Warum wird bei A-Dur die H-Saite bei der Gitarre im zweiten Bund gespielt?

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Moin zusammen,

ich bin jetzt ein halbes Jahr an der Konzertgitarre und bin noch ohne Lehrer unterwegs. Das Instrument macht mir wirklich Spaß und so langsam möchte ich mehr über Musiktheorie lernen und hab einfach mal angefangen, Akkorde zusammenzusetzen. Bei A-Dur bin ich auf die Töne a-c-e gekommen. Da a der höhste Ton sein muss, wird die tiefe E-Saite leer gespielt. Die A-Saite wird ebenso leer gespielt, wiel a der tiefste Ton im Akkord ist. Bei der D-Saite wird im zweiten Bund gegriffen wegen: d-dis-e. Die G-Saite wird ebenso im zweiten Bund gegriffen wegen g-gis-a. Für den Akkrod fehlt jetzt noch ein c. Daher müsste doch auf der H-Saite im ersten Bund gegriffen werden? Der Akkord wird aber im zweiten Bund gegriffen, auf dem aber ein cis liegt. Warum ist das so?

Viele Grüße schönes Wochenende und ein herzliches "Hallo" ins Forum
 
käptnc
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bei A-Dur ist immer das Cis dabei! /große Terz
 
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Die Gitarre ist größtenteils in Quarten gestimmt: E->A, A->D, D->G

Aber eben nur größtenteils. Die H-Saite fällt nämlich aus dem Rahmen. Die ist eine große Terz von der G-Saite entfernt, also G->H.
Also ergibt sich: E->A, A->D, D->G, G->H (große Terz!), H->e
Damit ergibt sich also eine Stimmung in: Quarte, Quarte, Quarte, große Terz, Quarte.

Also muss man auch die Verschiebung der Intervalle auf der H-Saite beachten. Deswegen wird die Terz dort im zweiten, statt im ersten Bund gegriffen, weil im ersten Bund der H-Saite eben die kleine Terz liegt. Greift man den ersten Bund, hat man nur eine kleine Terz und damit a-moll.
 
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ThisErik
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..... Bei A-Dur bin ich auf die Töne a-c-e gekommen. Da a der höhste Ton sein muss......

Da ist halt dein Irrtum.
a-c-e ergibt a-moll. Der Grundton ist a, 3 Halbtöne weiter die kleine Terz c. (und dann halt noch die Quinte E) Kleine Terz zum Grundton ergibt Mollakkord.
a-c#-e ergibt A-Dur. Grundton wieder a, 4 Halbtöne weiter nun die grosse Terz das cis (und dann halt noch die Quinte E) Grosse Terz zum Grundton ergibt Dur-Akkord

Jetzt haste also gelernt:
3 ht vom Grundton = kleine Terz = moll akkord wenn noch ne reine Quinte dabei ( 7 ht),
4 ht vom GT + reine Quinte = Durakkord.
 
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Danke für die zahlreichen Antworten. Da gab es in der Tat einen Irrtum. Also zusammengefasst: Erst die große Terz --> 4HT, von diesem Ton kann man die nächste kleine Terz --> 3 HT und man landet von a bei cis und von cis bei e. Danke für die Hilfe:) ich bin einfach davon ausgegangen, dass mann immer große Terzen weiter geht.
 
Be-3
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Danke für die Hilfe:) ich bin einfach davon ausgegangen, dass mann immer große Terzen weiter geht.

Beim Stapeln von großen Terzen vom A aus käme man aber zu Aaug (A übermäßig) mit A+C#+E#.

Dur- und Moll-Akkorde enthalten jedoch immer eine reine Quinte, die aus genau 7 Halbtonschritten besteht.

Deshalb ergibt sich bei Terzschichtungen zwangsläufig, dass man eine große und eine kleine Terz braucht, sonst kommt man nicht auf insgesamt 7 Halbtonschritte zur Quinte: Das geht nur mit einer großen (4 HTS) und einer kleinen (3 HTS) Terz.
  • Große Terz + kleine Terz: Dur-Dreiklang
  • Kleine Terz + große Terz: Moll-Dreiklang
  • Große Terz + große Terz: Übermäßiger Dreiklang (mit übermäßiger Quinte)
  • Kleine Terz + kleine Terz: Verminderter Dreiklang (mit verminderter Quinte)
Eselsbrücke
Vom Grundton aus gesehen eine große Terz charakterisiert einen Dur-Akkord, vom Grundton aus gesehen eine kleine Terz charakterisiert einen Moll-Akkord.
Deshalb heißen Dur-Akkorde im Englischen/Französischen/Italienischen usw. major/majeur/maggiore und Moll-Akkorde minor/mineur/minore, weil sich das major/minor (groß/klein) auf die Terz bezieht.

Kann man sich also gut merken: major chord (Dur) mit großer Terz, minor chord (Moll) mit kleiner Terz (immer vom Grundton aus gesehen).

Frage: Man kann sich ja mal verzählen oder die Reihenfolge große/kleine Terz verwechseln, aber:
Kannst Du den Unterschied zwischen Dur und Moll hören?

Viele Grüße
Torsten

PS: Schön, dass Du Dich mit dem Akkordaufbau auf der Gitarre befasst und nicht einfach nur vorgegebene "Griffe" lernst. :great:
 
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OckhamsRazor
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[1] Bei A-Dur bin ich auf die Töne a-c-e gekommen. [2] Da a der höhste Ton sein muss, wird die tiefe E-Saite leer gespielt

Zu [1]: Das ist ja bereits als kleiner "Terz-Rechenfehler" geklärt worden.

Zu [2]: Da ist deine Formulierung vielleicht etwas missverständlich.
Ich empfehle Anfängern beim eigenständigen "Zusammenbasteln" der Basisgriffe immer folgende Vorgehensweise:

1. Akkordtöne benennen. Beispiel E-Dur: e-gis-h, Grundton: E.
2. Zunächst den Grundton (E) als Basston möglichst tief legen. Im Fall von E bietet sich natürlich die 6. Saite=0 an.
3. Danach die Leersaiten abwärts, d.h. von der höchsten zur tiefsten Saite (!) durchgehen, immer nach folgendem Schema:

(1) Wie heisst die Leersaite? (2) Ist der Ton der Leersaite mit irgendeinem Akkordton identisch?
Wenn JA: Verwende die Leersaite.
Wenn NEIN: Gibt es im Bereich der ersten drei Bünde einen Ton, der im Akkord vorkommt?
Wenn JA: Bund bestimmen.
Wenn NEIN: Kommt bei den elementarsten Dur-und Mollakkorden (E/Em/E7/Em7, dto. auf A und auf D) garantiert nicht vor!

Beispiel E-Dur (e-gis-h):
6. Saite 0=E = Grundton = Basston.
1. Saite 0=e1. Ist im Akkord vorhanden, also Leersaite verwenden.
2. Saite 0=h. Ist im Akkord vorhanden, also Leersaite verwenden.
3. Saite 0=g. Nicht im Akkord vorhanden, muss gegriffen werden. Nächstliegender Akkordton: gis (3. Saite/1. Bund)
4. Saite 0=d. Nicht im Akkord vorhanden, muss gegriffen werden. Nächstliegender Akkordton: e (4. Saite/2. Bund)
5. Saite 0=A. Nicht im Akkord vorhanden, muss gegriffen werden. Nächstliegender Akkordton: H (5. Saite/2. Bund)
Resultierendes Griffbild: 0-2-2-1-0-0, davon drei gegriffene Töne, also zugleich ein mit Barré verschiebbarer Basisgriff.
Dass einige Töne (e und h) mehrfach vorkommen, ist erlaubt und bisweilen sogar erwünscht.

Bei deinem A-Dur-Griff ist etwas Vorsicht geboten, weil die tiefste Position des Grundtons auf der 5. Saite (0=A) liegt.
Zunächst ist die Vorgehensweise für A-Dur=a-cis-e wie zuvor:

5. Saite 0=A = Grundton = Basston.
1. Saite 0=e1. Ist im Akkord vorhanden, also Leersaite verwenden
2. Saite 0=h. Nicht im Akkord vorhanden, muss gegriffen werden. Nächstliegender Akkordton: cis (2. Saite/2. Bund)
3. Saite 0=g. Nicht im Akkord vorhanden, muss gegriffen werden. Nächstliegender Akkordton: a (3. Saite/2. Bund)
4. Saite 0=d. Nicht im Akkord vorhanden, muss gegriffen werden. Nächstliegender Akkordton: e (4. Saite/2. Bund)
6. Saite 0=E. ACHTUNG: Der Ton ist zwar im Akkord vorhanden, liegt aber tiefer, als der Grundton auf der 5. Saite!
In solchen Fällen klingen die Akkorde bisweilen etwas "muffig", man sollte daher Töne, die tiefer als der Grundton liegen, ohne triftigen Grund entweder nicht mitspielen, oder nur als Wechselbässe auf unbetonten Taktzeiten verwenden.
Resultierendes Griffbild: (0)-0-2-2-2-0, davon drei gegriffene Töne, also ebenfalls ein verschiebbarer Basisgriff.

Merke:
Das Verfahren bezieht sich zunächst auf grifftechnisch einfachste Akkorde mit Grundton im Bass. Die wichtigsten Akkordtöne sollten möglichst bereits auf den drei höchsten Saiten jeweils einmal vorhanden sein, die Reihenfolge ist bei Drei- und Vierklängen zunächst egal. Bei Mehrklängen mit 9, 11 oder 13 sollten die den Ziffern entsprechenden Töne aus klanglichen Gründen immer auf der höchst möglichen Saite liegen.
Bei sogenannten "Umkehrungsakkorden" wird analog zunächst der jeweilige Umkehrungsbass bestimmt, das Prinzip bleibt ansonsten aber gleich - also zunächst den Basston festlegen, dann von hoch nach tief durcharbeiten. Werden maximal drei Finger zum Greifen benötigt, ist der Akkord durch Zeigefinger-Quergriff (Barré) auch in andere Positionen verschiebbar.
 
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