Tonumfang Alt-Sax

von cala, 19.09.16.

  1. cala

    cala Registrierter Benutzer

    Im Board seit:
    09.12.12
    Beiträge:
    434
    Zustimmungen:
    173
    Kekse:
    1.412
    Erstellt: 19.09.16   #1
    Hey!
    Bin gerade am Umschreiben von Noten für unsere Kammermusiktruppe. Das Alt-Sax muss mal wieder als Bassersatz herhalten, hat aber natürlich nicht ganz den Tonumfang eines Cellos. Bisher war mein Stand (Info von der Spielerin), tiefstmöglicher Ton sei notiert h bzw. klingend cis/des. Das passt auch mit der Tonumfangtabelle von Wiki (https://de.wikipedia.org/wiki/Saxophon) zusammen. Allerdings habe ich gerade festgestellt, dass Wikipedia auf der Kurzvorstellung "Altsaxophon" am Beginn der Seite den tiefsten Ton als b angibt??? Habe auch Noten im Fundus gefunden von einer ehemaligen Saxophonistin, in denen definitiv ein a notiert ist, weiß aber natürlich nicht, ob das ein Fehler des damaligen Arrangeurs war und in der Praxis dann oktaviert wurde.
    Im Prinzip ist es für mein aktuelles Projekt egal, entscheidend ist, was das Mädel spielen kann, nicht was eventuell theoretisch gerade noch mit dem Instrument gehen könnte, aber interessieren würde es mich schon. Gibt es da teure Spezialklappen? Krude Hilfsgriffe?
     
  2. Ralinem

    Ralinem Registrierter Benutzer

    Im Board seit:
    31.10.15
    Zuletzt hier:
    18.10.18
    Beiträge:
    699
    Zustimmungen:
    382
    Kekse:
    4.116
    Erstellt: 19.09.16   #2
    Das Alt-Sax klingt 1 kleine Terz höher als notiert. Also tiefster klingender Ton cis/des ist notiert ein b!

    Standard ist "tief B" (notiert) der tiefste Ton, der normal gegriffen werden kann (abgesehen vom Knie A mit Abdeckung des Bechers).
    Einige teure Modelle haben eine Erweiterung bis "tief A" als tiefsten Ton.
     
  3. Knebi89

    Knebi89 Helpful & Friendly User HFU

    Im Board seit:
    03.08.09
    Zuletzt hier:
    14.09.17
    Beiträge:
    510
    Ort:
    Wien
    Zustimmungen:
    598
    Kekse:
    6.083
    Erstellt: 19.09.16   #3
    Der tiefste Ton am Altsax ist ein kleines b (b-flat!) notiert, kleines des klingend. Das Altsax klingt also eine große Sext tiefer als notiert. Oder eben eine kleine Terz höher+eine Oktave runter, ist vielleicht angenehmer zum Denken.

    Ein kleines a am Altsax (notiert) ist ein Fehler des Arrangeurs. Ja, man kann mit dem Knie den Schallbecher abdecken, aber das jemandem in die Noten zu schreiben grenzt an fahrlässige Körperverletzung.
    Wobei... ich hab mal in einer sehr experimentellen Big Band gespielt, da musste ich meinem Nebenmann die Hand in den Trichter halten, damit er ein a spielen konnte. :D Aber ja... sehr experimentell.

    PS: Es kommt natürlich auf die Musikerin an, aber ich gebe zu bedenken, dass es, gerade für Anfänger, da unten schon etwas unangenehm wird. Vom notierten cis abwärts ist von den meisten Saxophonisten kein Staccato im Pianissimo zu erwarten. (Oder Pianissimo generell.) Nur um deine Erwartungen realistisch zu halten.
     
  4. cala

    cala Threadersteller Registrierter Benutzer

    Im Board seit:
    09.12.12
    Beiträge:
    434
    Zustimmungen:
    173
    Kekse:
    1.412
    Erstellt: 19.09.16   #4
    Super, danke allerseits! Dann war das wohl ein Denkfehler (rechnen, Hilfe...). Wie es grundsätzlich transponiert ist klar, aber wahrscheinlich ist in unseren Noten noch nie ein b aufgetaucht, die sind Geigen-/Klavierorientiert. Und wer für Streicher von mittlerem Können etwas mit 4b schreibt, damit beim Saxophon dann noch eines übrig bleibt, hat entweder keine Ahnung, keine Gewinnabsichten oder will seine sadistische Ader ausleben ;-) Wahrscheinlich hat die Spielerin beim Anblick eines "a" seinerzeit komplett abgewunken, weil sie die 5 Kreuze am Beginn des Taktes nicht realisiert hat, bzw. wir beide musiktheoretisch nicht geschaltet haben - ais=b=spielbar! In den alten Noten war aber tatsächlich a, wahrscheinlich hat da der Arrangeur verschlafen, dass ausnahmsweise "C-Dur" angesagt war (Klavier hat in diesem Stück tatsächlich 3 b).

    @Knebi: Die Saxophonistin ist keine Anfängerin, sondern mit vielen Jahren Unterricht und einigem an Spielpraxis richtig fit auf dem Teil, sonst ginge das gar nicht. Wir bewundern sie echt: Sie spielt konstant mit riesigen Mengen von Kreuzen in einem ungewohnten Tonraum für ihr Instrument ungeeignete Tonfolgen, und versucht dabei auch noch, halbwegs leise zu sein, was, wie du ja schreibst, in den Tiefen fast unmöglich ist. Sie sieht es als Herausforderung, und wo ein Wille ist, ist auch ein Weg!
     
  5. voiceintune

    voiceintune Registrierter Benutzer

    Im Board seit:
    20.02.16
    Beiträge:
    757
    Zustimmungen:
    107
    Kekse:
    1.598
    Erstellt: 19.09.16   #5
    ...Das Alt-Sax muss mal wieder als Bassersatz herhalten, ----

    der satz ist gut !
     
  6. chaos.klaus

    chaos.klaus Helpful & Friendly User HFU

    Im Board seit:
    26.04.11
    Beiträge:
    2.194
    Zustimmungen:
    728
    Kekse:
    6.247
    Erstellt: 20.09.16   #6
    Also für mich gibt es zwei Situationen nach denen ich gehe:

    Für Laien, semiprofessionelle Musiker oder Profis die vom Blatt lesen sollen schreibe ich absolut nur in komfortablen Lagen. Der Musiker ist dann nicht gestresst was sich positiv auf alle Aspekte des Spiels auswirkt (Intonation, Sound, Phrasierung, ...). Am Instrument bedeutet das d' bis e''', also klingend f bis g''. Außerdem schreibe ich so dass für Eb-Saxophonisten maximal 4 Kreuze stehen. Die absolute Wohlfühltonart am Saxophon ist übrigens F-Dur, also transponiert D-Dur. Saxophonisten kommen meißt aus der Jazz-Ecke und da ist F-Dur der einfachste gemeinsamse Nenner unter den transponierenden und nicht transponierenden Instrumenten. Daher gibt es unendlich viel Literatur in F-Dur und Saxophonisten fühlen sich da wohl.

    Wenn ich für Profis schreibe die Vorbereitungszeit haben, dann gibt es keine Gnade was die Vorzeichen angeht. Die Klangfarbe des Instruments ändert sich sehr mit der Tonart, was man kreativ nutzen kann. Was die Range angeht muss man halt wissen, dass die Extreme einfach anders klingen als der Rest der Range. Aber auch hier schreibe ich nie tiefer als klingend Eb. Db ist zwar noch drauf auf dem Instrument, aber werder D noch Db intonieren gut.
     
    gefällt mir nicht mehr 1 Person(en) gefällt das
  7. cala

    cala Threadersteller Registrierter Benutzer

    Im Board seit:
    09.12.12
    Beiträge:
    434
    Zustimmungen:
    173
    Kekse:
    1.412
    Erstellt: 20.09.16   #7
    Tonart wechseln geht bei uns nicht, leider - dann müsste man alle Noten umschreiben, was v.a. beim Klavier richtig Aufwand wäre. Dafür ist die Sache nicht ambitioniert genug, reines Spaßprojekt, wäre da irgendein Ehrgeiz/Geld dahinter, würde man es natürlich genau so machen, wie chaos.klaus es beschreibt. In einem Blasorchester oder einer Band sieht das "Kräfteverhältnis" anders aus, aber bei uns ist die Verteilung gerade 8 Instrumente in c (Streicher, Klavier, Quer-/ Blockflöten, Oboe, manchmal Fagott), eine Klarinette und das Saxophon. Alle anderen können aus den vorhandenen Noten spielen ;-) Und bis das Klavier seine Tonmassen sortiert hat und die Geigen Lagenwechsel und Striche koordiniert bekommen, hat die Saxophonistin erfahrungsgemäß Zeit genug, sich in ihrer Kreuzschwemme zurechtzufinden. Alles Gewöhnung, behauptet sie, und schlägt sich mittlerweile echt verdammt gut. Die Intonationsschwierigkeiten in der Tiefe sind bisher noch nicht aufgefallen, zum einen haben wir das Klavier, an das man sich "anlehnen" kann, zum anderen sind kleinere Unreinheiten im Bassgebrummel wesentlich weniger auffällig als bei den Sopran-Blockflöten oder gar beim Piccolo!
     
Die Seite wird geladen...

mapping