Ziel ohne Reise

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GolAmn
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Wer hat uns einst vergessen lassen,
wie man die guten Fragen stellt?
Was macht im Kern uns wirklich glücklich,
wenn nicht Status, Wohlstand, Geld?!

Wie konnte das denn nur passieren,
warum hat keiner uns gewarnt?
Nackt, blind und high auf allen Vieren
-
Der Zieleinlauf wird vertagt

Woran muss man sich heute messen,
wenn man die Mitte treffen will?
Was kann man guten Herzens glauben,
wenn man noch selber denken will?

Wenn einer sieht
wie 's um uns steht
gehört
er nicht
dazu.
Uns're Königin is rot
und erblindet.

Wie viele Straßen muss man gehen,
bis einer mal dem Wind zuhört?
Wie oft und lange drüber reden,
bis es den letzten auch verstört?

Wie konnte das denn nur passieren,
warum hat keiner uns gewarnt?
Nackt, blind und high auf allen Vieren
-
Der Zieleinlauf wird vertagt

Und wir suchen
nach der Nadel
für den Kompass
uns'rer Reise
Sind gedrillt aufs
Nichterkennen
von Momenten
die manche frech Das Leben nennen



Meinungen? Anmerkungen? Eure Deutung? :)
Lg
Gol
 
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Hey Gol,

mhm, wie finde ich den Text?
Also, ich tue mich jetzt schwer, einfach zu sagen, dass ich ihn schön finde. Weil es das nicht trifft.
Ich finde ihn interessant in der Art eines expressionistischen Gemäldes, ohne dass ich deinen Text als expressionistisch erkenne.
Und ich bin etwas skeptisch, ob hinter den einzelnen Bildern wirklich etwas steckt.
In einem wäre ich mir relativ sicher: du nimmst oft zwei Teile her, die nicht zusammen gehören und pappst sie aneinander.
So liegen sie denn nun und harren auf ihre Deutung. Nee, damit kann ich leider nicht dienen. Dazu ist es mir im Moment doch ein bisschen zu schräg.
Aber, was soll's , interessant finde ich es trotzdem.

Viele Grüße
falcone
 
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Ayeelah
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Hi Gol,

Ich fange mal von hinten mit deinen Fragen an ("Meinungen? Anmerkungen? Eure Deutung?")

Meine Deutung:
Ich vermute mal, ich verstehe deinen Text nicht wirklich.
Immerhin beschleicht mich eine Ahnung, dass es ein gesellschaftskritischer Text sein soll, der bemängelt, dass die Mächtigen Leute die Kleinen ruhig stellen, indem sie dafür sorgen, dass sie genug zu essen haben (billige Nahrungsmittel, an denen kaum noch etwas echt ist) und genug Spiel (Talkshows, Dschungelkamp, ...), damit sie ihre Augen davor verschließen, dass die Mächtigen die Kleinen "an der Nase herumführen" (= "nackt, blind und high auf allen Vieren") und sie bei jeder Gelegenheit ausnehmen.
Und das Opfer ist so in seiner Rolle gefangen, dass es nicht kapiert, wie die Mächtigen es schaffen, ihre Spielchen durchzuziehen und ihre Träume (?so es denn wirklich ihre Träume sind ...?), ohne bestraft zu werden (= "Sind gedrillt aufs Nichterkennen von Momenten").
Anhand von diesen beiden Textfragmenten hauptsächlich mache ich die Aussage aus. Aber besitzt der komplette Text diese Aussage? Und ist überhaupt richtig, was ich hineininterpretiere?
Irgendwie fehlt mir hier die klare Linie.
Ganz am Anfang haben "wir" vergessen, "wie man die guten Fragen stellt" (- warum gute Fragen? Ist es nicht sinnvoller, intelligent fragen zu können?) aber am Ende suchen wir die Nadel für den Kompass zum Leben.
Hm. Geht es im Grunde genommen doch nur um die banale Frage nach dem Sinn des Lebens?


Meine Anmerkung:
Der Text bietet viele Möglichkeiten zum Deuten. falcone spricht von Teilen, die nicht zusammengehören, dennoch zusammengepappt wurden - dem Eindruck folge ich. Außerdem habe ich das Gefühl, dass hier krampfhaft versucht wurde zu reimen und sich dadurch der eine oder andere skurrile Satz ergeben hat.
Vielleicht einfach mal einen Song schreiben ohne jeden Anspruch zu reimen?


Meine Meinung:
Einerseits hat es durchaus einen interessanten Aspekt, diesen unsortierten Text zu "zerlegen" und sich zu fragen, was könnte gemeint sein.
Dennoch - eine Auflösung ist nicht wirklich in Sicht, und ich habe gelernt, dass am Songtextende klarwerden sollte, warum das Lied so heißt wie es heißt. Es heißt "Ziel ohne Reise". Tja. Warum?
Fazit: Ich schaffe es nicht, das Rätsel zu knacken und lege es frustriert beiseite. Gehört zum Lied eine eingängige Melodie mit instrumentalen Ohrenschmausereien, dann bin ich mehr als willens, den Text und seine (schwierige? unmögliche?) Deutung zu ignorieren.


Naja, du hast gefragt. :D Vielleicht kannst du etwas mit meiner Antwort anfangen.

Ratlose Grüße,
Ayeelah
 
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GolAmn
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Vielen Dank für euer Feedback, das war sehr aufschlussreich zu lesen!
Auch war mir nicht ganz klar, dass eine fehlende Auflösung störend sein kann. Obwohl es gerade zum Thema passt, dass Fragen gestellt werden, die man nur sich selbst beantworten kann und somit garkeine allgemeine Auflösung haben können, da sie zu individuell sind.
Ich hab mal meinen Text kommentiert und versucht die Hintergedanken rauszustellen:

Wer hat uns einst vergessen lassen,
wie man die guten Fragen stellt? //"gute Frage" im Sinne von wichtigen oder den angesprochenen intelligenten Fragen, gegen kritikloses Hinnehmen
Was macht im Kern uns wirklich glücklich,
wenn nicht Status, Wohlstand, Geld?! //Reichtum und dessen Vermehrung als Maxime zum Glücklichwerden?

Wie konnte das denn nur passieren,
warum hat keiner uns gewarnt? //Geld korrumpiert und je mehr man hat, desto einfach verliert man die Haftung => ein schleichender Prozess, der einem vielleicht nicht alleine klar wird
Nackt, blind und high auf allen Vieren //Orientierungslosigkeit, Schutzlosigkeit, Hilflosigkeit
-
Der Zieleinlauf wird vertagt //Das Ziel "Lebensglück" wird zugunsten von kurzfristigen, materiellen Befriedigungen aufgeschoben/vernachlässigt

Woran muss man sich heute messen,
wenn man die Mitte treffen will? //Ist das Mittelmaß nicht mehr ausreichend? Bzw. was ist das Mittelmaß, wenn alle nur nach dem Besten streben?
Was kann man guten Herzens glauben,
wenn man noch selber denken will? //Wie kommen wir zu unseren moralischen Werten, können wir diese frei nach dem philosophischen Ideal durch die Vernunft erschließen? Medien als Meinungs-/Moralmacher?!

Wenn einer sieht
wie 's um uns steht
gehört
er nicht
dazu. //"wer zu viel erkannt hat, der macht das er wegkommt" - kettcar
Uns're Königin is rot
und erblindet. //spielt auf die Figur der Roten Königin aus Alice im Spiegelland an: "Hierzulande musst du so schnell rennen, wie du kannst, wenn du am gleichen Fleck bleiben willst." als Sinnbild für eine ständige Bewegung und Veränderung, die uns aber doch nie vorran bringt; dazu kommt die Kombination aus Blindheit und Bewegung, die eine sehr erschwerte Orientierung darstellen soll

Wie viele Straßen muss man gehen,
bis einer mal dem Wind zuhört? //ganz frech von Bob Dylan geklaut
Wie oft und lange drüber reden,
bis es den letzten auch verstört? //Aufklärung (generell) als Mittel, um Menschen auf ein Thema aufmerksam zu machen

Wie konnte das denn nur passieren,
warum hat keiner uns gewarnt?
Nackt, blind und high auf allen Vieren
-
Der Zieleinlauf wird vertagt

Und wir suchen
nach der Nadel
für den Kompass
uns'rer Reise //auch hier schön erkannt, allerdings weigere ich mich gegen DEN Sinn des Lebens und denke, dass jeder ihn für sich suchen und finden muss. Die Möglichkeiten heutzutage machen das nicht einfacher
Sind gedrillt aufs
Nichterkennen
von Momenten
die manche frech Das Leben nennen //schon richtig, durch Indoktrination mit fremden Werten, verlieren wir den Blick für all das, was UNS eigentlich wichtig wäre

Natürlich greift der Text nur meine subjektiven Eindrücke auf und gerade, wenn diese nichtmal als allgemein wahrgenommen werden, sondern nur mit der Verzerrung meiner Sichtweise zu tun haben, kann ich mir vorstellen, dass es zu kryptisch klingt.

Und tatsächlich, einen richtigen roten Faden gibt es nicht, auf der anderen Seite wird auch keine Geschichte erzählt.
Es ist also mehr ein Sammlung von Beobachtungen und Ideen, vielleicht inspiriert von manchen (wichtigen?) Ideen aus Fight Club:
"Von dem Geld, das wir nicht haben, kaufen wir Dinge, die wir nicht brauchen, um Leuten zu imponieren, die wir nicht mögen."
"Wir sind Konsumenten. Wir sind Abfallprodukte der allgemeinen Lifestyle-Obsessionen."

Für die Zukunft vielleicht an eine Idee klarer herangehen, anstatt ein weites, offenes Thema von zu vielen Seiten anzugehen.
Danke fürs Feedback :)
 
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Ich verstehe deine Absicht, aber - und das ist meiner Meinung das Schwierige an diesem Text - deine Sprünge sind zu weit. Man versucht zu folgen, verliert den Gedanken aber schon im zweiten Nebensatz.
Wenn du mit jemandem reden würdest und dein Gegenüber macht solche Gedankensprünge, wie würdest du das empfinden?
Wohl nicht wirklich als phantasievoll und intelligent. Eher als verwirrt.

Versuch einfach, es etwas nachvollziehbarer zu machen. Und überlege dir am besten vor einer Zeile, einem Satz, was du damit sagen willst. Aus deinem Text spricht viel Phantasie, du musst sie nur noch richtig rüber bringen.
 
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Ayeelah
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Hi,

danke für die Aufklärung!

Ein roter Faden wäre allerdings nicht schlecht und mit Symbolen (rote Königin) würde ich eher dezent umgehen - die Herzkönigin habe ich nicht erkannt, sondern mich gefragt, was denn jetzt die Stelle mit dem Kommunismus bedeuten soll. :redface:

Vielleicht kannst du ja zwischen dem einen oder anderen Punkt eine "Brücke" schlagen. Z.B. könntest du ja versuchen, die Suche nach der Nadel im Kompass (übrigens finde ich das ein sehr schönes Bild!!) zu verbinden mit dem Bob Dylan-Einwurf (Straße - Reise - Kompass / Straße - Kompass - Reise / ...). Ich will dir aber auch nicht zu sehr reinpfuschen.

Manchmal hilft ein Brainstorming, ein Mind-Map. Einfach für dich den roten Faden des Songs herausfinden und alles aufschreiben, was dir dazu einfällt. Dann die einzelnen Punkte dahingehend betrachten, ob sie miteinander korrespondieren und welche man miteinander zu einem hübschen Gewebe verflechten kann.

Und ich gebe dir Recht: DEN Sinn des Lebens gibt es nicht - jeder muss seinen eigenen finden. Hab mich saublöd ausgedrückt, tut mir Leid!

Viele Grüße,
Ayeelah
 

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