Testbericht: Drei Wochen mit dem Beyerdynamic DT 1770 PRO

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Einleitung

Ich habe mich im August hier https://www.musiker-board.de/thread...tudiolegende-beyerdynamic-dt-1770-pro.618282/ darum beworben, einen der brandneuen Beyerdynamic DT 1770 PRO Studiokopfhörer zu testen, und hatte das Glück, einer der vier Auserwählten zu sein. An dieser Stelle hier nochmals ein ganz herzlicher Dank ans Musiker-Board, an @Martin Hofmann & Co. und an die Firma Beyerdynamic, für die Organisation dieses Testspiels! :great:



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Ich muss vorausschicken, dass ich punkto Kopfhörer kompletter Laie bin. Ich bin kein Tontechniker und kein Ingenieur, ich mache nur ganz rudimentäre Aufnahmen für mich selbst und mische nichts ab, und ich verstehe auch nicht viel von Elektrotechnik und ähnlichem. Vor ein paar Jahren habe ich im örtlichen Musikgeschäft ein Paar AKG K271 MKII gekauft, nachdem meine Nachbarn mir deutlich zu verstehen gegeben hatten, dass sie die allabendliche Geräuschentwicklung meiner E-Gitarre nicht im gleichen Masse goutieren wie ich selbst. :weird: Ich spiele aber eigentlich nicht so gerne mit Kopfhörern Gitarre, das ist eher eine Notlösung. Ansonsten brauche ich sie vor allem zum Musikhören.

Das wird denn auch das Testsetting für den Beyerdynamic DT 1770 PRO sein: Ich werde damit hauptsächlich Musik hören, etwas Gitarre spielen, und ihn dabei jeweils mit dem AKG K271 MKII vergleichen. Mein Hauptaugenmerk (bzw. Ohrenmerk ;)) liegt dabei auf dem Tragekomfort und dem subjektiven Klangerleben. Objektive Daten im Sinne von irgendwelchen Messungen etc. kann ich nicht liefern.

Bis dato habe ich bewusst keinen der anderen Testberichte gelesen, weder von den anderen drei MB-Testern noch sonstige Berichte im Netz, um mich in meiner eigenen Wahrnehmung nicht durch die Eindrücke und Urteile anderer beeinflussen zu lassen. :)

Wobei, mit der Wahrnehmung ist es ja so eine Sache.... ich weiss ja schon, dass der DT 1770 PRO um ein Mehrfaches teurer ist als der K271 MKII... nur schon von daher muss er doch eigentlich auch viel besser sein? Oder ich lese im Datenblatt, dass er im Vergleich mit dem K271 MKII einen gegen oben und unten grösseren Frequenzbereich abdeckt - da muss ich doch auch mehr hören? Es handelt sich ja nicht um einen Blindtest, und ich weiss immer, welchen der beiden Hörer ich gerade auf dem Kopf habe... Ich habe gewisse Erwartungen, die meine Eindrücke beeinflussen... Wir werden sehen!



IMGP2353.jpg



Der Testbericht wird etwa folgendermassen aufgebaut sein:
  • Technische Daten
  • Ein wenig Kopfhörer-Theorie
  • Lieferumfang
  • Tragekomfort
  • Höreindrücke
  • Fazit

Ich bin mit dem Bericht noch nicht fertig, werde aber den ersten Teil jetzt schon mal veröffentlichen, um die Gemeinde bei Laune zu halten... :D ist es doch schon eine Weile her, seit die Aktion gestartet ist, und auch schon wieder etwa zwei Wochen (glaube ich), seit ich die Kopfhörer zurückschicken musste.


Technische Daten

„Mein“ Kopfhörer war zuerst bei einem der anderen drei Tester im Einsatz, ich hatte also bis zu seiner Ankunft ausreichend Zeit, mich in die technischen Daten einzulesen. Weil ich die nur zum Teil verstanden habe, habe ich dann auch noch etwas Theorie gebüffelt.

Der DT 1770 PRO ist ein geschlossener Studiokopfhörer (ich werde ihn von hier an der Einfachheit halber einfach DT 1770 nennen, und seinen Kontrahenten K271 ;)). Laut Beyerdynamic-Website ist er die Weiterentwicklung des seit Jahrzehnten bewährten DT 770 PRO und der erste professionelle Studiokopfhörer, der mit der neuen Tesla 2.0 Technologie ausgestattet ist (was auch immer das ist).

Folgende Informationen sind dem Datenblatt zu entnehmen:

Wandlerprinzip: Dynamisch
Arbeitsprinzip: Geschlossen
Übertragungsbereich: 5 - 40.000 Hz
Nennimpedanz: 250 Ohm
Kennschalldruckpegel: 102 dB SPL bei 1 mW/500 Hz
Max. Schalldruckpegel: 125 dB SPL bei 200 mW/500 Hz
Klirrfaktor: < 0,05 % bei 1 mW/500 Hz
Nennbelastbarkeit: 200 mW
Isolierung von Aussengeräuschen: Velours ca. 18 dBA, Kunstleder ca. 21 dBA
Nennandrückkraft: ca. 7,2 N
Gewicht (ohne Kabel): 388 g​

Der Preis wird auf der Firmenwebsite mit € 599.-- angegeben, und Thomann bietet ihn auch zu exakt diesem Preis an. Innerhalb der Studiokopfhörer scheint er das aktuelle Flaggschiff von Beyerdynamic zu sein.

So weit, so gut... wie sieht dasselbe bei meinem K271 aus? Er gehört in dieselbe Familie, nämlich in die der geschlossenen Studiokopfhörer mit dynamischem Wandler, von daher also schon mal ein guter Vergleichskandidat. Wie sind die technischen Daten?

Übertragungsbereich: 16 - 28.000 Hz
Nennimpedanz: 55 Ohm
Sensitivität: 104 dB SPL/V
Nennbelastbarkeit: 200 mW
Gewicht: 240 g​

Diese Daten sind auf http://www.akg.com/de/p/k271mkii zu lesen, auf der Schweizer AKG-Website http://www.akg-pro.ch/de/akg_42329_DEU_AP_CH.html stehen leicht andere Zahlen, nämlich:

Empfindlichkeit: 91 dB/mW, 104 dB/V​

Was sagt mir das jetzt? Kann ich die 91 dB beim AKG den 102 dB beim Beyerdynamic gleichsetzen (Kennschalldruckpegel), und die 104 dB den 125 dB (maximaler Schalldruckpegel)? Wie auch immer, als Laie fallen mir hier erst mal die 100 dB ein, die im Rockschuppen http://www.z-7.ch/ bei Basel an Konzerten maximal gefahren werden, und dass ein Kopfhörer einen solchen Krach veranstalten kann, kann (und möchte) ich mir vorläufig nur schwer vorstellen...:ugly::eek::D

Die Unterschiede im Übertragungsbereich scheinen dagegen einzuleuchten - der DT 1770 überträgt offensichtlich auch noch Töne in Bereichen, in denen der K271 nichts mehr von sich gibt (ob ich das dann auch noch hören kann, ist natürlich eine andere Frage).

Wie steht es mit der Impedanz? Früher habe ich täglich mit dem Begriff zu tun gehabt, allerdings in Zusammenhang mit den Elektroden von Herzschrittmachern und implantierbaren Defibrillatoren... was der elektrische Widerstand dagegen bei Kopfhörern für eine Rolle spielt und ob 250 Ohm vielleicht „besser“ sind als 55 Ohm, sagt mir vorläufig noch nichts.

Der Klirrfaktor wird beim K271 nicht angegeben, dann lassen wir den doch einfach mal beiseite.... die Nennbelastbarkeit ist bei beiden identisch, brauche ich mich auch nicht damit auseinanderzusetzen... und dass der DT 1770 deutlich schwerer ist als der K271 merkt man sofort, wenn man ihn zum ersten Mal in die Hand nimmt.


Etwas Firmengeschichte


Beyerdynamic wurde 1924 von Eugen Beyer in Berlin als „Elektrotechnische Fabrik Eugen Beyer“ gegründet. Der Elektroingenieur entwickelte zuerst Kinolautsprecher, der erste dynamische Kopfhörer kam 1937 auf den Markt. Den DT 770, den Vorläufer unseres DT 1770, gibt es seit 1985. Die Firma ist heute in Heilbronn ansässig und, soweit ich verstanden habe, immer noch in Familienbesitz. Die Kopfhörer werden in Deutschland und zum grössten Teil von Hand gebaut.

AKG wurde als „Akustische und Kino-Geräte Gesellschaft“ von Ernst Pless und Rudolf Görike 1947 in Wien gegründet. Der erste Kopfhörer kam 1949 auf den Markt. 1993/94 wurde das Unternehmen von der US-amerikanischen Harman International Industries gekauft. Harman ist in Deutschland wie Beyerdynamic in Heilbronn ansässig, AKG selbst aber immer noch in Wien. Im Gegensatz zu den Beyerdynamic-Geräten ist mein K271 „Made in China“. Ob AKG seine High-End Geräte vielleicht auch in Europa herstellt, weiss ich nicht.


Ein wenig Kopfhörer-Theorie

Einige Fragen zu den technischen Daten sind jetzt aber noch offen, und darum habe ich mich auf der Website von Beyerdynamic, im Kopfhörer-Ratgeber von Thomann und an ein paar anderen Orten nach Antworten umgesehen. Die Tontechniker im Board mögen mich korrigieren, falls ich Müll erzähle. :)

Zunächst einmal, warum „Studiokopfhörer“? Als ich damals meinen AKG kaufte, glaubte ich ganz grob verstanden zu haben, dass ein HiFi-Kopfhörer den Klang leicht verändert, so dass er gewissermassen mehr dem Ohr schmeichelt, ein Studiokopfhörer dagegen den Klang linear oder direkt wiedergibt, genau so wie er ist, „roh und ungeschminkt“ sozusagen. Zu Monitoringzwecken zum Beispiel beim Gitarrespielen wäre deshalb ein Studiokopfhörer die richtige Wahl, fürs Musikhören eher ein HiFi-Kopfhörer (wobei wahrscheinlich viele Musiker, so wie ich und viele andere im Board auch, die Studiokopfhörer auch zum Musikhören verwenden).

Zweitens, warum „geschlossen“? Halboffene Kopfhörer klingen natürlicher, sagte man mir damals... allerdings störten mich meine eigenen Anschlagsgeräusche, deshalb entschied ich mich für die geschlossene Variante. Geschlossene Kopfhörer isolieren besser gegen störende Geräusche von aussen, ausserdem sollen sie die Bässe besser wiedergeben.

In diesen beiden Eigenschaften stimmen ja mein K271 und der DT 1770 noch überein. Was hat es aber nun mit dieser sagenhaften Tesla 2.0 Technologie auf sich, die dafür verantwortlich sein soll, dass der DT 1770 von seinem Hersteller schon jetzt als „Meilenstein der Firmengeschichte“ gepriesen wird?

Mario Gebhardt aus der Entwicklungsabteilung von Beyerdynamic erklärt dazu auf der Firmenwebsite Folgendes: Tesla (nach Nikola Tesla, https://de.wikipedia.org/wiki/Nikola_Tesla) bezeichnet als Einheit die Stärke eines Magnetfeldes, das auf einen Leiter wirkt. Je stärker das Magnetfeld in einer Kopfhörer-Schwingspule, desto feiner können die Teile gebaut werden, desto schneller reagieren sie, und desto präziser und detaillierter geben sie den Klang wieder. Gleichzeitig wird die Energie besser genutzt und dadurch die Wiedergabe lauter.

Anscheinend war es bisher sehr schwierig, Werte über 1 Tesla zu erreichen. Durch eine veränderte Konstruktion des Magneten und der Schwingspule erreichte Beyerdynamic nun eine Magnetfeldstärke von 1,2 Tesla. Zusammen mit der Vollmetall-Konstruktion des Kopfhörers, welche verhindern soll, dass einzelne Teile mitschwingen und welche die Spule gleichzeitig gegen elektrische Störungen von aussen abschirmen soll, bezeichnet die Firma dies als „Tesla 2.0 Technologie“.

Die neue Technologie wurde zuerst beim T 1 eingesetzt, dem Flaggschiff der HiFi-Kopfhörer von Beyerdynamic (noch einmal ein gutes Stück teurer als der DT 1770! :eek:), und unter den Studiokopfhörern ist unser Testkandidat der erste.

Ich hätte ja gerne ein Explosivbild des DT 1770 gehabt, aber nichts gefunden... immerhin sehen wir hier den ringförmigen Magneten eines T1, bei „unserem“ wird es wohl ähnlich aussehen:

T1 Magnet.jpg


PS: Bei AKG gibt‘s einen Studiokopfhörer, der hat 1,5 Tesla... ;) kostet allerdings auch nochmals dreimal so viel wie der DT 1770.

Zum Übertragungsbereich: 5 - 40.000 Hz scheint schon ein unglaublich breiter Bereich zu sein. Die untere Grenze des Hörbaren wird je nach Quelle mit etwa 16 Hz angegeben - das ist dort, wo der Übertragungsbereich meines AKG Kopfhörers aufhört. Der Beyerdynamic spielt aber noch weiter bis 5 Hz - ich höre das zwar nicht mehr, aber vielleicht spüre ich es noch? Durchaus möglich, dass das mitverantwortlich ist für den unglaublichen Klang des DT 1770 (doch ich greife vor). Umgekehrt liegt die Obergrenze des menschlichen Gehörs bei etwa 20.000 Hz, hier liegen beide Kopfhörer weit bis sehr weit darüber. Mit zunehmendem Alter (und kumulativer Belastung durch Konzertbesuche :rock:) steigt allerdings vor allem bei den hohen Frequenzen die Hörschwelle an - welchen Einfluss diese zwar durch den Kopfhörer noch übertragenen, aber nicht mehr gehörten Frequenzen trotzdem für das subjektive Klangerlebnis haben mögen, kann ich nicht beurteilen. Bei den tiefen Frequenzen leuchtet es mir eher ein, dass man da noch etwas zwar nicht hört, aber dennoch mitbekommt.

So, und was ist nun mit den Impedanzen? Interessanterweise gibt es das Vorgängermodell, den DT 770, in drei verschiedenen Ausführungen: Einmal mit 32 Ohm „für mobile Anwendungen“, einmal mit 80 Ohm „für Aufnahmen im Studio“ und einmal mit 250 Ohm „für das Abmischen im Studio“. Letzteres wäre demzufolge der geeignete Einsatzbereich für den DT 1770.

Wenn ich mir aber die AKGs anschaue, dann haben dort sämtliche Studiokopfhörer zwischen 32 und 62 Ohm (mit einer einzigen Ausnahme mit 120 Ohm), also bauen die gar keine Höherohmigen, obwohl doch die Einsatzgebiete dieselben sind wie bei den Beyerdynamics.... daraus werde ich jetzt nicht schlau. :nix: Und der T1 für den Einsatz zu Hause hat sogar 600 Ohm? :gruebel:

Aber eigentlich kann mir das ja auch egal sein, Hauptsache, es klingt gut! :D

Was haben wir denn noch bei den technischen Daten? Ah ja, die Isolation der Aussengeräusche, das finde ich auch noch interessante Zahlen. AKG macht dazu im Gegensatz zu Beyerdynamic leider keine Angaben, aber der DT 1770 isoliert deutlich besser als der K271, finde ich. Dazu eventuell später noch mehr.


Unboxing


So, jetzt wäre es aber doch langsam an der Zeit, die Schachtel aufzumachen und mit dem Test zu beginnen! :engel:

Zum Unboxing gibt‘s aber von mir keine Fotos, das hat ja @Mr.513 bereits ultimativ dokumentiert samt Schutzanzug. :great:

Fortsetzung folgt!
 
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Lieferumfang und Ausstattung

Der DT 1770 wird in einer stabilen Kartonschachtel geliefert, etwas grösser als die des K271. Nach dem Öffnen kommen zuerst Gebrauchsanweisung und Garantieheft zum Vorschein, nach dem Entfernen des Kartoneinsatzes dann aber nicht etwa ein weiterer Kartoneinsatz, sondern - Überraschung! - ein ziemlich edel wirkendes Etui mit dem Beyerdynamic-Schriftzug auf Polster und Reissverschluss! :) Das hatte ich nicht erwartet, möglicherweise ist das aber in dieser Preisklasse normal. Jedenfalls ist das sehr praktisch, meinen K271 muss ich immer zurück in seine Kartonschachtel verpacken, wenn ich mal mit ihm verreise, da ist doch der DT 1770 in seinem Etui (bzw. Hardcase, wie der Hersteller es nennt) viel besser und dauerhafter geschützt. :great:

Eigentlich ist der Vergleich zwischen diesen beiden unterschiedlichen Kandidaten ja nicht wirklich fair, zumindest was die Äusserlichkeiten betrifft... denn der DT 1770 hat doch einfach ein viel höheres Budget zur Verfügung, und dagegen kommt der K271 mit seiner weniger üppigen Ausstattung nun mal nicht an. Ich scheine mit diesem Beyerdynamic-Modell an so was wie eine USA-PRS geraten zu sein, gegen die sich nun meine SE messen muss... ;):D Aber wir werden ja noch sehen, ob die inneren Werte auch so überragend sind wie das Äussere.


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Das Shooting geht jetzt im Garten weiter, weil gerade ein so schön sonniger Herbsttag war: Im geöffneten Etui liegen in passgenauen Vertiefungen der Kopfhörer und ein Paar Ersatzohrpolster aus Kunstleder. Montiert sind Velours-Ohrpolster. In einem Reissverschlussbeutel im Deckel des Etuis sind die beiden Kabel versorgt, ein 3 Meter langes gestrecktes Kabel und ein 5 Meter langes Spiralkabel. Beide besitzen einen 3,5 mm Klinkenstecker mit je einem aufgeschraubten 6,35 mm Adapter. Und hier wieder ein kleiner, aber feiner Unterschied: Beim K271 bekommt man zwar auch zwei Kabel mitgeliefert, aber nur einen Adapter.



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Das Kabel wird über einen Mini-XLR-Anschluss an die linke Hörermuschel angesteckt. Alle Anschlüsse sind vergoldet.


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Wenn man den Kopfhörer in die Hand nimmt, merkt man sofort, dass er deutlich schwerer ist als der K271. Er wirkt sehr robust und stabil. Zum grössten Teil besteht er aus Metall, Plastikteile sind eigentlich nirgends zu finden. Der Kopfbügel ist mit hochwertig wirkendem Kunstleder gepolstert, die verstellbaren Teile rasten satt ein. Eigentlich macht er einfach generell einen sehr hochwertigen Eindruck, in allen Details erscheint er sehr stabil und präzise gearbeitet, schön anzusehen und angenehm anzufassen! :great: :)


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Die Ohrpolster lassen sich theoretisch relativ leicht austauschen, in der Praxis geht es doch eher schwer, weil der dafür vorgesehene Spalt an der Hörermuschel sehr schmal ist. Aber machbar ist es.

Alle übrigen Teile kann man bei Beyerdynamic nachbestellen, wobei die Ersatzteile für den DT 1770 allerdings noch nicht auf der Webseite gelistet sind. Sollte ja auch noch nicht nötig sein, wo er erst so kurze Zeit auf dem Markt ist.

Ein kleiner Wermutstropfen kommt jetzt aber doch noch: Mit aufgestecktem Kabel passt der Kopfhörer nicht mehr so recht ins Case hinein - zwar passt er hinein und das Case lässt sich auch verschliessen, aber es fehlt eine Vertiefung für den Stecker bzw. das Case ist eigentlich 1-2 cm zu kurz, so dass das Kabel am Ansatz leicht gestaucht wird. Das verstehe ich nun nicht ganz, warum dieses Detail übersehen wurde, wenn man schon solchen Aufwand treibt und eine hochwertige Aufbewahrung mitliefert? :nix: Es kann ja nicht gemeint sein, dass man das Kabel jedes Mal beim Versorgen aussteckt. Wenn ich hier Punkte verteilen müsste, gäbe das einen ganz dicken Punkt Abzug. :(

(ja ja, ich weiss, Ihr versorgt eure Kopfhörer sowieso nicht, sondern räumt sie weg oder verstaut sie...:D)


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Nachtrag zum ersten Teil: Hier habe ich doch noch ein Bild eines Tesla-Wandlers gefunden, allerdings stammt auch das nicht vom DT 1770, sondern von einem HiFi-Kopfhörermodell von 2010:

Tesla-System_Schnitt_klein2_02.jpg
 
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Tragekomfort

Machen wir‘s kurz: Der Tragekomfort ist ausgezeichnet! Mit dem Bügel habe ich zwar etwas Probleme, ich habe nämlich einen ziemlich kantigen Schädel :D, und an den adaptiert sich der nur aus einem breiten, flexiblen Kunststoffstreifen bestehende Bügel des K271 besser an. Den DT 1770 muss ich immer wieder etwas zurechtrücken, um eine gute Position zu finden, und wenn ich mich bewege, verrutscht er leicht... aber alles in allem lässt sich damit leben.

Erstklassig sind dagegen Sitz und Tragekomfort der Kopfhörermuscheln! :) Sie umschliessen die Ohren perfekt, drücken nirgends und machen keine heissen Ohren - sehr angenehm! :great:

Ich habe als „Härtetest“ den DT 1770 einmal einen ganzen Vormittag lang non-stop getragen, etwa 4 Stunden am Stück, ohne ihn ein einziges Mal abzunehmen. Das war sehr komfortabel und ging problemlos, und ich hätte es auch noch länger ausgehalten.

Beim K271 ist das leider nicht möglich, hier fängt es schon nach relativ kurzer Zeit an zu drücken und die Ohren werden heiss. Ich kann damit zum Beispiel nicht einen ganzen Abend lang Gitarre spielen, ohne immer wieder Pausen einzulegen. Hauptsächlich liegt das wahrscheinlich daran, dass die Ohrpolster zu dünn sind und die Innenflächen der Muscheln deshalb direkt auf den Ohren aufliegen. Beim DT 1770 ist das besser gelöst, hier liegen die Ohren komplett frei.

Der Tragekomfort war eine meiner Hauptfragen im Rahmen dieses Tests. Hier hat somit der Beyerdynamic ein sehr zufriedenstellendes Ergebnis geliefert, er ist wirklich sehr, sehr angenehm zu tragen! :great:

Die zweite grosse Frage ist natürlich die der Klangqualität, und damit soll es jetzt weitergehen:


Höreindrücke

Ich hatte den DT 1770 etwa drei Wochen lang zu Hause, eine Woche davon war ich noch in den Ferien, wohin ich ihn allerdings mitgenommen und auch ein- oder zweimal benutzt habe. Jedenfalls, ich habe während der ganzen Zeit sehr viel Musik damit gehört, und zum Schluss auch noch die Gitarrentests gemacht.

Ich habe mir ein paar CDs der unterschiedlichsten Musikrichtungen zusammengesucht, als da wären:
  • Die Rosenkranzsonaten von Heinrich Ignaz Franz Biber, gespielt auf der Barockvioline von Reinhard Goebel
  • Violinsonaten und Partitas von Johann Sebastian Bach in der Fassung für Laute von Hopkinson Smith
  • Die 4. Sinfonie von Anton Bruckner in einer Einspielung von Riccardo Chailly mit dem Concertgebouw Orchestra
  • Utrenja von Krzysztof Penderecki, eine CD von Naxos mit einem Warschauer Ensemble
  • Watershed von Opeth
  • Écailles de lune von Alcest
  • Story of Light von Steve Vai
  • Hand Cannot Erase von Steven Wilson
Hm, was noch? Ich glaube, das war‘s. Es sind da sehr filigrane Stücke dabei, und anderseits sehr vielschichtige und klanglich komplexe Sachen.

Um die Tests etwas Musiker-Board-like zu machen, habe ich auch noch diese zwei (übrigens sehr empfehlenswerten) Alben von @Cervin und @Captain-P dazugenommen (Achtung Schleichwerbung :D):

phyria_booklet_cover.jpg



choroba.jpg



Mein eigentliches und hauptsächliches Referenzalbum war aber Hand Cannot Erase von Steven Wilson. Einerseits ist das ein buchstäblich sehr viel-schichtiges Album mit einem sehr grossen Dynamikumfang von fast unhörbar leise bis unerträglich laut, anderseits ist Steven Wilson bekannt als absoluter Perfektionist im Studio, von daher sollte man von ihm ein perfekt produziertes Album erwarten können.


hand cannot erase.jpg



Die CDs habe ich unkomprimiert als AIFF-Dateien aufs iPhone kopiert. Das mag jetzt nicht unbedingt das ideale Testgerät sein, aber ich hatte nicht die Zeit, um mich stundenlang vor den CD-Player zu setzen, deshalb die mobile Lösung. Man möge mir diese Inkonsequenz verzeihen... :) Hand Cannot Erase habe ich allerdings auch am CD-Player stichprobenweise gegen-getestet, und ich möchte jetzt nicht behaupten, dass ich da einen Unterschied gehört hätte. Schlussendlich ging es ja auch darum, zwei verschiedene Kopfhörer zu vergleichen, und nicht verschiedene Abspielgeräte.

Soweit zu den Rahmenbedingungen! Fortsetzung folgt...
 
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Jetzt kommt der schwierigste Teil. Das Musikhören und -machen mit dem DT 1770 ist ein Erlebnis, wenn man noch nie zuvor einen solchen Hörer auf dem Kopf gehabt hat. Die Unterschiede zum bisher Gehörten sind wirklich deutlich, und das könnte einen schon fast dazu verleiten, tatsächlich so viel Geld auszugeben, um dieses edle Gerät behalten zu dürfen.

Aber das Hörerlebnis und die Unterschiede in Worte zu fassen, ist nicht so einfach, zumal ich nicht über dasselbe Vokabular wie die Profi-Tester verfüge. Ihr werdet bei mir nichts in der Art von „abwesender Mittennase“, „Tiefenstaffelung“, „sauber klingenden Transienten“ und dergleichen lesen, oder dass er „gegenphasig“ klingt etc.... Das ist doch alles eigentlich so ähnlich wie bei einer Wein- oder Single Malt Whisky-Degustation, oder beim x-ten Private Stock PRS-Review in Gitarre&Bass....:ugly::D

Aber wie soll ich es denn ausdrücken? :gruebel:

Ich versuche es mal so: Der DT 1770 klingt wie HD-TV, wenn man bisher nur auf einem Röhrengerät über eine Zimmerantenne ferngesehen hat. - Wie wenn man seinen Lieblingsfilm zum ersten Mal auf BluRay sieht, von dem man bisher nur eine VHS-Cassette hatte. - Wie wenn man nach einer langen Erkältung zum ersten Mal wieder frei durch die Nase atmen kann. - Wie wenn Ende März nach einem grauen Winter zum ersten Mal wieder die Sonne scheint, die Krokusse spriessen und man sich im Pullover in den Garten setzen kann. - Wie wenn bei Föhnlage die Berge plötzlich zum Greifen nah sind. - Oder wie eine A-Gitarre mit frischen Saiten.

So klingt der DT 1770! :)




Konkret, er gibt die Musik einfach sehr detailreich wieder, unglaublich präzise und sehr hoch auflösend. "Hoch auflösend" in dem Sinne, dass ich bei sehr komplexer und viel-schichtiger Musik wirklich zum Teil das Gefühl hatte, dass sich die verschiedenen übereinander gelagerten Schichten gewissermassen voneinander lösen und einzeln heraushörbar werden. Mit kräftigen, satten Farben und gestochen scharf, sozusagen - der Vergleich mit BluRay und VHS-Video beschreibt es wahrscheinlich am besten.

Das Erlebnis war aber nicht bei allen Musikbeispielen gleich stark. Bei „einfacherer“, weniger komplexer Musik hatte ich Mühe, einen Unterschied zu spüren bzw. eine Verbesserung zu hören. Bei den Lautenstücken von Hopkinson Smith zum Beispiel hörte ich eigentlich keinen Unterschied, auch nicht bei den Rosenkranzsonaten (Solovioline mit einem ganz kleinen Continuo-Ensemble). Da war nicht mehr herauszuholen, als was der K271 schon bietet.

Anders sieht es dagegen bei Bruckners 4. Sinfonie aus, einem gewaltigen Orchesterwerk mit grossem Sinfonieorchester und viel schmetterndem Blech. Das ist sehr komplex und deckt einen sehr grossen Dynamikbereich ab von pianissimo bis fortissimo. Der Raumeindruck stimmte hier zwar nicht ganz - ein so grosses Orchester auf so kleinem Raum zu hören, da fehlte irgendwie etwas. Ich frage mich, ob zum Beispiel ein HiFi-Kopfhörer das vielleicht besser abbilden würde? Dagegen ist der Detailreichtum wirklich ein Erlebnis, die extrem hohe Auflösung, die präzise Übertragung der minimsten Details auch noch an den leisesten Stellen und das gestochen scharfe Hör-Bild auch noch an den lautesten Stellen, das war wirklich eine Offenbarung und das schafft der K271 nicht! :)

Ähnlich erging es mir bei Pendereckis Utrenja. Von der Besetzung her ganz anders als Bruckner, über weite Strecken a capella gesungen, ein sehr vielschichtiges und eindrückliches Werk mit einigen „Gänsehaut-Stellen“. Das Hörerlebnis war hier eine ähnliche Offenbarung wie bei Bruckner. Unglaublich detailreich, gestochen scharf, ich bildete mir ein, Dinge zu hören, die ich zuvor noch nie gehört habe.

"And now to something completely different" :D - der generelle Eindruck der so präzischen und definierten Wiedergabe setzt sich auch bei den modernen Sachen fort: Die Post-Black-Shoegaze-oder-was-auch-immer-Gitarrenteppiche von Alcest in Écailles de lune haben immer eine gewisse Tendenz zum Verschwimmen oder Verfilzen, nicht so beim DT 1770, hier sieht man noch jede einzelne Faser im Teppich. Dasselbe auch bei Opeth und Steve Vai - alle Details werden ganz präzise übertragen, und auch hier glaube ich manche Dinge zum ersten Mal gehört zu haben.

Bei Like Slipping Through Dust von Phyria war das leider nicht so, gerechterweise muss ich aber dazu sagen, dass das wahrscheinlich nicht an der Aufnahmetechnik liegt, sondern daran, dass ich nur eine AAC-Version mit 256 kBit/s zur Verfügung hatte und keine AIFF. ;) Das Album steht hier deshalb eigentlich ausser Konkurrenz. Bei Choroba dagegen derselbe Eindruck wie bei den anderen Sachen: Ich kann zwar nicht mit früheren Hörerlebnissen vergleichen, weil ich das Album noch nicht so lange habe, aber der DT 1770 bringt auch hier eine sehr direkte, fast räumlich tiefe und „erdige“ Wiedergabe (warum sage ich hier „erdig“? Keine Ahnung, aber so habe ich das in Erinnerung... da sind wir ja jetzt schon fast bei der Whisky-Degustation angelangt! :D).

Jetzt aber zu meinem eigentlichen Referenzalbum: Hand Cannot Erase mit dem DT 1770 anzuhören, das kommt wirklich fast einer Offenbarung gleich. :hail:
Das Album fängt sehr leise an mit einer Reihe von Umgebungsgeräuschen. Wenn ich es mir „aussenrum“ über Lautsprecher anhöre, sind diese leisen Geräusche eigentlich gar nicht zu hören, der DT 1770 übertragt sie aber trotzdem sehr deutlich. Während des ganzen Albums treten immer wieder sehr grosse Unterschiede in der Dynamik auf. Mit dem DT 1770 ist es nicht notwendig, die Lautstärke anzupassen - wenn man die lautesten Stellen auf ein komfortables Volumen einstellt, sind auch die leisesten immer noch klar und differenziert zu hören.

Nebst der eindrücklichen Bewältigung des Dynamikumfangs habe ich bei Steven Wilson dasselbe erlebt wie bei Bruckner und Penderecki, nämlich eine unglaublich fein auflösende, präzise Wiedergabe vieler zum Teil gleichzeitig auftretender Details, die ich vorher noch nie oder zumindest nicht so differenziert gehört zu haben glaube.


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Ausser mit Musikhören (wofür er ja streng genommen eigentlich gar nicht gemacht ist) habe ich den DT 1770 zum Schluss auch noch mit einem Teil meiner Gitarren-Gear getestet. In den Ferien habe ich etwas mit dem Line6 POD X3 rumgespielt. Ich hatte dort auch beide Kopfhörer dabei. Der DT 1770 ergibt natürlich auch hier einen sehr guten Klang, aber ich könnte in diesem Zusammenhang jetzt nicht behaupten, dass ich da wesentliche Unterschiede zum K271 gehört hätte.

Das grundsätzliche Problem bei diesem Testsetting ist natürlich, dass wenn unten El Peregrino reinspielt, oben nicht Eric Johnson herauskommt, da kann auch der teuerste Kopfhörer nichts daran ändern... :rofl:

Ich habe mich deshalb in diesen Test nicht weiter vertieft, dennoch würde ich zum Gitarre spielen den DT 1770 bevorzugen, weil einfach der Tragekomfort sehr viel besser ist und ich nicht alle halbe Stunde die Ohren verlüften muss.

Zu Hause im Keller hätte ich dann noch einen Vox VT30 und einen Roland Micro Cube zum Anspielen gehabt, aber verglichen mit dem POD waren auch von diesen zwei nicht weiter führende Erkenntnisse zu erwarten, deshalb habe ich sie nicht mit beiden Kopfhörern gegengetestet.

Sehr eindrücklich war dann hingegen noch der Test mit dem Boss DR-880. Das DR-880 besitzt Bass- und Schlagzeugpattern, die über den Gitarrenverstärker abgespielt unglaublich gut klingen, das knallt und wummert richtig (sehr auch zur Freude der Nachbarn). Normalerweise muss ich das natürlich auch mit Kopfhörern machen, und deshalb habe ich das auch noch mit dem DT 1770 getestet. Für den Test habe ich eine Basslinie und ein Schlagzeugpattern laufen gelassen, und wechselweise mal den Bass oder das Schlagzeug ausgeblendet oder beide gleichzeitig abgespielt.

Und hier sind die Unterschiede zwischen dem K271 und dem DT 1770 wieder sehr deutlich: Der Beyerdynamic baut deutlich mehr Druck auf, klingt präziser und detailreicher, beim Bass glaubt schon fast die Anschlagsgeräusche zu hören und sieht förmlich die Saiten schwingen. :rock:


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Und jetzt kommt noch der Space-Shuttle-Test - "play f***ing loud!" :D


Derselbe Eindruck wie beim DR-880: Beim DT 1770 dröhnt und scheppert es einfach noch ein Stück mehr und "echter" als beim K271! :great:


So, es ist fast vollbracht. :)

Was ich nicht getestet habe, ist das Abmischen am Computer. Einerseits gibt es bei mir da nicht viel zu mischen, alles, was ich gelegentlich mache, ist in GarageBand eine Gitarrenspur auf einen Backingtrack zu legen. Anderseits musste ich eines Tages mit Schrecken feststellen, dass ich meine Testzeit schon um mehrere Tage überzogen hatte, auf dem Lieferschein stand nämlich ein Rückgabe-Datum, und das war schon lange vorbei...:rolleyes: So dass ich dann schleunigst zusammengepackt und das Paket nach Deutschland zurückgebracht habe.


Ein Aspekt fehlt aber noch, nämlich die Isolation gegen Aussengeräusche. Beyerdynamic gibt ja sogar an, wie stark die Ohrschalen gegen aussen isolieren, nämlich ca. 18 dB mit den Velourspolstern, die ich benutzt habe. Wieviel das beim K271 ist, kann ich in Zahlen nicht angeben, der DT 1770 isoliert aber deutlich besser.

Trotzdem ist die Isolation nicht komplett. Den "Kindertest" (DT 1770 vs. drei Kinder) besteht er nur bei gleichmässig sehr lauter Musik, und auch im "Staubsaugertest" ist er durchgefallen, obwohl mein Electrolux Ultra Silencer sich mit 68 dB The quietest vacuum cleaner ever nennt und ich beim Kauf sogar noch einen Musik-CD dazubekommen habe. Spätestens, wenn man die Fugendüse aufsetzt, ist es mit Musikhören vorbei. :D Trotz guter Isolation und geschlossener Bauweise ist es also ratsam, ihn in eher ruhiger Umgebung zu benutzen.



Fazit

Der DT 1770 PRO von Beyerdynamic ist ein sehr hochwertiger Kopfhörer, der mir aussergewöhnliche Hörerlebnisse beschert hat. Ich habe ihn nur ungern wieder gehen lassen. Ich fasse seine Qualitäten folgendermassen zusammen:

  • Überragender Klang mit unglaublich hoch auflösender und detailreicher Wiedergabe in allen Frequenzbereichen
  • Ausgezeichneter Tragekomfort auch bei Langzeitanwendung, ohne "heisse Ohren"
  • Sehr hochwertige Fertigung und Ausstattung, ansprechende Optik und Haptik
  • Hochwertiges Etui zum Schutz und Transport (mit einem kleinen Schönheitsfehler)

Und ja, ich würde ihn kaufen, wenn ich das Budget zur Verfügung hätte (vielleicht später einmal), er ist das Geld wert. :great:


Danke für die Geduld! Und jetzt bin ich gespannt darauf, die Berichte der anderen Tester zu lesen. ;)
 
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Toller Bericht!

Gibt es inzwischen auch ein Frequenzdiagram zu dem Kopfhörer?
Ich konnte bisher nichts finden.

Topo :cool:
 
El Peregrino

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Danke! Nach Frequenzdiagrammen habe ich nicht gesucht, und bin auch nicht zufällig darauf gestossen.
 
HenrySalayne

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Frequenzmessungen kommen hoffentlich bei irgendwelchen Fachmagazinen in den nächsten Monaten.

Zur Empfindlichkeit: Man gibt den Kennschalldruck in Zusammenhang mit einer festen Größe an, also z. B. einem Milliwatt oder einem Volt. Milliwatt ist die bessere Größe, da diese auch schon die Impedanz berücksichtigt. Volt ist dann sinnvoll, wenn man den Volt-RMS-Pegel des Kopfhörerverstärkers kennt.
Der DT-1770 ist mit 102 db/mW gut doppelt so laut, wie der AKG K-271 mit 91 db/mW, bei gleicher Leistung. Bei gleichem Spannungspegel ist der DT-1770 4 dB lauter und sollte etwa 108 dB/V bringen. Sollte also der Kopfhörerverstärker als Spannungsquelle arbeiten (was die meisten machen), ist der AKG K-271 kaum leiser als der DT-1770, bei Quasi-Stromquellen (wie dem von mir verwendeten NAD-Verstärker, bei dem die Endstufe mit Vorwiderstand den Kopfhörer antreibt) fallen die Unterschiede natürlich größer aus.

Zur Impedanz: Wie gerade eben schon gesagt, ist durch die hohe Impedanz an Spannungsquellen die Leistung geringer, dafür erhöht eine hohe Impedanz den Dämpfungsfaktor (ob das jetzt bei einem Kopfhörer wichtig ist, sei einmal dahin gestellt).

Insgesamt ein gutes Review, dass die Sachen auch mal aus einer etwas anderen Perspektive beleuchtet.
 
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El Peregrino

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Danke für die Erläuterungen! :great:
 

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