Nylon 6/6 oder Knochen Sattel

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Moin zusammen,

Ich habe derzeit einen TUSQ XL Sattel auf meiner LP und bin nicht wirklich zufrieden mit dem beworbenen „extended harmonic content“.
Das scheint hier in diesem Fall etwas zu viel zu sein.

Ich kenn von meiner SG den direkten Vergleich zwischen Knochen und TUSQ, da kommt der Knochen wesentlich wärmer und organischer daher.
Nun gibt es ja noch die berüchtigten Nylon Sättel wie bei den Gibson CS Modellen.

Kann mir jemand konkret Vor- und Nachteile nennen?
Ich habe bisher viel gelesen, das in die Ecke Hörensagen fällt. Hängen geblieben ist, dass Nylon wohl recht gleitfähig und sehr schwierig zu bearbeiten (Feile setzt sich ständig zu) sein soll.
Kann man Nylon auch klanglich irgendwie einordnen?

Bitte keine Debatten darüber, ob der Klang jetzt maßgebend ist. Mir gehts darum, Nylon irgendwie einzuordnen, da ich kaum Erfahrung damit habe.

Danke und Gruß
Daniel
 
Zuletzt bearbeitet:
Kunststoffsättel werden ja von vielen als nicht besonders hochwertig eingestuft.

Ich halte die Auswirkungen des Sattelmaterials auf den E-Gitarren-Klang für eher gering. Wichtig (auch für den Klang) ist, dass die Feilung richtig ist. Nicht zu eng, nicht zu breit, nicht zu tief (bzw. Sattel nicht zu hoch), leicht abfallend Richtung Mechaniken.
 
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Joa, die Nylons sind ja jetzt nicht unbedingt mit den Kunststoffsätteln von irgendwelchen Billiggitarren vergleichbar.
immerhin sind sie auf den Custom Shop Gitarren verbaut, wenn auch eher aus historischen Gründen.

Recht hast du sicher, dass ein gut gefeilter Sattel das wichtigste ist.
 
Meine CS Gitarren haben Nylon Sättel....perfekt stimmstabil und klanglich empfinde ich keine Nachteile.
 
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Finde ich auch, keine Klangnachteile bei meiner Paula aus dem CS. Ich hatte mir sogar für eine ES335 ( keine aus dem CS) eine Tune-o-matic bridge mit Vintage-Sattelmaterial Nylon 66 gekauft und eingebaut, da ich mit der alten Nashville-Bridge nicht zufrieden war.
Die ES 335 klingt dadurch etwas anders, angenehmer, weicher aber stimmstabil und hat im Sound finde ich etwas gewonnen. Das Sustain beider Gitarren geht unter dem Nylonmateriel absolut nicht verloren!
 
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Danke für eure Rückmeldungen. Klingt schon mal vielversprechend.
Ich hatte brführchtet, dass durch das Nylon vielleicht die Höhen zurück gehen.
Habe bei Brüchen mit Nylon Reitern öfters gehört, dass diese weniger Höhen haben
 
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Ich empfinde Knochen ja schon als dumpfer als TUSQ, wenn man so will.
Ist Nylon denn noch dumpfer als Knochen?
 
Ich hab auch die Brücke meiner ES 335 mit einer Brücke mit Nylonreiterchen ausgetauscht. Auch diese normalen ES 335 (keine aus dem CS) hat an Klangqualität gewonnen.
Nylon nimmt wohl nicht die Höhen weg, sondern dämpft eher nur signifikante Tonspitzen, ohne das Sustain zu vermindern. Ich denke auch umgekehrt, Frequenzen die durch eine "zu harte" Steg/Sattelkonstruktion in Verbindung mit dem Schwingverhalten der Gitarre sozusagen gedämpft werden, werden nicht so stark gedämpft. Das ist natürlich erst mal nur ein sehr subjektiver Eindruck, den ich gewonnen habe.

Ich sehe jedenfalls keine Nachteile. Ein modernes Wiring dämpft bei heruntergedrehtem Volumenregler die Höhen extrem egal welches Material verwendet wird.
Bei meiner CS Les Paul mit 50iger Wiring gehen durch das Nylon keine Höhen verloren, auch nicht bei niedrig eingestelltem Volumenpoti. Die Gitarre wird eher aufgeräumt heller im Klang.
 
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Sorry, auch wenn mir der Gegenwind gleich um die Ohren saust: Ich habe inzwischen alle Sattelmaterialien verwendet. Einen hörbaren Unterschied konnte weder ich noch die Kunden nach dem Austausch feststellen. Für mich ist das ein unnötiger Hype. Dazu kommt, zu 90% ist in Aktion fast immer ein gedrückter Bund davor. So dass kaum eine einzige ungedrückte Saite den Klang beinflusst. Macht Euch nicht verrückt!
Da mir dir fertigen, gekerbten Sättel, egal aus welchem Material, einfach viel zu teuer sind (unverschämt!), fertige ich die allermeisten Sättel aus Knochen selber an. Bei Gitarren mit abgewinkelter Kopfplatte, dazu die Saiten D und G noch seitlich geführt werden, ist Knochen eigentlich zu weich. Daher verwenden sogar Hersteller im hochpreisigen Bereich Sättel aus Kunststoff oder ähnlichem Material. Das ist meine unmaßgebliche Meinung nach 28 Jahre Gitarrenbau...
 
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Kleines Gegenlüftchen; Ich denke bei einem Alusattel einen Unterschied zu hören
 
Kleines Gegenlüftchen; Ich denke bei einem Alusattel einen Unterschied zu hören
Das stelle ich nicht in Abrede. Aber wer und wo verwendet Alu?? Selbst Messing (Webster) findet man selten. Ich habe vor Jahren einmal eine "Normale" Strat mit Herstellersattel umgebaut auf Freudlos Trem. Also einen Metallklemmsattel eingebaut.... Damals waren meine Ohren noch jünger und besser... dennoch es gab keinen hörbaren Unterschied.
 
Ich habe eine Jolana Tornado Baujahr 1962 oder 63, die hat original einen Alusattel:)
 
Zuletzt bearbeitet:
Joa, wie eingangs schon geschrieben, kann man sich über Debatten ob man verschiedene Materialien jetzt hört, streiten.
ich für mich meine schon, Unterschiede im Spiel zu merken. Aber natürlich gibt's viele andere Dinge, die wesentlich mehr Einfluss haben.

Ich habe nun übrigens mal aus Interesse Nylon Rohlinge bestellt und gestern auch einen in die besagte LP eingebaut. Den anzupassen hat wirklich lange gedauert, da das Nylon echt widerspenstig ist.
Heute folgt der Feinschliff.

Bisher bin ich aber zufrieden, Klanglich gefällt es mir besser als der TUSQ. Der "Akustikcheck" von wegen Rohling auf den Tisch schmeißen und hören war hinfällig, da das Nylon dermaßen leicht ist, dass es nach nichts klingt.

Ob lieber Knochen oder Nylon? Ich glaube den Aufwand für Nylon ist es dann doch nicht wert. Die Gleiteigenschaften sind aber wirklich gut.
 
..Daher verwenden sogar Hersteller im hochpreisigen Bereich Sättel aus Kunststoff oder ähnlichem Material....
Das ist ja auch kein Problem bei einer Les Paul aus dem CS. Die hat bereits einen Sattel aus Nylon. Einen hörbaren Unterschied wird man auch nicht wirklich feststellen können. Knochen oder hochwertiger Kunstoff, alles ok. Bei meiner ES 335 ist es allerdings herauszuhören, da ich dort die Brücke gegen eine schmalere ausgetauscht hatte und diese eben Nylon 6 Reiterchen hatte. Das konnte natürlich auch an der mangelnden Qualität der alten Nashvillebrücke liegen, die taugen nicht wirklich was.
 
Grund: Vollzitat reduziert
Zuletzt bearbeitet von einem Moderator:
Der Vollständigkeit hier mal ein Bild vom Endergebnis. Sieht hier eher aus wie Heißkleber und nicht so weiß wie bei den Gibson Historics 🤷🏽‍♂️

Aber eins kann man schon mal festhalten: Die Stimmstabilität ist der Hammer!

IMG_2700.jpeg
 
Grund: Bild eingebunden
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Dir ist aber schon klar, dass es hier um Sattel und dessen Werkstoff geht ;) ? LG Lenny
Natürlich, das beschrieb ich ja auch. Wie erwähnt hatte ich damit auch gute Erfahrungen bei der Bridge gemacht. Bei einigen ES 335 aus dem CS wird Nylon auch bei den Bridges verwendet.
 
Die TUSQs sind ein toller Ersatz für Billigplastik, wobei ich sogar da schon öfter erlebt hab, dass es keine merkliche Verbesserung gab (abgesehen von der Vollständigkeit des Sattels, wenn mal ne Ecke rausgebrochen war). Nylon ist ein hochwertigeres Material, meiner Ansicht nach in den meisten Anwendungsgebieten das beste Polyamid. Aber es bleibt ein Kunststoff. Mir sind Knochensattel am liebsten. Wobei die Verarbeitung bzw. präzise Anpassung wichtiger ist, als das Material.
 
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