Labello statt Nut Sauce oder Graphit?

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Hallo zusammen, habe am Samstag eine meiner Gitarren wegen ein paar Kleinigkeiten (unter anderem meinem Sattel) in die Gitarrenwerkstatt gebracht... der Mann hat einen super Ruf und wirklich zu tun, war auch super freundlich und wir haben uns auch etwas unterhalten, dabei hat er mir erzählt, dass Knochen von sich aus schon gut schmieren, weshalb sie auch gerne als Sattelmaterial benutzt werden. Das Thema kam auf, nachdem wir uns über das Les Paul-"Pling" bei Sätteln unterhaltne haben, und wir auf das Thema schmieren kamen.

Was mich aber völlig überrascht hat:
Er selber benutzt seit Jahren zum schmieren der Sättel und z.B. der Saitenraiter einfaches Labello, gut einschmieren, reste wegwischen und fertig. Teure Nut Sauce und Bleistifte (Graphit) was ich selber bisher benutzt hab wären völlig unnötig und Labello wäre durch seine Inhalte wirklich top und würde auch Monate gut schmieren.

Was mich verwundert hat, ich hab davon noch nie was gehört und gelesen ;-)

Hab ich was verpasst? Ist das ein richtiger Geheimtipp oder allgemein bekannt und nicht so erfolgreich?
 
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Labello ist an und für sich ein bunter Mix aus Schmierstoffen (verschiedene Wachse usw), daher wird das sicher klappen. Aber Graphit ist auch ein tolles Schmiermittel, weswegen der Bleistift doch nach wie vor die günstigste aller Varianten und damit auch der eigentliche "Geheimtipp" ist.
 
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Was je nachdem für oder gegen Labello und für oder gegen Bleistift sprechen könnte wäre die Farbe des Sattels. :gruebel:
Bei weißen Sätteln wäre Labello unauffälliger bei schwarzen wärs egal.
Funktionieren sollte beides.
 
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Wobei es bei dem guten alten Bleistift auch Unterschiede gibt. Je härter die Mine, desto geringer der Graphitanteil und damit auch die Schmierwirkung.

Da ist bei Labello (so lange wir nur vom Labello Classic sprechen) etwas weniger Varianz drin. Aber grundsätzlich besteht das Ding auch nur aus Carnaubawachs, Sheabutter, verschiedenen weiteren Lipiden und Benzoat als Aromastoff. Es gibt also nichts, was gegen Labello spricht, was die Zusammensetzung angeht. Ob es auch ausreichend lange schmiert oder nicht, ist nochmal was anderes.
 
Er selber benutzt seit Jahren zum schmieren der Sättel und z.B. der Saitenraiter einfaches Labello

Wäre interessant, seit wie vielen Jahren? 2018 hat Labello nämlich die Rezeptur geändert und das Mineralöl daraus verbannt. Außerdem habe ich gesehen, dass es davon ja inzwischen gefühlt 50 verschiedene Mixturen gibt...

Gruß,
glombi
 
Wobei es bei dem guten alten Bleistift auch Unterschiede gibt. Je härter die Mine, desto geringer der Graphitanteil und damit auch die Schmierwirkung.

Ganz genau. :great:
Bleistiftminen bestehen aus Ton und Graphit. Das Mischungsverhältnis bestimmt den Härtegrad (die Bleistiftstärke) sowie die Farbe.
BleistiftstärkenTabelle.png

Ein 9B-Bleistift hat beispielsweise den höchsten Graphitanteil in der Mine und eignet sich wunderbar für die Schmierung der Sattelkerben. 👌
 
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Ein guter Geheimtipp ist auch ein ordentlich gefeilter (Knochen-/Tusq-) Sattel.
 
Ja der ist so geheim dass die Zaubermittelchen immer mehr reißenden Absatz finden.

Vaseline aus dem Drogeriemarkt wäre mein tip. Kostet fast nichts und mit einem Zahnstocher als Applikator kann man auch viele andere Stellen an der Gitarre schmieren...
 
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Ein guter Geheimtipp ist auch ein ordentlich gefeilter (Knochen-/Tusq-) Sattel.
Naja, ein stinknormaler Kunststoffsattel, wie er ab Werk bei allen meinen Fenders dabei war, hat bisher auch immer gereicht. Ich habe noch nie einen Sattel schmieren müssen.

Ich glaube das wahre Geheimnis liegt in einer vernünftig designten Kopfplatte, auf der die Mechaniken so angeordnet sind, dass die Saiten nicht unnötig schräg zur Seite vom Sattel weglaufen, so dass seitlich in der Sattelkerbe keine zusätzliche Reibung entsteht.

Gruß,
glombi
 
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Naja, ein stinknormaler Kunststoffsattel, wie er ab Werk bei allen meinen Fenders dabei war, hat bisher auch immer gereicht. Ich habe noch nie einen Sattel schmieren müssen.

Ich glaube das wahre Geheimnis liegt in einer vernünftig designten Kopfplatte, auf der die Mechaniken so angeordnet sind, dass die Saiten nicht unnötig schräg zur Seite vom Sattel weglaufen, so dass seitlich in der Sattelkerbe keine zusätzliche Reibung entsteht.

Gruß,
glombi
Der Slot im Sattel muss gaaanz leicht konisch verlaufen (Draufsicht), die Kerbe (von der Seite gesehen) in etwa im Winkel der Saiten gefeilt sein. Der eigentliche Saitenauflagepunkt soll dabei nicht breiter sein als ein Fretcrown. Die Höhe der Kerben (nicht deren Tiefe!) sollte die Basssaiten etwa zur Hälfte, die Diskantsaiten bündig aufnehmen.
Dann passt das.
Tusq und ungebleichter Knochen wirken im Gegensatz zu Kunststoff selbstschmierend und brauchen daher keine Vaseline, Big Bend Sauce oder von mir aus auch Frittenfett…Der Sattel wird erstaunlich oft unterschätzt, auch hinsichtlich Ton und besonders die Intonation betreffend. Und ein „Ping“ bedeutet immer „Verklemmen“ im Slot. Daran ändert ein Schmiermittel bestenfalls vorübergehend etwas. Vielleicht hätte der Gitarrentechniker auch einfach einen Hieb mit der Sattelfeile anbieten können?
 
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Ich habe mir irgendwann im Baumarkt Graphit Pulver besorgt, das auch hervorragend geeignet ist, um hackelige Schlösser zu schmieren.
Einen Gitarrensattel damit zu schmieren geht auch super, wobei die Dosierung etwas tricky ist.
Daher vermische ich das mit etwas Balistol und appliziere das mit einem Zahnstocher.
Graphit ist hier IMO in so fern ein gutes Material, als dass es „fest“ ist und durch Saitendruck nicht so leicht verdrängt wird.
 
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Wird in der Industrie auch seit Jahrzehnten gemacht, nur verwendet man da Molybdändisulfid als in Fetten eingebetteten Trockenschmierstoff. Wurde Umgangssprachlich trotzdem oft Grafitfett genannt.

Funktioniert jedenfalls auch hervorragend in Sattelkerben.
 
Und erst das rosarote Labello macht den Sattel einer Hello Kitty Strat so richtig rutschig..... :love:
 
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Kommt natürlich immer ein wenig auf den Gebrauch an. Als Gitarrenbauer, der täglich x Gitarren schmiert, macht sowas sicher Sinn. Ich nutze seit 2007 die gleiche Tube Micro Teflon für meine Gitarren. Hat mich damals 7€ gekostet. Jetzt muss ich mir eine neue kaufen, aber nicht weil das Zeug leer wäre, sondern weil das Plastik porös geworden ist und die Tube Risse bekommen hat. Über teuer lässt sich im Privatbereich da also streiten bei einem Durchschnittspreis von 0,50€ pro Jahr.
 
Will nicht extra ein neues Thema auf machen und frage daher hier noch mal nach: was haben die Labello Experimente gebracht?

Ich hab gerade einen Bass und eine Gitarre hier, die ich parat mache.
Vorhanden wären Vaseline und Graphitpulver.
Was würdet ihr bevorzugen?
Ob eine Mischung aus beiden auch eine Variante ist?
Oder sammlet sich an Vaseline eher Staub, etc., so dass es auf Dauer eher nachteilig ist?
Hab sonst immer die Bleistift-Varnate genutzt und tendiere zu Graphit.
 
Da besitzt man Gitarren um einige tausend Euros und macht sich Gedanken um € 7,50 alle paar Jahre?😉
 
Da besitzt man Gitarren um einige tausend Euros und macht sich Gedanken um € 7,50 alle paar Jahre?😉
Was nutzen solche Kommentare? Spammt so einen Beitrag nur voll und keiner hat was davon. Denk es dir doch einfach, aber verschon den Rest... ;-)
Hier dreht es sich doch nur um den Austausch von Tips und Erfahrungswerte und nicht darum was man sich für welchen Preis kaufen kann.
Nut Sauce kann sich sicher jeder für 12,50 Eur pro Spritze (12.500 € der Liter :) ) leisten, einen Labello bestimmt auch, aber darum geht es doch gar nicht.

Rückmeldung zum Thema: hab jetzt mal mit Graphit statt Bleistift gearbeitet und das läuft alles wie geschmiert.
Labello-Experiment nicht gemacht, aber die Erfahrungswerte / Langzeiterfahrungen wären schon noch interessant.
 

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