Gab es jemals Funkmikrofone mit konischem Schaft? Und wenn ja: Wie zum Geier funktioniert das?

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jixx
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Hallo,

ich stelle mir eine Frage, bei der ich nicht weiß, ob es eine "blöde" Frage ist oder nicht.... (obwohl es eigentlich keine blöden Fragen gibt, sondern nur blöde Antworten :) )

Schaut man sich die aktuellen Funkmikrofone an, haben die eigentlich immer einen recht dicken, geraden Schaft - hier etwa die Funkvariante des SM58:
12278797_800[1].jpg

Klar, da muss ja neben der Sendeanlage ja vor allem das Batteriefach Platz finden. Ein kabelgebundenes Mikrofon braucht das logischerweise nicht, daher wird hier i.d.R. ein etwas handlicherer, konischer Schaft verbaut:
105767.webp

Ein Batteriefach (was für ein Funkmikro nach meiner logischen Denke unerlässlich sein dürfte) findet darin logischerweise keinen Platz.

Vor allem in den 80er- und 90er-Jahren waren im Fernsehen allerdings des öfteren Funkmikrofone mit konischem Schaft zu sehen, was - wie oben erwähnt - technisch eigentlich gar nicht funktionieren kann. Einige entsprechende Aufnahmen aus dieser Zeit gibt es noch auf YouTube:


View: https://www.youtube.com/watch?v=MlPjNeJFmCs


View: https://www.youtube.com/watch?v=FUkRwyPXToY

Gab es damals tatsächlich mal eine Zeit lang Handsender, deren Schaft so dünn war, dass keine normale Batterie mehr rein passte? Wie zum Geier funktionierte das dann?

Oder ist die Antwort wesentlich profaner, und es handelt sich um "normale" kabelgebundene Gesangsmikros mit einem Stück Kabel als Fake-Antenne, und das Ganze ist Vollplayback?
 
Ich würde mich nicht an alten TV-Shows orientieren, die waren damals schon überwiegend Playback. 😉
Ziemlich sicher ist das ein normales SM58 o.ä., bei dem ein abgeschnittenes Mikrokabel eingesteckt ist. Hat man damals häufiger sehen können, und deine Vermutung dürfte mitten ins Schwarze treffen.
 
Das uralte Sennheiser SKM 4031-TV hat annähernd eine konische Form und es hängt am Ende so ein dünnes Kabelstück als Antenne raus – es gibt auch eine Variante mit einer richtigen Antenne, sieht aber dann auch ähnlich aus wie in den Videos. Gibt's bei Ebay, zum Teil sogar in heute zulässigen Frequenzbereichen sendend.

In den Videos sieht mir das aber eher, wie @trommla schon schrieb, nach Fake aus. Wobei die Bildqualität von Bonny Tyler hier zu schlecht für eine Einschätzung ist. Definitiv aber sind das nicht die von mir genannten Sennheiser Mics, die haben einen markant anderen Korb.
 
Da fällt mir eigentlich auch nur das Sennheiser Profipower ein.
Ich zittiere mich mal selbst:
Das "Profipower" war das Mikro meiner Träume als ich mit dem Musikmachen in den Achzigern angefangen hatte.
Es kam als SKM4031 ab 1982 immer häufiger im Fernsehen als Moderations- und Gesangsmikro zum Einsatz und gefiel mir damals schon klanglich richtig gut! (klick)
x1_desktop_sennheiser-history-22.jpg

Ich durfte ein einziges Mals sogar über die Kabelversion (MD-431) singen...
Ich schätze mal, es hatte kein Batteriefach, sondern einen fest verbauten Akku, deshalb konnte es in der "normalen, konischen Griffdicke" gebaut werden.
Da ich aber nie eines in der Hand hatte, weiß ich es natürlich nicht. :nix:
 
Die Sennheiser Handsender sind nach wie vor etwas konisch, wenn auch zuweilen wenig. Genauso sämtliche von AKG. Da kann man sicher weiter machen.
Ein Batteriefach (was für ein Funkmikro nach meiner logischen Denke unerlässlich sein dürfte) findet darin logischerweise keinen Platz.
kommt immer auf die Art, Größe und Anzahl der Battterie/des Akkus an. In einem klassischen SM58 ist ja noch recht viel Platz im Schaft, da ginge sich locker auch eine Batterie aus.

und ja, im Fernsehen ist nicht alles, was man sieht, für bare Münze zu nehmen. Ich hab auch schon das Gerücht gehört, dass da nicht mal immer allles Live dargeboten wird. Ist aber sicher nur ein böses Gerücht.;)
 
Funkmikrofone mit konischem Schaft zu sehen, was - wie oben erwähnt - technisch eigentlich gar nicht funktionieren kann.
Was sollte einen Produktdesigner denn davon abhalten, ein Funkmikrofon so zu entwickeln? Es darf sich lediglich nicht weiter verjüngen als zu Batterie-/Akkudicke ist. Niemand verbietet eine Verstärkung nach oben. Was sollte daran "technisch" nicht möglich sein?
 
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Klar gibt's auch Funkmicro mit konischem Schaft. Sogar welche, die nicht viel größer als ein normales Sm58 sind. Z. B das Sony WRT-800 oder das WRT-867 bzw. etwas größer das WRT-807. Alle drei ganz feine Mics, die auch heute durchaus zu gebrauchen sind.
 

Eindeutig konisch. Und nebenbei eine tolle Kapsel bzw. interessante Funkstrecke. Habe ich im vergangenen Jahr in "meiner" Kirche verbaut.
 
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Bei AKG sind eigentlich alle Funkmikros konisch. Hat auch den Vorteil, dass die nicht so einfach vom Tisch rollen.
 
Ich denke die eher zylindrische Form bei späteren Sennheisern dürfte so mit dem ersten EW100-System gekommen sein, da ist eine 9V-Block-Batterie drin, die eben… ein Block ist. Spätere EW-Systeme verwenden 2x AAA, die hätte man ggf. auch hintereinander untergebracht bekommen. AKG hat's da leichter, da kommt nur 1x AAA rein. Gegen Wegrollen hilft am ehesten allerdings ein Ring am Mikrokorb wie ihn das sE V7 hat, also mit so flachen Stellen.

So oder so dürfte die äußere Form heute nicht so sehr ein Kaufkriterium sein. Ab einer gewissen Preisklasse geht es nur noch um Steigerung der Zuverlässigkeit und Steuerbarkeit (zentrales Frequenzmanagement usw.), der Sound wird eh über die Wahl entsprechender Kapseln nach Wunsch gestaltet.
 
Bei AKG sind eigentlich alle Funkmikros konisch. Hat auch den Vorteil, dass die nicht so einfach vom Tisch rollen.
Nö. HT300 von der WMS 300 ist definitiv ein Zylinder. Nix konisch.
Das Mikro rollte deswegen nicht weg (damit hat AKG damals auch die Mikrofon der TriPower Serie beworben), da der Korb nicht rund sondern über 3 Seiten abgeflacht war.
 
Ich würde mich nicht an alten TV-Shows orientieren, die waren damals schon überwiegend Playback. 😉
Ziemlich sicher ist das ein normales SM58 o.ä., bei dem ein abgeschnittenes Mikrokabel eingesteckt ist. Hat man damals häufiger sehen können, und deine Vermutung dürfte mitten ins Schwarze treffen.
Vermutlich ist es dann tatsächlich genau so, wie ich vermutet habe ...
 

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