Ich atme zu viel Luft ein

von don pepe, 27.05.10.

  1. don pepe

    don pepe Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 27.05.10   #1
    Hallo Zusammen,
    tröte jetzt seit einigen Monaten mit wachsender Begeisterung lustig vor mich hin. Das mit der ZwerchFellAtmung klappt prizipiell gut, aber ich atme zu tief ein, so dass ich nach einiger Zeit zuerst ausatmen muss, bevor ich neue Luft in die Lunge aufnehmen kann. Das kostet Zeit und behindert ein flüssiges Spiel.
    Wer weiss Rat?

    Grüße
     
  2. RoBass

    RoBass Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 28.05.10   #2
    Also ich würde ja sagen, Du atmest nicht zu viel ein, Du atmest zu wenig aus!

    Die Ursache dafür ist eine falsche Atemtechnik, die nur scheinbar korrekt aus dem Zwerchfell kommt. Bei richtiger Atmung verbrauchst Du ca. 10-15% des Lungenvolumens aus dem Senken der Schultern und drückst dann mit konstantem Brustvolumen aus dem Bauch nach, bis der nicht mehr höher kann und Du noch mal mit der Brust selbst kontrahierst. Das Hauptvolumen kommt zwar aus dem Bauchdruck, aber es ist immer noch ein Rest, der sauber mit ausgespielt werden muß.
    Deshalb atmet man ja auch nicht -wie ein Blasebalg- maximal ein, sondern nutzt Pausen im Spiel (die übrigens jeder halbwegs begabte Komponist nach einem Sänger- oder halt Bläserrhythmus eingebaut hat) zum "Nachtanken". Normalerweise wird die Luftkapazität der Lunge weder komplett benötigt noch aufgebaut.

    Da ich mal annehme, daß Du Dir das Spielen selbst beibringen willst, lies Dich mal ein wenig in das Thema Atemtechnik und dort speziell zum Stichwort "lange Töne aushalten" (longtones oder long notes) ein! Deine Atemtechnik ist zu brustorientiert, und der Hals ist nicht entspannt genug. Dadurch kannst Du nie entspannt abatmen und reicherst CO2 in der Restmenge an. Das führt dann über kurz oder lang zum beschriebenen O-Gott-ich-bin-voll-Reflex.

    Richtiges Atmen strengt weder fühlbar an (man hat zumindest dabei nicht das Gefühl;-) und erfolgt auch ohne Krampf- und Erstickungsanfälle infolge Hyperventilation (der von Dir beschriebene Effekt). Bei guter Atmung nutzt man nie die ganze Lunge, sondern immer nur so viel, we es Taktlänge und Lautstärke erfordern - also meist gut unter 80%. Und man merkt dabei gar nicht, daß man atmet ;-)

    Noch dazu wirst Du wohl auch mit zu viel Druck auf dem Ansatz spielen. Dann kommt es zu einem unatürlich abgebremsten Luftstrom, der wiederum die Verweilzeit der Luft in der Lunge unnötig erhöht und einen Ausatemreflex auslöst. Die Atmung muß reflektorisch, tief, gleichmäßig und ganz natürlich sein. Das, was ich da lese, ist das Gegenteil davon. Das kommt aus Hast, Anstrengung und konzentriert-falscher Atemtechnik.

    Atmung ist DAS Thema bei der Klarinette, und es ist bei weitem keines, daß man sich mal eben so auf die Schnelle aneignen kann ;-) Wer betreut Dich derzeit?

    Gruß
    Roman
     

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