Kaufberatung: Hochwertige Richterharp

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die 8 Bohrlöcher des Combs (nicht die der Platten) nach hinten zu erweitern. Sprich: Mit nem kleinen Bohrer nochmal rein is Loch und vorsichtig in Gegenrichtung der Kanzellen wergeln. 1 mm sollte reichen. Danach sollte sich der Comb weiter nach vorne schieben lassen, oder übersehe ich da was?
Grundsätzlich ist das sicher sinnvoller, als and den Stimmplatten rumzufummeln. Du musst einfach aufpassen, dass Du die Platten nicht soweit verschiebst, dass die Stimmzungen nicht am Boden des Kanzellenkörpers anschlagen. Wenn die Zungen blockieren, dann bist Du zu weit gegangen. Rechts und links hast Du zwar mehr Spiel, solltest aber eigentlich gar nicht von der Mitte abweichen.

Die Länge der Kanzelle beeinflusst grundsätzlich den Klang und die Ansprache. Ob ein Millimeter etwas ausmacht, kann ich nicht mit Sicherheit sagen. Immerhin veränderst Du ja die Distanz von der Öffnung bis zur Zungenspitze. Früher hatte Hohner für die höheren Modelle einen Kamm mit etwas kürzeren Kanzellen, ob das heute immer noch so ist, weiss ich nicht. Bei den Instrumenten, die bei mir in der Schublade liegen macht es jedenfalls etwa einen Millimeter aus.

Konklusion: Es wird funktionieren, Dein Instument wird spielbar bleiben.
 
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@Wildshake Vielen Dank für's berichten.

@daenou Betrachtest Du die Kanzelle als Resonanzraum? Also vergleichbar mit einer Resonatorröhre von Marimba- oder Vibraphon und ähnlichen Instrumenten? Oder habe ich Dich da missverstanden?
 
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@daenou Betrachtest Du die Kanzelle als Resonanzraum? Also vergleichbar mit einer Resonatorröhre von Marimba- oder Vibraphon und ähnlichen Instrumenten? Oder habe ich Dich da missverstanden?
Im Prinzip ja, das heisst nicht wirklich genau so, aber ähnlich. Ist ja kein Zufall, dass der Kanzellenkörper der Mundharmonika aussieht wie eine Panflöte und nicht wie ein Kamm. Du kannst ja mal eine alte Muha aus Deiner Kollektion nehmen und alle Kanäle mit einer Laubsäge auf die Länge von Kanal 1 bringen. Die höheren Töne werden nicht mehr vernünftig ansprechen und allenfalls fiepen, aber sicher nicht klingen, wie sie sollten.
Im Gegensatz zu den von Dir genannten Instrumenten oder eben auch der Panflöte ist aber Mundhöhle und Rachen ebenfalls Teil des Resonansraumes, deshalb kannst Du ja biegen und überblasen. Wir haben also keine ganz feste Resonanzfrequenz in der Kanzelle, sondern können diese bei zu einem gewissen Mass verändern. Da sind dann ganz viele Obertöne mitbeteiligt, die dann den Grundton quasi mitziehen. Vergleichbar vielleicht mit einer Flöte, wenn ein Loch nur teilweise geöffnet wird. Dann ist die schwingende Luftsäule im Prinzip genauso so lang, wie bei ganz offenem Loch, aber es entwickelt sich trotzdem so etwas wie ein Halbton.
Aus der Praxis: Ein Millimeter macht tatächlich etwas aus. Eine alte Hohner in Db spielt sich anders, irgendwie härter, als das gleiche Modell in C, weil früher bei Hohner die höheren Modelle etwas kürzere Kanäle hatten. Bei einer Seydel merkst Du keinen Unterschied, da sind die Kanzellenkörper auch identisch.
Fazit: Wenn Du die Platten um einen Millimeter verschiebst, dann wird das Spielgefühl anders, nicht nur wegen den wegfallenden Schienen, sondern eben auch wegen der längeren Kanäle.
 
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@Wildshake :Entschuldige, ich hatte hier ein paar Tage nicht reingeguckt...
Das könnte klappen. Wobei die Deckel dann immer noch hinter den Stimmplatten liegen. Wenn Du mal flach in Längsrichtung über die Kanzellenöffnungenguckst, kannst Du sehen, dass eigentlich nur die Stimmplatten herausragen. Die Deckel und der Comb sind eigentlich bündig. Von daher müsste man eigentlich die Löcher der Stimmplatten aufweiten..Geht aber nicht, das ja dort das Gewinde drin ist. Also müsstest Du ausser dem Comb noch die Deckel bearbeiten. Und das könnte zumindest optisch etwas stören...
Also vielleicht doch die Stimmplatten abschleifen?

Gruß Marco
 
Zuletzt bearbeitet:
@Wildshake... dass eigentlich nur die Stimmplatten herausragen.
...Also müsstest Du ausser dem Comb noch die Deckel bearbeiten. Und das könnte zumindest optisch etwas stören...
Also vielleicht doch die Stimmplatten abschleifen?
Nein, Stimmplatten auf Null schleifen halte ich nicht für eine gute Idee. Die habe ja oben so eine Nut eingefräst, in die sich die Oberkante des Deckels einfügt. Ohne diese Nut hast Du die scharfe Kante des Deckels frei im Bereich Lippen/Zunge/Schnurrbart, da ist die Wahrscheinlichkeit gross, dass Du dir weh tust.

Klar, wenn Du nur die Platten gegenüber dem Kanzellenkörper verschiebst, dann sind die Deckel etwas nach unten versetzt, aber das stört keineswegs. Alle Modelle mit versenkten Platten (z.B. SP20, Lee Oskar, Seydel Session) haben einen kleinen Abstand von der Oberkante Kanzellenkörper bis zu den Deckeln. Stört überhaupt nicht.

Avec+capots+Special+20.jpg
 
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Danke Leute :great:

Hab mich mittlerweile schon besser dran gewöhnt. So wie sie jetzt ist, kann ich schon damit leben. Zukünftig werde ich aber beim Harpkauf stets drauf achten, das die Comböffnungen mit den Stimmplatten eben zu justieren sind (so wie bei meiner Blues Harp MS).
Generell neige ich aber ohnehin zu Plastik mit versenkten Stimmplatten a la SP20. -> Obwohl die für mich optisch wirkt wie ne 5€-Chinaharp (Kein Hohner-Schriftzug am Comb, relativ harte Kanten, nicht gerade die schönsten Coverplates), bleibt sie dennoch meine erste Wahl. Sie fühlt und hört sich einfach richtig an. :)
 
SP20. -> Obwohl die für mich optisch wirkt wie ne 5€-Chinaharp (Kein Hohner-Schriftzug am Comb, relativ harte Kanten, nicht gerade die schönsten Coverplates), bleibt sie dennoch meine erste Wahl. Sie fühlt und hört sich einfach richtig an. :)
Mit der SP20 machst Du sicher nichts falsch. Pass aber auf: Es gibt effektiv ein 5 Euro Chinaharp, die genau so aussieht. Sie hat sogar den von Dir so schmerzlich vermissten HOHNER Schriftzug auf dem Rücken. Ich spreche die Hohner Silver Star an. Effektiv von Hohner, hergestellt in China (deshalb 'HOHNER International' auf dem Deckel), billig. Fühlt sich an wie die SP20, sieht fast genau so aus ... aber macht nicht wirklich Spass beim Spielen. Klingt dünner, braucht mehr Luft.

Sieht also aus wie ein Schnäpchen, ist aber nicht wirklich eines. Bleib bei SP20!
 
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