Ronroco gestimmt - Saiten gerissen. Was lief falsch?

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Saldek

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Hallo, ich habe mir ein Ronroco-Charango (83 cm) aus Bolivien bestellt und wollte das Instrument gestern stimmen. Da meine beiden Bücher auf dem verbreiteten, argentinischen DGBEB Tuning basieren, habe ich mich für dieses entschieden.

Da mein Gehör als Anfänger nicht so gut ist, habe ich aus zwei "Stimm-Anleitungsvideos" bei Youtube die Frequenzen abgegriffen (hz) um es ganz exakt zu machen. Ergebnis: es klang zwar exakt wie im Video, eine Saite ist aber leider direkt gerissen. Was mich interessiert:
  1. Was könnte ich falsch gemacht haben? Kann es gelegentlich passieren das Saiten beim Stimmen einfach reißen (zu schnell übderdehnt o.ä.)?
  2. Braucht man für spezielle Tunings ggf. spezielle Saiten? Siehe diese Produktbewertung: https://www.amazon.de/ronroco-Saiten-Aq ... B00EJT89C4
  3. Gibt es beim Stimmen etwas spezielles zu beachten? Mir ist beim Gitarre stimmen bisher nie eine Saite gerissen. Besonders: reicht es die defkete Saite zu tauschen oder muss ich das gesammte Saiten-Set wechseln?

Ich vermute dass der bolivianische Hersteller Saiten für das (tiefere) bolivianische Tuning genutzt hat, so dass sie der Spannung des argentinischen Tunings nicht standgehalten haben.

Ich habe jetzt folgende Saiten bestellt: https://aquilacorde.com/en/shop/mod...ets/south-america-instruments/nylgut-ronroco/
Meint ihr dass es mit denen klappt?

Danke

Beim Versuch String 5 (D) zu stimmen ist jetzt eine weitere Saite gerissen. Damit sieht es wie folgt aus:

B-Saite: sauber gebrochen 1cm über dem Sattel
D-Saite: auseinandergezogen und noch mit einem dünnen Faden verbunden, eindeutig zu hohe Spannung
 
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saitentsauber

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Was mich stutzig macht: Bei dem verlinkten Saitensatz steht "in D"; die von Dir angegebene Stimmung sieht eher nach G aus. Es gibt tatsächlich eine Stimmung ADAFC, und möglicherweise ist der Saitensatz für diese Stimmung ausgelegt.

Wenn Du also die von Dir angegebene Stimmung verwenden willst, würde es Sinn machen, sich um die passenden Saiten zu bemühen.
 
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Saldek

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Also welche Saiten ich habe weiß ich nicht, da diese mit dem Insturment mitgeliefert wurden. Ich habe jetzt 4 Packungen DGBEB bestellt.
Da ich vorher meine Gitarre immer im Standardtuning hatte, wusste ich bisher gar nicht dass man für eine spezielle Stimmung spezielle Saiten benötigt.

Was ich aber nicht weiß: sollte ich dann alle Saiten wechseln oder nur die beiden kaputten? Ich vermute mal alle Saiten.
Dann würde ich es nämlich machen lassen.
 
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saitentsauber

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Wenn es auf den Packungen Angaben zur Saitenstärke gibt (oder Du sie messen kannst), kannst Du die vorhandenen Saiten verwenden - eventuell aber nicht dort, wo sie jetzt aufgezogen sind. Die "Reissfestigkeit" hängt von der Spannung ab, und je nach Tonhöhe ist die (bei gegebener Mensur) größer oder kleiner: Bei größeren Abweichungen vom "Zielton" wird die Saite reissen oder schlabbern.

Du könntest Dir auch überlegen, mit einer (ggf. kostenlosen) Tuner-App zu stimmen.
 
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Saldek

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1) Ich habe jetzt 8 von 10 Saiten aufgezogen und sehe dass eine Einkerbung am Sattel für eine neue Saite zu schmal ist. Sie würde also nicht in der Aussparung liegen sondern eher darauf. Kann ich diese mit Schleifpapier einfach verbreitern?

2) Unten am Steg hat sich an einer Stelle ein kleiner Grat gebildet, wahrscheinlich wegen der hohen Spannung einer der stahlummantelten Saiten des Original-Saiten-Satzes. Sollte ich diesen einfach lassen oder auch vorsichtig mit Schleifpapier abtragen?

edit: Habe die Kerbe mit einer Nagelfeile verbreitert. Neue Saiten sind drauf, Gerät gestimmt, alles top. Das hat alles mal Zeit gekostet :eek:
 
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saitentsauber

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Von Charangos dieser und ähnlicher Herkunft ist bekannt, dass sie nicht so gebaut werden, wie das hiesige InstrumentenbauerInnen machen würden; u.A. führt das dazu, dass sich der Hals durchbiegt. Wenn jemand allein spielt, kann es also eine gute Idee sein, das Instrument einen Halbton tiefer zu stimmen o.Ä. - der Klang mag ein bißchen leiden, aber der Saitenzug ist schon deutlich niedriger.

Welchen "Risikofaktor" Dein Instrument hat, wissen wir natürlich nicht... :nix:
 
Paco del Mar

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Hallo Saldek...
Schön daß Du auf den "Ronroco" gekommen bist.
Habe Dein tread erst jetzt entdeckt.
Ich baue seit geraumer Zeit Ronrocos und stimme diese in
Argentinischer Stimmung. Selbstverständlich gibt es dafür spezielle Saiten.
Die besten sind von Medina Artiguas 1265 doch hierzulande nicht zu bekommen.
Werde aber in absehbarer Zeit einen "Schwung" aus Argentinien kommen lassen.
Saiten für die Peruanische G- C- E-A-E Stimmung von Medina Artiguas habe ich.

Rein aus Neugier: Welchen Saitenzug/Saitenlänge hat Dein Ronroco?

Was die Stabilität der Peruanischen/Bolivianischen Instrumente anbelangt muss ich SaitenTsauber recht geben.
Habe vor nicht all zu langer Zeit ein solches Charango wieder Richten müssen der total verzogen war.

Meine Ronrocos werden nach Flamencogitarren Vorbild gebaut und der Hals hat
eine Karbon-Seele ;).
Bei weiteren Fragen stehe ich Dir gerne zur Verfügung
 
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Saldek

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Also bisher bin ich sehr zufrieden mit dem Instrument, es klingt schön und verbogen hat sich auch nichts bisher. Ich hoffe das bleibt auch so. Als ich vor 4 Jahren in La Paz war, standen zahllose Charangos an jeder Ladenecke herum, gerade in den Touristen-Hotspots wie dem berühmten Hexenmarkt. Die waren nicht sehr teuer, aber ich habe keins mitgenommen, ich hatte da schon Sorge dass es mehr Deko / Souvenir ist. Ich denke (und hoffe) aber dass es in Bolivien, der Heimat dieses Instruments, auch hochwertige Instrumentenbauer gibt, die auch gute Produkte fertigen. Wenn man die teils astronomischen Preise vieler bolivianischer Instrumente im Internet anschaut und unterstellt dass es nicht nur Marketing ist, dann scheinen gute Ronrocos auch in Bolivien gebaut zu werden. Hinsichtlich des Saitenzugs würde ich dir gerne ein paar Infos geben, allerdings habe ich keinen Schimmer wie ich das berechnen kann. Ich habe einfach gegoogelt und DGBEB-Ronroco Saiten aus Italien bestellt (Aquila).
 

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