scenarnick
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Nachdem ich bei meinem letzten Bigband Gig mit meinem bisherigen Equipment etwas gehadert habe, begab ich mich auf die Suche nach einem neuen Mikrofon. Es sollte aus verschiedenen Gründen ein dynamisches (mit Schalter) werden. Für meinen Gesang bin ich seit Jahren festgelegt auf ein Lewitt MTP 940 CM Kondensator-Mikrofon und gebe es um keinen Preis mehr her (ok, ein 950 könnte mich schwach werden lassen).
Nach den guten Erfahrungen mit der Österreichischen Marke Lewitt lag es also nahe, mein Anliegen mal mit deren Support zu besprechen und zu schauen, ob sie als Ergänzung ein dynamisches Mikrofon haben, das in einer eher günstigen Liga spielt, aber erwachsen klingt und weniger Handling-Geräusche macht als das von mir bisher eingesetzte. Ich wäre durchaus bereit gewesen, in der höheren Preisklasse zu suchen, aber Lewitt legte mir nahe, mir doch mal das “New Kid In Town” anzuschauen: Das Lewitt MTP 5.
Lewitt MTP 5

Im Lewitt Line-Up liegt das MTP 5 zwischen dem MTP 250 und dem 550, die jetzt beide eingestellt sind. Es steigt mit einem Straßenpreis von aktuell 109 € genau in der Klasse ein, die vom Shure SM58 und ähnlichen Vertretern besetzt ist.
Für meine Anwendung habe ich mich für das Modell mit Schalter (MTP 5 Switch oder MTP 5 S) entschieden, denn das Mikro wird wohl vornehmlich als Moderatoren-Mikrofon eingesetzt werden und da ist es gut, wenn der Moderator selbst entscheidet, wann er “live” ist (und dann hoffentlich auch wieder ausschaltet). Der Schalter fügt dem Preisschild nochmal 10 Euro hinzu und liegt also völlig im (Preis-) Rahmen.
Was also bekommt man aus Wien für 119 Euro?
Unboxing
Den Versandkarton erspare ich Euch, das Mikro selbst kam in einer Umverpackung mit Branding sehr gut geschützt an. In der Umverpackung befand sich der eigentliche Produkt-Karton in Matt-Schwarz mit dem typischen Lewitt-Look mit dem Slogan “Make Yourself Heard”. Die Aufmachung wirkt wertig, ebenso wie der Inhalt.
Da ist zum Einen das Mikrofon selbst, gut geschützt mit einer Schaumstofflage am Karton abgestützt. Eine Tasche aus genarbtem Kunstleder mit Lewitt-Prägung, ein Windschutz und eine Mikrofonklammer ergänzen das Paket. Dazu gibt es noch einen “Beipackzettel” mit einer kurzen “Anleitung” im Sinne von “Plug it in, crank it up, enjoy” und dem Hinweis auf Produktregistrierung. Das war’s. Mehr ist zu dem Mikrofon auch nicht zu sagen, denn es hat keine Extra-Features wie Polar-Pattern-Umschaltung, Pad oder Ähnliches.
Das Mikrofon
Das MTP 5 Switch kommt in Matt-Schwarz daher, stabil aus Zinkdruckguss gefertigt mit einem stabil anmutenden Korb und einer Prägung mit Firmennamen und -logo, die weiß hinterlegt ist. Der Schalter ist versenkt und damit gegen unbeabsichtigte Bedienung hinreichend geschützt, er läuft etwas schwerer, was zusätzlich für Sicherheit sorgt. Insgesamt macht das Mikrofon mit seinen 336g einen wertigen Eindruck, liegt gut in der Hand und macht Vorfreude auf den eigentlichen Test.
Wie testet man ein Mikrofon?
Die technischen Parameter füge ich am Ende dieses Reviews an, sie sind den Datenblättern entnommen. Kurz gesagt, wir haben es mit einem dynamischen Mikrofon in typischer Nierencharakteristik zu tun.
Wie aber testet man nun “richtig” und vergleicht es mit anderen Mikrofonen? Das war 2009 schon mal Thema hier im Forum und es wird wohl keine “wissenschaftliche” Antwort geben. Ich habe mich entschlossen, einen Vergleichstest in drei Stufen durchzuführen:
Basis-Setup
Für die Testreihe habe ich meine Kandidaten (Lewitt MTP 5, Sennheiser E 845, Shure SM58 und Lewitt MTP 940 CM) zunächst auf eine Stereo-Schiene auf dem Stativ montiert (im Bild fehlt das SM58, stattdessen ist das 940 CM dabei. Mehr als drei gehen nicht gleichzeitig
) und das Gain an meinem XR 18 eingestellt, um einen ersten Eindruck der Empfindlichkeit zu bekommen.
Dabei habe ich das Gain mit einem “entfernten” Sound (Händeklatschen) so justiert, dass die drei Mikros jeweils ungefähr denselben Pegel brachten. Ein Mikrofon diente dabei vorher als Referenz, um einen sinnvollen Gain bei Nahbesprechung / Gesang zugrunde zu legen. Dies lieferte mir die folgenden Ergebnisse:
Fern-Besingung
Auf die Idee, die Mikrofone gleichzeitig zu "besingen", kam ich durch diesen Faden hier im Forum. Es kann ja durchaus mal sein, dass mehrere Sänger sich ein Mikro teilen und gleichzeitig singen. Zudem ist auf diese Weise gewährleistet, dass die “Performance” bei allen drei Mikros gleich ankommt. (Re-Amping für Vocals wollte ich jetzt nicht “erfinden”, wäre auch komplex mit Zisch- und Plosivlauten und dem Luftstrom, der damit verbunden ist). Der Abstand zum Mikrofon betrug etwa 20 cm.
In der ersten Testreihe habe ich mich für einen Jazz-Standard entschieden (Fly Me To The Moon), gemütlich, nicht laut, in Crooner-Style. Über Gesangs-Fehler, wie das leicht “flache” G#, bitte ich hinwegzusehen. Ebenfalls fehlte in diesem Test noch das SM58, stattdessen habe ich als meine Referenz das 940 CM hinzugenommen. Aber hört selbst. (Kein EQ, kein Processing, kein Backing, einfach “nackt”).
Lewitt MTP 5:
Sennheiser E845:
Lewitt MTP 940 CM:
Alle drei Kandidaten haben sich hier gut geschlagen. Für meine Ohren liegen das MTP 5 und das E 845 sehr nah beieinander. Das MTP 940 CM löst erwartungsgemäß feiner auf, hat mehr Details und eine klarere, aber nicht aufdringliche Höhenwiedergabe. In Summe aber kann ich bei dem Test keinen Favoriten bei den dynamischen Mikros ausmachen.
Nah-Besingung
Etwas praxisnäher ist der Test mit dem Mikrofon in der Hand. Abstand zum Mund etwa 5 cm. Ich halte generell meine Mikrofone nicht mittig vor dem Mund, sondern leicht schräg, um allzu scharfe Sibilanten und Pop-Laute zu mildern. Ich habe einige Versuche gebraucht, um eine recht “ähnliche” Performance bei allen Mikros zu schaffen.
Hier gibt es gleich zwei Testreihen: Einmal wieder wie oben “Fly Me”, diesmal eben in nah. Zum Zweiten habe ich noch Billy Joel’s “Still Rock’n’Roll” gesungen, weil es einfach wesentlich mehr Sibilanten und Pop-Laute im Text hat und eine andere Charakteristik beim Gesang hat.
Hört selbst (wieder ganz nackt):
Fly Me To The Moon:
Lewitt MTP 5:
Sennheiser E845:
Lewitt MTP 940 CM:
Still Rock'n'Roll:
Lewitt MTP 5:
Sennheiser E845:
Shure SM58:
Lewitt MTP 940 CM:
Mein Fazit aus dieser Testreihe: Die beiden Lewitt (sowohl das 940 CM als auch das MTP 5) haben deutlich weniger “Boom” bei Nahbesprechung und bleiben in ihrem Klang ausgewogener, während das Sennheiser und das SM58 hier recht empfindlich reagieren und dazu neigen, sehr bassig und schwerer kontrollierbar zu werden. Auch hier höre ich ganz klar, dass das Kondensator-Mikrofon viel detailreicher auflöst, aber sich das MTP 5 nicht dahinter verstecken braucht. Das E 845 ist noch ok in der Auflösung, aber das SM58 wirkt auf mich undifferenziert und hat einen ganz anderen Charakter.
Zwischen-Fazit (Neudeutsch: Disclaimer)
Bei allem Gesagten muss man natürlich bedenken, dass das SM58 seit 1966 quasi unverändert auf dem Markt ist und der Klang dem damaligen Ideal entspricht. Die anderen Kandidaten sind wesentlich moderner, entsprechen daher auch mehr “moderneren” Klangvorstellungen. Hier ist keine Aussage zu “gut” oder “schlecht” zu treffen, nur zu “anders”.
Beim MTP 5 merkt man ganz eindeutig, aus welchem “Stall” es kommt, denn es liegt in der Klangcharakteristik sehr nahe am “großen Bruder” - und das für einen Bruchteil des Preises.
Abschluss: Handling Noise (Griffgeräusche)
An sich war genau das ja der Ausgangspunkt meiner Anfrage an die Firma Lewitt: Ich suche ein Mikrofon, das nicht die Bässe der PA zum Schwitzen bringt, wenn man es aus der Klammer nimmt. Wie schlagen sich die Kandidaten hier?
Der einfachste Test besteht natürlich darin, die Mikros im Stativ zu lassen und mal kräftig am selben anzufassen. Was also sind die Ergebnisse hier? (gemessen in Cubase, die absoluten Werte sind hier weniger wichtig als der Abstand der Kandidaten zueinander)
Im “Live Mix” (den ich hier nicht poste, auf Anfrage aber nachreichen kann) fallen die Geräusche nicht auf.
Fazit
Das “New Kid In Town”, das Lewitt MTP 5, schlägt sich sehr gut im Vergleichstest mit dem Platzhirsch und einem weiteren Vertreter der 100-Euro-Klasse. Die Abstimmung und Charakteristik entsprechen den anderen Mikrofonen aus dem Hause Lewitt. Mir persönlich gefällt die “moderne”, klare und recht gut auflösende Charakteristik des Mikrofons sehr gut.
Der Klang ist am Pult gut formbar, flexibel und kommt sehr gut im Mix durch. Bei Nahbesprechung haben wir zwar eine leichte Bassanhebung, aber keine Überhöhung.
Das MTP 5 wird ganz sicher in meiner Sammlung bleiben und meine persönliche Nummer 2 (nach dem MTP 940 CM) werden.
Anmerkung
Ein Test der Feedback-Festigkeit steht noch aus. Urlaubsbedingt gibt es im Moment keine Bandproben.
Anhang - Technische Daten
Der volle Datensatz findet sich natürlich auf der Lewitt Homepage: https://www.lewitt-audio.com/de/mtp-5?q=/mtp-5
Ich zitiere hier nur in Ausschnitten:
Nach den guten Erfahrungen mit der Österreichischen Marke Lewitt lag es also nahe, mein Anliegen mal mit deren Support zu besprechen und zu schauen, ob sie als Ergänzung ein dynamisches Mikrofon haben, das in einer eher günstigen Liga spielt, aber erwachsen klingt und weniger Handling-Geräusche macht als das von mir bisher eingesetzte. Ich wäre durchaus bereit gewesen, in der höheren Preisklasse zu suchen, aber Lewitt legte mir nahe, mir doch mal das “New Kid In Town” anzuschauen: Das Lewitt MTP 5.
Lewitt MTP 5
Im Lewitt Line-Up liegt das MTP 5 zwischen dem MTP 250 und dem 550, die jetzt beide eingestellt sind. Es steigt mit einem Straßenpreis von aktuell 109 € genau in der Klasse ein, die vom Shure SM58 und ähnlichen Vertretern besetzt ist.
Für meine Anwendung habe ich mich für das Modell mit Schalter (MTP 5 Switch oder MTP 5 S) entschieden, denn das Mikro wird wohl vornehmlich als Moderatoren-Mikrofon eingesetzt werden und da ist es gut, wenn der Moderator selbst entscheidet, wann er “live” ist (und dann hoffentlich auch wieder ausschaltet). Der Schalter fügt dem Preisschild nochmal 10 Euro hinzu und liegt also völlig im (Preis-) Rahmen.
Was also bekommt man aus Wien für 119 Euro?
Unboxing
Den Versandkarton erspare ich Euch, das Mikro selbst kam in einer Umverpackung mit Branding sehr gut geschützt an. In der Umverpackung befand sich der eigentliche Produkt-Karton in Matt-Schwarz mit dem typischen Lewitt-Look mit dem Slogan “Make Yourself Heard”. Die Aufmachung wirkt wertig, ebenso wie der Inhalt.
Da ist zum Einen das Mikrofon selbst, gut geschützt mit einer Schaumstofflage am Karton abgestützt. Eine Tasche aus genarbtem Kunstleder mit Lewitt-Prägung, ein Windschutz und eine Mikrofonklammer ergänzen das Paket. Dazu gibt es noch einen “Beipackzettel” mit einer kurzen “Anleitung” im Sinne von “Plug it in, crank it up, enjoy” und dem Hinweis auf Produktregistrierung. Das war’s. Mehr ist zu dem Mikrofon auch nicht zu sagen, denn es hat keine Extra-Features wie Polar-Pattern-Umschaltung, Pad oder Ähnliches.
Das Mikrofon
Das MTP 5 Switch kommt in Matt-Schwarz daher, stabil aus Zinkdruckguss gefertigt mit einem stabil anmutenden Korb und einer Prägung mit Firmennamen und -logo, die weiß hinterlegt ist. Der Schalter ist versenkt und damit gegen unbeabsichtigte Bedienung hinreichend geschützt, er läuft etwas schwerer, was zusätzlich für Sicherheit sorgt. Insgesamt macht das Mikrofon mit seinen 336g einen wertigen Eindruck, liegt gut in der Hand und macht Vorfreude auf den eigentlichen Test.
Wie testet man ein Mikrofon?
Die technischen Parameter füge ich am Ende dieses Reviews an, sie sind den Datenblättern entnommen. Kurz gesagt, wir haben es mit einem dynamischen Mikrofon in typischer Nierencharakteristik zu tun.
Wie aber testet man nun “richtig” und vergleicht es mit anderen Mikrofonen? Das war 2009 schon mal Thema hier im Forum und es wird wohl keine “wissenschaftliche” Antwort geben. Ich habe mich entschlossen, einen Vergleichstest in drei Stufen durchzuführen:
- Mikrofone auf dem Stativ, gleichzeitig besungen aus 15-20 cm Abstand
- Jedes Mikrofon nacheinander in der Hand, typisch “Live” besungen aus ca. 5 cm, leicht seitlich gehalten
- Basistest auf Griffgeräusche etc. mit allen Mikros auf dem Stativ
Basis-Setup
Für die Testreihe habe ich meine Kandidaten (Lewitt MTP 5, Sennheiser E 845, Shure SM58 und Lewitt MTP 940 CM) zunächst auf eine Stereo-Schiene auf dem Stativ montiert (im Bild fehlt das SM58, stattdessen ist das 940 CM dabei. Mehr als drei gehen nicht gleichzeitig
Dabei habe ich das Gain mit einem “entfernten” Sound (Händeklatschen) so justiert, dass die drei Mikros jeweils ungefähr denselben Pegel brachten. Ein Mikrofon diente dabei vorher als Referenz, um einen sinnvollen Gain bei Nahbesprechung / Gesang zugrunde zu legen. Dies lieferte mir die folgenden Ergebnisse:
- Sennheiser E 845 41,5 dB
- Shure SM 58 41,0 dB
- Lewitt MTP 5 40,0 dB
- Lewitt MTP 940 CM 33,5 dB (wobei das Mikro auf 6dB Pad steht)
Fern-Besingung
Auf die Idee, die Mikrofone gleichzeitig zu "besingen", kam ich durch diesen Faden hier im Forum. Es kann ja durchaus mal sein, dass mehrere Sänger sich ein Mikro teilen und gleichzeitig singen. Zudem ist auf diese Weise gewährleistet, dass die “Performance” bei allen drei Mikros gleich ankommt. (Re-Amping für Vocals wollte ich jetzt nicht “erfinden”, wäre auch komplex mit Zisch- und Plosivlauten und dem Luftstrom, der damit verbunden ist). Der Abstand zum Mikrofon betrug etwa 20 cm.
In der ersten Testreihe habe ich mich für einen Jazz-Standard entschieden (Fly Me To The Moon), gemütlich, nicht laut, in Crooner-Style. Über Gesangs-Fehler, wie das leicht “flache” G#, bitte ich hinwegzusehen. Ebenfalls fehlte in diesem Test noch das SM58, stattdessen habe ich als meine Referenz das 940 CM hinzugenommen. Aber hört selbst. (Kein EQ, kein Processing, kein Backing, einfach “nackt”).
Lewitt MTP 5:
Sennheiser E845:
Lewitt MTP 940 CM:
Alle drei Kandidaten haben sich hier gut geschlagen. Für meine Ohren liegen das MTP 5 und das E 845 sehr nah beieinander. Das MTP 940 CM löst erwartungsgemäß feiner auf, hat mehr Details und eine klarere, aber nicht aufdringliche Höhenwiedergabe. In Summe aber kann ich bei dem Test keinen Favoriten bei den dynamischen Mikros ausmachen.
Nah-Besingung
Etwas praxisnäher ist der Test mit dem Mikrofon in der Hand. Abstand zum Mund etwa 5 cm. Ich halte generell meine Mikrofone nicht mittig vor dem Mund, sondern leicht schräg, um allzu scharfe Sibilanten und Pop-Laute zu mildern. Ich habe einige Versuche gebraucht, um eine recht “ähnliche” Performance bei allen Mikros zu schaffen.
Hier gibt es gleich zwei Testreihen: Einmal wieder wie oben “Fly Me”, diesmal eben in nah. Zum Zweiten habe ich noch Billy Joel’s “Still Rock’n’Roll” gesungen, weil es einfach wesentlich mehr Sibilanten und Pop-Laute im Text hat und eine andere Charakteristik beim Gesang hat.
Hört selbst (wieder ganz nackt):
Fly Me To The Moon:
Lewitt MTP 5:
Sennheiser E845:
Lewitt MTP 940 CM:
Still Rock'n'Roll:
Lewitt MTP 5:
Sennheiser E845:
Shure SM58:
Lewitt MTP 940 CM:
Mein Fazit aus dieser Testreihe: Die beiden Lewitt (sowohl das 940 CM als auch das MTP 5) haben deutlich weniger “Boom” bei Nahbesprechung und bleiben in ihrem Klang ausgewogener, während das Sennheiser und das SM58 hier recht empfindlich reagieren und dazu neigen, sehr bassig und schwerer kontrollierbar zu werden. Auch hier höre ich ganz klar, dass das Kondensator-Mikrofon viel detailreicher auflöst, aber sich das MTP 5 nicht dahinter verstecken braucht. Das E 845 ist noch ok in der Auflösung, aber das SM58 wirkt auf mich undifferenziert und hat einen ganz anderen Charakter.
Zwischen-Fazit (Neudeutsch: Disclaimer)
Bei allem Gesagten muss man natürlich bedenken, dass das SM58 seit 1966 quasi unverändert auf dem Markt ist und der Klang dem damaligen Ideal entspricht. Die anderen Kandidaten sind wesentlich moderner, entsprechen daher auch mehr “moderneren” Klangvorstellungen. Hier ist keine Aussage zu “gut” oder “schlecht” zu treffen, nur zu “anders”.
Beim MTP 5 merkt man ganz eindeutig, aus welchem “Stall” es kommt, denn es liegt in der Klangcharakteristik sehr nahe am “großen Bruder” - und das für einen Bruchteil des Preises.
Abschluss: Handling Noise (Griffgeräusche)
An sich war genau das ja der Ausgangspunkt meiner Anfrage an die Firma Lewitt: Ich suche ein Mikrofon, das nicht die Bässe der PA zum Schwitzen bringt, wenn man es aus der Klammer nimmt. Wie schlagen sich die Kandidaten hier?
Der einfachste Test besteht natürlich darin, die Mikros im Stativ zu lassen und mal kräftig am selben anzufassen. Was also sind die Ergebnisse hier? (gemessen in Cubase, die absoluten Werte sind hier weniger wichtig als der Abstand der Kandidaten zueinander)
- Sennheiser E 845: -16,4 dB
- Shure SM 58: -15,4 dB
- Lewitt MTP 5 -19,1 dB
- Lewitt MTP 940 CM -35,2 dB
Im “Live Mix” (den ich hier nicht poste, auf Anfrage aber nachreichen kann) fallen die Geräusche nicht auf.
Fazit
Das “New Kid In Town”, das Lewitt MTP 5, schlägt sich sehr gut im Vergleichstest mit dem Platzhirsch und einem weiteren Vertreter der 100-Euro-Klasse. Die Abstimmung und Charakteristik entsprechen den anderen Mikrofonen aus dem Hause Lewitt. Mir persönlich gefällt die “moderne”, klare und recht gut auflösende Charakteristik des Mikrofons sehr gut.
Der Klang ist am Pult gut formbar, flexibel und kommt sehr gut im Mix durch. Bei Nahbesprechung haben wir zwar eine leichte Bassanhebung, aber keine Überhöhung.
Das MTP 5 wird ganz sicher in meiner Sammlung bleiben und meine persönliche Nummer 2 (nach dem MTP 940 CM) werden.
Anmerkung
Ein Test der Feedback-Festigkeit steht noch aus. Urlaubsbedingt gibt es im Moment keine Bandproben.
Anhang - Technische Daten
Der volle Datensatz findet sich natürlich auf der Lewitt Homepage: https://www.lewitt-audio.com/de/mtp-5?q=/mtp-5
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