und Posaunen sollten sich eigentlich immer genügend durchsetzen...

Noch eine Anmerkung zu der von Dir genannten AB-Anordnung: 10 cm sind eigentlich zuwenig... ich habe für AB die etwas längere K & M-Schiene mit ca. 40 cm in Gebrauch, das geht gut. Je nachdem, wie breit das Blasorchester auseinandergezogen ist, kann auch eine Groß-AB-Anordnung mit 3 - 4 m Abstand Sinn machen. Dann allerdings besteht durchaus die Gefahr, daß man sich ein Loch in der Mitte einhandelt - hier wäre dann eine Stütze zwischen beiden weiter auseinanderstehenden AB-Mics angebracht...

Viele Grüße
Klaus
 

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