pianoplayer81
Registrierter Benutzer
- 06.10.13
- 15.05.10
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Kaum lÀsst man euch mal eine Weile alleine ...
Kleiner Scherz.
Ganz schön was passiert hier, alle Achtung.
Also, um 1788 ein bisschen Junkfood đ zu geben gehe ich nachher die aufgeworfenen Fragen anhand seiner Kritik durch.
Aber zuerst nochmal ein paar einleitende Worte von mir:
1.) Jedwege Kritik an meinem Text nehm ich ernst und Ă€ndere ihn gern wenn es ihm dient. Nicht weil ich anderen damit dienen will. Wenn mir meine Texte wegen Ănderungen nicht mehr selbst gefallen wĂŒrden, wĂŒrd ich sie nicht Ă€ndern.
Des weiteren bin ich kein Berufsautor und betreibe das Songwriting in meiner Freizeit und freue mich immer ĂŒber Anmerkungen, Hilfen, VorschlĂ€ge etc. Seien sie negativer oder positiver Art, denn beides bringt einen weiter. So auch dein kleiner "Wirbelsturm". Hab nun durch deine Kritik einige Punkte im Text gesehen die vllt. ErklĂ€rung bedĂŒrfen. Aber ich muss dich vllt. enttĂ€uschen, denn der Text bleibt nun bis auf minimale Ănderungen so wie er ist. Du wirst nur eine neue Deutungsweise bekommen.
2.) Da du keinen Wieso und Warum und Weshalb erkennen konntest: Ich schrieb meine Intention des Textes bereits in Post #5. (Nicht gelesen???) Dort sagte ich schon, dass die Eltern schuld am Tod des Kindes sind, welches allein durch ihre Angst umkam. Den Samen sĂ€ten die Eltern, die UmstĂ€nde lieĂen ihn keimen und .... der Rest ist bekannt.
Erst spĂ€ter, in der Zusammenarbeit mit meinem Musikerfreund, kam von ihm der Satz mit H&G, Edgar und DĂŒrrenmatt. Das war einfach nur SEIN erster Eindruck vom Text. Ich fands passend formuliert, da ich fĂŒr mich selbst von allen dreien etwas in dem Text wiederfinden konnte. Ich weiĂ das NATĂRLICH der Text nicht so geschrieben ist wie man es von Poe erwarten wĂŒrde!! Aber darum gehts ja auch nicht. Jeder verbindet halt was anderes mit dem Text.
3.) Gothic-Ecke --> leider falsch geraten. Auch nix mit dunklem Kult oder Mittelalterszene oder sonstwas bösartiges, mhystisches, fanatisches, teuflisches, etc.
4.) Muss doch auch dir bewusst sein, dass man es nie ALLEN recht machen kann. Allein fĂŒr diesen Text hab ich so viel unterschiedliche Pros und Cons und Interpretationen bekommen, (nicht nur hier). Was bliebe da vom Text ĂŒbrig wenn ich jedem seinen Wunsch erfĂŒllen wollte? Jeder bekommt eine Zeile die ihm so gefĂ€llt wie er sie mag? *ggg* Deswegen achte ich in erster Linie auch darauf, das ich es MIR recht mache. Was soll ich mit einem Text hinter dem ich nicht 100% stehe, der mir nicht gefĂ€llt, der nicht so geschrieben ist wie ich es fĂŒr gut empfindeâŠ
5.) Ich versuche ich nicht irgendwem oder irgendeiner Szene zu gefallen. Ich mache meine Texte und die Musik hauptsĂ€chlich fĂŒr MICH und nicht fĂŒr andere. Ich muss mich nirgendwo prĂ€sentieren.. WĂ€r ich Berufsmusiker sĂ€h die Sache vllt. anders aus. Aber ich habe keinerlei Absicht irgendwo damit aufzutreten, noch einer Band meine Texte zu verscherbeln. Nur weil man hier Texte reinstellt, heiĂt es nicht das man "GroĂes" damit vor hat, oder? Ich fĂŒr meine Teil lerne einfach gern mit den Worten zu spielen. Und nicht spielend damit zu arbeiten. Schon in der Grundschule habe ich gerne gereimt und mir Geschichten ausgedacht. Ich mach es auch noch heute, weil ich einfach SpaĂ an der Sache habe. Ob man das gut kann oder nicht ist fĂŒr mich eine Frage die in einem öffentlichen Forum unherblich ist. Spezielle Bereiche, Autorenforen oder sonstiges, da bin ich vielleicht ein kleine Leuchte unter groĂen Denkern (damit will ich nicht sagen das hier KEINE sind).
6.) Du hast erst in deinen spĂ€teren Posts gesagt, dass du nicht alles gelesen hast in diesem Thread. Das find ich etwas schade weil es fĂŒr mich darauf hindeutet, das dir das Thema vllt. nicht interessant genug war um es genau zu verfolgen. Ich nehms dir ja nicht ĂŒbel wenn du nicht alles liest, das ist allein deine Sache. Allerdings hat sich dir dadurch meine Intention des Textes nicht eröffnet (selbst als du die erste Seite ein zweites Mal gelesen hast) obwohl ich sie deutlich hingeschrieben hatte.
7.) Meine ĂŒrsprĂŒngliche Version vom Text war eher an die Richtung "Fantasy" angelehnt. Schattenwesen im Wald, der Wald als lebendes Monster der sich "das Seine" holt, etc... Ich find die jetzige Version aber viel realistischer und stimmiger. In der Fantasy-Version war ich in einer Sackgasse und musste eine andere Richtung einschlagen um weiterzukommen.
8.) Ăber all die Ănderungen die der Text gemacht hat ist dir das Wichtigste entgangen (weil du es wohl leider ĂŒbergangen hast). NĂ€mlich dass meine Intention dabei vom ersten bis zum letzten Post nicht verlorengegangen ist: Die Eltern sind schuld am Tod des Kindes und nicht der Wald. Darauf lĂ€uft fĂŒr mich der Text hinaus und fordert natĂŒrlich auch ein bisschen den Leser um das zu erkennen. Das Offensichtliche, dass sie im Wald durch irgendwas umkommt, soll beim Leser aber mit der letzten Strophe "War es der Wald oder wars ihre Angst" nochmal zum nachdenken anreizen. Wo sind die Zeichen dafĂŒr das es ihre Angst war? Ăberall im Text wenn man genau hinschaut und sich hineindenkt.
Meine Intention konnte man bereits in der ursprĂŒnglichen Fantasy-Fassung so deuten und auch in der Letzten. Ich hoffe nur es liegt nicht daran das du deine DeutungsfĂ€higkeiten nicht erbringen kannst oder willst. Der letzte Satz ist ehrlich nicht böse gemeint.
Jetzt aber mal zum Text. Ich nehm das letzte Zitat (die Antwort von Mondluchs auf die Textkritik von 1788)
Die Gefahr, dass einige vllt. nicht bemerken das der Text auch ganz anders ausgelegt werden könnte, ist einfach gegeben (man kann es NIE allen recht machen) und daher grolle ich dir auch keineswegs 1788 sondern versuche dir nun zu zeigen wie der Text auch anders gedeutet werden kann. Vielleicht macht er nun mehr Sinn fĂŒr dich und wirkt auch nicht mehr so unoriginell. Wenn nicht, tja, dann hab ich einfach nicht deinen Geschmack getroffen und muss damit leben đ
Ich persönlich finde den Text anspruchsvoll, weil er eine gedankliche Wendung beinhaltet die man sich selbst erarbeiten muss. Ich zeige nur den Weg (letzten beiden Zeilen), die TĂŒr in diesen Gedankengang mĂŒsst ihr selbst durchschreiten.
Wenn man den Text OHNE diese Wendung betrachtet, steht er fĂŒr mich zwar immer noch sehr gut da, aber dieses letzte Quentchen Erkenntnis (die Schuld der Eltern) ist fĂŒr mich einfach das i-TĂŒpfelchen an der ganzen Sache.
Auch konnte ich mir die "LĂŒcken" (das ganze Wieso, Weshalb, Warum) mit etwas kreativer Phantasie schlĂŒssig erschlieĂen.
Dies ist eben kein Text der einem alles bis ins Detail erzĂ€hlt. Soll er auch nicht. đ Das dann andere Interpretationen dabei rauskommen als meine eigene finde ich nicht tragisch sondern bestĂ€tigt mich darin, dass der Text zum nachdenken angeregt hat.
So, ich hoffe ich habe euch genĂŒgend neuen "ZĂŒndstoff" fĂŒr weitere Diskussionen geliefert đ Bzw. wĂ€rs nun auch interessant fĂŒr mich zu wissen wie ihr mit meiner Sichtweise und BegrĂŒndungen zum Text klarkommt.
P.S.: Ich entschuldige mich dafĂŒr erst so spĂ€t wieder reingeschaut zu haben. Ich dachte ehrlich hier wĂ€re, da die Musik jetzt da ist und der Text schon lange stand, Feierabend!
UND: Kommunikation nur ĂŒber Geschriebenes ist schwieriger als ein GesprĂ€ch, da Tonlage, Gestik, Mimik wegfallen. Ich nehme an, das ist nicht jedem richtig bewusst. Das ist jedenfalls meine ErklĂ€rung dafĂŒr wieso es ĂŒberall im Internet schneller zu "hitzigen" Wortwechseln kommt sobald man auch etwas provokant wird ohne es bös zu meinen. Daher nehm ich mir immer VIEL Zeit um ĂŒber Kommentare nachzudenken. Das man vielleicht trotzdem falsch liegt mit seiner Entscheidung was mit den Worten des Anderen gemeint ist liegt leider auf der Hand und kann NIE ausgeschlossen werden.
Falls du, 1788, dich durch irgendeinen meiner SĂ€tze angegriffen fĂŒhlen solltest, so war es nicht meine Absicht. Denn auch negative Kritik kann ich gut ab ohne perönlich oder ausfallend zu werden. Selbstvertrauen schöpfe ich nicht so sehr aus Lob wie das GlĂŒcksgefĂŒhl. Ăber negative Kritik mach ich mir mehr Gedanken und beschlieĂe fĂŒr mich ob es sinnvoll ist darauf einzugehen, oder ob mich die Kritik auf einen Weg bringt den ich nicht brauche.
So, mehr als 3 Stunden sind vergangen seit ich anfing diesen Post zu schreiben. Ich leg mich jetzt schlafen und schau demnĂ€chst wieder vorbei đ
Kleiner Scherz.Ganz schön was passiert hier, alle Achtung.
Also, um 1788 ein bisschen Junkfood đ zu geben gehe ich nachher die aufgeworfenen Fragen anhand seiner Kritik durch.
Aber zuerst nochmal ein paar einleitende Worte von mir:
1.) Jedwege Kritik an meinem Text nehm ich ernst und Ă€ndere ihn gern wenn es ihm dient. Nicht weil ich anderen damit dienen will. Wenn mir meine Texte wegen Ănderungen nicht mehr selbst gefallen wĂŒrden, wĂŒrd ich sie nicht Ă€ndern.
Des weiteren bin ich kein Berufsautor und betreibe das Songwriting in meiner Freizeit und freue mich immer ĂŒber Anmerkungen, Hilfen, VorschlĂ€ge etc. Seien sie negativer oder positiver Art, denn beides bringt einen weiter. So auch dein kleiner "Wirbelsturm". Hab nun durch deine Kritik einige Punkte im Text gesehen die vllt. ErklĂ€rung bedĂŒrfen. Aber ich muss dich vllt. enttĂ€uschen, denn der Text bleibt nun bis auf minimale Ănderungen so wie er ist. Du wirst nur eine neue Deutungsweise bekommen.
2.) Da du keinen Wieso und Warum und Weshalb erkennen konntest: Ich schrieb meine Intention des Textes bereits in Post #5. (Nicht gelesen???) Dort sagte ich schon, dass die Eltern schuld am Tod des Kindes sind, welches allein durch ihre Angst umkam. Den Samen sĂ€ten die Eltern, die UmstĂ€nde lieĂen ihn keimen und .... der Rest ist bekannt.
Da du diese Sache noch nie erwĂ€hnst hast geh ich davon aus, dass du es einfach nicht nicht aus dieser Sichtweise gesehen hast/sehen konntest.Zitat von mir aus Post #5: Da es kein echtes Monster gibt (schlieĂlich sind die Eltern mit der angstmachenden Geschichte schuld am Tod des Kindes) habe ich es auch rausgelassen
Erst spĂ€ter, in der Zusammenarbeit mit meinem Musikerfreund, kam von ihm der Satz mit H&G, Edgar und DĂŒrrenmatt. Das war einfach nur SEIN erster Eindruck vom Text. Ich fands passend formuliert, da ich fĂŒr mich selbst von allen dreien etwas in dem Text wiederfinden konnte. Ich weiĂ das NATĂRLICH der Text nicht so geschrieben ist wie man es von Poe erwarten wĂŒrde!! Aber darum gehts ja auch nicht. Jeder verbindet halt was anderes mit dem Text.
3.) Gothic-Ecke --> leider falsch geraten. Auch nix mit dunklem Kult oder Mittelalterszene oder sonstwas bösartiges, mhystisches, fanatisches, teuflisches, etc.
4.) Muss doch auch dir bewusst sein, dass man es nie ALLEN recht machen kann. Allein fĂŒr diesen Text hab ich so viel unterschiedliche Pros und Cons und Interpretationen bekommen, (nicht nur hier). Was bliebe da vom Text ĂŒbrig wenn ich jedem seinen Wunsch erfĂŒllen wollte? Jeder bekommt eine Zeile die ihm so gefĂ€llt wie er sie mag? *ggg* Deswegen achte ich in erster Linie auch darauf, das ich es MIR recht mache. Was soll ich mit einem Text hinter dem ich nicht 100% stehe, der mir nicht gefĂ€llt, der nicht so geschrieben ist wie ich es fĂŒr gut empfindeâŠ
5.) Ich versuche ich nicht irgendwem oder irgendeiner Szene zu gefallen. Ich mache meine Texte und die Musik hauptsĂ€chlich fĂŒr MICH und nicht fĂŒr andere. Ich muss mich nirgendwo prĂ€sentieren.. WĂ€r ich Berufsmusiker sĂ€h die Sache vllt. anders aus. Aber ich habe keinerlei Absicht irgendwo damit aufzutreten, noch einer Band meine Texte zu verscherbeln. Nur weil man hier Texte reinstellt, heiĂt es nicht das man "GroĂes" damit vor hat, oder? Ich fĂŒr meine Teil lerne einfach gern mit den Worten zu spielen. Und nicht spielend damit zu arbeiten. Schon in der Grundschule habe ich gerne gereimt und mir Geschichten ausgedacht. Ich mach es auch noch heute, weil ich einfach SpaĂ an der Sache habe. Ob man das gut kann oder nicht ist fĂŒr mich eine Frage die in einem öffentlichen Forum unherblich ist. Spezielle Bereiche, Autorenforen oder sonstiges, da bin ich vielleicht ein kleine Leuchte unter groĂen Denkern (damit will ich nicht sagen das hier KEINE sind).
6.) Du hast erst in deinen spĂ€teren Posts gesagt, dass du nicht alles gelesen hast in diesem Thread. Das find ich etwas schade weil es fĂŒr mich darauf hindeutet, das dir das Thema vllt. nicht interessant genug war um es genau zu verfolgen. Ich nehms dir ja nicht ĂŒbel wenn du nicht alles liest, das ist allein deine Sache. Allerdings hat sich dir dadurch meine Intention des Textes nicht eröffnet (selbst als du die erste Seite ein zweites Mal gelesen hast) obwohl ich sie deutlich hingeschrieben hatte.
7.) Meine ĂŒrsprĂŒngliche Version vom Text war eher an die Richtung "Fantasy" angelehnt. Schattenwesen im Wald, der Wald als lebendes Monster der sich "das Seine" holt, etc... Ich find die jetzige Version aber viel realistischer und stimmiger. In der Fantasy-Version war ich in einer Sackgasse und musste eine andere Richtung einschlagen um weiterzukommen.
8.) Ăber all die Ănderungen die der Text gemacht hat ist dir das Wichtigste entgangen (weil du es wohl leider ĂŒbergangen hast). NĂ€mlich dass meine Intention dabei vom ersten bis zum letzten Post nicht verlorengegangen ist: Die Eltern sind schuld am Tod des Kindes und nicht der Wald. Darauf lĂ€uft fĂŒr mich der Text hinaus und fordert natĂŒrlich auch ein bisschen den Leser um das zu erkennen. Das Offensichtliche, dass sie im Wald durch irgendwas umkommt, soll beim Leser aber mit der letzten Strophe "War es der Wald oder wars ihre Angst" nochmal zum nachdenken anreizen. Wo sind die Zeichen dafĂŒr das es ihre Angst war? Ăberall im Text wenn man genau hinschaut und sich hineindenkt.
Meine Intention konnte man bereits in der ursprĂŒnglichen Fantasy-Fassung so deuten und auch in der Letzten. Ich hoffe nur es liegt nicht daran das du deine DeutungsfĂ€higkeiten nicht erbringen kannst oder willst. Der letzte Satz ist ehrlich nicht böse gemeint.
Jetzt aber mal zum Text. Ich nehm das letzte Zitat (die Antwort von Mondluchs auf die Textkritik von 1788)
Sicherlich ist der Text auf mehreren Ebenen deutbar angelegt. Aber das sollte auch so sein. Ich mag es manchmal Texte so zu schreiben, das der Leser grĂŒbeln muss/sollte. Mondluchs hat mir z.b. an einigen Punkten schon andere Interpretationsweisen gezeigt die nicht den meinen entsprechen, aber trotzdem schlĂŒssig sind.Dem Töchterlein, wurden Geschichten erzĂ€hlt,
von dem Wald, der Kinder verschlingt,
sie glaubte den Eltern und hat so gehofft,
wenn sie den Eltern glaubte, wieso ging sie dann trotzdem hin?
Hier nimmst du etwas vorweg was noch gar nicht geschehen ist. Mehr dazu an passender Stelle weiter unten WENN SIE DANN REINGEHT đ
das niemand sie je dorthin bringt.
wieso sollte sie jemand dort hin bringen? wurde sie am Ende dorthin gebracht?
falls beides nicht - wieso es dann erwÀhnen?
Wenn man als Kind gesagt bekommst: "Geh dort nicht hin", dann macht man das i.d.R. auch. Man geht nicht SELBST dorthin. Es sei denn man wÀre gezwungen. Und damit sind auch innere Antriebe gemeint (die das Kind vllt. nur unbewusst wahrnimmt). Gemeint sind z.B. extreme Neugier (aus NaivitÀt), oder Auswegslosigkeit, das Betreten beim Fliehen vor etwas (noch) GefÀhrlicherem, etc. in diesem Text sind die Antriebe des Kindes aber andere
Doch eines Tages, wer weiĂ wie's geschah,
das MĂ€dchen stand ganz allein,
wieso ist sie plötzlich allein am Wald?
Wo steht das sie AM Wald ist???? Sie steht einfach nur allein. Das WO wird nicht erwĂ€hnt. Der Wald ist fĂŒr mich noch (geographisch) weit entfernt.
Zeile 1 und 2 dieser Strophe stell ich mir so vor: Die Eltern machen einen Spaziergang mit dem Kind. Das Kind sieht irgendwas aufregendes am Wegesrand (Blumen, Steine, ein Tier, etc.) und bleibt stehen um sich damit zu beschĂ€ftigen. Die Eltern gehen weiter und sind ins GesprĂ€ch vertieft oder hĂ€ngen nur ihren Gedanken gerade nach. Wie jetzt? Den ganzen weiten Weg bis nach Hause und merken nicht das die Tochter weg ist? JA! Rabeneltern oder? Nee, natĂŒrlich merken sie schon frĂŒher dass sie weg ist, kommen aber erst spĂ€ter auf den Gedanken im wald nach ihr zu suchen.
Der Wald ist nachher dem MÀdchen auf ihrem Nahhauseweg "im Weg". Dann steht sie vor der Frage: Aussen rum oder mitten durch? SpÀter dazu mehr WENN SIE REINGEHT.
es ward schon sehr dunkel, die Sonne versank,
wenn die Sonne noch versinkt ist es eher noch hell und nicht "sehr dunkel"
Ich habe mir vorgestellt, dass sie im Wald stehen wĂŒrde, wo es dunkler ist als drauĂen - aber natĂŒrlich ist sie zu dem Zeitpunkt noch nicht im Wald, hast also Recht. Besser passen wĂŒrde "Es war schon BALD dunkel"
Da das Sinken fĂŒr mich einen stetigen Prozess und keinen Zeitpunkt darstellt: Es ist vllt. halt spĂ€te DĂ€mmerung. Nur noch 1/3tel so hell wie am Tag kann in meinen Augen aber auch schon als sehr dunkel gewertet werden. "Völlig dunkel" wĂ€r dann alles ausser am lichten Tag. "Bald dunkel" find ich aber nicht schlecht und werde es vllt. Ă€ndern. Ausserdem wird hier somit bereits der erste AuslĂ€ufer der nachher folgenden dĂŒsteren Stimmung erwĂ€hnt. Die erste Stufe der Klimax könnte also die untergehende Sonne sein.
und sie wollte doch nur wieder heim.
>>> Wichtige Zeile: Sie wollte doch NUR. Hier ist "Nur" zu verstehen als: UNBEDINGT! Hallo? ein Kind allein auf weiter Flur? Wo will es hin? NUR noch nach Hause
Sie ging durch den Wald nahm den kĂŒrzesten Weg,
der Geschichten --- wohl gewahr, (--- fĂŒr Pause)
doch das Heimweh war gröĂer und der Wald nahm sie auf,
höret nun, was darauf dann geschah?
Hier springt es einem förmlich ins Gesicht warum sie DOCH in den Wald geht.
Ihr Verlangen wieder bei den Eltern zu sein!! So schnell wie möglich! Deshalb auch der KĂRZESTE WEG!
Die zweite Zeile: Hier erinnert sie sich kurz an die Geschichten, will umkehren und doch aussen rum gehen, zögert (die Pause), und geht dann doch wieder weiter.
Sie ist ja schon im Wald (1.Zeile), aber das "Der Wald nahm sie auf" heiĂt hier soviel wie: Jetzt gibt's kein ZĂŒruck mehr.
Eisige KĂ€lte und lautlose Stille,
lautlose Stille?
Es gibt jene Stille im Wald, wo man den Wald schon noch hört, wo er alleine "spricht" - und die unnatĂŒrliche lautlose Stille. Zweifellos wĂŒrde erstere aber hier eher passen, ja.
Die ErklĂ€rung von Mundluchs find ich gut, allerdings darf es in diesem Fall auch eine unnatĂŒrliche Stille sein m.M.n. đ. Keine Ahnung wie der Fachbegriff fĂŒr eine VerstĂ€rkung des Wortes durch ein vorangeganges ist, aber so ist es gemeint. Das Adjektiv soll das Nomen mehr hervorheben als das Nomen allein ausdrĂŒckt. Soll fĂŒr mich einfach ein VerstĂ€rkung sein. Welcher Eindruck bei EUCH dabei entsteht weiĂ ich nicht, aber ich bekomme in dieser Strophe eine Erwartungs- und Spannungshaltung.
umschliessen das rastlose Kind,
die Nacht bald noch dunkler, das Dickicht noch dichter
und höhnisch sÀuselnd der Wind.
war da nicht lautlose Stille?
Gemeint ist wohl, dass der Wind einsetzt, das mĂŒsste anderes gesagt werden.
Alles was passiert seitdem die Kleine in den Wald gegangen ist, seh ich als stetig ansteigende Klimax. Auch zeitlich. Die Geschichte flieĂt und nicht jedes kleinste Detail muss erklĂ€rt werden sondern darf sich auch ruhig vom Leser selbst erklĂ€rt werden. Die Nacht BALD noch dunkler...deutet ĂŒbrigens auch schon auf fortgeschrittene Zeit hin, also ist etwas passiert. Und was? Das MĂ€dchen ging in den Wald und wurde von eisiger KĂ€lte und lautloser Stille empfangen. Die Zeit schreitet voran (die Nacht bald noch dunkler) geht noch tiefer in den Wald (das Dickicht noch dichter) und es setzt ein höhnisch sĂ€uselnder Wind ein.
Dann ein Knacken und Wispern, ein FlĂŒstern und Rascheln,
eins, zwei, drei huschen Schatten herbei,
ein Sirren und Klirren im Nebel erklingt,
plötzlich Nebel?
Finde ich nicht unauthentisch, es passt zum Bild, ich stolpere nicht darĂŒber, es ergĂ€nzt das Bild. Wobei es natĂŒrlich nicht ĂŒbel wĂ€re, das gleich von Anfang zu etablieren, sich auf ein paar Charakteristika des "unheimlichen Waldes" zu konzentrieren.
Leider haben meine Strophen nur 4 ZeilenDen Nebel erst hier zu erwĂ€hnen find ich nicht schlimm, da es wie bereits erwĂ€hnt eine wichtige BildergĂ€nzung ist. Der Titel des Textes heiĂt ja? Genau đ Und zum anderen: Mit AngstgefĂŒhlen im Bauch und dementsprechenden Gedanken, kann die Warhnehmung getrĂŒbt sein. Manche Details gehen unter und fallen ihr vllt. erst spĂ€ter auf.
des MĂ€dchens Herz wird schwer, so wie Blei.
vorher war es leicht wie eine Feder gewesen?
Guter Punkt, diese kĂŒnstliche Dramatisierung wirkt hier wirklich aufgeblasen - eher die VerstĂ€rkung des bereits unangenehm GefĂŒhls mĂŒsste hier erzĂ€hlt werden.
Diese Strophe erzÀhlt, das auf einmal seltsame GerÀusche um sie herum geschehen. Das Herz rutscht ihr deswegen "in die Hose" (schwer wie Blei). Aber eventuell Ànder ich "schwer wie Blei" in "dabei" um.
Ein KrĂ€chzen und Ăchzen, ein Brummen und Summen,
der tosende Reigen hebt an,
mit rauschenden Winden und knarrenden BĂ€umen,
entfaltet nun sich der Bann.
welcher Bann?
Etwas Magisches wird angedeutet, was ich in dieser Geschichte jedoch auch nicht passend finde, ja.
Die magischen Varianten hoffte ich alle beseitigt zu haben als ich mich dafĂŒr entschied den Text realitĂ€tsnaher zu schreiben *gg* Hab aber auch nichts dagegen wenn es sich jemand so erklĂ€rt.
FĂŒr Mich: Ein Bann MUSS nichts magisches sein. Die Ursachen um "von etwas gebannt zu sein" können Vielerlei sein. Z.B.: Gebannt in ihre Augen schauen.
Gebannt vor Angst aber in diesem Fall.
Voll Furcht um ihr Leben, gewahr der Geschichten,
Wiederholung, siehe 3. Strophe
Find ich nicht störend, der Klimax ist nahe, man beruft sich wieder auf den Anfang - eine andere Formulierung könnte man sich jedoch ĂŒberlegen.
Die Erinnerung an die Geschichten ist an dieser Stelle fĂŒr mich wichtig, da sie sonst ihren Bann nicht brechen könnte um anschlieĂend die Beine in die Hand zu nehmen. Indem sie sich an die Geschichten erinnert rĂŒttelt sie sich wach.
rennt sie so schnell wie der Wind,
doch kratzend und schlagend und beissend und kreischend
folgt der Reigen dem fliehenden Kind.
Der Reigen ist an dieser Stelle nichts gestaltliches. Eher der Angstreigen ihrer GefĂŒhle.
Die tanzenden Schatten umkreisen die Kleine,
immer enger zieht sich ihr Kreis,
ein grausamer Schrei erschĂŒttert die Nacht...
verstummt, --- und um sie wird es leis (--- wieder fĂŒr Pause)
Die Nacht war noch jung doch schon suchten die Eltern,
nach ihrem einzigen Töchterlein,
ihre Furcht verdrÀngend und mutigen Schrittes,
Wo im Wald kann ihr Kind nur sein?
wieso wussten sie quasi sofort, dass das Kind im Wald sein muss? wieso suchten sie genau an dem Ort, von dem sie glauben mussten, dass das Kind dort nie allein hingehen wĂŒrde?
Nenn es GefĂŒhl, oder logischer erklĂ€rt: wenn alles andere sicheres Gebiet ist, wo die Tochter schnell gefunden ist, kommt man bald mal auf das einzig unsichere, wo noch niemand nachgeschaut hat.
Sehr gut erklÀrt, exakt so seh ich das auch.
Tief im Gehölz, ganz verheddert und wehrlos,
wurde das Kind dann gefunden,
kein Atem, kein Zucken, ihre Augen so glanzlos,
und ihr Körper erstarrt und geschunden.
geschunden? Opfer einer sexualmagischen Orgie? falls ja, enthÀlt der restliche Text zu wenige Andeutungen in diese Richtung
Es ist fĂŒr mich eher VerstĂ€rkung der furchtbaren Sachen, die passiert sind - nicht einfach tot, sondern gequĂ€lt ist sie worden, passend, um dieses negative GefĂŒhl dann noch stĂ€rker auszubauen.
Schon mal bei Finsternis und Nebel durch einen Wald mit dichtem Dickicht gelaufen und zwar so "schnell wie der Wind"? Ich auch noch nicht. Aber die Folgen kann man sich denken.
Kratz- und SchĂŒrfwunden. Hinfallen, Stoplern. Sich stossen. Und was weiĂ ich was sonst noch. Alle Wunden sind in meinen Augen von ihrer Flucht durch den Wald.
Ok, von geschunden kommt man auf schÀnden und dann sonstwohin. Ist aber nur eine weitere der möglichen Interpretationsvarianten. Meine ist: geschunden - sich abschinden
Seit dies geschah machen GerĂŒchte die Runde,
der Wald hÀtte all dies vollbracht.
machten diese GerĂŒchte nicht auch schon vorher die Runde (siehe erste Strophe)?
Nicht darum, ob das kleine MĂ€dchen vom Wald getötet wurde, weiĂt doch wie das ist: man erzĂ€hlt viel Blödsinn, aber wenn was Ernstes ist, bekommt man doch wieder mehr Angst.
Gut erkannt. Die Geschichte des verschlingenden Waldes, ist eine Art SchauermĂ€rchen um das MĂ€dchen am Betreten zu hindern. So wie man Kindern auch gern andere SchauermĂ€rchen erzĂ€hlt wie: Mach dies oder dies nicht, sonst kommt der und der und macht jenes mit dir. Die Angst lĂ€sst fĂŒr das Kind die "Gefahr" erst real werden. Genauso wie der schwarze Mann unterm Bett nicht real ist, durch die Angst aber sehr real wirken kann.
Doch war es der Wald oder war es die Angst?
Angst kann töten, aber einen Körper schinden?
Der geschundene Körper: s.o.
Was ist geschehÂŽn in jener unselÂŽgen Nacht?
Das frage ich mich nicht wirklich, dazu wirft die Geschichte zu wenige Fragen auf
Dadurch das du dich DAS nicht fragst, verwehrst du dir m.M.n erst den weiteren Zugang zum Text. Und wenn schon mal ne eindeutige Frage kommt...warum denn gerade dann nicht drauf eingehen und weiterdenken?
Bzw. meine Intention wie ich sie oben beschrieben habe zu begreifen und das ganze aus einer völlig anderen Sicht zu sehen.
Die Gefahr, dass einige vllt. nicht bemerken das der Text auch ganz anders ausgelegt werden könnte, ist einfach gegeben (man kann es NIE allen recht machen) und daher grolle ich dir auch keineswegs 1788 sondern versuche dir nun zu zeigen wie der Text auch anders gedeutet werden kann. Vielleicht macht er nun mehr Sinn fĂŒr dich und wirkt auch nicht mehr so unoriginell. Wenn nicht, tja, dann hab ich einfach nicht deinen Geschmack getroffen und muss damit leben đ
Ich persönlich finde den Text anspruchsvoll, weil er eine gedankliche Wendung beinhaltet die man sich selbst erarbeiten muss. Ich zeige nur den Weg (letzten beiden Zeilen), die TĂŒr in diesen Gedankengang mĂŒsst ihr selbst durchschreiten.
Wenn man den Text OHNE diese Wendung betrachtet, steht er fĂŒr mich zwar immer noch sehr gut da, aber dieses letzte Quentchen Erkenntnis (die Schuld der Eltern) ist fĂŒr mich einfach das i-TĂŒpfelchen an der ganzen Sache.
Auch konnte ich mir die "LĂŒcken" (das ganze Wieso, Weshalb, Warum) mit etwas kreativer Phantasie schlĂŒssig erschlieĂen.
Dies ist eben kein Text der einem alles bis ins Detail erzĂ€hlt. Soll er auch nicht. đ Das dann andere Interpretationen dabei rauskommen als meine eigene finde ich nicht tragisch sondern bestĂ€tigt mich darin, dass der Text zum nachdenken angeregt hat.
So, ich hoffe ich habe euch genĂŒgend neuen "ZĂŒndstoff" fĂŒr weitere Diskussionen geliefert đ Bzw. wĂ€rs nun auch interessant fĂŒr mich zu wissen wie ihr mit meiner Sichtweise und BegrĂŒndungen zum Text klarkommt.
P.S.: Ich entschuldige mich dafĂŒr erst so spĂ€t wieder reingeschaut zu haben. Ich dachte ehrlich hier wĂ€re, da die Musik jetzt da ist und der Text schon lange stand, Feierabend!
UND: Kommunikation nur ĂŒber Geschriebenes ist schwieriger als ein GesprĂ€ch, da Tonlage, Gestik, Mimik wegfallen. Ich nehme an, das ist nicht jedem richtig bewusst. Das ist jedenfalls meine ErklĂ€rung dafĂŒr wieso es ĂŒberall im Internet schneller zu "hitzigen" Wortwechseln kommt sobald man auch etwas provokant wird ohne es bös zu meinen. Daher nehm ich mir immer VIEL Zeit um ĂŒber Kommentare nachzudenken. Das man vielleicht trotzdem falsch liegt mit seiner Entscheidung was mit den Worten des Anderen gemeint ist liegt leider auf der Hand und kann NIE ausgeschlossen werden.
Falls du, 1788, dich durch irgendeinen meiner SĂ€tze angegriffen fĂŒhlen solltest, so war es nicht meine Absicht. Denn auch negative Kritik kann ich gut ab ohne perönlich oder ausfallend zu werden. Selbstvertrauen schöpfe ich nicht so sehr aus Lob wie das GlĂŒcksgefĂŒhl. Ăber negative Kritik mach ich mir mehr Gedanken und beschlieĂe fĂŒr mich ob es sinnvoll ist darauf einzugehen, oder ob mich die Kritik auf einen Weg bringt den ich nicht brauche.
So, mehr als 3 Stunden sind vergangen seit ich anfing diesen Post zu schreiben. Ich leg mich jetzt schlafen und schau demnĂ€chst wieder vorbei đ
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