Zweite Kerbe innerhalb der Sattelkerbe - wie vermeiden?

Slider
Slider
Registrierter Benutzer
Zuletzt hier
23.03.22
Registriert
09.01.04
Beiträge
1.362
Kekse
1.130
Hallo zusammen,

ich versuche mich zur Zeit testweise mal daran, eigene Sattelkerben zu feilen und habe mir schon dieses Werkzeug (Sattelfeilen) gekauft:

Nach einiger Recherche und Informationsbeschaffung sowie Videos sollte es eigentlich klappen....ABER, ich schaffe es immer bei einigen Kerben, eine Art "Unterkerbe" reinzufeilen. :biggrinB:
Die Saite springt dann sozusagen innerhalb der eigentlichen Sattelkerbe zwischen den zwei Kerben hin und her. Meistens ist diese Unterkerbe mittig in der Kerbe (also bildlich beschrieben wie ein Flussgraben innerhalb eines Canyons...).
Allerdings betrifft das ganze Problem eigentlich nur die dünneren Saiten (G bis hohes E), bei den dickeren/tieferen Saiten habe ich dieses Phänomen nicht.

Jetzt stelle ich mir einfach die Frage, ob ich technisch falsch feile (wovon ich gerade ausgehe) oder ob die Feilen nichts taugen? Kann mir da jmd. weiterhelfen? Es muss doch möglich sein, eine vernünftige Sattelkerbe zu feilen :)

Danke und Gruß,
Slider
 
Eigenschaft
 
ob ich technisch falsch feile (wovon ich gerade ausgehe)

Davon würde ich auch ausgehen, was aus Deiner Perspektive ja schon mal gut ist.

Feilen ist etwas das z.B. ein Werkzeugmacher früher in der Lehre Wochen lang üben musste. Wenn man keinen solchen handwerklichen Hintergrund hat, kann man nicht erwarten das auf "Anhieb" hinzukriegen.

Feilen sollten nur in der Vorwärtsbewegung geradlinig unter leichtem Druck geführt werden und in der Rückwärtsbewegung ohne Druck in der Kerbe zurückgeführt werden.

Wenn man das verinnerlicht hat braucht es nur noch etwas Übung und Fingerspitzengefühl...

.
 
  • Gefällt mir
Reaktionen: 3 Benutzer
Die Seite springt dann sozusagen innerhalb der eigentlichen Sattelkerbe zwischen den zwei Kerben hin und her. Meistens ist diese Unterkerbe mittig in der Kerbe (also bildlich beschrieben wie ein Flussgraben innerhalb eines Canyons...).
Auch wenn die Saite zur Seite springt, bleibt sie eine Saite!

Ich würde mal vermuten, dass Du die Nut zu breit feilst und dann eine 'Unterkerbe' in die eigentliche Nut machst, mit einem dünneren Bereich der Feile.
Feilen üben! An einem bisschen Ausschussmaterial. Feilen, die keine Schleifflächen an der Seite haben, könnten helfen.

Grüße,

Kokopelli
 
  • Gefällt mir
Reaktionen: 1 Benutzer
Davon würde ich auch ausgehen, was aus Deiner Perspektive ja schon mal gut ist.

Feilen ist etwas das z.B. ein Werkzeugmacher früher in der Lehre Wochen lang üben musste. Wenn man keinen solchen handwerklichen Hintergrund hat, kann man nicht erwarten das auf "Anhieb" hinzukriegen.

Feilen sollten nur in der Vorwärtsbewegung geradlinig unter leichtem Druck geführt werden und in der Rückwärtsbewegung ohne Druck in der Kerbe zurückgeführt werden.

Wenn man das verinnerlicht hat braucht es nur noch etwas Übung und Fingerspitzengefühl...

.

Danke für Deine Antwort! Dann will ich wohl etwas zu viel, werde mich mal in Geduld üben und weiter ausprobieren. Danke vor allem für den konkreten Methodik-Tipp, genau so etwas suche ich hier.

Auch wenn die Saite zur Seite springt, bleibt sie eine Saite!

Ich würde mal vermuten, dass Du die Nut zu breit feilst und dann eine 'Unterkerbe' in die eigentliche Nut machst, mit einem dünneren Bereich der Feile.
Feilen üben! An einem bisschen Ausschussmaterial. Feilen, die keine Schleifflächen an der Seite haben, könnten helfen.

Grüße,

Kokopelli

Danke auch Dir! Und die Saite soll selbstverständlich auch eine Saite bleiben ;) Deine Beschreibung triftt es ganz gut, da meine Kerben tatsächlich schnell recht breit werden. Hatte allerdings auch gelesen, dass diese Feilen qualitativ wohl nicht immer das beste sind...naja.
Übung macht den Meister!

Hast Du vielleicht auch noch einen methodischen Tipp zur Vorgehensweise, um eine saubere Kerbe zu feilen?

Vielen Dank schon mal für die Antworten und Gruß
Slider
 
??? Bitte um Aufklärung.
Erkennst Du den Unterschied

1647932696651.png


1647932819284.png
 
  • Gefällt mir
Reaktionen: 3 Benutzer
Ja.

Danke!
 
  • Gefällt mir
Reaktionen: 1 Benutzer
Genau, das meinte ich. Die Schleifflächen an der Seite verbreitern die Kerbe, wenn man dann in die Mitte rutscht, gibt es durch die 'eigentliche' Schleiffläche eine etwas tiefere Kerbe in der Mitte. Kann bei der ersteren Form nicht passieren.
Hast Du vielleicht auch noch einen methodischen Tipp zur Vorgehensweise, um eine saubere Kerbe zu feilen?
Nicht echt. Eigentlich ganz normale Technik zum feilen, die Führung ist entscheidend.
Wenn man bei T-man die Kritiken liest, sieht man, dass es zumindest Exemplare gibt, die nicht gerade sind... das verschlimmert das Problem natürlich noch. Feilen genau anschauen, und ggf. nur einen kleineren Bereich verwenden.

Kokopelli
 
  • Gefällt mir
Reaktionen: 1 Benutzer
@Kokopelli ... die Sattelfeilen mit seitlichem Behau laufen mittig auch dünn wie ein Sägeblattschau aus. Es gibt aber eine V-förmige Kerbe. Das ist aber nicht unbedingt ein Fehler.
Schau Dir die Sattelkerben der USA-PRS an, die sind alle mehr oder weniger V-förmig.

Tatsächlich muss man das Feilen halt auch lernen und üben. Es wurde ja schon geschrieben, dass Werkzeugmacher ein Lehrberuf mit 3 1/2 Jahren Ausbildungsdauer ist.
 
  • Gefällt mir
Reaktionen: 1 Benutzer
Genau, das meinte ich. Die Schleifflächen an der Seite verbreitern die Kerbe, wenn man dann in die Mitte rutscht, gibt es durch die 'eigentliche' Schleiffläche eine etwas tiefere Kerbe in der Mitte. Kann bei der ersteren Form nicht passieren.

Nicht echt. Eigentlich ganz normale Technik zum feilen, die Führung ist entscheidend.
Wenn man bei T-man die Kritiken liest, sieht man, dass es zumindest Exemplare gibt, die nicht gerade sind... das verschlimmert das Problem natürlich noch. Feilen genau anschauen, und ggf. nur einen kleineren Bereich verwenden.

Kokopelli

Das beschreibt es gut! Ich habe gestern Abend an einem Ausschuss-Sattel gekerbt...Ergebnis: die tieferen bzw. eh schon breiteren Saiten funktionieren erneut gut, aber ab der G-Saite wird es problematisch. Hierfür habe ich dann mal testweise eine dünnere Feile genommen (glaube es war die 010er) und das ging besser. Die Kerben waren in der Tat zu breit und die Saiten hatten m. E. zu viel Spielraum und dann eben wieder die Kerbe innerhalb der Kerbe. Ist natürlich bei den dünneren Saiten schneller problematisch als bei einer dickeren E-Saite, weil sie dann schneller springt.

@Kokopelli ... die Sattelfeilen mit seitlichem Behau laufen mittig auch dünn wie ein Sägeblattschau aus. Es gibt aber eine V-förmige Kerbe. Das ist aber nicht unbedingt ein Fehler.
Schau Dir die Sattelkerben der USA-PRS an, die sind alle mehr oder weniger V-förmig.

Tatsächlich muss man das Feilen halt auch lernen und üben. Es wurde ja schon geschrieben, dass Werkzeugmacher ein Lehrberuf mit 3 1/2 Jahren Ausbildungsdauer ist.

Ich werde dran bleiben. Fände es total cool, wenn ich meine eigene Sättel in Schuss halten kann. Meine Tele geht nun aber erstmal zu meinem Gitarrenbauer, da ich wohl zu viel Mut hatte, am eingeleimten Sattel einer Fender zu werkeln, weil die G-Saite etwas im Sattel fest hing.
Und tzack...Unterkerbe und dann durch "versuchte Wiedergutmachung" Kerbe natürlich zu tief. Das war quasi der Ausgangspunkt für diesen Post hier im Board...obwohl mir das schon vorher beim Austesten aufgefallen war. Irgendwie ahnte ich es also, aber man muss eben auch seine eigenen Fehler machen. Lehrgeld.

Spannend wird es nun herauszufinden, ob ich mit diesen Feilen eben vernünftige Kerben hinbekomme. Ich sollte mir mal aufschreiben, welche Größe ich für welche Kerben/Saiten am besten nutzen kann. Nochmal neue Feilen wollte ich mir nun eigentlich nicht direkt leisten. :biggrinB:
Also, erstmal die Technik und Übung, danach ggfl. das bessere Werkzeug.
 
Ich denke dass es mit den Feilen schon möglich ist einen perfekten Sattel zu feilen.

Der perfekte Sattel wird nicht von der perfekten Feile gefeilt, sondern von dem perfekten Gitarrenbauer.

.
 
  • Gefällt mir
  • Interessant
Reaktionen: 3 Benutzer
Hi Slider,

wie tief feilst du?
 
  • Gefällt mir
Reaktionen: 1 Benutzer
Na das ist jetzt eine komische Frage.

Ich feile immer so tief dass ich ein Kapo im ersten Bund setzen muss weil sonst alles scheppert.

Oder alternativ:

Ich feile so dass meine Finger ordentlich was zu drücken haben weil ich meine Muskulatur stärken will...

.
 
  • Gefällt mir
Reaktionen: 1 Benutzer
Ich nutze diese göldo feilen seit Jahren. Hatte auch manchmal diese doppelkerben. Da meine feilen schmaler ausfallen zumindest d und g habe ich mir angewöhnt beim vorwärtsfahren leicht nach links und rechts auszuschwenken.
Und ich öffne den Eingang der kerben mit einer breiteren feile.
Lass die Saiten nicht zu tief in die kerben ein, also nimm oben genug Material ab dass die tiefen Saiten teilweise freiliegen.
 
  • Gefällt mir
Reaktionen: 1 Benutzer
Na das ist jetzt eine komische Frage.
Ich habe mich nur gefragt ob der TE vielleicht zu tief feilt und daher durch die V-Feilen zu breite Sattelkerben erhält die dann zur beschriebenen Problematik führen. Klar, es geht auch darum wie jemand die Feile führt aber weiß der TE darüber Bescheid, dass die jeweilige halbe Saitenstärke als Tiefe für eine (halbrunde) Sattelkerbe ausreicht (vorausgesetzt man hat den Sattel entsprechend der Bundhöhe abgestimmt)? Oder ob klar ist das die Sattelkerbe nach unten zur Kopfplatte hin abfallen sollte und somit die Saite auch nur am Nullbundpunkt aufliegt?
Jetzt stelle ich mir einfach die Frage, ob ich technisch falsch feile ... Es muss doch möglich sein, eine vernünftige Sattelkerbe zu feilen
Nach dieser Aussage war es mir nicht ganz klar ob der TE genau weiß, wie eine vernünftige Sattelkerbe aussehen soll. Sorry wenn die Frage komisch rüberkam.
 
  • Gefällt mir
Reaktionen: 1 Benutzer
imgext.png
 
  • Gefällt mir
Reaktionen: 4 Benutzer
Nach dieser Aussage war es mir nicht ganz klar ob der TE genau weiß, wie eine vernünftige Sattelkerbe aussehen soll. Sorry wenn die Frage komisch rüberkam.

Alles gut.

Insbesondere weil Superdubbel es ganz ohne Worte schafft die Frage zu beantworten!

.
 
  • Gefällt mir
  • Haha
Reaktionen: 2 Benutzer
Ich habe mich nur gefragt ob der TE vielleicht zu tief feilt und daher durch die V-Feilen zu breite Sattelkerben erhält die dann zur beschriebenen Problematik führen. Klar, es geht auch darum wie jemand die Feile führt aber weiß der TE darüber Bescheid, dass die jeweilige halbe Saitenstärke als Tiefe für eine (halbrunde) Sattelkerbe ausreicht (vorausgesetzt man hat den Sattel entsprechend der Bundhöhe abgestimmt)? Oder ob klar ist das die Sattelkerbe nach unten zur Kopfplatte hin abfallen sollte und somit die Saite auch nur am Nullbundpunkt aufliegt?

Nach dieser Aussage war es mir nicht ganz klar ob der TE genau weiß, wie eine vernünftige Sattelkerbe aussehen soll. Sorry wenn die Frage komisch rüberkam.

Komische Fragen soll es hier nicht geben, ist ja ein guter Punkt, den Du da einbringst.
In anderen Videos habe ich oft die Methode gesehen, die Saiten am 3ten Bund runterzudrücken und dann den Abstand am 1ten Bund zwischen Saitenunterkante und Bundoberkante zu messen. Ich mache es so, dass minimal Platz dazwischen ist, es also leicht "tickt" wenn ich die Saite auf den 1ten Bund drücke. So schnarrt es nicht und ist gleichzeitig nicht zu hoch zwecks Intonation etc. Denke aber auch das ist letztlich innerhalb eines gewissen Spielraum Geschmackssache...

In diesem Sinne, Danke dubbel für die Grafik!

Und ebenfalls Danke für den weiteren Tipp:
Ich nutze diese göldo feilen seit Jahren. Hatte auch manchmal diese doppelkerben. Da meine feilen schmaler ausfallen zumindest d und g habe ich mir angewöhnt beim vorwärtsfahren leicht nach links und rechts auszuschwenken.
Und ich öffne den Eingang der kerben mit einer breiteren feile.
Lass die Saiten nicht zu tief in die kerben ein, also nimm oben genug Material ab dass die tiefen Saiten teilweise freiliegen.
Das macht Hoffnung und bestärkt mich darin, weiter zu üben. Interessant dennoch, dass Deine Feilen schmaler ausfallen, bei mir scheint es nach meinem Kenntnisstand wie gesagt eher gegenteillig. :biggrinB:

Beste Grüße
Slider
 
@Kokopelli ... die Sattelfeilen mit seitlichem Behau laufen mittig auch dünn wie ein Sägeblattschau aus. Es gibt aber eine V-förmige Kerbe. Das ist aber nicht unbedingt ein Fehler.
Schau Dir die Sattelkerben der USA-PRS an, die sind alle mehr oder weniger V-förmig.

Tatsächlich muss man das Feilen halt auch lernen und üben. Es wurde ja schon geschrieben, dass Werkzeugmacher ein Lehrberuf mit 3 1/2 Jahren Ausbildungsdauer ist.

Dem widerspricht aber das Bild von @dubbel

Da wird beschrieben, dass die Saite in einer V-Kerbe eher klemmt und damit Probleme beim Stimmen verursacht...
Kann natürlich sein, dass ein fetter (nicht gereinigter) Knochensattel auch die Kerbe ausreichend schmiert.
Noch ein Tipp für den TE: Die Kerbe kann man auch mit Graphit schmieren: Einen ganz weichen Bleistift (7B oder so) mehrmals durch die Kerbe ziehen, schon flutscht's.
 
Da wird beschrieben, dass die Saite in einer V-Kerbe eher klemmt
Auch bei einer V-Kerbe sollte der Boden der Kerbe halbrund der Saite angepasst sein. Beim oberen Teile der Kerbe bleibt dann durch die V-Form seitlich etwas mehr Platz. Damit das ganze nicht klemmt, wird die Kerbe nach hinten zur Kopfplatte hin, etwas breiter gemacht. Dennoch sollte die Saite an der Nullposition keinen Seitenspiel aufweisen.

Auf diese Weise kann man sehr wohl eine V-Kerbe machen die gut funktioniert (und falls kein anderes Werkzeug vorhanden ist). Diese ist dann auch ca. nur so tief wie die halbe Saite. Die oben abgebildete V-Kerbe ist natürlich kompletter Humbug.
 
Zuletzt bearbeitet:
  • Gefällt mir
Reaktionen: 1 Benutzer

Unser weiteres Online-Angebot:
Bassic.de · Deejayforum.de · Sequencer.de · Clavio.de · Guitarworld.de · Recording.de

Musiker-Board Logo
Zurück
Oben