Glaubst du wirklich ernsthaft, ein Stimmgerät ist die einzige Möglichkeit, Klänge zu messen? Oder auch nur entfernt relevant bei akustischen Messungen?
Dazu geht es erstmal nicht um "klingt gut" oder "klingt schlecht", sondern darum, festzustellen, welche Komponenten einer E-Gitarre überhaupt relevante Auswirkungen auf den Klang haben. Und wenn sie Auswirkungen haben, geht es darum, diese Auswirkungen zu messen und einzuordnen. Aber nicht in subjektiven Kategorien wie gut oder schlecht, sondern in objektiven Aussagen wie "diese Änderung bewirkt jene Veränderung des Klangs", zB. eine typische Abweichung im Frequenzspektrum oder eine längere Abklingzeit.
Ein Stimmgerät ist gar nicht in der Lage, einen Klang zu messen. Das Stimmgerät war nur ein Beispiel für messbare Werte - in dem Fall gerade mal für die entsprechenden Frequenzbereiche.
(je nach dem, auf welche Weise etwa ein "A" also ein 440 Hz Ton erzeugt wird, können sich einem trotz "Stimmigkeit" der Frequenz die Nackenhaare hoch stellen.) Dies sollte lediglich verdeutlichen, dass es Werte gibt, die man mit technischen Mitteln messen kann; aber zugleich dürfte auch klar werden, dass man Klang an sich eben nicht mit technischen Mitteln messen kann. Dabei ist es egal, ob es um "gut oder "schlecht" oder ob es um adere Klangeigenschaften geht; wenn überhaupt, muss man sie explizit benennen, wie etwa das Sustain, das zu einem Klang dazu gehört - das kann man sogar messen, auch wenn dies schon eine sehr komplexe Angelegenheit ist. .... ansonsten kann man sich bestenfalls mit mehr oder weniger aussagekräftigen Vergleichen weiter helfen wie etwa: das klingt wie eine Kreissäge, das klingt topfig, glockig oder ähnliches - aber das reicht noch lange nicht für irgendeine wissenschaftliche Referenz.
..... bei einem A/B-Vergleich gilt: entweder hört man einen Unterschied oder man hört keinen - aber auch das reicht nicht für eine wissenschaftliche Aussage, weil jeder anders hört. .... was ist ein relevanter und was ist ein irrelevanter Unterschied eines Klangs; was und wie willst Du denn Klang messen?
... das Klangerlebnis an sich ist bereits eine subjektive Angelegenheit. Eine Gitarrenbauer kann lediglich auf seine
wohlgemerkt subjektiven Erfahrungen bauen und kann entsprechend versuchen, den ebenfalls subjektiven Erwartungen seiner Kunden gerecht zu werden, sofern sie in der Lage sind, sie auf eine Weise zu artikulieren, dass der Gitarrenbauer ahnen kann, was gewünscht ist.
Zudem ist nun mal auch jede Gitarre von der Stange anders - es gibt günstige Strat-Modelle mit ebenfalls günstigen Pickups, die in der Kombination für viele Musiker "einen recht guten Sound" erzeugen - unter Umständen wechselt man die günstigen Pickups gegen wesentlich hochwertigere aus, was aber keine Garantie dafür ist, dass die Gitarre damit besser klingt, während aber sich x andere Gitarren mit den teureren PU's sehr wohl klanglich aufpimpen lassen ...... aber vielleicht kompensieren die billigen Pickups genau einen Mangel, der von den ebenfalls billigen Potis herrührt, während die teuren Pickups genau diesen Mangel besonders "gut" hervor heben!? ......
So viel ich mal gelesen habe, behauptet der Herr Zoller ja auch, dass das Holz einer Gitarre keinen merklichen Einfluss auf den Klang einer Gitarre erzeugt - nur komisch, dass Millionen von Gitarristen das ganz anders sehen, bzw. hören ..... wie dem auch sei, wie hat Herr Zoller denn beispielsweise den klanglichen Unterschied von Mahagoni und Erle gemessen, um zu diesem oder überhaupt zu einem relevanten
wissenschaftlichen Rückschluss zu kommen?

....... welche Messmethode kann das denn?
....vermutlich der Gitarrist, der seine Gitarre sehr gut kennt, merkt/hört auch einen kleinen Unterschied, wie ein "anderes" Material des Sattels. ..... bei akustischen Gitarren sorgen schon unterschiedliche Materialen der Pins/Stöckl für hörbare Unterschiede, - da ist es naheliegend, dass ein Sattell-Material zumindest ebenfalls akustisch wahrnehmbare Unterschiede erzeugt. Nach Zoller dürften jedoch ohnehin die akustischen Eigenschaften einer E-Gitarre so gut wie gar keine Rolle für den Klang spielen!? ...... ich hab' da aber ganz andere
subjektive Erfahrungen gemacht, schließlich ist die Kombination: "Gitarrist, Gitarre und Verstärker" im besten Falle als eine
subjektive Einheit mit unendlich vielen Variablen in Sachen "Zusammensetzung" zu verstehen.
..... und philosophisch-astronomisch betrachtet: was steht in diesem Kosmos
nicht in irgendeiner Form im Zusammenhang? ..... das, was wir davon mitbekommen, ist nur ein winziger Bruchteil davon, was wir nicht mitbekommen.
Grüße - hotlick