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Wie schafft man ein Comeback?

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rosali9502
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Hallo,
Ich hoffe, ich habe die richtige Kategorie getroffen...

Folgendes:
Ein Freubdesfreund von mir war vor ca. 20 Jahren sehr erfolgreicher Trompeter in der Volksmusik und hat mit einer Sängerin als Duo auch zahlreiche Preise abgeräumt.
Leider lief mehreres scheinbar nicht optimal, sodass er der Branche den Rücken kehren musste.
Nun will er aber gern wieder dorthin, wo er mal war und hat dafür "Bed of Roses" auf Trompete gecovert inkl. wunderschönen Musikvideo, dass nach 4 Wochen knapp 1900 Aufrufe und 75 Likes hat. Was wohl leider zu wenig war, um von den großen Produzenten gesehen zu werden.
Kontakte a la Handynummer von Silver Eisen und Co hat er nach den vielen Jahren nicht mehr, ein Management auch nicht.

Ich habe leider ein Helfer-Syndrom und würde ihn gern unterstützen, zumal ich von dem, was er musikalisch kann, völlig überzeugt bin, aber leider keine Ahnung wie.
Habt ihr Ideen, was man tun kann, um vom Fernsehen wieder gefunden zu werden? Zumindest meine Großeltern und deren Bekannte haben den Namen schon mal nicht vergessen und waren auch begeistert von dem, was er macht, aber 70+ scheint nicht die Generation von Social Media zu sein, die kräftig Likes verteilt *lach*

Viele Grüße,
rosali9502
 
Eigenschaft
 
Die Frage ist doch ähnlich abstrakt, wie die danach, wie man grundsätzlich im Musik-Business Erfolg hat.

Da ich branchenfremd bin, kann ich nur allgemeine Erwägungen anbieten.

Die Eingangsfrage ist doch auch, was bedeutet Comeback für diesen konkreten Musiker? Wo will er wieder hin?

Wenn dein Freund einen Namen hat, der noch genug Zuschauer der 70+ Generation zieht, dann ist da auch ein Markt. "Das Fernsehen" wird ihn aber sicher nicht finden, während er zu Hause oder mit kaum besuchten YouTube-Videos darauf wartet.

Ein par lokale Hallen sollte er da schon füllen können.

Andernfalls ist er halt ein - nach deiner Einschätzung - sehr guter Trompeter. Davon gibt es ein par in Deutschland die sich eben um die Session, Studio etc. Jobs balgen.

Ich habe leider ein Helfer-Syndrom und würde ihn gern unterstützen - aber leider keine Ahnung wie.

Dann bist Du einfach nicht die richtige Hilfe. Ohne Kontakte und Branchenkenntnisse ist alles was ihr machen würdet, ein Stochern im Nebel.

Ziele festsetzen und dann überlegen, wer einem professionell bei der Verwirklichung dieser Ziele helfen könnte. Dabei kritisch bleiben.
 
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@rosali9502 :

ohne liquide Mittel (für eine Kampagne), Kontakte / gute Beziehungen zu den aktuellen Entscheidungsträgern sowie ohne einen guten Manager, der schon länger im Geschäft ist und -vor allem !!!- ohne eine Fangemeinde, die man sich langfristig live erarbeitet hat, wird es sehr schwierig (um es nett auszudrücken...), bzw. unmöglich (um es knallhart realistisch zu benennen...).

Da Live-Gigs zur Zeit ein Problem sind und die angepeilte Zielgruppe offenbar eher zur Risikogruppe gehört, ist das Touren auch nicht möglich.

In Zeiten von Covid 19 ist es für alle Künstler sehr schwierig. Neue Projekte funktionieren - wenn überhaupt - nur noch über "soziale" Medien und bringen erst sekundär ein finanzielles feedback.

Aber die Zielgruppe ist hier entscheidend unterrepräsentiert, wie du ja selbst schon festgestellt hast.

Dennoch alles Gute!

RJJC
 
Heist der gute Mann Torsten? (Da bislang - aus welchen Gründen auch immer - kein Name genannt wurde, will ich hier auch keinen vollen Namen mutmaßen.).

Wenn dem so ist, dann befürchte ich, dass sein damaliger Erfolg eher eine spezielle Nische bedient hat, auf den man ohne Weiteres heute nicht mehr nahtlos aufsetzen kann. Ein gut ausgebildeter Musiker dürfte er fraglos sein, insofern könnte doch Studio und Session-Musik durchaus ein Standbein sein.

Ansonsten könnte ich mir am ehesten vorstellen, dass eine Kooperation mit "regional verankerten" Bands (nicht nur regional bekannt) ihn wieder ein wenig mehr ins Rampenlicht setzen könnten.

Vielleicht mal ganz nassforsch mit der eigenen Vita bei dem Management von Bands a la Silly (oder eben ein par Nummern darunter) anfragen, auch wenn da wohl eher zunächst nichts direkt bei rauskommt. Aber wer weiß, er hat ja eine Vita die zumindest für ein Grundinteresse sorgen könnte.
 
...Heist der gute Mann Torsten?....
der hat beim Herbolzheimer Lead-Trompete gespielt (als Till Brüller noch nebendran die 3. gespielt hat), der muß sich doch nicht in der Volksmusik verkriechen...?!
 
der hat beim Herbolzheimer Lead-Trompete gespielt (als Till Brüller noch nebendran die 3. gespielt hat), der muß sich doch nicht in der Volksmusik verkriechen...?!

Naja, in welchem musikalischem Umfeld man sich wohl fühlt/die größten Erfolgsaussichten verspricht, muss ja jeder selber entscheiden.

Deswegen ja auch meine Frage: Was bedeutet Comeback? Regelmäßig auf Bühnen stehen, halbwegs von der Musik leben können oder Weltruhm und Reichtum?
 
Falls es der nämich ist...

...ich wollte lediglich zum Ausdruck bringen, der Dicke war sehr heikel beim Besetzen der Lead-Trompete - wer es dahin gebracht hat, der kann überall in Europa auf jedem Trompetenplatz bestehen und sollte nicht an Hunger sterben müssen.

Wer Berufsmusiker werden wollte bzw. ist, der leidet in der Regel nicht an unerreichbaren Höhenflügen, der bedient Banken, Versicherungen, Mieten, Familie,... mit solider Arbeit.
 
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Ich denke, die Zukunft für kommerziell erfolgreiche Blechblasmusik ist (wenn überhaupt) eine subversive-anarchische Barfussbrassband à la LaBrassBanda, ein Funk-Überfallkommando à la Lucky Chops oder chaotisch-kreative Konzertkomik à la Mnozil Brass.

Wenn es das ist: denke ich, dass die Zielgruppe klein sein könnte. Aktuell dürfte es ein Solotrompeter generell schwer haben, gerade wenn man softige Rocksongs spielt.
 
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Naja, zur Frage "Wie wird man in der Musikbranche 'erfolgreich'?" :
Lange her, da hatte ich einen Bekannten, der Akkordeon gespielt hat. Weindorf und so was. Einmal hat er es in die Volkstümliche Hitparade geschafft, indem er selbst seine ganzen veröffentlichten Platten aufgekauft hat... Schallplatten, gab es damals noch.
(Hat er selbst erzählt... und ich glaub's ihm)
Heute geht das dank 'Social Media' einfacher und günstiger, man kauft sich einfach die Follower. Googel einfach mal Follower kaufen. Ob's hilft wenn man Musik mit einer kleinen Zielgruppe macht? Keine Ahnung.
Und, wohlgemerkt, es kommt darauf an, was man unter "erfolgreich" versteht? Bekannt? Reich? Gebucht?
...
Leider lief mehreres scheinbar nicht optimal, sodass er der Branche den Rücken kehren musste.
Nun will er aber gern wieder dorthin, wo er mal war
...

Er will wieder dahin zurück, wo es schon vor zwanzig Jahren nicht mehr lief??? :bang:
:nix:
Öhem, vielleicht könntest Du Deinem Freund besser helfen, indem Du mit ihm darüber sprichst, ob das wirklich sein Ziel ist...

Grüße,

Kokopelli
 
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Naja, es lief wohl nicht, weil Krach mit Manager und daraus folgender psychischer Erkrankung...
 
Bin gerade über den Parallel-Thread hier reingestolpert. Was ein kleiner Buchstabe im Namen doch für einen Unterschied ausmachen kann, zwischen Jazz oder Volksmusik...
 
Krach mit Manager und daraus folgender psychischer Erkrankung...
Bitte jetzt nicht falsch verstehen, aber unabhängig von musikalischem Können (über das ich mir kein Urteil erlaube) braucht man im Show-/Musik-Business vor allem eine dicke Haut. Denn alle -Produzent, Manager, Publikum, Plattenverlag usw.- wollen, dass Du "lieferst", und denen ist es wurschtegal, ob Du gerade Kummer hast oder Magenverstimmung oder sonstwas: "Geh und mach Dein Ding, und zwar jetzt und freudig ohne garstig Widerwort!" Ich habe da "nur mal reingeschmeckt" und war entsetzt (milde ausgedrückt). Ich selbst könnte das nicht bringen... und da draußen laufen genügend sehr gute Musiker rum, die sich diesen Druck auch nicht antun möchten bzw. können.
Wenn "Krach mit dem Manager" Deinen Freund schon so aus der Bahn geworfen, dass er psychisch erkrankt ist und der Branche den Rücken kehren musste, stellt sich tatsächlich die Frage, ob ein "Comeback" (ggf. in damalige Höhen) anstrebenswert ist. Und wenn ja: Vielleicht kann man zunächst auch kleinere Brötchen backen (Studio-, Sessionmusiker).
 
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Deutsche Mentalität...??

In den USA ist es üblich, daß bei Aufnahmen 10 gleichwertige Musiker auf dem Gang vor dem Studio drauf warten, daß der Kollege nicht kommt, nicht kann, etc. da reicht schon stark verspäten und den Job hat ein anderer.
Das ist dort üblich und wird von den Kollegen so akzeptiert, ohne daß die sich feindlich gesinnt wären oder gar "seelisch krank" davon würden.
Das ist das Business, das ist der Beruf!
 
Mir ist klar, dass das nicht ohne ist. Ihm auch. Aber die Gesamtsituation hat sich inzwischen auch geändert, also seine. Bzw seine Einstellung dazu.
Ihm ist klar, dass das nach wie vor ein Schwimmen im Haifischbecken ist, aber er will es unbedingt wieder, quasi nicht nur sein Beruf, sondern auch seine Berufung
 
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Wobei man auch sagen muss: wenn dein Freund als solistischer Trompeter wahrgenommen wird, gebucht und in den Medien präsent ist, passt das Bild mit dem Haifischbecken nicht unbedingt - wer aus solistischen Gründen gebucht wird, ist nicht einfach ersetzbar. Er steht dann vielleicht in Konkurrenz zu Künstlern auf anderen Instrumenten, aber gegenwärtig gibt es keine medial groß wahrgenommenen Solo-Trompeter in der deutschen Unterhaltungsbranche (natürlich auch, weil die Branche am Boden liegt). Wer das schafft, hätte aktuell und künftig nach Corona ein Alleinstellungsmerkmal.
Erst wenn man Orchester-/Theater-/Studio-Jobs macht, ist man ziemlich problemlos ersetzbar - da passt das Haifischbecken u.U. eher. Und dann kommt es in der Tat auf gute Connections und Vitamin B an.

Wenn man als Solist unterwegs ist, lastet auf einem eine Menge Verantwortung, weil man körperlich und auf dem Instrument fit bleiben muss. Ich denke da im Vergleich an https://de.wikipedia.org/wiki/Walter_Scholz oder andere Kollegen aus https://de.wikipedia.org/wiki/Kategorie:Trompeter_(Unterhaltungsmusik) . Deren Biographien und Hintergründe sind schon interessant und möglicherweise für deinen Freund aufschlussreich.
 
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Wobei man als Instrumentalsolist überhaupt erstmal groß wahrgenommen werden muss. Was schwierig ist, stehen die meisten Menschen doch auf Gesang.
Also anders schwierig. :)
 
Kontakte a la Handynummer von Silver Eisen und Co hat er nach den vielen Jahren nicht mehr, ein Management auch nicht.

Wenn er wirklich wieder auf diese MDR-Schiene möchte, sollten sich da doch Türen öffnen. Die Zielgruppe existiert nach wie vor, und Referenzen sollte er doch genug haben.

Ich bezweifle, dass ein öffentliches, gut bei Google geranktes Forum der richtige Ort ist, ein Comeback und die Probleme der Vergangenheit zu diskutieren.

Falls es der nämich ist...

Nein, wie @glombi anmerkte: Der Buchstabe macht nen Unterschied.
 
Auf jeden Fall habt ihr mir hier deutlich weiter geholfen und ich hab eine Menge Ideen bekommen, wie ich dadurch ihm helfen könnte.
Und ja, es gibt 2 Trompeter mit sehr ähnlichem Namen - manchmal komische Zufälle in der Welt, haben sich glaube sogar mal zufällig getroffen :-D
 
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jooo, habs nach dem BuJazzO nicht mehr weiter verfolgt, aber eben nochmals nachgelesen, der mit "Th", den ich meinte, sitzt in trockenen Tüchern, festangestellt als Lead-Trompeter bei der NDR-Big Band.
Und auch nebenbei gut beschäftigt.
 

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