[Review] Mackie MDB Series Stereo DI-Boxen (MDB-2P, MDB-USB)

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Einleitung

DI-Boxen gibt es in unterschiedlichen Bauformen und Ausstattungen. Mit der MDB-Serie betritt die US-Firma Mackie erstmals dieses Terrain. Mir standen dank Peter Riedel von der Firma Mackie aus der neuen Audio Tools Serie zu Testzwecken die beiden Modelle MDB-2P (2-Kanal passiv) und MDB-USB (USB-Stereo passiv) zur Verfügung. Die Serie wird abgerundet mit den einkanaligen Modellen MDB-1P (passiv) und MDB-1A (aktiv) - beide jedoch nicht Gegenstand dieses Reviews.



Ausstattung, technische Daten

Beide Boxen kommen in einem identisch großen und wirklich robusten Metallgehäuse daher - kein Vergleich zu den gängigen DI-Boxen, die "man" sonst kennt: 38 x 86 x 147 mm. Mit einem Gewicht von 400 g (MDB-2P) bzw. 500 g (MDB-USB) besitzen sie auch ordentlich "Bodenhaftung". Auf der Oberseite der Gehäuse ist jeweils die Produktbezeichnung samt Erläuterung aufgedruckt, links daneben das Mackie Logo ("Running Man") in Silber glänzend und erhaben - sehr edel :great:. Außerdem befinden sich hier die Beschriftungen für die Inputs/Outputs.

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Witziges und cleveres Detail: An den Anschluss-/Bedienungsseiten befinden sich Rackohren wie bei 19"-Equipment, die zum einen die Anschlüsse und Schalter schützen (einzig das Poti der MDB-USB ragt über die Ohren hervor) und zum anderen so gestaltet sind, dass man die DI-Boxen daran anfassen oder zur Not mit Kabelbindern o. ä. an etwas anderem befestigen kann :cool:. Zur Verdeutlichung hier exemplarisch die Seitenansicht der MDB-2P:

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Die Unterseiten von MDB-2P und MDB-USB sehen identisch aus: Für die Standfestigkeit sind an den Seiten über die komplette Länge zwei Schaumstoffstreifen angebracht, so dass das Gehäuse nicht verkratzen kann und die DI-Boxen auf diesen Füßen rutschfest aufliegen - zur Verdeutlichung ebenfalls ein Foto der MDB-2P:

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Ebenso gleich sind die Ausgangsseiten aufgebaut: Hier befindet sich zwischen den beiden männlichen XLR-Buchsen für beide Kanäle der obligatorische Ground-Lift-Kippschalter, um Gehäuse- und Signalmasse voneinander zu trennen.
Der rechte Ausgang ist bei der MDB-2P links, wenn man anschlussseitig draufschaut, weil der rechte Eingang auf der gegenüberliegenden Seite rechts ist.

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Bei der MDB-USB ist die Anordnung richtig herum, weil es "nur" einen USB-Input und nicht zwei komplett getrennte Kanäle gibt ;).

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Bei der Ausstattung der Eingangsseite werden nun unterschiedlichen Einsatzzwecke/Bauarten der Serienschwestern deutlich:
  • Bei der MDB-2P handelt es sich um eine zweikanalige passive DI-Box, dementsprechend gibt es hier je einen Klinkeneingang (6,35 mm) und eine Thru-Buchse zum Splitten/Weiterschleifen des Eingangssignals pro "Seite". Selbstverständlich darf auch ein PAD-Kippschalter zum Absenken des Arbeitspegels von 0 auf -15 dB nicht fehlen.

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  • Die MDB-USB ist mehr als eine einfache (aktive) DI-Box - vielmehr ein kleines USB-Audiointerface mit integriertem Kopfhöreranschluss :). Das Eingangssignal wird der Box per USB zugeführt (USB-Kabel leider nicht im Lieferumfang), und statt PAD-Schalter(n) besitzt sie ein Level-Poti sowie einen Mono-Kippschalter :hail:. Ersteres beeinflusst gleichermaßen den Pegel des Ausgangssignals an den XLR-Buchsen wie die Signalstärke des 3,5-mm-Kopfhöreranschlusses. Letzterer dient dazu, das Eingangssignal zu summieren, so dass beide Ausgangsbuchsen ein Monosignal ausspielen (signalisiert über die darunter befindliche grüne LED). Die Spannungsversorgung der aktiven Elektronik wird dabei über USB sichergestellt (Stromverbrauch 90 mA); eine grün leuchtende LED rechts neben der USB-B-Buchse zeigt eine entsprechend hergestellte Verbindung an. Eine Funktion ist ohne Installation spezieller Treiber unter macOS (Core Audio) und ab Windows 7 (WDM, MME, Direct Sound) gewährleistet. Es werden Wiedergaberaten von 16 und 24 Bit bei 44.100, 48.000, 88.200 und 96.000 Hz unterstützt.

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Zur Erklärung der Funktion sowie der technischen Daten liegt beiden DI-Boxen ein Beipackzettel in englischer Sprache bei. An dieser Stelle sei erwähnt, dass Mackie diese immer mit einer gehörigen Portion Augenzwinkern formuliert, so dass selbst schnöde technische Daten zum Schmunzeln anregen :rofl::
https://mackie.com/sites/default/files/PRODUCT RESOURCES/MANUALS/Owners_Manuals/MDB Series Direct Boxes_OM.pdf
https://mackie.com/sites/default/files/PRODUCT RESOURCES/MANUALS/Owners_Manuals/MDB-USB_OM.pdf

Zum Abschluss noch ein paar nackte Zahlen:
  • Die MDB-2P besitzt einen Dynamikumfang von 128 dB im Arbeitsbereich von 20 Hz - 20 kHz bei einem Verzerrungsverhältnis von 0,002% (bei 1kHz) sowie ein Impedanzverhältnis von 350:1 (Eingang 140 kOhm, Ausgang 400 Ohm).
  • Bei der MSB-USB beträgt der Dynamikumfang 88 dB mit einer Verzerrung von weniger als 0,01% und einer gegenseitigen Kanalübersprechnung von weniger als -78 dB; Impedanzverhältnis 550: 1 (Eingang 330 kOhm, Ausgang 600 Ohm), Impedanz des Kopfhörerausgangs 150 Ohm.

Praxiseinsatz, Fazit

Die beiden MDBs fallen hinsichtlich ihres Designs auf sowie bezüglich Größe und Gewicht aus dem Rahmen - dies ist beides absolut positiv gemeint! Man spürt regelrecht die Langlebigkeit der Gehäusekonstruktion, die Mackie als "Built-Like-A-Tank", also "gebaut wie ein Panzer" bezeichnet :D, ohne dass die DI-Boxen klobig wirken.
Zunächst habe ich beide "Schwestern" im Wohnzimmereinsatz auf Funktion getestet, indem ich sie an mein MacBook Pro einerseits und meine Studio-/Büroabhöre Syrincs M3-220 angeschlossen habe - die 2P analog mit Adapter an den Miniklinkenausgang, die USB digital per USB. Nicht weiter verwunderlich, dass die passive Ausführung bezüglich des Pegels den kürzeren gegenüber der aktiven USB-Variante zieht. Jedoch verrichten beide Helferlein ihren Dienst wie vorgesehen und ohne auffallende Färbung des Wiedergabesignals. Etwas gewöhnungsbedürftig ist die Funktion des Potis an der MDB-USB: Irgendwie ist man immer versucht, diesen Pegelsteller als exklusiven Lautstärkeregler für einen angeschlossenen Kopfhörer zu interpretieren, so wie üblicherweise bei Mischpulten. Allerdings wird damit gleichermaßen das XLR-Ausgangssignal geregelt.

Live habe ich die beiden Seriengeschwister dann bei speziell für sie angedachten Aufgaben eingesetzt:

Bei der Beschallung einer Kampagneeröffnung (11.11.) diente die MDB-USB eben jenem Zweck, das genannte MacBook Pro mit der PA zu verbinden:

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Den Pegelsteller habe ich später nicht mehr angerührt, auch weil mein Kopfhörer (übrigens der dort getestete Fostex TH7 ;)) dann direkt am Mischpult angeschlossen war. Hier gab es ebenfalls keinerlei negative Überraschungen oder Auffälligkeiten.

Die zweikanalige MDB-2P bekam eine Woche später ihre Feuertaufe auf einer Musiker-Bühne (Volkstanzmusik-Ensemble - aufgrund der tollen Gehäusekonstruktion hätte ich auch keine Bedenken, das Gerät bei actionreicheren Gigs einzusetzen :D). Hier diente sie als Symmetrierglied und Impedanzwandler für einen Kontrabass (mit Shadow SH965 NFX-B Tonabnehmer) und ein Akkordeon (mit Rumberger TA3000X Mikrofonsystem). Das Bild ist exemplarisch - das Klinkenkabel zum Akkordeon fehlte da noch :embarrassed::

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So konnte ich zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen und ein Kästchen auf dem Bühnenboden sparen :cool:. Es gab hier ebenfalls keinerlei Beanstandungen hinsichtlich Klangeinbußen oder Verzerrungen. Die Möglichkeit, mal ein passives Instrument anzuschließen, bot sich im Testzeitraum nicht, wobei hierfür ohnehin eher die aktive Mackie MDB-1A geeignet gewesen wäre :gruebel:.

Alles in allem haben mich die beiden MDBs von Mackie überzeugt, so dass ich sie gerne als (neue) gutaussehende Alternativen zu den altbekannten Kandidaten in den entsprechenden Preisklassen empfehlen kann :great:.
 
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