Suche Methode um zu lernen wie man "Frei nach Schnauze" spielt

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ElBarto2
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Hallo Leute

ich hab mich hier angemeldet in der Hoffnung eine gute Lermethode hier zu finden im frei spielen zu können.

Hintergrund:
Ich spiele seit mehreren jahren Trompete. Spielerisch immer noch nicht richtig gut, aber das liegt nur daran, dass ich übungsfaul bin. Das hat sich nun aber geändet, so das ich fast täglich zwischen 20 und 90 Minuten spiele, je anchdem wieviel Zeit ich habe und wie hoch die Motivation gerade ist.

Nun habe ich bisher immer "nur" nach Noten gespielt. Und deshalb bekomme ich es nicht hin spontan mal Melodien zu spielen, die mir gerade in den Sinn kommen. Ich muss dann immer jeden Ton erst neu finden und an ganz Melodien ist noch garnicht zu denken.
Wenn ich nen paar Noten vor mir habe ist die Sache klar: Da steht ein C und dann spiel ich halt ein C oder mir sagt jemand, dass ich ein F spielen soll. Kein Problem.
Aber wenn mir jemand einen Ton versummt, dann muss ich erst herumprobieren, bis ich ihn auch mit meiner Trompete gefunden habe. Da fehlt irgendwie die Verknüpfung in meinem Gehirn.


Kennt jemand von euch eine Lernmethode mit der ich es mir beibringen kann frei zu spielen?
 
Eigenschaft
 
Jeden Tag zehn Minuten Volkslieder mit einen zufällig gewählten Anfangston spielen. Klappt garantiert.

kleine technische Hilfe bei der Lied- und Tonfindung
http://www.obv-breisgau.de/jd15/ind...minuten&catid=50:rsa-2009&Itemid=90#auswendig

---------- Post hinzugefügt um 08:49:15 ---------- Letzter Beitrag war um 08:41:25 ----------

Edit: da steht "drei Minuten" - nimm ruhig zehn für den Anfang. Aber nicht mehr, sonst verzettelst du dich.
Die anderen Übungen auf der Seite sind auch nicht schlecht ...
 
Schau mal ins Gesangsforum, da gibt es gerade einen Thread über das "Improvisieren lernen" Das meiste, was da steht, kannst du, glaube ich, gebrauchen.

Nachtrag: Ich habe übrigens vergessen, dort in meiner Antwort darauf hinzuweisen, daß man in den Begleitmaschinen die Tonarten nach Belieben transponieren kann.
 
... bis ich ihn auch mit meiner Trompete gefunden habe. Da fehlt irgendwie die Verknüpfung in meinem Gehirn...
Hallo ElBarto2,

willkommen im Forum. Es freut mich besonders, mit dir einen neuen "Trompetenkollegen" begrüßen zu dürfen.

Die Verknüpfung von Ohr bzw. Gehirn und Fingern ist reine Übungssache.
Eine gute Vorbereitung für alles Weitere wäre es, zunächst Pentatonikskalen, dann Bluesskalen und schließlich auch Durtonleitern in allen Tonarten zu üben.
Auch die Lernhilfen von von Jamey Aebersold sind einen Blick wert, zum Teil wahrscheinlich "für später":
Jazz Handbook
Skalen- und Akkordbezeichnungen
Jazz Skalen

Ganz praktisch und sehr schlüssig geht der (ziemlich alte) Bop-Trompeter Willie Thomas an die Sache. Vor einem Jahr waren einige seiner Lektionen in der Testphase der Homepage noch kostenlos, inzwischen sind sie es leider nicht mehr. Es gibt es aber noch "Schnupperangebote", gerade auch für Einsteiger in den Bereich. Ich finde das Angebot insgesamt sehr gut gelungen.

Willie Thomas hält sich an das bewährte Konzept, mit Pentatonik und Bluesskalen zu beginnen und das später durch zusätzliche Anpassungen an die Harmonien zu erweiteren.
Man tut seinem Ohr damit einen Gefallen, der einen Anfang ohne viel Frust ermöglicht.

Eben weil Improvisation und spielen nach Gehör am besten so gelernt wird, dass man zunächst einfache Beispiele "hört-nachsingt-nachspielt", helfen auch die besten Bücher alleine nur den Wenigsten auf die Sprünge.
Hat man schon ein paar Erfahrungen gemacht, sind gute Bücher natürlich eine große Hilfe, um die eigene Praxis mit Wissen um den theoretischen Hintergrund (Harmonielehre) besser verknüpfen zu können.

Ein kleines Bespiel soll dir zeigen, dass man auch mit simpler Pentatonik schon ganz interessante Sachen machen kann. Ganz meisterlich hat z.B. Woody Shaw Pentatonik verwendet.

Bezogen auf die häufigste Standardprogression II-V-I zeigt die erste Zeile die Anwendung einer einfachen Mollpentatonik, die der Paralleltonart der Tonika (Maj7-Akkord am Schluss) entspricht. Über das Beispiel Dm7-G7-Cmaj7 wäre das die A-Moll-Pentatonik, die hier über den Dm7-Akkord zunächst in der Grundform aufsteigend notiert wurde.
Die zweite Zeile beginnt mit der gleichen A-Moll-Pentatonik und verschiebt die Skala dann über die folgenden Akkorde G7 und Cmaj7 jeweils um einen Halbton nach oben (Am-pent, Bbm-pent, Bm-pent).
Der Einfachheit halber habe ich in meinem Beispiel rhythmische Elemente weggelassen. Das chromatische Verschieben der Skala ist ein "kinderleichter Trick" von Gitarristen, um etwas Farbe in so eine Akkordfolge zu bringen. Bei (Amateur-)Trompetern wäre so ein Vorgehen schon etwas ungewöhnlicher.

6g75-7m.jpg


Wenn Du die Zeilen analysierst, wird dir vermutlich schnell klar, warum das ganz gut klingt. Falls Du dafür noch eine Hilfestellung möchtest, melde dich einfach wieder.
Falls Du Band-In-A-Box hast, könnte ich dazu auch noch ein paar Tips für dein Thema geben.
 
Zuletzt bearbeitet:
Danke schonmal für eure Antworten! Ich werde sie mir durchlesen und auch ausprobiern.

Die Verknüpfung von Ohr bzw. Gehirn und Fingern ist reine Übungssache.

Wenns doch nur so wäre :(

Ich spiele seit etwa 13 Jahren Trompete. Wurde mit 8 an das Instrument herangeführt und bin jetzt 21 und mache gerne Musik im Blasorchester weil es spaß macht.
Ich gebe zu, bis vor einem Jahr hab ich nur wenig geübt (mit Ausnahme der wöchentlichen Proben im Orchester). Damals war ich einfach mit dem zufrieden, was ich so geleistet habe. Aber das hat sich nun geändert. Ich will besser werden und übe jetzt ja fast täglich.
Ich spiele die Stücke, die wir proben, zu Hause rauf und runter so gut ich kann. Doch so schön die Stücke auch sind, ich will auch mal eigenen Melodien für mich umsetzen oder auch mal die ein oder andere Notenfolge in einem Stück improvisieren. Und das kann ich einfach nicht. Dabei sollte doch eignetlich über die Jahre genug Übung dafür da gewesen sein.

Habe ich Noten, kann ich sie spielen. Höre ich dagegen einen Ton, habe ich keine Ahnung welche Note es ist.
Als Analogie dazu:
Hätte ich den Bauplan für einem Würfel, könnte ich ihn bauen. Bekäme ich einen Würfel in die Hand, hätte ich keine Ahnung was für ein Körper es ist.


Und genau dazu brauche ich eine Methode, mit der ich lerne welcher Ton zu welcher Note gehört.


PS: Sorry, wennd as gerade nen bischen dramatisch klingt. Aber irgendwie muss man ja auch ml seinen Frust loswerden.:redface:
 
Ich spiele die Stücke, die wir proben, zu Hause rauf und runter so gut ich kann.

Absolute Zeitverschwendung. Oder kannst du die Stücke komplett nicht spielen? Das komplette Durchspielen von Stimmen hat doch Null Effekt. Nimm dir die paar Stellen raus die du nicht kannst und üb die. Das sind doch in der üblichen Blasorchesterliteratur vlt 5-10% der Stimme, die nicht vom Blatt gehen. Wenn du das Stück drauf hast brauchst du es auch nicht mehr zu üben.

Vielleicht war der Satz auch nicht so gemeint wie er klang, aber mich würde mal interessieren wie deine Übezeit aufgebaut ist.

Ist zwar am Thema vorbei, aber so ganz unkommentiert wollte ich den Satz nicht stehen lassen.
 
...Und genau dazu brauche ich eine Methode, mit der ich lerne welcher Ton zu welcher Note gehört....

Genau so eine zum Ziel führende Methode (analog dem Bauplan für deinen Würfel) habe ich dir unten ausführlich beschrieben. Was hast Du denn an meinem Beitrag nicht verstanden?

Hast Du die erste Lektion bei Willie Thomas schon gemacht? Wenn ja, wie ging es dir dabei?
Je nach musikalischer Vorbildung wäre die erste Lektion: http://www.jazzeveryone.com/beginners-corner/lesson-1/lesson1-style-lets-play/
Oder: http://www.jazzeveryone.com/players-corner/free-lesson/

Man kann die Verküpfung von Ohr und Instrument nur üben, indem man nachsingt und nachspielt, was ein Anderer gerade eben vorgespielt hat. So fangen alle Jazzer an und Rockmusiker vermutlich auch.

John LaPorta, der Jahrzehnte lang Professor für Improvisation an der Berklee School war, verwendet deshalb natürlich genau dieses Vorgehen in seinem Buch, Frank Mantooth ebenfalls. Auch die Improvisations-DVD von Jamey Aebersold geht so vor.
All diese Angebote sind auf Anfänger ausgerichtet und die genannten Namen gehören zu den bekanntesten Ausbildern überhaupt in diesem Bereich "spielen, was man gerade hört".

Zu Beginn benutzen sie alle "einfache Töne" (erst wenige Akkordtöne, dann Pentatonik, dann die Blues-Scale), später wird das Konzept durch andere Skalen sowie Chromatik erweitert.
Natürlich darfst Du zu Beginn wissen, in welcher Tonart es losgeht. Später wirst Du dafür ein gewisses "automatisches Erkennen" entwickeln und nur an schlechten Tagen daneben liegen.

Ein ganz gutes Übungsheft dazu ist auch von Philipp Moehrke, einem Pianisten. Es heißt Jazz Piano Improvisations Concepts und enthält über 70 Tracks auf 2 CDs, zu denen man auch als Trompeter sehr gut nachspielen kann.

Es ist defintiv nur eine Übungssache. Falls Du so gar nicht verstehst, was ich hier schreibe, bräuchtest Du einen Lehrer, der dir die Grundlagen für dieses Verständnis beibringt.
In deinem Bild beschrieben, könntest Du in diesem Fall den Plan einfach noch nicht lesen, den ich dir anbiete.

Durch Unterricht lässt sich so etwas grundsätzlich viel besser üben als allein. Wenn Du keinen Lehrer dafür willst, frage doch einen Musiker-Kollegen. Ihr könnt das Material zusammen durchgehen, lernen und dann einander vorspielen - nachspielen, variieren...
Da findet sich eigentlich immer jemand für die solche musikalischen "Frage-Antwort"-Spiele.
 
Zuletzt bearbeitet:
Tschuldigung zonquer. Ich habe es tatsächlich erst nicht richtig verstanden, was du mir mitteilen wolltest. Lag wohl daran, dass ich eine derartige Fachsprache (ist bestimmt für nen Profi oder Amateur mit richtigem Unterricht nix ungewöhnliches) nicht gewoht bin.

Aber ich denke mit der Hilfe wird das bestimmt was, solange ich fleißig bin.

Überhaupt bin ich von diesem Forum sehr beeindruckt. Antworten kommen schnell und auch die bereits vorhandenen Themen haben einiges zu bieten, das mich weiter bringt. Danke!
 
Kein Grund zur "Entschuldigung". Es tut mir doch leid, wenn das zu unverständlich war. Um so besser, dass Du nicht sauer reagierst und noch einmal darauf eingehst. :great:
Wenn es dir nicht zuviel wird, dann schreibe mir doch eine Antwort im Forum oder eine PN, in der die unklaren Stellen stehen, damit ich das besser ausdrücken kann. Ich würde dann zu den unklaren/fraglichen Ausdrücken antworten oder für eine PN ausführlicher und ohne "Fachsprache" reagieren.
 
Hallo Zusammen!
Ich muss mich als erstes als chronischen autodidakten outen, aber vielleicht ,acht mich das ach zu einer Art Experten in dieser Frage :)
Mir fällt es am leichtesten, frei Schnauze zu spielen, wenn ich eine rhytmische Begleitung habe die geradeaus durch geht. Darum übe ich meist zu irgendwelchen Drumloops. Oder ich such mir was mit Drums und Bass, dann bin ich schon mehr gefordert, auf anhieb die richtigen Töne zu erwischen. Sowas geht natürlich zu übungszwecken nur mit loops, meinen Bandkollegen würd ich mein rumgesuche nicht zumuten können und wollen. Wenn Du die Methode mal versuchen willst empfehle ich wikiloops.com - da findest Du bei genauem hinsehen sogar ein paar Mitspiel Stücke mit mir am autodidakten-Sax.
 

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