[Tonabnehmer] Harley Benton HB-T

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Harley Benton HB-T Transducer

Moin Leute, am Wochenende kam der Transducer von Thomann bei mir an und ich möchte euch meinen ersten Eindruck schildern.
Zuerst kommt aber noch eine Sicherheitswarnung: Passt bitte mit der Lautstärke auf, wenn ihr euch die Samples mit Kopfhörern anhört!
So, los geht’s!

1. Unboxing
Das ganze System kommt in einer kleinen Plastikverpackung, wie man sie von Kopfhörern und Audiokabel aus dem Elektromarkt kennt. Zum Glück ist die nicht verschweißt, denn die bekomme ich nie auf ;)
IMAG0156.jpg
Ausgepackt liegen drei Teile auf dem Tisch, wovon nur eins der Tonabnehmer ist. Der Rest sind zwei Klebestreifen zur Befestigung und ein Stück Schaumstoff (diente nur zur Sicherung des Inhalts).
IMAG0157.jpg
Das ganze System macht erst mal einen soliden Eindruck. Das Kabel ist nicht übermäßig dick, aber auch kein Klingeldraht. Die Klinkenbuchse ist ordentlich groß und bereits mit ein bisschen Klettband versehen, so das man die Buchse später am Instrument befestigen kann – da hat jemand mitgedacht.
Die Abnahmefläche ist in etwa so groß wie ein 10 Cent Stück, mal schauen was da nachher bei rumkommt....
Eine Anleitung zum Richtigen einbauen findet man nicht, dafür aber einen Hinweis auf der Rückseite der Verpackung: „Mounting Instructions inside“. Nochmal reingeschaut und siehe da, das Stück Pappe kann man aufklappen. Der Begriff „Mounting Instruction“ wurde etwas optimistisch gewählt, da dort lediglich geraten wird eine gute Position auf dem Instrument zu finden. Wie so was aussehen kann wird dabei nicht erklärt –also learning bei doing!

2. Der Einbau
Das ganze funktioniert sehr einfach und geht schnell. Man schneidet etwas von der Klebmasse ab, batscht es auf die Tonabnehmerfläche und klebt das ganze dann aufs Instrument – fertig! Später lässt sich alles ohne Rückstände wieder entfernen.
Als Instrument kam erst mal meine LAG Nylonstring zum Einsatz, da das ganze später in der Schule an normalen klassischen Gitarren montiert werden soll.

3. Sounds* – oder: Klänge wie vom Ozean....
*Alle Samples sind unbearbeitet. Der Pegel am Interface (Edirol UA 25ex) war gleichbleibend. Aufgenommen wurde mit Garageband
Beim ersten Versuch klebte ich alles auf die Stelle, die mittig zwischen dem Schallloch und dem Steg liegt. Kabel in die Buchse und ab ins Interface. Hm, da kommt nicht viel.
Um einen brauchbaren Pegel zu bekommen musste ich den Gain am Interface ganz schön aufreißen – Rauschen inklusive! Live sollte man unbedingt einen Pre-Amp in Betracht ziehen.
Der Sound an der Stelle ist nicht brauchbar: Dünn und leblos.
IMAG0158.jpg

Alles wieder ab und das ganze mal ans Schallloch geklebt:

Naja, auch nicht besonders.

Bleibt nur noch die andere Richtung, also ab damit vor den Steg.
Hier ist der Sound für mich am besten, es klingt sogar nach Gitarre.
IMAG0159.jpg

Leider ist auch hier der Pegel recht gering.

Die Störgeräusche kommen vom Kabel, welches sehr empfindlich gegenüber Berührungen ist. Bei dem Beispiel streiche ich mit den Fingern sanft über das Kabel:

Zum Schluss habe ich alles noch schnell auf die Steelstring gepappt:

Sehr dünn, da klingt der eingebaute Fishman um Galaxien besser....

4. Fazit
Mh, ich hatte mir etwas mehr erhofft. Die Tonabnehmer sollen später in der Schule die Akustikgitarren verstärken, da diese im Orchester untergehen. Dafür ist der HB-Tvollkommen in Ordnung, bei anspruchsvollen Ohren oder professionellen Ambitionen sollte man eher (teurere) Alternativen in Betracht ziehen.
Positiv:

  • Leichter Einbau
  • Ohne Rückstände wieder entfernbar
  • Solide Verarbeitung
Negativ:

  • Wenig Pegel
  • Kabel anfällig für Trittschall
  • Unbearbeitete Sounds

Das wars von mir, vielleicht war es ja für den ein oder anderen Interessant :)

Gruß,
Gear

Zusatz:


Ich habe das ganze nochmal mit meinem Lehle Sundaydriver-Preamp ausprobiert und muss sagen, dass das schon in die richtige Richtung geht :great:
Der Pegel ist zwar immer noch nicht überragend hoch (trotz vollem!! Gain am Lehle), aber schonmal besser als vorher:


Mit ein bisschen Bearbeitung (und einem Kipplaster voll Hall.....) klingt das ganze sogar ganz brauchbar. Wenn man kein Mikro zu hause hat und die Klampfe keinen Tonabnehmer besitzt kann man zumindest gut Ideen festhalten.
 
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Bäume Sind Cool
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Hi Gearhead44,

Danke erstmal für deinen echt gut gemachten Testbericht!

Ich habe mir das Gerät auch vor kurzem besorgt, um es mit meinem Micro Cube als absolute Low-Budget Lösung für Straßenmusik zu verwenden. (siehe Thread hier im Unterforum) Dafür bin ich eigentlich recht zufrieden.
Bis jetzt hab ich den Piezo allerdings ca. 2 cm unterhalb des Steges angebracht, in etwa so: http://referate.mezdata.de/sj2008/e-gitarre_tobias-sterbak/res-wikipedia.de/piezo.jpg
Vielleicht könntest du so eine Position ja auch noch in den Test aufnehmen?
Werde deine favorisierte Position direkt vor dem Steg auf jeden Fall demnächst mal ausprobieren.
 
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Gearhead44
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Hallo Bäume sind cool,
leider habe ich die Tonabnehmer schon in der Schule "verbaut", daher werde ich deine Position nicht ausprobieren können. Aber wenn du möchtest, poste doch ein Sample hier in dem Thread, dann hätte man einen direkten Vergleich.

Mir war der Microcube übrigens zu leise, an einem normalen Cube mit der Acoustic-Sim dagegen war der Sound sogar überraschend gut! Berichte doch mal, wie sich das Teil auf der Straße macht.
Gruß,
Gear
 
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In Bezug auf Klang und Lautstärke sollte der Abnehmer möglichst dicht am Steg sitzen. Ich würde den aus Erfahrung direkt hinter den Steg kleben. Weiter weg davon wird es recht zufällig, wie das klingt. Mit der Position entlang des Stegs (Diskant- oder Basssaiten) kann man eventuell noch die Balance zwischen den Saiten (zuviel Bass, zus spitze Höhen) etwas verbessern.
Gruß
Christoph
 

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