wieviel muss ich für eine brauchbare gebrauchte Konzertgitarre ausgeben?

milamber
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hi, ich konnte keine aktuelle Antwort auf diese Frage finden. Außerdem ist hier immer viel weniger los als bei den E-Gitarristen ;).

A propos … ich spiele ja hauptsächlich E-Gitarre. Vor 20 Jahren hatte ich aber mal so eine Phase auf einer klassischen Gitarre und habe wieder angefangen die Stücke von damals zu üben. Was mir auch richtig Spaß macht. Das Problem ist nur, dass ich diese im Moment entweder auf einer Steel string oder e-Gitarre spiele :D. Blasphemie … ich weiß.

Daher überlege ich vielleicht doch mal wieder nach einer Konzertgitarre Ausschau zu halten. Allerdings habe ich damit schonmal eine katastrophale Erfahrung gemacht. Die 300€ Gitarre, die ich damals vor fast 20 Jahren gekauft habe, hat sich nach einem Winter in eine Banane verwandelt und war unspielbar. Der Laden, in dem ich sie gekauft habe, hat auch nicht mehr existiert … vielleicht kein Zufall?
Wie auch immer … Irgendwie hat das bei mir Spuren hinterlassen und ich habe mich seitdem von Konzertgitarren fern gehalten. Ein Trauma welches ich nie überwunden habe.

Sollte ich aber doch wieder eine kaufen, was müsste ich denn so bezahlen um eine akzeptable und solide Gitarre zu bekommen? Ich werde jetzt nicht zum klassischen Konzertgitarristen mutieren. Aber einen gewissen Anspruch auf Bespielbarkeit habe ich dann schon :D.

Danke im Voraus für Tipps.
 
Das Problem ist nur, dass ich diese im Moment entweder auf einer Steel string oder e-Gitarre spiele :D. Blasphemie … ich weiß.
Ich mach das auch, warum sollte das Blasphemie sein? Höchstens dann, wenn man auch sonst an echte „Röhren“ glaubt … naja, Spaß beiseite.

Ich hab vor zwei Jahren meine echte klassische Gitarre (Hopf) verkauft und mir so etwas (gibt auch von anderen Herstellern vergleichbares) gekauft. Da kann ich jetzt meine klassischen Stücke und auch mal nen Riff-Rock drauf spielen. 46 mm Halsbreite, gewölbtes Griffbrett.
Letztlich ist es meine Reisegitarre, leicht, klingt auch ohne Verstärker immerhin etwas und gut spielbar für „alles“. Und manchmal sind diese weichen Nylonsaiten einfach wunderbar.

 
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Als vor ein paar Jahren bei meiner alten Konzertgitarre (die in einem Kindergarten genutzt wurde bevor ich sie bekam ...) der Korpus entgültig hinüber war habe ich mir eine La Mancha zugelegt. Das ist meine Chouchgitarre, bin ja auch eher der Stromgitarrist. Fichtendecke, Knochensattel, schwarze Mechaniken, keine Dots (auf dem Griffbrett) - mir gefiel das nach meiner damaligen Recherche. Bin auch immer noch sehr zufrieden damit. Es gibt sie auch in anderen Ausführungen. Preis-Leistungsverhältnis ist mMn. super! Das einzige Manko, wenn man es so nennen will- sie hat eine relativ dicke Klarlackschicht, kostet aber auch < 300 Euro.
Die Saitenhöhe war ab Werk für mich optimal, ich habe nur das Griffbrett geölt als ich neue Saiten aufgezogen habe.

La Mancha Rubi S

Die Optik (Maserung) gefällt mir bei meiner besser als bei der auf den Produktfotos von T.
 
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was müsste ich denn so bezahlen um eine akzeptable und solide Gitarre zu bekommen?
Das kommt auf deinen Anspruch an.
Wenn es einfach so „robuste Lagerfeuergitarre“ sein soll, wirst du bei Kleinanzeigen auch spielbare Gitarren ab 50€ finden.
Wenn du etwas höhere Ansprüche hast natürlich auch mehr.
Gebraucht für 300€, wie dein Beispiel liegt eigentlich schon weit im fortgeschrittenen Bereich.
Der Preisverfall bei günstigen Nylonstrings ist super groß, so dass 50-60% unter Neupreis schon fast normal ist.
Also bei 300€ gebraucht läge man dann bei 600€ neu, was schon ziemlich vernünftig ist.

hat sich nach einem Winter in eine Banane verwandelt
Das hier klingt eher nach falscher Lagerung, zu wenig Luftfeuchtigkeit oder Ähnlichem.
Das sollte eigentlich nicht mehr passieren, wenn man nicht die 30€ Gitarre aus dem Supermarkt kauft.
Bei gebrauchten Gitarren ist der Vorteil, dass man sofort sehen kann, ob sich das Gerät in vernünftigem Zustand befindet. Wenn die Gitarre nach mehreren Jahren nicht verzogen hat, wird das vmtl auch in den nächsten 20 Jahren nicht groß passieren.
Ein bisschen arbeiten natürlich alle Nylonstrings. Auch Meistergitarren brauchen irgendwann einen „Neck Reset“, das ist eine total normale Reparatur, die sich aber bei günstigen Gitarren einfach nicht lohnt.

Da du ja schon Gitarre spielst, würde ich einfach gucken, was es so in deiner Gegend bei Kleinanzeigen gibt und dann ein paar Gitarren anspielen gehen, bis du was Passendes gefunden hast.
 
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Yamaha hat gute und günstige Konzertgitarren. Ein Setup muss man eigentlich bei jeder Gitarre machen, meistens sind die Sattelkerben und die Stegeinlage zu hoch. Bei den Saiten sparen würde ich auch nicht. Eine Sattelbreite von 52mm kommt der Gitarren Auswahl zu Gute und ist der Standard, zumindest für mich, ich habe zwar auch noch eine mit 46mm, aber das lag daran dass ich mich am Anfang mit 52mm schwer tat, aber am Ende sind die 52mm doch optimal.
 
Der Preisverfall bei gebrauchten Konzertgitarren ist enorm. Wenn man den Markt kennt und viel Geduld hat, dann kann man wirklich Schnäppchen machen. Ich habe neulich 2 gebrauchte, sehr ordentliche klassische (Yamaha G255s, Hopf Gran Concierto) für sehr, sehr kleines Geld in kleinanzeigen.de kaufen können.
Sonst, was immer geht und schon genannt wurde: La Mancha Rubi, neu < 300€, gebraucht sollte man sie für max. 200 bekommen können. Auch in D oft gebraucht erhältlich: Hellweg bzw. Hopf-Hellweg. Meist etwas underpriced im Vergleich zu Hanika.
 
Wenn es nicht so am Geld hängt, ist das Qualitätsmerkmal bei teureren Gitarren wesentlich besser.
Bessere, länger abgelagerte Hölzer etc.
Ich würde immer eine Vollholzgitarre mit Fichtendecke kaufen. Wenn die Grundstruktur stimmt, entwickelt sich der Klang im Laufe der Jahre durch die Fichtendecke um Welten.

Geh in einen Laden und spiele zum Beispiel verschiedene Gitarren an. Hanika ist eine gute Marke, sie klingen natürlich alle unterschiedlich. Man muss sich die heraussuchen, die dem eigenen Geschmack entspricht.
Hanika ist für sorgfältige Verarbeitung und sehr gute Tonhölzer bekannt, oft mit lange abgelagertem Holz und vollmassiven Decken

Ich habe jahrelang eine Hanika gespielt, die sehr gut ist (die ich jetzt wieder verkaufe), da ich mir eine handgebaute Flamenca Blanca aus Spanien gekauft habe (20 Jahre abgelagerte Hölzer etc.). Die klingt durch jahrelanges Spielen noch einmal deutlich besser, differenzierter.

Ergo:
Wenn Du wenig Geld hast – auch aus einer Gitarre für 300 € kommen Töne.
Wenn Du es dir leisten kannst, ab 1.000 € wird es wesentlich besser.
Viele anspielen und die kaufen, die dir klanglich am besten gefällt.
Wichtig ist natürlich auch, dass sie dir optisch gefällt – dann nimmt man sie auch oft und gerne in die Hand.
 
danke
ich werde aber auf jeden Fall eine gebrauchte kaufen.

ich muss mich ein wenig schlau machen nach welchen Modellen ich Ausschau halten soll. Letztens hat jemand seine Gitarrensammlung aufgelöst und ich meine, dass da wirklich gute Gitarren für einen fairen Preis dabei waren. Aber ich habe nicht schnell genug reagiert da ich nichts überstürzen wollte und dann waren sie leider weg.
 
La Manche fand ich auch ein interessanter Hersteller.

Vielleicht auch mal hier reinschauen (was ich selber noch nie) und sich beraten lassen. Wenn man genauer weiß was man sucht, kann man auch besser gebraucht schauen...:
 
Hey,
natürlich sind Gitarren von Armin Hanika top...allerdings leider gebraucht fast schon "gemein unverhältnismässig" wertstabil im Vergleich mit anderen Konzertgitarren.
Tipp von mir sind "Matsouka" Klassikgitarren, die in den 80er/90er Jahren von besseren Musikalienhändlern zu für die Qualität sehr günstigen Preisen angeboten wurden.
Eine Stufe drunter, aber immernoch sehr brauchbar, fand ich Artesano Gitarren, die gebraucht sehr günstig sein sollten.
Im unteren Preisbereich haben (massive!) Zederndecken oft Vorteile gegenüber Fichtendecken (auch massiv natürlich!)...da richtig gute Fichtendecken vergleichsweise sehr teuer sein können.

Gruß,
Bernie
 
Eine Matsuoka M100 (41-400), Anfang der 80er in D das wertvollste regulär erhältliche Modell, habe ich selbst. Gutes Instrument. Wichtig bei Matsuoka: Selbst testen. Weil: Anhand der Modellbezeichnungen kann man das Instrument und seine Specs kaum abschätzen. ("M100" können ganz verschiedene Specs haben.) Dadurch sind die Angebotspreise sehr intransparent.

@HD600 - Siccas ist sicher ein Laden mit einem faszinierenden Angebot - das aber für den TE wohl gerade nicht so relevant ist... Aktuell kostet die günstigste dort über 500€, dann geht es mit >1k weiter. Dann eher die Zupfgeige, auch in KA. Aber gebraucht ist immer noch deutlich mehr value for money, und eine gebrauchte zu bewerten, sollte dem TE mit seiner Instrumentenerfahrung auch möglich sein.
 
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das aber für den TE wohl gerade nicht so relevant ist...
Du hast hinsichtlich des Budget natürlich recht aber ich finde es dennoch grundsätzlich interessant sich mit Leuten auszutauschen die große Ahnung haben, da kann man nur lernen oder auch Richtungen erkennen in die man möchte... auch wenn man dann vom Budget her dann lieber auf halber Strecke stehen bleibt. So war das gemeint. Wobei ich gerade auch etwas erstaunt bin auf der Website, die hatten früher auch einige bezahlbare Modelle von La Mancha...
Dann eher die Zupfgeige
Da will der TE bestimmt nicht hin.. :D
Aktuell kostet die günstigste dort über 500€
Bei so einem Laden würde es mich drei Mal interessieren, wie die günstigste Gitarre so ist, schließlich positionieren sie sich weit oben und da kann ich mir nicht vorstellen, dass sie eine richtige Gurke im Programm haben.
 
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@HD600 - ja, ich hatte auch gedacht, dass Siccas (noch) La Mancha im Angebot hätten. Ich kenne den Laden (wie auch die Zupfgeige und überhaupt K'he) nur vom Web und das Angebot erscheint deutlich in den Preisen nach oben gerutscht, offenbar mit einem Schwerpunkt auf "Hausmarken" bzw. Gitarrenbauer, die sehr eng mit denen zusammenarbeiten und ganze "Modellpaletten" dort vorrätig haben.
Und: Klar, ganz richtig, immer auch Instrumente spielen, die man sich gerade nicht leisten möchte, um den Horizont zu erweitern.
 
Wenn man Glück hat kann man gebrauchte gute Gitarren ersteigern.
Ich bekam letztes Jahr eine Konzertgitarre die über 40 Jahre gut verpackt war, aus Japan von K. Yairi 1981, massiver Boden und Zarge aus Palisander, Decke massiv Zeder und Mahagonihals, Griffbrett schwer zu sagen, auf jedenfall sehr hart und dunkel ohne Verfärbungen. Hochglanzlackierung fast neuwertig.
Ein Fliegengewicht mit klasse Klang und Sustain.
Würde man heutzutage wohl mehr als tausend Euro ausgeben müssen.
Sie hat mich mit Benzingeld keine 130 € gekostet.
 
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K. Yairi 1981, massiver Boden und Zarge aus Palisander
Echt jetzt? K.Yairi hat ja sehr bewusst mit laminierten Korpussen gearbeitet. Ist das eine Ausnahme oder evtl. eines von den Modellen, bei denen ein Innenholz durch "halbiertes" Furnier innen und außen "aufgedoppelt" wurde? (Wobei mich das nur technisch bzw. historisch interessiert; die laminierten Korpusse der Yairi oder mancher alten Yamaha-Factory-Modelle [G-Serie] sind schon sehr ordentlich.)
Wenn man Glück hat kann man gebrauchte gute Gitarren ersteigern.
Oh ja..., gerade klassische
mit Benzingeld keine 130 €
Das ist auch allmählich meine Preisklassse geworden ;-)
Falls die Yairi iwo in Norddeutschland angeboten wurde: Die hatte ich auch auf dem Schirm;-) Aber hier stehen genug Instrumente.
 
Kam von Filderstadt, die Gitarre ist so leicht, ich kann mir nicht vorstellen dass sie laminiert ist, zumal die Decke auch sehr dünn ist. Ich hatte sie mal in der Nähe von Boxen hängen und habe mich anfangs gewundert dass ich nach Musikende noch einen Klang hörte. Die Gitarre reagiert so empfindlich dass der Schalldruck sie zum singen brachte.
1450g ist m.M. nach schon wenig für eine 4/4 Gitarre. Ich kann mich natürlich auch irren und sie ist teillaminiert, nachschauen will ich nicht😇.
 
Meine Konzertgitarre habe ich in den 70ern gekauft, sie kostete damals 600 DM. Eine andere habe ich nie gewollt, Gitarre wurde mit den Jahren auch mehr zum Zweit- und schließlich Ex-Instrument.
Vor etwas über einem Jahr bekam ich wieder Lust aufs Spielen und wollte die Gitarre auch in privaten Sessions verwenden. Deshalb habe ich mir mit Blick auf kleines Budget wegen des Pickups und der sehr schicken Optik auf Verdacht die Harley Benson Nashvile Nylon Plus gekauft. Ich war ganz schön überrascht, welche Qualität für den geringen Preis geliefert wurde. Einzig der dazu bestellte Koffer war am "lower bout" 2cm zu schmal, trotz "passt garantiert".
Der akustische Klang ist für mich völlig ok, man hört sich über das Loch in der Zarge recht gut. Akustikgitarristen werden das vermutlich strenger beurteilen, aber statt Klangdetails und -fülle war mir die eingebaute Verstärkung ohne große Feedbackgefahr wichtiger.
Die Optik und Verarbeitung finde ich tadellos, die Bespielbarkeit so gut wie bei meiner richtigen Konzertgitarre und die Tuner sind auch, wie sie sein sollen.

Harley Benton Nashville Nylon Plus Black


Gruß Claus
 
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