Gitarre spielen, Üben, Musik machen - Beobachtungen und Gedanken

  • Ersteller Gast 64587
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Sascha: du hast es nun selbst mehrfach erwähnt, dass das einzige zulässige Argument fürs Kopieren der Spaß wäre. Nunja, ich nehme an, nur ein verschwindend geringer Teil der Gitarristen hier im Forum leben davon und daher sind sie (dich ausgenommen) Hobbymusikanten. Und was ist letztlich ein Hobby?

Es ist ein Zeitvertreib, der Spaß macht und Spaß machen soll. Nix weiter. Und wie jemand bei seinem Hobby seinen Spaß findet, weiß jeder wohl selbst am besten. Wenn das Kopieren, Nachspielen, Covern Spaß macht, ist das Ziel erreicht. Wenn es mich lerntechnisch nicht weiterbringt, ich sonst keinen Nutzen habe, ich auf der Stelle trete und nicht vorankomme: Auch wurscht, solange das ganze Spaß macht.
 
Ups, da hat sich jemand dazwischen geschoben... meine Aussage bezieht sich auf den letzten Satz von Sasha, mitlerweile 2 Posts über meinem....

diese Sachen passieren so !!! Es taucht davon nur weniger in der Öffentlichkeit auf - wie auch, es sind ja immer nur kleine Brocken die einen ansprechen und die man übernimmt.

Auf das Argument - durch Nachspielen wird es messbar, bis du bislang nicht eingegangen. Die detailierten Ausführungen findest du in meinen Posts.

Was aber - und so würde ich an dem Thread der u.A. Auslöser für diese Diskussionsrunde hier war Kritik üben - etwas zu kurz kommt, ist es, dass das Feedback, bis auf wenige Ausnahmen, etwas zu oberflächlich ist und man nicht mehrere "Evolutionsstufen" des Lernprozess dokumentiert. Dies passiert aber durchaus in anderen ähnlich gelagerten Threads und Workshops hier im Forum.

Ferner sollte durch das Feedback hier durchaus klar geworden sein, dass es bei den meisten durchaus nach dem Nachspielen noch weiter geht und eigene Einflüsse in das Stück übernommen werden, bzw. Gelerntes auf andere Stücke, auch eigene, abgewendet wird.

Und beantworte mir doch bitte folgende Frage. Du gibst Unterricht und ein Schüler von dir erhält den Auftrag eine Übung (Noten oder Tabs ist egal, Kern ist es, dass es eine feste Von dir definierte Vorlage gibt) zu spielen. Ich gehe mal davon aus, dass du an dieser Stelle keine eigene Interpretation duldest - oder?

Martin
 
[...]Daher sucht man nach einem Ankerpunkt. Dies kann ein Lied sein welches man kennt. Die Tabs stehen zur Verfügung und ein Rhythmus hat man zumindest ansatzweise im Ohr. Dadurch wird der Lernerfolg messbar, kann er doch mit der Vorlage verglichen werden. [...]

Alles vollkommen richtig bzw. berechtigt.
Aber: Ich rede hier ja nicht von blutigen Anfängern sondern von Leuten, die mit einer unglaublichen Akribie und Energie an *richtig* heftiges Zeugs gehen - und das dann zum Teil ja schon fast erschreckend gut nachspielen. Da wird dann gesweept, economygepickt und von Sechzehntel-Tempi jenseits der 160 geredet, etc. Mir wird da ganz schwindelig, ich könnte diesen Kram nicht mal ansatzweise spielen.
Und da geht's dann ja auch nicht mehr wirklich um Messbarkeit. Ich mein', wenn ich 'ne Steve Vai Nummer spielen kann, dann muss ich da nicht mehr lange rummessen, dann bin ich schlicht und ergreifend technisch schon ganz schön weit vorne.

Und genau an dieser Stelle sehe ich auch einen Vorteil - Feedback von aussen wird möglich, da es eine Vorlage gibt. Nichts andres sind Fingerübungen/Rhythmusübuungen auch - die Du sicher nicht auch verdammen möchtest. Auftrag ist es eine Vorlage 1:1 umzusetzen und zwar nicht weil es keinen anderen Weg gibt, sondern weil es dadurch messbar wird !!!

Erneut gebe ich dir recht.
Aber wie gesagt, wir reden hier nicht von absoluten Anfängern. Und da sieht, zumindest für mich, die Sache ganz anders aus. Das von dir erwähnte Feedback mutiert da zum Selbstzweck, man will sich in den positiven Bewertungen auf YT und Konsorten sonnen.
Aber selbst das muss ja gar nicht schlimm sein...

Was Du in deiner Betrachtung auch ein wenig ausser acht lässt ist, dass das Ziel von Musik lernen nicht nur sein kann um damit Geld zu verdienen.

Ganz im Gegenteil. Das steht sogar quasi im Zentrum meine Betrachtung.
Für mich ist das Ziel von Musik lernen, Musik zu machen. Wenn ich aber den Großteil meiner Zeit mit dem exakten kopieren irgendwelcher Werke verbringe, dann mache ich keine Musik. Ich spiele dann bestenfalls Musik. Das ist ein für mich nicht zu verachtender Unterschied.

Da ist es zwar schön, wenn man auch was eigenes einstreuen kann, aber die gute Stimmung kommt vom gemeinsamen Liedgut bei dem jeder mitsummen/singen kann. Einen Teil zu einem gelungenen Abend beigetragen zu haben, rechtfertigt für mich auch das Lernen/Nachspielen von Songs. Der künstlerische/kreative Ansatz bleibt da bewusst im Hintergrund.

Erneut gebe ich dir recht. Aber: Es werden am Lagerfeuer selten Dinge 1:1 nachgespielt. Schlagzeuge gibt's da eher nicht so oft, auch an Keyboards, Bässen und dgl. herrscht üblicherweise Mangel.
Wir reden da von Interpretationen, nicht von Mimikry, erneut ein sehr großer Unterschied.

Nö mach ich nich.
Weil ich hab nie gesagt mit ALLEN, wenn du Rock spielen willst hörst du dir eben Rockbands an und guckst was der gitarrist wie spielt.

Na klar. Aber wozu ihn 1:1 kopieren?

Es gibt reichlich Videos jedes x-beliebigen Gitarrenhelden, in denen er Covert. Findet man ein Video aus der Jugendzeit (z.B. Joe Bonamassa) klingt das wie "Nachgespielt" - macht er es heute, klingt er wie Bonamassa. Er hat über die Kombination von Nachspielen, dadurch Lernen und sich selbst weiterentwickeln seine Art definiert. Es war also offensichtlich nicht umsonst !!!!

Martin, ich bitte wirklich zu unterscheiden zwischen Covern a la Interpretation und Mimikry a la 1:1 Nachgespiele.
Gecovert haben die Jungs wirklich alle. Samt und sämtlich.
Dagegen spricht ja auch nicht das kleinste bisschen, man hat eine Vorlage, an der man Geübtes Stück für Stück anwenden kann. Gerade als Nicht-Komponist (wie ich selber mehr oder minder) bin ich darauf angewiesen, auch so zu arbeiten.
Aber wie gesagt, da reden wir von zwei sehr unterschiedlichen Dingen.

Mit deiner Eingangsbemerkung machst du also eine - nach meiner Meinung - unzulässige Unterstellung, denn nur weil jemand etwas Nachspielt, bedeutet dies nicht, dass er das Thema nicht in einem zweiten Schritt weiter entwickelt. Und der kreative Freiraum definiert sich eben nicht nur aus dem "was" gespielt wird, sondern auch wie und mit welchen Nuancen.

Also, unterstellen wollte ich sowieso gar nix. Aber wie ja jetzt schon mehrfach gesagt, ich glaube, was ich mit Nachspielen meinte, war nicht das Nachspielen, das du meintest.

Und wie jemand bei seinem Hobby seinen Spaß findet, weiß jeder wohl selbst am besten. Wenn das Kopieren, Nachspielen, Covern Spaß macht, ist das Ziel erreicht. Wenn es mich lerntechnisch nicht weiterbringt, ich sonst keinen Nutzen habe, ich auf der Stelle trete und nicht vorankomme: Auch wurscht, solange das ganze Spaß macht.

Bevor mich jemand falsch versteht: Ich habe nicht einmal ansatzweise die Absicht, jemandem den Spaß an welchen Formen des Zeitvertreibs auch immer zu vermiesen. Das würde ich mir auch verbitten - kann ja nicht sein, dass irgendso'n Internet-Schmock mir plötzlich sagt, wie kacke mein geliebtes Hobby plötzlich sein soll.

Mir geht es nur darum: Ich verstehe es einfach nicht.
Wenn man irgendwelche dieser vorwiegend (hard-)rockigen Soli, Riffs, Etüden und dgl. einübt, dann erfordert das eine ganz ungeheure Arbeitsleistung und Disziplin.
Ich bin relativ sicher, dass, würde all diese Zeit und Disziplin in andere Dinge gesteckt werden, wir eine erheblich größere Anzahl an vielleicht recht erfrischenden Audiobeiträgen zu hören bekämen.

Und beantworte mir doch bitte folgende Frage. Du gibst Unterricht und ein Schüler von dir erhält den Auftrag eine Übung (Noten oder Tabs ist egal, Kern ist es, dass es eine feste Von dir definierte Vorlage gibt) zu spielen. Ich gehe mal davon aus, dass du an dieser Stelle keine eigene Interpretation duldest - oder?

A) Da geht es dann um eine Übung und seltenst um ein komplettes Stück. B) Ich dulde durchaus gewisse Interpretationen bzw. gebe immer mehrere Übungen mit auf den Weg, zwischen denen man quasi wählen kann.

Gruß
Sascha
 
Mir geht es nur darum: Ich verstehe es einfach nicht.
Wenn man irgendwelche dieser vorwiegend (hard-)rockigen Soli, Riffs, Etüden und dgl. einübt, dann erfordert das eine ganz ungeheure Arbeitsleistung und Disziplin.
Ich bin relativ sicher, dass, würde all diese Zeit und Disziplin in andere Dinge gesteckt werden, wir eine erheblich größere Anzahl an vielleicht recht erfrischenden Audiobeiträgen zu hören bekämen.

Vielleicht kann man das ein Wenig mit der Begeisterung von Modellbauern vergleichen, die ähnlich viel Akribie, Zeit und Disziplin in ihr Hobby stecken, wie Musiker, die ein Lied 1:1 covern. :gruebel: Es gibt geradezu "virtuose" Modellbauer, die noch so jedes kleine Detail hunderprozentig authentisch in ihr Modell einbauen und erst dann zufrieden sind, wenn sie eine exakte Kopie des Vorbildes erschaffen haben. Und diese exakte Kopie ist eben Sinn, Zweck und Ziel ihrer Energieleistung - dadurch werden sie keine Ingenieure oder innovative Architekten, sie bleiben Modellbauer und entwickeln darin eben ihre persönliche Meisterschaft.
So ähnlich sehe ich es bei den "Nachspielern", die ihre persönlichen Triumphe aus dem Beherrschen der exakten Kopie ihrer Lieblingslieder ziehen und dies dann bei Youtube posten.

Gruß
Hank
 
eigentlich reicht da ein Satz zu dem Thema:

es gibt eben Handwerker und es gibt Künstler

:D
 
Ich habe den Eröffnungsbeitrag nochmal genau gelesen.
Dabei ist mir aufgefallen, dass der Threadersteller auch extra betont, welche Prozesse beim Nachspielen stattfinden und wie sich etwas auf die eigene Musikalität auswirkt. Es geht ja nicht einfach nur um die Diskussion Nachspiele ja/nein sondern auch um das wie/warum usw. also auch um den Lernprozess usw, glaube ich.

Zitat S.Franck: Wenn ich daraus wirklich etwas lernen will, dann sollte eigentlich folgendes geschehen:
a) Ich höre mir den Kram selber raus. Definitiv auch noch die beste Art praktisch angewandter Gehörbildung.
b) Ich analysiere das nachgespielte Zeugs auf eine Art und Weise, dass ich das Prinzip dahinter erkenne und es auf meine eigene Musik anwenden kann

Das Zitat ist aus dem Eröffnungsthread und zeigt ja, was beim Nachspielen alles passiert. Ich glaube, viele Leute die sich einen Coversong erarbeiten gehen doch genau so vor bzw. haben die Erfahrung des Zitates erlebt? Es gibt doch auch gar nicht die Tabs für die ganzen Stücke und die alleine reichen doch auch nicht? Es muss doch zu dem zu covernden Stück geübt werden, die Nitenwerte, Spielweisen usw. gehen doch aus den Tabs nicht hervor? Ich hab mir gestern zum ersten Mals Tabs aus dem Netz gezogen (J.Rodrigo, Concerto de Aranjuez) und ohne das Stück zu analysieren reichen sie doch alleine nicht, weil keine Notenwerte vorliegen, wie es gespielt werden soll, das drumherum usw.. usw...Also werde ich doch zu dem Stück üben, wichtige Sachen raushören - und letztlich spiele ich es sowieso nicht so, wie es sein soll:)

Dass so viele gleiche YT-Videos zu sehen sind hat ja vielleicht auch noch andere Gründe. Es spielt sicherlich auch eine Rolle, dass es wohl allgemein bekannte Stücke sind, eigene Stücke vielleicht die Erwartungshaltung der Hörer nicht erfüllen könnten oder man einfach nur sein Können zeigen möchte oder eine Referenz bieten möchte - die eigenen Sachen aber noch nicht zugänglich machen möchte....

Ich will ja nur meinen: die Leute sind zu Recht stolz auf ihr Können, wollen dieses auch zeigen und man kann da ja wohl auch Kommentare dazu abgeben usw.. und sie haben sicherlich ihr Instrument stark verinnerlicht. Unter diesen Voraussetzungen haben die doch bestimmt auch eigene Sachen, weil ja auch gerade die eigenen Stücke/Kompos. besondere Erfüllung bieten.
Vielleicht wird die Kreativität vieler Saitenakrobaten mangels Eigenveröffentlichung nur zu wenig wahrgenommen?
 
ja , Tabs sind auch nur ne schnelle Hilfe , weil das Instrument Gitarre eben verschiedene Möglichkeiten hat , nen Notenwert zu spielen ...also Lage etc pp...dann auch noch die Techniken wie Bends, Vibrato, Tappings etc pp ...
Um nen Song, oder n Riff oder n Solo richtig spielen zu können, brauchts immer auch die korrekte rhythmische Phrasierung , is ja logisch. Sonst klingt die "nachgespielte" Musik ja auch nicht.
Im Jazz ist das ja auch deutlich. Wenn ich im Real Book nen Standard lernen will, hab ich das Lead Sheet mit Harmonien und Melodie. Aber dann gehts auch drum ,. dass ich die Notation auch so verstehe, dass das ganze gespielte dann auch z.b. swingt! Und da gehört dann schon mehr Einfühlungsvermögen dazu,. Und dann kommt noch die künstlerische Freiheit hinzu, wie man phrasiert....vorausgesetzt man hat die Technik und das Verständnis dazu . D.h. man muss es mal gelernt haben !!!
 
Laut meiner eigenen Beobachtung an der handvoll Selbstversuche, bestimmte Titel/Passagen 1:1 nachzuspielen, kann man schon eine gewisse Lernkurve verzeichnen. Die steigt anfänglich sehr stark an, wenn man dabei ist, sich das Material rhythmisch und melodisch zu erarbeiten. Hat man das soweit abgeschlossen, kommt noch die Frage, mit welcher Technik und welchen Fingersätzen man die Sachen am besten umsetzen kann.
Alles, was danach kommt, ist dann aber relativ wenig lehrreich und ähnelt weniger musikalischer als sportlicher Betätigung. Meine persönliche Langweil-Schwelle ist an diesem Punkt erreicht, wo ich verstanden habe, was gespielt wird und wo es nur noch darum ging, mir das ganze geschwindigkeitstechnisch anzutrainieren.
Nichts gegen regelmäßige Übungen, ich persönlich baue diese Übungen lieber in mein eigenes Spiel ein.
Mag sein, dass man häufiges Trainieren nötig hat, wenn man seine musikalischen Ausdrucksmöglichkeiten im Highspeed-Spiel sieht. Das ist aber nicht meins.
Aber wie immer im Leben - jeder soll machen, was er für richtig empfindet. Früher empfand ich auch so etwas wie Ehrfurcht, wenn die Kopisten ihr Programm bei den Musikhändlern abspulten. Mittlerweile amüsiert mich das meistens. Seltsamerweise hören die meisten auf bzw. werden schnell leise, wenn man mal was eigenes spielt.
Es scheint also doch nicht so viel musikalisches Selbstbewusstsein zu bringen, die meiste Zeit mit dem Nachspielen zu verbringen :gruebel:

Irgendwann nach einigen Jahren Spiel habe ich mir als mein persönliches Ziel gesetzt, bei meinem Spiel prinzipiell unberechenbar und unvorhersehbar zu bleiben, das geht natürlich nur in gewissen stilistischen Grenzen, fördert aber schon meine Kreativität.

Edit: Tabs alleine bringen eigentlich nicht wirklich viel. Die sind erst einmal nur eine grobe Orientierung, was gespielt wird. Ohne Notenwerte wird es gerade bei schnellen Passagen schon recht schwierig, die Rhythmik zu erkennen. Ich habe die besten Erfahrungen damit gemacht, dass man die Parts einfach in einer Schleife abspielt, um sie sich zu verinnerlichen.
Auf dem mac nutze ich dazu iRehearsel, damit kann man bei konstanter Tonhöhe auch noch die Geschwindigkeit stufenlos variieren, was zumindest bis ca 40% noch ganz brauchbar klingt.
Meine Erfahrung dabei ist: Wenn ich den Part aus dem Kopf pfeifen, summen, mitsingen oder auch nur mitdenken kann, habe ich die meiste Arbeit an sich schon getan, weil dann ist es nur noch ein kleiner Schritt, das auf der Gitarre umzusetzen. Wie gesagt, von Shreddereien mal abgesehen...
 
Zuletzt bearbeitet von einem Moderator:
Kann ich alles zu 100% so unterschreiben, falcone!

Gruß
Sascha
 
Ein Fettes Plus and dich :) That's the way i think. :)
Meine Meinung zum ganzen ist ziemlich gleich, und finde das durch Covern 0% zum eignen Songwriting oder besser gesagt
zum originellen Songwriting beiträgt. Ausser vielleicht das man Songstrukturen abschauen kann.
Wobei ich , wenn ich mal kurz einen anspruchsvollen Riff heraushöre (was nicht viel passiert und nur wenn er anspruchsvoll ist :D)
kann ich sehr gut den Stil "kopieren" heisst im gleichen Genre bewegen, gleiches Tonmaterial verwenden usw. Macht Spass muss ich sagen :)
Trägt aber in keiner Weise zur Selbstverwirklichung bei (in meinem Fall). Ich finde, Improvisiation ist das wirkliche Können bei einem Musiker.
Ich meine ein Solo/Song kann man schon bis zur Perfektion lernen aber einen passenden Riff auf gleich anspruchsvollem Level das können dann die meisten Cover'er/innen nicht :rolleyes: (nichts für Ungut!). Eigene Songs, die gerne von anderen gecovert werden, das ist die Kunst.
Es gäbe noch viel zu schreiben aber ich will jetzt Mittagessen! GUten Appetit allerseits :D
 
So, es wird ja vielleicht noch weitere Debatten zum Thema 1:1 Nachspielen geben, aber ich komme mal zum nächsten Typen.
Eigentlich hatte ich vor, mit ein paar engen Verwandten des ewigen Nachspielers fortzufahren, aber naja, vielleicht später.
Also dann.

"A13 ist eine Autobahn südlich von Berlin"

Nee, is klar. Stimmt natürlich auch.
Für mich aber wieder erstaunlich ist, dass diese Autobahn vielen (womöglich den meisten?) Saitenzupfern bekannter sein dürfte als ein Dominantseptakkord mit Tredezime. Ganz zu schweigen von verschiedenen Möglichkeiten, einen solchen Akkord mehr oder minder zügig auf's Griffbrett zu bekommen.
Da werden dann Seiten wie chordfinder.de (keine Ahnung, ob's die gibt) aufgerufen und man klickt sich durch irgendwelche Menüs. Am Ende hat man u.U. ja sogar ein klanglich brauchbares Resultat - nur, wie mache ich das, wenn ich ein Stück mit etlichen solcher Akkorde habe? Das wird dann eine ganz herrliche Klickparty.
Abgesehen davon ist das vielleicht noch der günstigste Fall.

Schaue ich mir das hiesige "Griff- und Spieltechnik" Unterforum an, dann ist ganz klar, wo der Hauptfokus liegt. Skalen, Licks, Riffs, Speedpicking, Anschlagtechniken, etc pp.
Das ist eigentlich 180° entgegen der Aufgabe, die auf einen Gitarristen zukommt, der nicht nur im stillen Kämmerlein vor sich hingniedeln will. Sobald ich mit anderen Leuten Musik mache, verbringe ich 80 oder mehr % meiner Zeit mit dem Spielen von Begleitgitarren. Und Akkorde stellen da, zusammen mit sauber gespielter Rhythmik (dazu auch noch später, oho!), *das* Hauptfundament dar, wenn ich nicht nur irgendwelche Powerlicks als Begleitung spielen will.

So, nun kann das extrem niedrige Interesse natürlich verschiedene Ursachen haben.
- "Allein daheim bringt's einfach nicht so viel Bock, Akkorde zu spielen." Hmm...
- "Akkorde zu spielen ist doch total einfach und langweilig." Hmmhmm...
- "Wenn ich Akkorde brauche, dann kann ich mir die schnell raussuchen." Hmmhmmhmm...
- "Ich bin Leadgitarrist!". Hmmhmmhmmhmm...

Es gibt mit Sicherheit noch mehr Ursachen. Unter den YT-Shreddern kann ich natürlich auch keinen Blumentopf gewinnen, wenn ich da mit meinem Ebj7/#11 ankomme.

Wie dem auch sei. Ich persönlich finde,
a) dass Akkordspiel extrem viel Spaß machen kann, auch alleine zuhause,
b) dass es eigentlich total einfach ist, sich da ein wirklich wohlsortiertes Fundament aufzubauen, so dass man nie mehr im Leben irgendeine komische Grifftabelle bemühen muss.

Bleiben wir mal bei b).
Es braucht, selbst für ziemlich ausgefuchstes Akkordspiel musikalische Grundkenntnisse, die vom Anspruch her vielleicht auf der Stufe des Matheunterrichts in der 4. Klasse stehen. Töne auf der Gitarre muss man kennen, am besten ein paar Intervalle und dann noch die Stufenakkorde der Durtonleiter, im günstigsten Fall vielleicht noch die der harmonischen und melodischen Molltonleiter. Ein Gedicht von Fontane auswendig zu lernen und aufzusagen ist deutlich schwieriger.
Handwerklich benötigt man dann 2-3 Möglichkeiten, Akkorde zu bilden (wer's mag, darf natürlich mehr lernen), so dass man jedem musikalischen Kontext, in dem man sich bewegen möchte, gewachsen ist. Einmal ganz dicke Akkorde, dann ein paar schlankere (wenn bspw. schon ein Keyboarder rummatscht), dann noch ein bischen was mit Optionstönen, fertig ist der Lack.
Damit kann man in so gut wie jeder Band bestehen. Und man kann auch alleine mächtig Spaß haben.
Ein weiterer Vorteil gegenüber dem Skalenspiel ist, dass ich Akkorde quasi *sofort* zum praktischen Einsatz bringen kann. Man schaue sich bspw. eine normale Popnummer an. Mehr als 3-4 Akkorde sind doch da in der Strophe nicht gefragt. Dafür braucht es überhaupt nicht die technische Geläufigkeit, die beim Skalenspiel unverzichtbar ist.
Abgesehen davon, wenn ich die sehr überschaubaren musikalischen Grundlagen einmal intus habe, dann weiß ich, dass ich in meinem A13 genau einen Ton verändern muss, um einen wunderbaren Amaj13 hinzulegen.

Ich frage mich also: Warum interessiert das so wenige Leute? Ja kann denn jeder sofort eine Akkordfolge a la Fmin7, Bb7sus4, Ebmaj7 a) spielen und b) auch noch unterschiedlich interpretieren bzw. so variieren, dass man sich eben nicht mit etwaigen Keyboardern in die Quere kommt?

Naja, vielleicht ist das Wissen um die Existenz einer Autobahn südlich Berlins auch einfach wichtiger...

Gruß
Sascha
 
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Ich selber habe mir vor einer Woche die Frage gestellt: Sollte ich jetzt mal nach 11 Monaten mal nen Song zu lernen damit ich mal was richtiges Vortragen kann? Mein Ziel ist definitiv die Improvisation und das Songwriting. Ich musste die Frage mit Ja und Nein beantworten.

- Das Gefühl etwas eigenes auf die Reihe bekommen zu haben ist um ein vielfaches höher als wenn ich einen Song 1:1 nachspielen kann (2-3 Songs hab ich mal gelernt).
- Nachspielen bringt mir etwas fürs motorische
- oft verliere ich die Motivation beim lernen von Stücken die ich nachspielen will - meist läuft es daraus hinaus das ich mir das Stück angucke und schaue was ich da an technik rausziehen kann. Als Anfänger habe ich keine Ahnung was ich mit den Saiten alles machen kann um diesen oder jenen Effekt hinzukriegen. Die Stelle lerne ich als Technikübung und baue das dann in meine Improvisation ein. Ist das in Fleisch und Blut übergegangen so kann ich die Technik jederzeit anwenden.
- Habe vor 2 Monaten mal Black Magic Woman angefangen und hab die Hälfte gelernt. Auf einmal hatte ich keine Lust mehr weil der Rest nurnoch "Routine" wäre. Hab also die erste Hälfte gespielt und versucht die zweite Hälfte in dem Stil von dem Lied zu improvisieren. Man war das ein geiles Gefühl kann ich euch sagen!

Hier aus dem Thread kann ich aber eine Menge lernen:
1) Mehr mit meinem Gehör zu arbeiten
2) Stücke aus Komponistensicht zu analysieren: Warum spielt er das so? Was ist das für eine Tonart? Was für Akkorde und Akkordfunktionen spielt er da? Wie ist Intro, Chorus, Bridge etc. aufgebaut?
3) Musiktheorie schneller und freier anzuwenden, wie Fretboardjunkie meinte "Live ein Stück zu transkribieren" o.ä. Musiktheorie kenne ich etwas aber muss dennoch immer wieder nachschlagen etc.

Was ich wohl weiterhin machen werde ist es mir aus bestimmten Stücken die technischen Schwierigkeiten rauszusuchen. Z.B. will ich etwas über richtiges Tapping, chromatische Läufe und Arpeggios lernen. Da werde ich mir aus einigen Stücken diese Passagen raussuchen und Analysieren -> Musiktheorie dabei aber nicht vergessen. Ich will das Griffbrett beherrschen!

Da gibt es zig hundert Dinge, die wesentlich effizienter sind, um sowohl Technik wie auch Musikalität zu schulen.
Das würde mich sehr interessieren was du damit genau meinst! Bin immer dran interessiert effizient zu lernen was sowohl Technik als auch Musikalität angeht.
 
zu Akkordspiel: ich hab mich mal ne ganze Weile mit vierstimmigen Akkorden beschäftigt nachdem ich von nem Jazz Workshop bei Neil Bacher mit 3 DinA4 Seiten, die wir von ihm mitbekommen hatten, nach Hause kam. Schon alleine dieses "System" von ihm reicht aus , um sich jahrelang mit Akkordverbindungen quer durch alle Tonarten inkl verschiedener Stimmführungen bei Akkordverbindungen zu beschäftigen und es ist wirklich erstaunlich, wie man danach sein Griffbrett besser kennt. Das war keine Akkordtabelle in dem Sinne, wie man sie im Internet oder in Büchlein findet , sondern man muss sich dabei auch gedanklich mit den vielen Umkehrungen beschäftigen und lernt erstens, welche Töne im Akkord sich befinden und dann letztendlich auch die voicings und die Töne aufm Griffbrett querbeet dabei kennen. Ich fand jedenfall die paar DINA4 Seiten hilfreicher für die Praxis als viele Akkordtabellen.
 
Und ganz kurz ein schnödes kleines Beispiel, nichts wirklich "sophisticated" oder so, ich hab's bewusst schlicht gehalten.

Ich finde es durchaus spaßig, einen Blues auch mal so spielen zu können. Wie schon erwähnt, das so zu lernen ist alles andere als Quantenphysik und nach meinem Dafürhalten in jeder Hinsicht deutlich einfacher als irgendwelche Skalenakrobatik.

- Sascha
 
Noch als kleine Ergänzung zu meinem Beitrag oben. Hab gestern zum allererstenmal einen eigenen Rhytmus und kurze Improvisation aufgenommen. In dem 34 Sekunden Stück habe ich mehr gelernt als in irgendeinem Song den ich auswendig gelernt habe. Zudem wurden einige Schwächen aufgedeckt wo ich noch einiges tun kann:

- Erste Recordingerfahrung demnach Quali schlecht
- Timingfehler -> aber wieder korrigiert
- Zu energische Bendings =D

Und hab ne Menge über Rhytmus gelernt. Wenn man schon nachspielt sollte man das Stück auch analysieren! Werde ich mir für die Zukunft auch mehr zu gemüte führen.
Wer Lust hat mal kurz reinzuhören:


Auch wenn es für euch nicht toll ist, für mich ist das geiler als jeder gecoverte Song weil es einfach von mir kommt. Hätte niemals gedacht das ich mir mal gerne Aufnahmen von mir anhöre :D
 
Mal noch zur Anmerkung:

Lernen durch Imitation. … Die beste Form des Lernens. …

Ich bezweifele, dass das die beste Form des Lernens ist.

Nachweislich ist es wohl die beste Form. So hast auch du das Sprechen gelernt^^ Allerdings ein schwerer Vergleich mit vielen pro und contra...

Also dich nervt an, dass sich eben viele mit Skalenreiterei zufrieden geben…. Nun erstens darfst mal nicht vergessen, dass du mit deinem Abschluss auf einem weit höherem Niveau bist, als die meisten die ihr Zeug hier reinsetzen. Viele Dinge die du da gelehrt bekommen hast, bleiben den meisten verschlossen. Erinnere dich doch mal wie du angefangen hast. So die ersten Töne und so. Hat man dir denn da gleich alles gezeigt?

Eine Sache die du hier ansprichst ist in der Tat ein großes Problem. Das Akkordspiel. (Meine heimische Bigband fand lange keinen neune Gitarristen die die Chords spielen konnte… ) Ich komme aus einer Ecke, wo wir extrem viele Mätaller haben. Und die kennen eigentlich nur Akkorde mit Prime und Quinte. Naja Dur und Moll und das war es auch schon. Dafür sind die schnell und treffen als beim Solo komischerweise immer die Avoids als Schwerpunkt. (Nicht alle, aber ich kenne das so bestimmte…) Wenn man es diesen sagt, kriegste nur nen dummen Blick und dann wird so was gesagt wie. “Was willn der. Ich spiel hier Sweeps und die und das…. Blablablah… Der spinnt doch…“

Ihre selbst gemachten Songs bestehen zum größten Teil aus Powerkram und Singlenote Riffs.

Ich denke, wenn du dies kritisierst, sollte man hier mal so eine Art „Ursachenforschung“ machen. Denn solch eng blickende kannste noch so bequatschen. Die wollen das gar nicht lernen.

Mein kulturloses Kaff ist eine Hochburg solcher. Und das sind nicht nur Metaller… Aber einige der Metaller kenne ich halt. Man kann vllt bei vielen in den Gründen, warum sie ein Instrument anfangen, sehen, wo die mal hingehen. Dann spielt der Umgang eine große Rolle. In der Tat gibt es da welche, die ein Instrument deshalb anfingen, um zu zeigen, dass sie auch was können. Ich hab da ein paar recht konkrete Bekanntschaften gemacht.

Wenn jemand irgendwie jemanden etwas beweisen will, hat´s Ursachen. Die ich kenne, waren halt in der Schule nicht grad die Superbeliebten… Naja im Gegenteil wurden die von den anderen halt auch ausgelacht oder so was. Tja die halt alle ihre Idole und Freunde die ja auch alle Musik hören. Und in Regel hören die Unbeliebteren kein Techno… (bloß gut) Naja sie haben ihre Vorbilder. Naja und bei Ebay kostet eine Harley Benton ja nicht viel…

Hendrix, Steve Vai, Petrucci, Malmstreen… und alle möglichen werden doch seltens in der Rhythmusarbeit vorgestellt. Meist geht’s da um Soli. Und dann gibt’s verdammt viele DVDs und Youtube Videos wo schön Solo spiel „vermittelt“ wird. Und Skalen wie Penta und Blues und Dur… und all der Kram wird einem ja Quasi ums Ohr gehauen.

Es wird ein Bild des Solo spielenden geschaffen, der von allen Bewundert wird … Und der Gedanke der Held da oben zu sein und das einem eben alle anhimmeln… Nun der spielt (grad bei denen in meiner Ecke) eine wichtige Rolle. Ich nenne sie gern Selbstdarsteller… Man kann auch sagen Selbstverliebt bzw. leichte Narzissten. Bei manch einem habe ich sogar den Verdacht, schon extrem Narzisstisch zu sein… In ihrem Kopf erheben sie sich zu Helden. Sie wissen zwar das sie noch üben müssen und und und… Aber es geht ihnen mit keinem Gedanken darüber, ihre Musik den Menschen als Form einer Botschaft oder Stimmung nahe zu bringen. Sondern nur sich selbst ….

Und in diesen ganzen Workshops wird nicht im Ansatz darüber geredet, welche Rolle die Gitarre in der Musik hat. Über das Zusammenspiel der gesamten Band wird nie gesprochen. Wer kenn schon Freddie Green…
Es gibt auch kaum Literatur dazu. Und wenn dann ist es nicht leicht zu finden. Peter Busch Lernen ohne Noten wird mehr verkauft und auch mehr beworben. Ich kenne nur eine DVD, wo der Lehrer da drauf mal sagt, dass er mal keine Skalen zeigt oder sonst welche Technik. Es ist eine DVD die sich mit Musikalität befasst. Im Gegensatz zu 100en die ihr Können zeigen oder Skalen bereiten…

Man wird als Einsteiger heute auch eine Üüüüüberflut im Netz ausgesetzt von Infos ausgesetzt. Und wenn man neu ist, ist es schwer das wirklich wichtige zu erkennen. Man wird auch einem Massenwahn ausgesetzt.

Nun was tun wir dagegen :confused:
 
Ich lese schon eine Weile mit und finde es sehr interessant.
Persönlich denke ich wie so oft: die Mischung und Ausgewogenheit macht's. Aber ohne Randpositionen sieht man ja auch nicht wo die Mitte sein könnte.

Ich kenne nur eine DVD, wo der Lehrer da drauf mal sagt, dass er mal keine Skalen zeigt oder sonst welche Technik. Es ist eine DVD die sich mit Musikalität befasst. Im Gegensatz zu 100en die ihr Können zeigen oder Skalen bereiten…

Klingt interessant, diese DVD. Kannst Du da etwas mehr zu sagen?

Gruß
Dutchie
 
Nachweislich ist es wohl die beste Form. So hast auch du das Sprechen gelernt^^ Allerdings ein schwerer Vergleich mit vielen pro und contra...

Du hast auf eine Art und Weise recht.
Andererseits: Wenn ich sprechen lerne, dann werde ich nicht gleich ein Gedicht von Ringelnatz vortragen, sondern einzelne Wörter.
Imitation bzw. Nachempfindung ist mit Sicherheit eines der entscheidenden Dinge, um sich musikalisch zu entwickeln, dagegen habe ich auch nie etwas gesagt. Auch ich habe mir viele Sachen darüber angeeignet.
Für mich macht's eben nur kaum Sinn, ein komplettes Solo auswendig zu lernen, wenn der größte Teil darin entweder nicht mehr relevant ist (weil ich es sowieso schon beherrsche) oder eigentlich mein eigenes technisch-musikalisches Niveau so übersteigt, dass ich es weder analysieren noch in meinen eigenen Kram integrieren kann.

Also dich nervt an, dass sich eben viele mit Skalenreiterei zufrieden geben…. Nun erstens darfst mal nicht vergessen, dass du mit deinem Abschluss auf einem weit höherem Niveau bist, als die meisten die ihr Zeug hier reinsetzen. Viele Dinge die du da gelehrt bekommen hast, bleiben den meisten verschlossen. Erinnere dich doch mal wie du angefangen hast. So die ersten Töne und so. Hat man dir denn da gleich alles gezeigt?

Natürlich nicht.
Aber darum ging's mir ja auch nicht wirklich.
Ich habe persönlich gleich von Anfang an irgendwie immer das Bestreben gehabt, Dinge auch zu durchschauen. Muss ja nicht jeder machen, ist auch absolut keine Grundvoraussetzung. Nur, ich habe für mich das Gefühl, dass mir das vermutlich von allen Dingen, die ich jemals so unternommen habe, am meisten gebracht hat.

Ich denke, wenn du dies kritisierst, sollte man hier mal so eine Art „Ursachenforschung“ machen. Denn solch eng blickende kannste noch so bequatschen. Die wollen das gar nicht lernen.

Ich weiß. Ich kenne das aus meiner intensiveren Zeit als Lehrer. Unter anderem auch einer der Gründe, weshalb ich heilfroh bin, heute auf's Unterrichten nicht mehr angewiesen zu sein.

Hendrix, Steve Vai, Petrucci, Malmstreen… und alle möglichen werden doch seltens in der Rhythmusarbeit vorgestellt. Meist geht’s da um Soli. Und dann gibt’s verdammt viele DVDs und Youtube Videos wo schön Solo spiel „vermittelt“ wird. Und Skalen wie Penta und Blues und Dur… und all der Kram wird einem ja Quasi ums Ohr gehauen.

Stimmt auch. Dabei sind alle diese Typen zeitgleich auch ganz hervorragende Rhythmusspieler.

Es wird ein Bild des Solo spielenden geschaffen, der von allen Bewundert wird … Und der Gedanke der Held da oben zu sein und das einem eben alle anhimmeln…

Genau so sieht's aus.
Was ich dann aber erstaunlich finde, ist, dass das ja so an sich gar nicht stattfindet, außer eben auf YouTube.
Es wird doch kaum einer von den Gniedelhelden mal eingeladen, etwa bei einer Band als Gast eine Soloperformance hinzulegen. Das ist dann eben den wenigen echten Satrianis, Vais und sonstwem vorbehalten. Und auch die Rolle des Leadgitarristen, die es ja früher durchaus einmal gab, existiert so gut wie nicht mehr (Ausnahmen sind gewisse Heavy-Genres, einiger Mainstream-Rock, Italo-Pop und sowas wie Blues).

Ich kenne nur eine DVD, wo der Lehrer da drauf mal sagt, dass er mal keine Skalen zeigt oder sonst welche Technik. Es ist eine DVD die sich mit Musikalität befasst. Im Gegensatz zu 100en die ihr Können zeigen oder Skalen bereiten…

Da wüsste ich auch gerne, um welche DVD es sich handelt.

Nun was tun wir dagegen

Threads wie diesen hier starten.
Ähem, naja...

Gruß
Sascha
 
Also klar gibt es für beide Seiten pro und contra,aber mir ist das zu sehr wie die Suche nach Gott,manche Glauben es,manche nicht und mir ist es Scheißegal^^
Ich mach einfach,worauf ich Bock hab.
Mag sein,dass der eine mit Nachspielen besser ist,der andere ohne.
Ich hab mit dem Vorsatz angefangen,ich will ein Lied meiner Lieblingsband nachspielen können,mitlerweile bin ich soweit gekommen,dass ich gerne mit einer Band leute erreichen will.
Ich hoffe sehr,dass ich das Ziel irgendwann auch erreiche,aber bis dahin Cover ich,Schreibe eigenes Zeug und lass jeden anderen seinen Gott suchen^^
In diesem Sinne,
ich bin raus :D
 

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