[Review] Apogee HypeMic - Hype or not?

von scenarnick, 18.06.19.

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  1. scenarnick

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    Erstellt: 18.06.19   #1
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    Ich bin auf das HypeMic aufmerksam geworden durch Testberichte von Podcastern. Kompakt, USB-Powered, mit eingebautem Kompressor, iPad und iPhone kompatibel, dazu noch von Apogee, das hörte sich alles sehr interessant an. Mein geplanter Anwendungsbereich: in der Hauptsache Proben-Mitschnitte, kleine Recordings von Gesang oder Gitarre / Klavier. Aber auch als Alternative zum Kondensatormikrofon im Home-Studio.

    Das HypeMic wird in einer sehr wertigen Tasche geliefert, mit allem notwendigen Zubehör, von einem robusten Tischstativ mit Kugelkopf über einen Poppkiller bis hin zu allen Kabeln, die man braucht, sogar einem Kabel für ältere iPods und iPhones bis 4S.

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    Das Gerät selbst ist kleiner, als es die Abbildungen vermuten lassen, aber schwer und wirkt solide.

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    2,5``Festplatte im Vergleich


    Auch die Anschlüsse und die Bedienknöpfe auf der Vorderseite sind gut ausgeführt. Die Inbetriebnahme gestaltete sich sowohl an einem MacBook als auch am iPad sehr unproblematisch – Plug’n’Play. Eine LED auf der Vorderseite informiert darüber, ob das Gerät mit Strom versorgt wird oder in Betrieb ist.

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    Ebenso wird der Pegel per 3 stufiger LED angezeigt, die bei Übersteuerung in rot wechselt.

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    Da ich natürlich wissen wollte, ob sich das kleine Mikro auch für Musik, hier speziell Gesang, anbietet habe ich es am iPad mit Garage Band und am Mac mit CuBase 9.5.1 versucht. Hier zeigten sich einige Schwächen der Defaults der Programme. GarageBand hat als Default für Gesangsaufnahmen den Pitch Correct eingeschaltet, was zu einer deutlichen Latenz führt. Also Pitch Correct aus und Problem gelöst. Ähnlich verhielt es sich in CuBase, welches das HypeMic nicht als solches erkannt hat und mit einer sehr hohen Default-Latenz an die Aufgabe gegangen ist. Erst nachdem der Default auf 32 Samples korrigiert war, ließ sich das Hype gut nutzen und dann begannen auch die Features Sinn zu machen.

    Monitoring

    Das HypeMic erlaubt sehr intelligentes Monitoring. In 5 Stufen lässt sich zwischen direktem Monitoring oder Monitoring der App mit verschiedenen Mischverhältnissen umschalten. Ein sehr gut durchdachtes Feature, mit dem sich der Sänger „seine“ Mischung auch mit Effekten selbst auf den Monitor legen kann. Auch zum Einsingen auf Playback gut zu gebrauchen, denn man kann – je nach persönlicher Vorliebe – den Zuspieler aus der DAW in der Lautstärke gut anpassen.

    Kompressor

    Apogee wirbt damit, dass das HypeMic mit einem eingebauten Kompressor ausgestattet ist, um der Stimme „Broadcast Klang“ zu verleihen. Der Kompressor ist in drei Stufen schaltbar. Während sich die erste Stufe noch moderat verhält, greifen die zweite und dritte Stufe in der Kompression sehr beherzt zu. Verbunden mit dem Kompressor ist ein nicht regelbares Noise Gate mit schnellem Attack aber recht langsamem Decay, so dass man auch in eher gemäßigt lauter Umgebung noch deutliche Nebengeräusche wahrnimmt, bevor das Gate seinen Dienst tut. In der ersten Stufe der Kompression gibt der Kompressor tatsächlich der Stimme mehr Durchsetzungskraft und das Gate muss nicht so viel zugreifen, so dass man für Sprache diese Einstellung gut verwenden kann. Für Gesang sollte man lieber auf das Feature verzichten und die Kompression in der DAW erledigen, wenn gewünscht oder benötigt.

    Verarbeitung

    Nicht nur der erste Eindruck ist wertig, auch im Gebrauch bestätigt sich das erste Gefühl. Das HypeMic liegt schwer und sicher in seinem Stativ, der Kugelkopf hält was er soll, das Stativ steht sicher auf dem Tisch. Leider hat das HypeMic so gut wie keine Isolation gegen Körperschall, so dass jede leise Berührung am Tisch, auf dem das Stativ steht, sofort sehr unschöne Geräusche hervorruft. Auch die Bedienung mittels des Rades oder des Druckschalters auf der Frontseite des HypeMic überträgt sich sehr deutlich und tieffrequent auf die Aufnahme. Also – ab damit auf ein Mikrofonstativ und den auf einen Teppich. Ah – endlich Ruhe und Entkopplung.



    Kommen wir nun zum entscheidenden Teil:

    Klang

    Wie klingt das HypeMic? Während der Testzeit habe ich verschiedene Aufnahmesituationen und -charakteristika ausprobiert. Als Vergleich zum HypeMic dienten mir jeweils ein Sennheiser E845 dynamisches Mikrofon und ein T.Bone 1100 Kondensatormikrofon über einen Steinberg UR 242 in den Rechner.
    Das T.Bone neigt zu eher höhenbetonten, aber durchzeichneten Aufnahmen. Das Sennheiser hält sich in der Durchzeichnung zurück und man merkt deutlich, dass sein natürlicher Lebensraum die laute Bühne ist. Im Vergleich zu beiden zeigte das HypeMic allerdings noch weniger Durchzeichnung als das Sennheiser und einen eher gedeckten Klang, dem die Brillanz fehlt. Leider wirkt sich das auch auf die Sprachverständlichkeit aus, denn Plosivlaute werden „gedeckelt“.

    Für Gesangsaufnahmen ist das Apogee damit so gut wie ungeeignet. Im Bereich Podcasting und mit Kompressor auf erster Stufe hingegen zeigt sich der wahre Einsatzzweck. Hier bedarf es so gut wie keiner Nachbearbeitung und auch eher dünne Stimmen werden zuverlässig aufgenommen. Die Reduzierung der Plosivlaute hat hier sogar einen eher positiven Effekt. Unangenehme Spitzen kommen nicht in den Rechner. Für einen reinen Sprach-Podcast bedarf es dann auch nicht mehr der Nachbearbeitung in einer DAW.

    Hier mal ein Test einer Sprachaufnahme. Zunächst das HypeMic
    https://soundcloud.com/scenarnick/mictesthype

    Dagegen das T-Bone 1100 über UR 242 (Sorry für das Metronom)
    https://soundcloud.com/scenarnick/mictestt-bone

    Ich kann mir vorstellen, dass das HypeMic bei der Abnahme einiger Instrumente (durchaus auch Gitarrenamps) eine gute Figur macht. Ob es sich für akustische Instrumente mit viel Brillanz (A-Gitarre) eignet :gruebel: - entscheidet ihr, denn ... @hack_meck hat zufällig ne (Quick&Dirty) Aufnahme gemacht ...






    Fazit


    Das HypeMic ist nicht wirklich „the one for all“. Für qualitativ anspruchsvolle Podcasts und YouTube Videos mag es sicherlich gut geeignet sein, für Musik-Recording jenseits des „mobilen Ideen-Festhaltens“ oder gar den Einsatz in einem Home-Studio scheidet es hingegen aus. Ob man allerdings in diesen Preisbereich gehen muss, um eine Podcast Qualität zu erreichen, sei dahingestellt. Hier gibt es sicherlich ebenso ansprechende Lösungen für deutlich schmalere Geldbeutel.
     

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  2. hack_meck

    hack_meck Lounge .&. Co. Moderator HFU

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    Erstellt: 18.06.19   #2
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    Beim Standrundgang mit Lars von Soundservice, dem deutschen Vertrieb für Apogee, haben wir auch das HypeMic besprochen. In der Folge habe ich es mir für meinen Laptop und das iPad gekauft.

    Mit beiden Geräten mache ich, durchaus auch mal auf Reisen, die Nachvertonung meiner Factory Tours.

    Und klar, manchmal nehme ich auch eine A-Gitarre - immer im Arbeitszimmer bereit - mal schnell auf ... immer als Signal im Raum.

    In beiden Szenarien bin ich mit der Einfachheit der Anbindung und der Qualität sehr zufrieden - wohl wissend, dass ich für die eigentlich beworbene Studio Qualität mehr Aufwand betreiben muss. Es ist zudem eine "universal Kapsel" verbaut, die zwar eine gute Qualität besitzt, aber halt auch "Generalist" ist. Toll halt der ebenso - und auf kleinstem Raum - verbaute Wandler in Apogee Qualität. Dazu am MAC hervorragende Treiber Unterstützung.


    Da auch Nico ein wenig auf der Suche ist, um seinen heimischen Arbeitsplatz in ein kleines Studio zu verwandeln, habe ich es ihm - gegen ein Review ;) - geliehen.

    Mit seinen Kritikpunkten gehe ich konform ... Gesang hat ein wenig Teppich auf der Stimme ... und ... das Mikrofon könnte besser gegen Trittschall geschützt sein. Handfläche am Mikro ist kein Thema, aber Klopfen oder Erschütterungen am Stativ übertragen sich sehr deutlich.

    Gruß
    Martin

    P.S. Meine Meinung endet hier, trotzdem
    noch ein paar Daten aus der Soundservice Pressemitteilung, die mich nach der NAMM erreicht hat. Den Studio Anspruch bei Gesang hat Apogee dabei selbst erhoben ... Ball etwas flacher gehalten, wäre man mit der Allrounder-Qualität sicher total zufrieden. Weniger ist manchmal mehr ;)

    HypeMiC

    • Analoger Kompressor in Studioqualität
    • PureDIGITAL-Anbindung für eine herausragende Klangqualität mit bis zu 24 Bit/96 kHz
    • Hochwertiges Kondensatormikrofon mit Nierencharakteristik
    • Kopfhörerausgang mit Blend-Funktion für latenzfreie Aufnahmen
    • Hochwertiges Zubehör-Kit mit Stativ, Poppschutzfilter und Transportkoffer
    • Keine Einrichtung notwendig: einfach anschließen und mit jeder beliebigen Audio-App aufnehmen• Für den Betrieb mit iOS, Mac und PC

    Musik – Gesang

    Die einzigartige analoge Kompression des HypeMiC veredelt Stimmaufnahmen wie kein anderes Mikrofon. Dank der drei Kompressionsstufen im HypeMiC erstellen Sie ausgewogene Aufnahmen in „Mix-Qualität“, die eine umfangreiche Nachbearbeitung und Mischung überflüssig machen. Nie war es einfacher, den perfekten Take aufzunehmen.

    Akustische Instrumente

    HypeMiC verleiht akustischen Instrumentalaufnahmen eine bisher nie dagewesene Seidigkeit und Wärme. Durch die Abstimmung der Kompressorpegel können Sie Instrumente mit maximaler Klangintensität aufnehmen, ohne Kompromisse eingehen zu müssen. Das HypeMiC ist für hohe Schalldruckpegel ausgelegt und sorgt so bei der Abnahme lauter akustischer Quellen von Schlagzeug über Bläser bis hin zu Chören für mehr Klarheit und Detailreichtum.

    Stimme/Audiomaterial für Videos

    Podcasts, Voice-Overs, Interviews, YouTube-Beiträge, Live-Streaming und Telefonkonferenzen
    Das HypeMiC eignet sich perfekt für das Live-Streaming, Podcasts und Broadcast-Anwendungen, indem es die Audiodynamik klarer strukturiert und dadurch sendefähige Aufnahmen ermöglicht. Das HypeMiC ist mit jeder App für Mac/PC und iOS kompatibel, die eine Auswahl des Audiogeräts erlaubt – so können Sie einfach überall in professioneller Studioqualität arbeiten.

    Spezielle Aufnahmeanwendungen

    Analoger Ausgang des HypeMiC - Dank der bemerkenswerten Möglichkeiten des HypeMiC bestechen Ihre Aufnahmen und Mischungen durch moderne Klangqualität. Sie können das Audiosignal aus dem Stereoausgang des HypeMiC auf einen Mixer, ein Audio- Interface oder einen Stand-Alone-Recorder speisen, um den einzigartigen und druckvollen Klang der Kompressorstufe des HypeMiC effektiv zu nutzen.

    Kompressor-Einstellungen:

    Das HypeMiC bietet drei analoge Kompressor-Einstellungen, die alle über den Regler auf der Vorderseite angewählt werden:

    Mehr Charakter (niedrigste Stufe)

    Die geringste Kompressionsstufe empfiehlt sich, um den Klangcharakter von Gesang und Instrumenten in Ihren Aufnahmen perfekt zur Geltung zu bringen

    Mehr Druck (mittlere Stufe)

    Die richtige Wahl für Podcasts, Interviews und Streaming-Anwendungen, bei denen Sie Ihrer Stimme mehr Durchsetzungsvermögen verleihen möchten

    Mehr geht nicht (höchste Stufe)

    Ideal für die Aufnahme von Stimmen, die Sie mit der für einen mächtigen Broadcast-Sound typischen, maximalen Wucht abbilden möchten.

    EDIT: Probieren Sie alle Einstellungen aus und wählen Sie dann die für Ihren Geschmack passende Option. Optimieren Sie die Pegel vor Einsatz der Kompressorstufe und beachten Sie zudem, dass durch die Kompression auch alle störenden Umgebungsgeräusche in der Aufnahme verstärkt werden.

    Gesangsaufnahmen ohne Verzögerung

    Dank der Blend-Funktion stellen Latenzen bei der Aufnahme und Wiedergabe kein Problem dar.
    Wie seine Verwandten Jam+ und MiC+ bietet das HypeMiC einen stereophonen 3,5 mm Kopfhörerausgang mit Blend-Funktion für ein latenzfreies Monitoring. Mit Hilfe der Blend-Taste können Sie das Verhältnis zwischen dem (über das Mikrofon abgenommenen) Direktsignal und dem (vom Computer ausgegebenen) Playback-Signal aus der Software variabel einstellen, um die für Sie optimale Mischung zu erzielen.

    Abhören mit höherem Pegel
    Der Stereo-Ausgang des HypeMiC verbessert die Wiedergabequalität des Monitorings beim Einspielen und der Aufnahme über Ihre bevorzugte App oder für das Audio-Streaming dramatisch. Mit einer hochauflösenden Samplingrate bis 96 kHz und maximalem Headroom steuert das HypeMiC Ihre Kopfhörer oder Aktivlautsprecher mit unglaublicher Klarheit und enormen Lautstärkereserven an.

    Vier Produkte in einem kompakten Format

    HypeMiC kombiniert ein Mikrofon mit einem analogen Kompressor, einem Mikrofonvorverstärker und A/D- sowie D/A- Wandlern in einem kompakten Gerät. Apogee hat jedes Bauteil des HypeMiC mit maximaler Sorgfalt entwickelt, um die bestmögliche Signalqualität bei minimalem Rauschen sicherzustellen.

    Hochwertiges Zubehör
    Mit einem Transportkoffer, einem speziellen Poppschutzfilter sowie einem hochwertigen Stativ für den Tischeinsatz sind alle Komponenten im Lieferumfang des HypeMiC enthalten, die Sie für beeindruckende Aufnahmen unterwegs benötigen.

    Systemanforderungen
    • Mac OS 10.9 oder höher
    • Computer: Mac mit einem Intel-Prozessor
    • Speicher: Min. 2 GB RAM

    • Anschluss/Stromversorgung: USB-Port am Computer

    • Windows 10 oder neuer
    • ASIO4ALL-Treiber (nur für professionelle Anwendungen benötigt)• Computer: Windows PC mit Intel/AMD x86-64 Prozessor
    • Speicher: Min. 4GB RAM
    • Anschluss/Stromversorgung: USB-Port am Computer

     
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