Reagiert geröstetes Ahorn (zu) empfindlich bei Klimaschwankungen ?

von murle1, 08.05.19.

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  1. murle1

    murle1 RBC-Guitars HCA

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    Erstellt: 08.05.19   #1
    Hallo,
    schon seit einiger Zeit hörte ich immer wieder von gebackenem, oder Roasted Maple. Um mich schlau zu machen, bestellte ich einen Ferrtighals (damit es schneller ging) von einer Tonholzfirma in D., von der ich schon 25 Jahre zur vollsten Zufriedenheit Tonhölzer bekomme. Und früher, als ich noch keine Hälse selbst herstellte auch Fertighälse, die alle Top waren...
    Ich fand einen Interessenten der ihn auf seiner Tele wollte. Er sieht gut aus, ist relativ leicht und fühlt sich gut an. Die Gitarre wurde ausgeliefert, mit einer guten Halseinstellung (Saitenlage und Halsbiegung)
    Doch einige Tage später meldete sich der Besitzer, monierte eine viel zu hohe Saitenlage, und einen kleinen Riss am Halsfuß. Bilder der zu hohen Saitenlage bekam ich auch, war fast 3mm über dem 12. Bund.
    Ich erbat die Gitarre zurück, packte sie aus - und die Saitenlage war wieder optimal!! Es wurde vermutet, das geringe Temparaturschwankungen schuld sein könnte. Der Besitzer hat im Studio aber eine "normale" Temperatur, zwischen 22 und 24 Grad. So wie ich auch...
    Wer hat Erfahrung mit dem Roasted Maple, kann es bestätigen oder hat eine andere Erklärung...
    Murle1
     
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  2. Markusaldrich

    Markusaldrich Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 08.05.19   #2
    Ich selbst habe damit keine Erfahrung war vor kurzem aber auf einem Workshop von Martin Miller. Seine Ibanez Signaturen Gitarre hat auch einen Roasted Maple Hals und er meinte, das die so stimmstabil und ohne weitere Einstellungen ständig mit auf Tour hat. Er packte sie aus dem Gigbag und musste nicht nachstimmen. Das nach eigener Aussage im Auto, wo sie vor der Klimaanlage lag.
     
  3. Bassturmator

    Bassturmator Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 08.05.19   #3
    Das Material ist ja noch sehr jung und viele echte Erfahrungen dürfte es gar nicht geben. Ich habe aber auch hier im Forum schon Empfehlungen gelesen, die baked maple gerade wegen der Klimastabilität empfehlen - zuletzt hier:

    https://www.musiker-board.de/threads/edelstahlbuende-stabiler-hals-tele-strat.692864/

    Das gleiche könnte ich von all meinen Gitarren behaupten, obwohl keine von denen einen roasted maple Hals hat.

    Aus solchen Aussagen bilden sich aber leider schnell Legenden.

    Hochinteressantes Thema jedenfalls das unser Murle1 hier eröffnet hat und ich hoffe hier noch viele sachliche Beiträge zu lesen...
     
  4. Captain Knaggs

    Captain Knaggs Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 08.05.19   #4
    Ich hatte eine 2011er Les Paul Classic Plus mit Baked Maple Griffbrett. Keinerlei Probleme dieser Art binnen eines Jahres.
     
  5. Markusaldrich

    Markusaldrich Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 08.05.19   #5
    Ich behaupte ja nicht, das andere Materialien total anfällig sind. Aber ich denke so ein Profi, der mit seiner Gitarre bestimmt 100 mal mehr rumkommt als so Hobbyklampfisten wie ich, weiß wovon er redet.
     
  6. Bassturmator

    Bassturmator Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 08.05.19   #6
    Ja genau das meine ich ja. Weil es ein "Profi" sagt wird der Aussage eine große Bedeutung beigemessen, ganz egal wie groß der Wahrheitsgehalt ist. Selbst wenn es vollkommen falsch wäre würde es weiterverbreitet.
     
  7. makkohille

    makkohille Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 08.05.19   #7
    Irgendwie weiß ich eigentlich gar nicht, aus welchem Material der Hals von murle1 genau besteht. Es ist von roasted maple die Rede. Ist der Hals und das Griffbrett aus roasted maple oder nur der Hals mit einem Griffbrett aus anderem Holz, zB. Palisander, oder besteht beides aus roasted maple? Wenn letzteres der Fall ist, ist das Griffbrett aufgeleimt oder bestehlt der Hals und das Griffbrett aus einem Stück?
     
  8. HD600

    HD600 Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 08.05.19   #8
    Ist die Luftfeuchtigkeit auch ähnlich?
     
  9. Markusaldrich

    Markusaldrich Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 08.05.19   #9
    Ein bisschen widersprichst du dir aber selbst, in dem du selbst ein Forenthema angibst wo das gleiche behauptet wird. Aber egal, ich find das Thema spannend und die Art der Hälse scheint sich ja doch immer mehr zu verbreiten.
     
  10. hack_meck

    hack_meck Lounge .&. Co. Administrator Moderator

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    Erstellt: 08.05.19   #10
    Eine andere Erklärung habe ich nicht ... unter der Annahme, dass der Halsstab seinen Job erledigt. ;)

    Ich hatte über Jahre eine Albert Lee mit Roasted Maple von MusicMan. Die hat im Hals genau 0 Änderungen gehabt, ich musste nicht nachstellen. Ich habe eine aktuelle Ibanez AZ mit dem Japan Hals (die verwenden ein noch mal etwas anderes Verfahren, weil beim "Brennen" noch ein Gas hinzu oder entzogen wird) und ebenso keine Probleme bereitet - obwohl die Gitarre schon in 3 Kontinenten mit mir war.

    Ich habe grade beim Ibanez Vertreter von Meinl nachgefragt, ob sie beim Check der aus Übersee gelieferten Gitarren (die ja auch 3 Wochen+ von der Herstellung entfernt sind) irgendwelche Probleme hatten. Die Antwort ein ganz klares "nein, keine Probleme".

    Ich denke daher, dass das Problem im individuellen Hals liegt und nicht am Konzept aufzuhängen ist.

    Ob das Konzept "Roasted Maple" sich beweisen kann, wissen wir in gefühlten 50 Jahren :D.

    Ja, würde es ... Mann würde erzählen, dass der Profi eine Meinung hatte - und diese evt. falsch war. Wie bei uns Normalsterblichen ;), wir haben auch nicht mehr als eine Meinung ;). Oder willst du dem Profi unterstellen bewusst scheixx zu erzählen, um seine Marke zu schützen? :nix: Beim Martin Miller zumindest kann ich dir versichern, dass er On und Off the Tape zu seiner Aussage steht. Am Abend nach dem Workshop den Markusaldrich erwähnt hat, waren wir noch unterwegs und ich kenne die Schwächen, bzw. was er anders in V2 bestellen würde, seines ersten Signature Entwurfes - der Hals gehört mit Sicherheit nicht dazu. :D

    Gruß
    Martin
     
  11. murle1

    murle1 Threadersteller RBC-Guitars HCA

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    Erstellt: 08.05.19   #11

    Sorry, er ist aus einem Stück Riegelahorn gebacken... Sonst hätte ich geschrieben mit aufgeleimten Griffbrett. ( Anmerkung: Das halte ich immer noch für die beste Lösung)
     
  12. Slideblues

    Slideblues Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 09.05.19   #12
    Zu ganzen Hälsen aus "gebackenem Holz" kann ich nüscht sagen.... kenne aber die gerösteten Fretboards... da konnte ich so ein Verhalten noch nicht feststellen... Vom Möbelbau kenne ich wärme-behandeltes Holz (Buche, Eiche, Esche, Ahorn) und auch bei Hölzern für den Außenbereich (Tereasse) und da liegt der Sinn ja gerade darin, dass die Wärme Behandlung das Holz gegen Temperaturschwankungen resistenter macht...

    Aus meinen Erfahrungen im Service, Kundendienst weiß ich aber auch, dass relativ oft der 'Faktor Mensch' die Ursache für viele Problem sein kann... ;) ...
     
  13. micharockz

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    Erstellt: 09.05.19   #13
    Ruokangas hat sich recht früh mit dem Thema beschäftigt. Die Qualität hängt neben dem Material wohl stark von Verarbeitungstemperaturen, Dauer und anderen Faktoren ab, weiß nicht mehr ganz genau und habe heute keine Zeit - vielleicht nützt mein Hinweis ja. Ich meine, es gab auch wissenschaftlich begleitete Versuche.
     
  14. skerwo

    skerwo Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 09.05.19   #14
    Meine Staufer Tele hat ebenfalls einen Hals aus roasted Maple mit einem aufgeleimten Griffbrett aus demselben Material. Ein Einstellen der Gitarre ist nicht erforderlich, lediglich Nachstimmen bei größeren Temperaturschwankungen.

    Ich könnte mir aber dennoch vorstellen, dass es einen Unterschied macht, ob bereits lange gelagertes Holz noch geröstet wird oder eben ein Stück, das gestern noch im Stamm wohnte.
     
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  15. OldRocker

    OldRocker Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 09.05.19   #15
    Hi,

    ...ich vermute dass das nicht mit dieser Ausführung des Halses zusammenhängt sondern eben für diesen Hals zutrifft-ob roasted oder nicht!
    In meiner langjährigen Arbeitszeit als Gitarrenverkäufer sind mir viele Schraubhalsgitarren mit Ahornhals untergekommen die öfter nachgestellt werden mussten-da hat`s gereicht wenn`s draußen regnet.
    Vorallem bei Elite Strats von so ca. 2010/11 war das n Faktor-und ich erinnere mich an ne wunderschöne gerelicte ESP Custom Strat mit fettem Hals die super Klang und (um ihre Verkaufschancen zu optimieren) gut einmal die Woche Halsstabkorrektur brauchte...Holz kann zickig sein!

    Gruss,
    Bernie
     
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  16. Bassturmator

    Bassturmator Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 09.05.19   #16
    Eigentlich wollte ich mit meiner Aussage überhaupt niemandem was unterstellen (bei einem Marketing-Profi würde ich da eine Ausnahme machen). Martin Miller kenne ich gar nicht und um Ibanez-Gitarren mache ich immer `nen Bogen.

    Mir ging es mehr um dieses Phänomen dass in der Gitarrenwelt ganz gerne Sachen nachgeplappert werden die nicht erwiesen sind.
     
  17. hack_meck

    hack_meck Lounge .&. Co. Administrator Moderator

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    Erstellt: 09.05.19   #17
    Erwiesen ... was ist das schon in der Gitarrenwelt :D :nix: ... und zudem liegt es im Auge des Betrachters ...

    Gruß
    Martin
     
  18. bluesfreak

    bluesfreak Helpful & Friendly User HFU

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    Erstellt: 09.05.19   #18
    Zu Thermisch behandeltem Holz an Gitarren kann ich leider nichts beitragen da ich keine mit solch einem Ausgangsmaterial besitze aber meine Thermo-Esche auf Terasse liegt wie ne Eins...und das seit fast 10 Jahren.
     
  19. murle1

    murle1 Threadersteller RBC-Guitars HCA

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    Erstellt: 09.05.19   #19
    Hallo, das sind alles schon Aussagen die mich überzeugen. Dazu habe ich nun auch den Händler erreicht, der ähnliches aussagte: Das " gebackene" Holz soll sogar noch unempfindlicher sein gegen Temperaturschwankungen...Wenn ich die Tele wieder zusammengebaut habe, werde ich sie mit einer optimalen Einstellung in verschiedene Räume stellen, mit etwas anderen Temperaturen und Luftfeuchte... Und beobachten...
     
  20. InTune

    InTune Helpful & Friendly User HFU

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    Erstellt: 09.05.19   #20
    Viel mehr als eine Einschätzung mit viel Bauchgefühl kann man kaum geben, ab wenn man davon ausgehen kann, dass:

    -beim Rösten dem Holz sehr stark und schnell Wasser entzogen wird.
    Das ist aber auch ein reversibler Prozess und das Holz wird (langsam) wieder auch entsprechend der umgebenden Luftfeuchtigkeit Wasser wieder aufnehmen --> "Junge" Roast-Hälse könnten da entsprechende (eine gewisse Zeit) reagieren

    -beim Rösten wird die Zellstruktur nachhaltig verändert: Zuckerstrukturen "karamellisieren", insgesamt wird der Werkstoff "dichter"
    Selbst wenn sich bei der Vernetzung der Zellstrukturen "stabilere" Verbindungen ergeben... Das Holzstück bleibt in der äußeren Form durch das Backen im wesentlichen unverändert d.h. die Dichte wird sich nicht groß ändern und damit wahrscheinlich auch nicht der Materialausdehnungskoeffizient.

    "Leider" ist Holz aber eben generell keine homogener Werkstoff sondern individuell gewachsen. Da schummern IMO größere Chancen, sich z.B. einen "Bimetall" Effekt einzuhandeln, weil das Holz auf der Oberseite dichter gewachsen ist als unten...
     
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