Wie entsteht der Klang einer E-Gitarre?

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Es gibt zu viele Freiheitsgrade, zu viele Parameter, zu viele Randbedingungen, zu viele Einflüsse, als dass man sie alle mit vertretbarem Aufwand berücksichtigen könnte.

Jepp. Und der allergrößte, einflussreichste, nie kalkulierbare von all diesen Faktoren: ICH.

Ich behaupte jetzt mal, trotz langer Jahre des Spielens, nicht imstande zu sein, den gleichen Ton zweimal (messtechnisch) auf exakt die gleiche Weise anzuschlagen. Es gibt Tage, da finde ich mich klasse, es gibt Tage, da finde ich mich besch…eiden. Das sind die Tage mit der geringeren Holzfeuchte, natürlich. Kann nicht an mir liegen :D… ach ja, und dann glaube ich auch noch festgestellt zu haben, dass die Leute unterschiedlich hören. Genau. Ich meine nicht, dass ich zu meinen Kindern sage "räumt jetzt auf", und die hören "räumt doch vielleicht, wenn ihr Lust habt, die nächsten Tage ein bisschen auf". Nein. Ich meine so subtile Sachen wie: wann klingt HighGain schrill? Und wann "fett"? Wann ist etwas "warm", "glasig", "perlend" oder wasauchimmer.

Die ganze wissenschaftliche Herummesserei ist klasse, weil sie die Entwicklung und die grundsätzlich erreichbare Qualität und Leistungsfähigkeit in der breiten Gitarren-Masse emporgeschraubt hat. Dazu ist sie gut. Welche Werkstoffe eignen sich, wenn's Edelhölzer nicht mehr gibt? Wie kann man brauchbare Pickups herstellen, ohne hochbezahlte Draht-Schamanen mit Geburtsjahrgang 1958 wochenlang mit dem Handwickeln eines einzigen Pickups zu beschäftigen? Die wissenschaftlich-technische Seite hat große Dienste geleistet, was die Verfügbarkeit von Möglichkeiten angeht. Die Erfahrung von Gitarrenbauern ebenfalls. Ich kann anhand meiner ungefähren Vorstellungen vom Sound jederzeit in einen Laden gehen und eine grundsätzlich dafür geeignete Gitarre finden.

Aber eines glaube ich nicht: dass ich an einem von meinen Sch…tagen auf einer wissenschaftlich wie mojogeprüften Gitarre grandiosen Gitarre gut klinge. Und umgekehrt. Insofern haben alle Instanzen, die zur Qualität einer Gitarre beitragen, ihre Berechtigung. Aber ob am Ende beim ZUHÖRER und bei MIR die gewünschten Emotionen entstehen, liegt am ZUHÖRER und MIR. Und ich glaube, darum machen wir das alles :D

Bernd
 
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Aber ob am Ende beim ZUHÖRER und bei MIR die gewünschten Emotionen entstehen, liegt am ZUHÖRER und MIR. Und ich glaube, darum machen wir das alles :D

Sehr schöner Schlusssatz. Damit schließt sich der Kreis und alles fängt wieder von vorne an .... wie immer ;)

Eigentlich könnte man jetzt zumachen :D
 
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Eigentlich könnte man jetzt zumachen :D

Och nö.....

:mampf:


Mich wundert immer wieder, dass einige der Herrn Gitarristen hier nicht merken wie sich der Klang ändert wenn
man neue Saiten aufzieht, evtl. die Stärke der Saiten verändert, die Brücke etwas erhöht, das Tailpiece runter oder hochschraubt, am Tonepoti dreht. Da erkennen sie ihre eigene Gitarre wahrscheinlich nicht mehr wieder wenn man da mal herumschraubt, und wenn man dann den Pickup noch tauscht, die Elektronik ändert usw.pp..
erkennen sie über all dem ob es Sumpfesche oder Erle ist?
Vor allem dann wenn sich das Frequenzspektrum gar nicht ändert?

Nee is klar....
warum treten die nicht mal bei "Wetten dass " auf?
"Ich erkenne 10 Holzsorten einer Strat am Klang, und sage genau wie lange das Holz getrocknet worden ist...
Nehmen sie einen x belieben Verstärker, irgendwelche Effekte, suchen sich die Tonabnehmer ihrer Wahl raus, ich mach datt schon."
 
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Soso...was Du nicht sagst. Ich will nur kurz daran erinnern daß die Fragestellung des TE war "Wie entsteht der Klang einer E-Gitarre" und die Herren Z und Konsorten steif behaupten daß es keinen Unterschied macht welcher Korpus und welches Material?
Wenn ich mit dem Klang einer Gitarre nicht ganz zufrieden bin, dann tausche ich eher selten den Korpus aus...
Deshalb finde ich viel wichtiger, was Zollner über den Einfluß von Sattel- bzw. Brückenkonstruktion zu sagen hat. Und da kann man viel interessantes bei ihm nachlesen - wenn man z.B. wissen will, welchen Effekt massive Saitenreiter im Vergleich zu Blechreitern haben, bei Zollner steht es (mit Messergebnissen). Und auch andere Details wie z.B. eine abgerundete Saitenführung über die Reiter (wie bei Fender) im Vergleich zu einem scharfen Knick (wie bei TOM-Brücken) werden untersucht und auch durch Messungen der genaue Einfluß auf den Klang gezeigt.
Das finde ich persönlich viel spannender als das Thema Korpusholz (aber ich glaube sowieso, dass Brücke und Sattel viel wichtiger sind - manche Brücken/Tremolo-Konstruktionen wie bei Stat oder Jazzmaster/Jaguar muß man ja schon wie ein mechanisches Effektgerät sehen - auch wenn der Hebel nicht benutzt wird...)
Weil hier die Saitenschwingung beeinflußt wird, klingt es dann auch über den PU anders - unterschiedliche Gitarren mit demselben PU klingen deshalb eben doch nicht gleich.
 
Ich habe mal einen Vergleich von 2 Eigenau-Teles gehört, bei denen alles identisch war bis aufs Holz (Erle vs. Esche) und ich meine, dass die Esche-Tele etwas höhenreicher und die Erle-Rele etwas mittenreicher geklungen hat - aber ich habe die Gitarren auch nicht selbst gespielt, womöglich hat mich ja auch der Spieler durch eine etwas andere Spielweise manipuliert;-)

Allerdings waren die Unterschiede auch so minimal, dass sie im Bandkontext sicherlich untergehen würden. Wenn ich Esche nehme, dann eher wegen des optischen Effekts;-)
 
welchen Effekt massive Saitenreiter im Vergleich zu Blechreitern haben, bei Zollner steht es (mit Messergebnissen). Und auch andere Details wie z.B. eine abgerundete Saitenführung über die Reiter (wie bei Fender) im Vergleich zu einem scharfen Knick (wie bei TOM-Brücken) werden untersucht und auch durch Messungen der genaue Einfluß auf den Klang gezeigt.

http://www.youtube.com/watch?v=bU3q25gC61w&feature=related
http://www.youtube.com/watch?v=03TYGFv_27I&feature=related
witzig...
 
^ Uih. Hätte ich so absolut nicht erwartet.

Je mehr ich lese und je mehr Erfahrungen ich sammele glaube ich, dass letztendlich Saiten, P'ups und Elektronik für 90% des Sounderlebnisses verantwortlich sind. Tja, und von dem Einfluss der Hardware möchte ich nach dem Video oben eigentlich auch nur noch unter Vorbehalt sprechen. So schön der Gedanke ist, z.B. eine Les Paul als "Stradivari unter den E-Gitarren" zu bezeichnen, so abstrus ist der Vergleich. Die kristallinen Strukturen innerhalb des Holzes bilden in Jahren oder Jahrzehnten intensiven Spiels eine harmonische oder disharmonische Struktur? :D
E-Gitarren spielen sich ein? Klar, die Saiten. Und das Griffbrett. Aber der Body? Wie stehts mit dem Einfluss der Bünde auf den Klang (Jumbos, Vintage etc.)?

Ich denke ferner, dass auch die optimale Einstellung einer Gitarre ganz maßgeblich deren Klang prägt, also optimale Halskrümmung nebst optimaler Saitenlage (Ausschwingung der Saiten), und natürlich auch die optimale Einstellung der P'ups: ein zu hoher Neckhumbucker wird immer matschen.

Schlechte Potis, scheppernde, alte Saiten, billige Kondensatoren und Einfachpickups werden jede Gitarre abscheulich klingen lassen, egal aus welchem Holz geschnitzt. Da dürfte doch Eingikeit herrschen, oder?
 
Tja, der Walter Kraushaar weiß schon, wovon er redet. Und das alles ohne Wissenschaft, Formeln und den ganze anderen "Quatsch"! ;)

Ulf
 
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Mmmmhhh, also abgesehen davon , daß man sich mit jeder These zu diesem Thema eh in die Nesseln setzt......:redface:

Als ich vor einigen Jahren meine Backup- Classic Vibe 50's Tele (Pinie/Kiefer Korpus) suchte, hatte ich genau 7 Stück davon in der Hand. Identische Hardware und Einstellung. Gleicher Amp (Fender Champ 600) und ein und dasselbe Kabel.

Von federleichten 2,5 Kilo bis gefühlten 4 Kilo (geschätzt).
Da war klanglich von "toter Oma" (schwere Version) bis "boah, geilomat" (Ultraleichtbrett) alles dabei. Diese Gitarren unterschieden sich schon allein klanglich unplugged so dermaßen, daß ich jede private Diskussion "Korpus macht so gut wie nüscht am Sound" gleich von vornerein abwürge, weil ich den Unterschied sehr wohl höre und spüre.

Wem diese Sinne nicht gegeben sind, der hat unter Umständen einen großen Vorteil. Der braucht seine Gitarren eh nicht anspielen gehen, wenn sie doch eh alle gleich klingen.;)
 
Die wissenschaftlichen Untersuchungen und Meßergebnisse in allen Ehren. Vieles davon ist sicherlich für den einen oder anderen hilfreich und interessant. Aber ehrlich gesagt ist für mich entscheidend, wie sich eine Gitarre anfühlt und wie sie klingt.

Von federleichten 2,5 Kilo bis gefühlten 4 Kilo (geschätzt).
Da war klanglich von "toter Oma" (schwere Version) bis "boah, geilomat" (Ultraleichtbrett) alles dabei. Diese Gitarren unterschieden sich schon allein klanglich unplugged so dermaßen, daß ich jede private Diskussion "Korpus macht so gut wie nüscht am Sound" gleich von vornerein abwürge, weil ich den Unterschied sehr wohl höre und spüre.
Das sehe ich genauso und habe die gleichen Erfahrungen gemacht.
 
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Da war klanglich von "toter Oma" (schwere Version) bis "boah, geilomat" (Ultraleichtbrett) alles dabei. Diese Gitarren unterschieden sich schon allein klanglich unplugged so dermaßen, daß ich jede private Diskussion "Korpus macht so gut wie nüscht am Sound" gleich von vornerein abwürge, weil ich den Unterschied sehr wohl höre und spüre.

Hatten die denn alle vergleichbar alte Saiten aufgezogen? Waren sie alle gleich (optimal hoffentlich) eingestellt?

Davon abgesehen wird ja grad bestritten, dass der akustische Klang viel mit dem elektrischen Klang zu tun hat...

MfG
 
Davon abgesehen wird ja grad bestritten, dass der akustische Klang viel mit dem elektrischen Klang zu tun hat...
Das ist ja auch in Ordnung, wenn das andere anders wahrnehmen. Ich hatte bereits geschrieben, dass im Zuge eines Experimentierwahns ich einen Pickup durch mehrere Gitarren (div. Teles) gebastelt hab. Und natürlich war da ein Unterschied zu hören. Also, wenn die These stimmen sollte, dass der Korpus keinen oder sehr wenig Einfluss auch auf den elektrischen Klang hat, dann hätte ich keinen Unterschied bemerken dürfen.
 
Von federleichten 2,5 Kilo bis gefühlten 4 Kilo (geschätzt).
Da war klanglich von "toter Oma" (schwere Version) bis "boah, geilomat" (Ultraleichtbrett) alles dabei. Diese Gitarren unterschieden sich schon allein klanglich unplugged so dermaßen, daß ich jede private Diskussion "Korpus macht so gut wie nüscht am Sound" gleich von vornerein abwürge, weil ich den Unterschied sehr wohl höre und spüre.

Wem diese Sinne nicht gegeben sind, der hat unter Umständen einen großen Vorteil. Der braucht seine Gitarren eh nicht anspielen gehen, wenn sie doch eh alle gleich klingen.;)

Nur mal so als Gedankenanregung: Sie hatten alle die gleiche Spezies Holz als Korpus. Sie hatten aber auch alle die gleiche Spezies Holz als Hals. Wie willst du sagen, dass die Unterschiede nicht dem Hals geschuldet waren?
Also um jetzt mel rein in der naturwissenschaftlichen Terminologie zu bleiben: Man hat 2 Variablen. Zu welchem Grad welche Variable zum Endergebnis beiträgt, lässt sich durch diese Untersuchung nicht sagen. (Geht man jetzt ein wenig systemisch heran, könnte man noch den Spieler, der durch das unterschiedliche Gewicht unbewusst auch schon anders agiert und somit der Beobachter schon Teil der Beobachtung ist, als Variable nemhen. Dann wirds noch komplizierter) ;)

Jedenfalls, dass das Halsholz einen durchaus erheblichen Einfluss auf den Klang hat, denke ich mal ist unbestritten. Oder doch nicht?

Abgesehen davon unterschreibe ich

Mmmmhhh, also abgesehen davon , daß man sich mit jeder These zu diesem Thema eh in die Nesseln setzt......:redface:

voll und ganz :D (Nein, ich mein damit nicht, dass sich Rockin'Daddy in die Nesseln gesetzt hat)

mfG
Markus
 
Hmm - also ich muss völlig unmusikalisch sein, jetzt wo ich um die wichtigen Feinheiten des Einflusses von Reitermaterial, Bundstäbchenabmessung und Luftdruck als auch -feuchte um den wohlgeformten Klang einer E-Gitarre weiß.:( Wer hätte das gedacht? Und dabei habe ich mir mal eine Billig-Gitarre von BaCH gekauft (deren Hals so Klasse bespielbar ist wie bei keiner anderen Gitarre die ich in der Hand hatte oder die ich besitze - und ich habe einige), habe Billig-Pickups von GFS draufgeschraubt die ich noch rumliegen hatte, die Elektronik selbst gelötet mit C-Switch, Tiefpassfilter und OOP- sowie Split-Optionen, dann Stichsäge und Feile angesetzt um den Korpus so zu bearbeiten dass er mir beim Spielen besser liegt und zum Schluss die gesamte Gitarre (einschließlich Halsrückseite und Kopfplatte) mittels Sandpapier von Farbe und Lack befreit und wie der gute alte Francis Rossi mit Holzschutzlasur aus dem Baumarkt angestrichen (auch noch in der Reihenfolge, das Abschleifen und Anstreichen sogar mit montierten Saiten :eek:).
Diese Gitarre spiele ich gerade auf dem Avatar-Bild und sie wurde von vielen Laien und gestandenen Musikern schon oft wegen ihres hervorragenden Klangs (an verschiedensten Amps) bewundert (ich verschweige dann auch gerne mal dass der Hauptteil dieses Klangs - zumindest infolge meiner völlig ungebildeten Ohren - durch den C-Switch kommt über den ich den Klang an den jeweils verwendeten Amp anpasse... ;)). Und dabei ziehe ich noch nicht mal neue Saiten vor dem Gig auf sondern spiele die Saiten so lange bis sie entweder reißen oder sich die Gefahr von sofortiger Blutvergiftung beim Berühren einer Saite einstellt... :great:
Wenn ich mir jetzt vorstelle was alles aus meinem Klang noch hätte werden können wenn ich die ganzen Billigbauteile rausgeschmissen hätte (so ein Kondensator kostet ja nur um die 50 Cent, also weg damit) und dafür original gebrauchten 1957er Draht um rostige Spulen hätte wickeln und diese dabei vom (natürlich genauestens temperierten) Stirnschweiß des vorher von einem Voodoo-Zauberers für fähig befundenen Vintage-PU-Wicklers hätte beträufeln lassen, kein EEE--- Mahagoni (ich denke zumindest dass es Mahagoni ist, könnte durchaus aber auch Nussbaum sein, wer weiß) für Body und Hals genommen sondern natürlich auf AAAAAA+++++ Mahagoni (gibt's so was?) bestanden hätte, den Lack von einer Stradivari gekratzt, ihn eingeschmolzen und dann kunstvoll auf meiner Gitarre verteilt hätte und in einer temperatur- und feuchtigkeitsregulierten Kabine (dürfte diese Glas zumindest nach vorn zu den Zuschauern hin haben oder sollte diese dann doch rundum aus erlesenen Tonhölzern bestehen :confused:) auf der Bühne stehen würde??
Also jetzt wo ich so drüber nachdenke würde zumindest das mit der Schallkabine einen lustigen Gag a la Spinal Tap bedeuten und wenigstens die nicht-Spaß-befreiten Zuschauer und Zuhörer über meinen Billigsound hinwegtrösten... :rofl::rofl:
OK, ich gebe zu, neue Saiten könnten den Klang vielleicht wirklich verbessern - aber IMHO vorrangig auch nur weil es sich dann leichter spielen lässt. Aber den gleichen Effekt erziele ich auch mit dem schnellen Fred (auch FastFret genannt ;-)) und der ist über die Zeit deutlich billiger als neue Saiten... (schon wieder auf preiswert getrimmt, ich habe eben doch noch nichts dazu gelernt...)

PS. Bitte mich nicht gleich mit Zornesreden verbal verprügeln. Aber ich habe die Erfahrung gemacht, dass sich mit kleinen und nicht wirklich kostenintensiven Lösungen große Wirkungen hinsichtlich des Sounds erzielen lassen. Und mit recht preiswerter Elektronik kann man viel ausrichten (im Leipzig des goldenen Sozialismus war halt noch Erfindergeist gefragt, da wurde staatlich verordnet dass Voodoo nicht funktioniert! :D). Das Geld haben wir dort ausgegeben wo man selbst nicht mehr viel verbessern kann, und das war und ist IMHO die reine Bespielbarkeit der Gitarre. Wenn mir eine Gitarre gut in der Hand liegt, sie sich leicht und angenehm bespielen lässt dann gibt mir das die Inspiration und das Feeling für den Gig welches man braucht um den Funken zum Publikum überspringen zu lassen. Aber wenn jemand dafür Voodoo braucht damit das funktioniert dann ist das für mich auch OK.
 
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Mmmmhhh, also abgesehen davon , daß man sich mit jeder These zu diesem Thema eh in die Nesseln setzt......:redface:

Als ich vor einigen Jahren meine Backup- Classic Vibe 50's Tele (Pinie/Kiefer Korpus) suchte, hatte ich genau 7 Stück davon in der Hand. Identische Hardware und Einstellung. Gleicher Amp (Fender Champ 600) und ein und dasselbe Kabel.

Von federleichten 2,5 Kilo bis gefühlten 4 Kilo (geschätzt).
Da war klanglich von "toter Oma" (schwere Version) bis "boah, geilomat" (Ultraleichtbrett) alles dabei. Diese Gitarren unterschieden sich schon allein klanglich unplugged so dermaßen, daß ich jede private Diskussion "Korpus macht so gut wie nüscht am Sound" gleich von vornerein abwürge, weil ich den Unterschied sehr wohl höre und spüre.

Wem diese Sinne nicht gegeben sind, der hat unter Umständen einen großen Vorteil. Der braucht seine Gitarren eh nicht anspielen gehen, wenn sie doch eh alle gleich klingen.;)

Also ich finde man sollte schon unterscheiden wenn man sagt "die Holzsorte" ist egal, oder der Korpus ist egal.
Das ist ein Unterschied. Eine schwere Gitarre hat in der Regel auch mehr Sustain, dafür wahrscheinlich weniger Obertöne.
In der Regel, wie gesagt, man kann das auch mit anderen Eigenschaften beeinflussen.
Sich ständig verziehendes Holz will auch keiner, keines was durchbricht, keines was abfault.
Gummikorpus geht auch gar nicht. Viel zu weich.
Es gibt also durchaus Holz was sich dazu eignet eine Gitarre zu bauen und welches was ungeeignet ist.
Ebenso wie andere Materialien. Manche sind zu teuer, andere zu schwer, wiederum andere zu unbeständig.
Was man aber bei elektrischen Gitarren wohl nicht sagen kann ist Esche hört sich so an und Ahorn komplett anders.
Schon alleine deshalb nicht weil das Holz eh schon von Baum zu Baum in den Eigenschaften schwankt.

Bei akustischen Instrumenten ist das etwas anderes. Aber auch da ist es wichtig was der Instrumentenbauer daraus macht. Siehe z.B. die Taylor aus Palettenholz. Letztens war auch ein Geigenbauer im Fernsehen zu sehen, das sagte, er suche das Holz zunächst einmal nach der Optik aus. Den Rest macht er beim Bau und der Feinjustage.
 
Mmmmhhh, also abgesehen davon , daß man sich mit jeder These zu diesem Thema eh in die Nesseln setzt......:redface:

Als ich vor einigen Jahren meine Backup- Classic Vibe 50's Tele (Pinie/Kiefer Korpus) suchte, hatte ich genau 7 Stück davon in der Hand. Identische Hardware und Einstellung. Gleicher Amp (Fender Champ 600) und ein und dasselbe Kabel.

Von federleichten 2,5 Kilo bis gefühlten 4 Kilo (geschätzt).
Da war klanglich von "toter Oma" (schwere Version) bis "boah, geilomat" (Ultraleichtbrett) alles dabei. Diese Gitarren unterschieden sich schon allein klanglich unplugged so dermaßen, daß ich jede private Diskussion "Korpus macht so gut wie nüscht am Sound" gleich von vornerein abwürge, weil ich den Unterschied sehr wohl höre und spüre.

Wem diese Sinne nicht gegeben sind, der hat unter Umständen einen großen Vorteil. Der braucht seine Gitarren eh nicht anspielen gehen, wenn sie doch eh alle gleich klingen.;)

...etwas ganz ähnliches kann ich bestätigen. Ihc habe vor vielen vielen vielen Jahren mal in ein Musikgeschärft gejobt, da gab es einen Sonder-Deal 12 schwarze Les Paul Standard zum Preis von 10. Wie auch immer, es hat wirklich nicht eine wie die andere geklungen. Schon trocken angespielt waren da 1-2 richtig Gute dabei und zum Teil auch richtiger Schrott.
...und das Gewicht war jeweils ziemlich ähnlich.
 
Ja nu, das kann ja an vielen Dingen liegen. Wieso denn nur am Holz?
:gruebel:
Zumal das ja auch die gleiche Sorte war, wenn nicht sogar aus dem gleichen Holzblock
bei durchlaufender Seriennummer.
Sagt ja keiner, dass sie sich alle gleich anhören, aber wenn man etwas am Verstärker und dem Setup spielt
dann evtl. schon. ;)
 
Nicht ganz unwichtig ist da denke ich auch einfach die Fertigung / Qualität der Gitarre. Eine gute Halsverbindung X klingt besser als eine schlechte Verbindung Y. Ob X oder Y nu geschraubt, eingeleimt, durchgehend, weiß der Teufel was ist, ist dabei recht wurscht. Gleiches gilt für andere Kriterien, die durch die Bauqualität und nicht -methode beeinflusst werden.

Wo wir doch eben schon beim Kraushaar waren: Ich finde seine Artikel da ziemlich interessant. Ich hör da was z.B.. :)

MfG
 
Wie schon gesagt,ich persönlich glaube, dass Dinge wie Holzsorte, Alter der Gitarre, "Eingespieltheit", Lack etc. durchaus ihren Anteil am Klanggeschehen haben, dieser aber ziemlich überbewertet und vornehmlich durch subjektives Empfinden geprägt ist. Nicht zu vergessen, dass einige Hersteller ganz gut von diesem Mythos leben...;)

Natürlich ist nicht alles Physik und auch ich habe, wie wohl jeder hier, ein subjektives Tonempfinden: gestern abend gefiel ich mir z.B. gar nicht gut und habe via Kopfhörer fast nur noch Nebengeräusche wie versehentlich berührte Saiten und andere Unsauberkeiten gehört. Eben dann im Auto ein bißchen Gary Moore gehört und hey, gerade die kleinen Unsauberkeiten sind doch derart geil bei einem Gitarrensolo! Trotzdem- Physik lässt sich umgekehrt auch nicht verbiegen und auch Herr Z. hat seinen Teil Wahrheit zu der endlosen Diskussion beigetragen. Und es erscheint durchaus naheliegend, dass Saiten und P'ups nebst der übrigen elektrischen Parameter den Löwenanteil am Klangerlebnis einer Solidbody haben müssen.
 
Die nächste Version von Guitar-Letter I beginnt wie folgt:

Der Begriff "Physik" stammt von dem altgrichischen Wort "physikē" ab und bedeutet so viel wie "wissenschaftliche Erforschung der Naturerscheinungen". Der vergleichbare latainische Begriff "physica" wird mit "Naturforschung" übersetzt. Bei so viel Natur muß man natürlich nur zu einem Schluß kommen: Alles um uns herum ist Physik!

Die Physik ist eine der ältesten Wissenschaften überhaupt. Auch wenn es die Betroffenen nicht gerne hören, aber die deutlich später entstandene Chemie ist lediglich ein aufgeblähter Teilbereich der Physik und für andere Wissenschaften gilt Ähnliches. Die Ingenieurwissenschaften und die Technik allgemein gehören zur angewandten Physik und nutzen zusätzlich die Mathematik als Hilfswissenschaft. Aber das machen die Physiker selbstverständlich auch.

Die Menschen versuchen seit Jahrhunderten mit Hilfe der Physik Naturerscheinungen zu verstehen und die Zusammenhänge mit Hilfe von Modellen und daraus abgeleiteten Gesetzen zu erklären. Bisher ist das auch recht gut gelungen. Aber es gibt immer noch Dinge für die wir bis heute keine Erklärung gefunden haben. Die Gravitation ist dafür ein gutes Beispiel.

Aus dem allgemeinen Fehlen einer Erklärung ist jedoch nicht zu schließen, daß es eine solche Erklärung nicht gäbe, sondern es ist vielmehr so, daß wir die gesuchte Erklärung (noch) nicht gefunden haben. Warum man Sterne sehen kann, die aus Sicht der Erde eigentlich hinter der Sonne stehen, war lange Zeit unverständlich. Erst die im Jahre 1915 erstmalig von Albert Einstein im Rahmen der allgemeinen Relativitätstheorie vermittelten Erkenntnisse, wonach unser dreidimensionaler Raum in der Nähe großer Massen gekrümmt ist und das Licht immer den kürzesten Weg nimmt, lieferte die gesuchte Erklärung.

Viele für uns heute selbstverständliche Dinge wären für die Menschen des Mittelalters schlicht und ergreifend Hexenwerk, von dem man sich mit Schaudern und Entsetzen besser abwendete. Von etwas progressiveren Zeitgenossen oder gar von Vertretern der Kirche bekam man dann häufig zu hören, daß es zwischen Himmel und Erde eben Dinge gäbe, die der Mensch nicht erklären könne (und es auch besser nicht versuche). Sinngemäße Aussagen haben sich leider bis in die heutige Zeit gerettet. Interessanterweise werden solche Standpunkte aber häufig von Menschen eingenommen, denen leider das Verständis für die Physik abgeht.

Wenn nun alles Physik ist, dann gilt das selbstverständlich auch für die Tonabnehmer einer Elektrogitarre und damit bewegt sich die gesamte Thematik automatisch in dem Spannungsfeld zwischen physikalisch gebildeten Anwendern und unwissenden Laien, die einfach nur Musik machen wollen. Die Hersteller von Tonabnehmern und anderem "sinnvollen" Zubehör nutzen diese Zone aus Halbwissen und Legenden geschickt für ihre kommerziellen Interessen aus und bestätigen die Musiker sogar noch in ihrer Unwissenheit - natürlich nicht ganz uneigennützig!

Und der Musiker? Er schluckt das ganze seit Jahrzehnten lieb und brav, hofft er doch inständig, durch den Erwerb dieses oder jenes (manchmal zweifelhaften) Produktes etwas vom Glanz des Gitarrengottes zu erhalten, der das betreffende Produkt angeblich auch nutzt!

Man muß sich das einmal vorstellen: Täglich verwenden wir - ohne zu zögern - diverse technische Geräte mit Dutzenden von hochkomplexen Mikrocomputern. Wie es funktioniert, ist für uns nicht weiter wichtig, denn diese Geräte wurden ja durch Heerscharen von Ingenieuren und Wissenschaftlern entwickelt, die schließlich wissen, wovon sie reden.

Für die Elektrogitarre und ihre Tonabnehmer gilt das erstaunlicherweise nicht! Auch wenn ihre Schaltung vergleichweise einfach ist, sind Ingenieure und Techniker, nach allgemein verbreiteter Auffassung vieler Musiker, trotzdem nicht in der Lage, vernünftige Aussagen darüber zu treffen. Da glaubt der gläubige Gitarrist doch lieber der Werbung der Hersteller, denn die wollen ja nur sein Bestes - sein Geld!

Die Wissenschaft ist grundsätzlich wertfrei und nicht der Feind des Menschen. Warum einige Gitarristen das augenscheinlich anders sehen, will mir jedoch nicht wirklich in den Kopf!

Ulf
 
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