gitarrero!
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Hallo zusammen!
Das Volume-Poti meiner vergangenes Jahr erworbenen, gebrauchten Ibanez Prestige S2620FMTB von 2002 war dermaßen schwergängig, dass es mir schiergar den Spaß an der Gitarre komplett verdorben hätte. Auch nach einer Behandlung mit Tuner-Spray, welches ja eine leicht schmierende Wirkung hat, sowie (nahezu) stundenlangem, stupiden Hin- und Herdrehen stellte sich partout kein "broken in"-Gefühl ein. Deshalb fasste ich heute den Beschluss, dem ein Ende zu setzen!
(weitere Infos zur Gitarre hier: https://www.musiker-board.de/threads/ibanez-userthread.190547/post-9838978 )
Das ist der Übeltäter:

Ich hatte noch eines meiner Lieblingspotis vorrätig - ein CTS 500K Audio Taper. Das Problem ist: Es hat einen Gewindedurchmesser von 3/8" = ungefähr 9,5mm und das verbaute japanische Poti hat ein M8-Gewinde.
Das wird also ein etwas größerer Eingriff. Klar hätte ich auch die M8-Variante von CTS bei TAD bestellen können, das hätte allerdings Portokosten und vor allem Wartezeit verursacht. 
Zur Vorbereitung erstmal den Knopf entfernen (Madenschraube mit Schlitz), Überwurfmutter lösen - hierfür nehme ich gerne einen Steckschlüssel - und E-Fach-Deckel abschrauben.


Dann das Poti aus der Kabelage im E-Fach herauspuhlen und die Drähte ablöten.



Jetzt beginnt der knifflige Teil. Und obwohl ich normalerweise predige, dass Modifikationen reversibel sein sollten, gestatte ich beim Thema Potibohrung eine Ausnahme von dieser Regel. Ich gehe behutsam vor und nutze einen 10mm-Kegelsenker.
Zum Schutz des Lacks außenrum, falls beispielsweise der Senker verrutscht oder sonstiges Ungemach passieren sollte, nehme ich eine Karosseriescheibe und etwas Flachkreppband. Gebohrt wird mit einem Akku-Bohrschrauber mit sehr niedriger Drehzahl und ganz viel Gefühl.




Zur Risikominimierung verzichte ich auf das Herausziehen oder gar Linkslauf des Senkers, sondern löse das Bohrfutter und lasse das Werkzeug ins Innere des E-Fachs fallen.
Das ist das Ergebnis.
Gaaanz leicht ausgefranst ist der Klarlack, das macht mir aber keine Sorgen. Die Stellen verschwinden unter der Beilagscheibe. Der Kratzer rechts von Bohrloch war übrigens vorher schon da, siehe Bilder weiter oben. Vermutlich war der Abstand zwischen Potiknopf und Lackoberfläche zu klein oder er saß schief auf der Achse.
Dann ein "Fit Check" - das neue Poti passt. Allerdings muss die komische kleine Nase am Potigehäuse noch weg, sonst säße das Poti schief. Eine extra Vertiefung im E-Fach, in die die Nase greifen und das Poti gegen Verdrehen schützen würde, mag ich nicht extra bohren, das ginge nur bei leerem E-Fach.



Vorbereitungen zum Löten: Der dritte Schleifer wird direkt mit dem Boden verlötet und an zwei Stellen wird verzinnt.



Dann das neue Poti unter die Kabel stopfen, die Zahnscheibe nicht vergessen und oben mit Beilagscheibe und Überwurfmutter montieren. Erst einen kurzen Funktionscheck machen - bestanden - und dann den Potiknopf wieder drauf.



Jetzt kann das E-Fach wieder zugeschraubt werden.
Tipp: Die Schrauben sollen ihr eigenes, sozusagen selbst geschnittenes Gewinde im Holz wiederfinden, damit die Bohrungen nicht ausfransen oder ausleiern. Also besser nicht mit einem Akkuschrauber o.ä. drauflosdrehen, sondern von Hand erst vorsichtig und gefühlvoll nach links drehen und die Schwerkraft walten lassen, bis die Schraube spürbar einen Millimeter nach unten ins Holz fällt, und erst dann ganz normal nach rechts die Schraube anziehen. Aber nur ganz vorsichtig und höchstens handfest, denn sonst überdreht man - was zwar hier beiMakkaroni Mahagoni eher nicht, bei weichem Basswood jedoch sehr leicht passiert.
Fertig!
Jetzt macht die Flinte wieder richtig Spaß! Die Operation hat sich gelohnt.
Das Volume-Poti meiner vergangenes Jahr erworbenen, gebrauchten Ibanez Prestige S2620FMTB von 2002 war dermaßen schwergängig, dass es mir schiergar den Spaß an der Gitarre komplett verdorben hätte. Auch nach einer Behandlung mit Tuner-Spray, welches ja eine leicht schmierende Wirkung hat, sowie (nahezu) stundenlangem, stupiden Hin- und Herdrehen stellte sich partout kein "broken in"-Gefühl ein. Deshalb fasste ich heute den Beschluss, dem ein Ende zu setzen!
(weitere Infos zur Gitarre hier: https://www.musiker-board.de/threads/ibanez-userthread.190547/post-9838978 )
Das ist der Übeltäter:

Ich hatte noch eines meiner Lieblingspotis vorrätig - ein CTS 500K Audio Taper. Das Problem ist: Es hat einen Gewindedurchmesser von 3/8" = ungefähr 9,5mm und das verbaute japanische Poti hat ein M8-Gewinde.
Zur Vorbereitung erstmal den Knopf entfernen (Madenschraube mit Schlitz), Überwurfmutter lösen - hierfür nehme ich gerne einen Steckschlüssel - und E-Fach-Deckel abschrauben.


Dann das Poti aus der Kabelage im E-Fach herauspuhlen und die Drähte ablöten.



Jetzt beginnt der knifflige Teil. Und obwohl ich normalerweise predige, dass Modifikationen reversibel sein sollten, gestatte ich beim Thema Potibohrung eine Ausnahme von dieser Regel. Ich gehe behutsam vor und nutze einen 10mm-Kegelsenker.
Zum Schutz des Lacks außenrum, falls beispielsweise der Senker verrutscht oder sonstiges Ungemach passieren sollte, nehme ich eine Karosseriescheibe und etwas Flachkreppband. Gebohrt wird mit einem Akku-Bohrschrauber mit sehr niedriger Drehzahl und ganz viel Gefühl.




Zur Risikominimierung verzichte ich auf das Herausziehen oder gar Linkslauf des Senkers, sondern löse das Bohrfutter und lasse das Werkzeug ins Innere des E-Fachs fallen.
Das ist das Ergebnis.
Gaaanz leicht ausgefranst ist der Klarlack, das macht mir aber keine Sorgen. Die Stellen verschwinden unter der Beilagscheibe. Der Kratzer rechts von Bohrloch war übrigens vorher schon da, siehe Bilder weiter oben. Vermutlich war der Abstand zwischen Potiknopf und Lackoberfläche zu klein oder er saß schief auf der Achse.
Dann ein "Fit Check" - das neue Poti passt. Allerdings muss die komische kleine Nase am Potigehäuse noch weg, sonst säße das Poti schief. Eine extra Vertiefung im E-Fach, in die die Nase greifen und das Poti gegen Verdrehen schützen würde, mag ich nicht extra bohren, das ginge nur bei leerem E-Fach.



Vorbereitungen zum Löten: Der dritte Schleifer wird direkt mit dem Boden verlötet und an zwei Stellen wird verzinnt.



Dann das neue Poti unter die Kabel stopfen, die Zahnscheibe nicht vergessen und oben mit Beilagscheibe und Überwurfmutter montieren. Erst einen kurzen Funktionscheck machen - bestanden - und dann den Potiknopf wieder drauf.



Jetzt kann das E-Fach wieder zugeschraubt werden.
Tipp: Die Schrauben sollen ihr eigenes, sozusagen selbst geschnittenes Gewinde im Holz wiederfinden, damit die Bohrungen nicht ausfransen oder ausleiern. Also besser nicht mit einem Akkuschrauber o.ä. drauflosdrehen, sondern von Hand erst vorsichtig und gefühlvoll nach links drehen und die Schwerkraft walten lassen, bis die Schraube spürbar einen Millimeter nach unten ins Holz fällt, und erst dann ganz normal nach rechts die Schraube anziehen. Aber nur ganz vorsichtig und höchstens handfest, denn sonst überdreht man - was zwar hier bei
Fertig!
Jetzt macht die Flinte wieder richtig Spaß! Die Operation hat sich gelohnt.
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