Wie scannt ihr große Mengen an Noten in hoher Qualität?

von HaraldS, 15.07.20.

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  1. HaraldS

    HaraldS Mod Emeritus Ex-Moderator

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    Erstellt: 15.07.20   #1
    Ich verwende ForScore auf einem 12.9‘‘-iPad, die grundlegende Problematik haben außer mir aber sicher alle, die viele Noten am Tablet verwalten: erstmal müssen die Noten in hoher Qualität gescannt und als PDF gespeichert werden. Dabei gibt es ja folgende Herausforderungen:
    • gleichmäßige und optimale Beleuchtung: das geht nur mit einem Scanner und nicht mit der iPad-internen Kamera, denn da spielt die Umgebungsbeleuchtung zu sehr mit hinein, sodass die Papierfarbe im Foto deutlich sichtbar ist. Außerdem wirft das iPad bzw. werfen die Hände Schatten beim Fotografieren von oben oder die Seiten liegen evtl. nicht plan, wenn es gebundene Noten sind
    • überflüssige Ränder müssen abgeschnitten werden, letztlich ist man ja nur an einem Rechteck innerhalb des Scans interessiert, in dem sich die Noten auf der Seite befinden
    • unterschiedliche Ausgangsformate: größere und kleinere Formate sollen auf DIN A4-Größe gebracht werden, um den Platz auf dem Tablet bestmöglich auszunutzen
    • die Scans müssen automatisch gerade ausgerichtet werden, falls sie geringfügig schief auf dem Scanner lagen (Deskew-Funktion)
    • Speichern der Scans mit aussagekräftigen Dateinamen, ohne jeden einzeln eintippen zu müssen
    • das ganze für mehrere 100 Seiten, also muss alles möglichst schnell und automatisiert gehen
    Ich beschreibe mal meine Arbeitsweise, bin aber natürlich an Infos interessiert, wie andere Leute die Probleme oben gelöst haben:

    Ich scanne mit einem A3-Multifunktionsgerät (brother MFC-J6530 bzw. Vorgänger) mit Windows Paint, das mit Autohotkey automatisiert ist. In diesem Autohotkey-GUI-Fenster kann ich den Titel des Stückes eintragen und den Namen der Partitur/Stimme aus einer Liste auswählen. Die Seitenzahlen werden automatisch hochgezählt. Es entstehen monochrome PNG-Dateien mit 300DPI, die bereits Titel, Stimmenbezeichnung und Seitenzahl im Dateinamen tragen. Deskewing passiert mit https://galfar.vevb.net/wp/projects/deskew/ .

    Dann lade ich alle Scans in GIMP, https://www.gimp.org/ . Bei Bedarf wird das Bild um 90,180 oder 270 Grad gedreht. Dann ziehe ich ein Rechteck um den interessanten Bereich, lasse erst normal, dann automatisch zuschneiden, auf A4 vergrößern oder verkleinern und als PDF speichern. Bei Scans mit dünnen Linien wende ich die „Erodieren“-Funktion an. GIMP habe ich auch mit Hotkeys weitgehend automatisiert.

    Die PDF-Dateien werden dann durch ein weiteres Autohotkey-Script unter Analyse des Dateinamens mit https://www.pdflabs.com/tools/pdftk-the-pdf-toolkit/ so zu mehrseitigen PDF-Dokumenten zusammengefasst, dass immer eine Partitur oder eine Stimme eine PDF-Datei wird.

    Probleme...: Ich würde gerne das Deskewing auch in GIMP erledigen, wenn jemand eine Lösung kennt, wäre ich für Infos dankbar. Und natürlich würde ich das Ziehen eines Auswahlrechtecks gerne automatisieren...aber ich habe das bei mehreren Grafikprogrammen ausprobiert, keines war so genau und gleichzeitig fehlertolerant, wirklich nur die Noten einzugrenzen und die unweigerlich entstehenden schwarzen Punkte durch Papierflecken oder Scanfehler zu ignorieren.
     
  2. punkadiddle

    punkadiddle Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 15.07.20   #2
    Für so etwas bezahlt man einem notleidenden Studenten nen fuffy und gut is. Die kann man beim Arbeitsamt bestellen. Kommen ins Haus.
     
  3. murmichel

    murmichel Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 15.07.20   #3
    Wenn ich deine Vorgehensweise richtig verstehe, dann könntest du dir mit einem professionellen Scan-Programm, etwa Abbyy FineReader, einige Arbeit sparen. Darin wählst du gleich den gewünschten Scanbereich aus und das Programm macht das Deskewing selbst. Alle zusammen gehörigen Seiten sind in einem Projekt und du musst sie nicht mehr explizit zusammen fassen. Sehr wahrscheinlich ist die Ergebnisdatei dadurch kleiner. Obendrein bekommst du OCR für Texte auf den Seiten.
     
  4. Sisko78

    Sisko78 Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 15.07.20   #4
    Das Ipad hast Du ja ausgeschlossen, ich will nur anmerken, dass das nicht so schlecht funktioniert. Ich habe sicherlich schon eine 4 stellige Zahl von Seiten abfotografiert.
    Wenn es eine längere Session wird, nehme ich den meinen Mikroständer mit Ipad Halterung zu Hilfe.
    Als Programm Adobe Scan, dort kann man direkt nach Aufnahme das Rechteck mit den Fingern ziehen (wenn überhaupt nötig) und die Aufnahme direkt einem verwendeten Setlist Programm über Freigabe zuordnen (kopieren)
    Und ich verwende meinen Flachbettscanner so gut wir gar nicht mehr, da das Ergebnis am Ipad mindestens so gut aussieht und schneller geht.

    Zusatz:

    - Größenanpassung mache ich dann meist in ForScore, meinem Notenprogramm (wenn ich die Noten dann tatsächlich benutze, Probe etc.)
    - Automatische Ausrichtung geht denke ich nicht (ich habe noch nicht danach gesucht), wenn benötigt mache ich eine manuelle Ausrichtung ebenfalls in ForScore
    - Dateinamen müssen manuell eingegeben werden (glaube ich zumindest), sonst wird nur das Scandatum verwendet. Es gibt eine Schrifterkennung, gelegentlich kann man den Titel oder Teile davon zusammenklicken. Allerdings sind die "Scans" ja schoni direkt pro Stück zusammengefasst, also nur einen Namen pro Stück und keine Seitenzahlen.
     
  5. Palm Muter

    Palm Muter Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 11.08.20 um 14:38 Uhr   #5
    Hallo Harald

    Solche "Durchlaufscanner" kennst du?
    https://www.amazon.de/Fujitsu-ScanS.../B07HQCBH3F/ref=psdc_1626220031_t1_B07VM98NKT

    Funktionieren idR. so, dass man ein "Magazin" wie bei einem Drucker hat, nur legt man statt Leersaiten eben die Scanseiten hinein, drückt auf los und er frisst automatisch eine nach der anderen, geht je nachdem wie viel man investiert bis in die Größenordnung >100 Blatt pro Minute, idR. können die Dinger auch Vorder- und Rückseite synchron scannen.
    Einzig: Du brauchst klarerweise Einzelseiten. Also was in irgendeiner Form gebunden ist kriegt man in so ein Teil nur, wenn man es zerscheidet.

    Grüße
     
  6. HaraldS

    HaraldS Threadersteller Mod Emeritus Ex-Moderator

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    Erstellt: 11.08.20 um 15:33 Uhr   #6
    Danke für den Hinweis! Den Typ von Scannern kannte ich, aber es sind halt fast immer zusammenhängende Seiten, die ich nicht zerschneiden kann (und auch die wildesten Papierformate), daher scheidet das leider aus.
    Mein Lösungsansatz besteht darin, den Arbeitsplatz so sinnvoll wie möglich einzurichten, also den Scanner auf eine angenehme Arbeitshöhe (höhenverstellbarer Drummersitz), genügend Ablagefläche drumherum, ggf. Deckel vom Scanner entfernen...so kann ich zumindest den Aufwand überschaubar halten.

    Auch an alle anderen schonmal vielen Dank für die Antworten, da ist viel Interessantes dabei.
     
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