Neue, handgemachte Musik in unserer Sprache

Ich würde mich freuen, wenn hier vor allem neuen und/oder unbekannteren Menschen eine Plattform für Vorstellung und Austausch geboten wird.
Ist doch hier schon längst so, sogar in ziemlich großem Umfang. Angefangen beim Lyricforum über die Hörproben bis hin zu den Userveröffentlichungen.
Ich gebe ja zu dass das Musikerboard riesig ist und man etwas suchen muss, aber auf die Schnelle fällt mir keine umfangreichere Alternative ein.


Trotzdem scheint gut gemachte, deutschsprachige Musik in einem Meer der musikalischen Beliebigkeit und einer von Algorithmen gesteuerten Wegwerf-Unkultur unterzugehen. Neues ist öffentlich kaum wahrnehmbar.

Finde ich nicht unbedingt; kommt aber vielleicht auch auf den Zeitraum an. MMn hat Musik mit deutschen Texten in den letzten ca.30 Jahren stetig zugenommen (also nach dem Abebben der NDW). Angfangen bei Rap bis hin zu Folk/Rock bzw. den härteren Musikrichtungen.
 
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Ich denke - auch aus meinen eigenen Versuchen des Schreibens von Songtexten - dass es relativ schwierig ist, auf Deutsch zu schreiben. Die Gefahr, dass es zu Platitüden, leeren Phrasen oder Schnulzerei kommt, ist relativ hoch. Ich selbst konnte auf Englisch - obwohl nicht meine Muttersprache - meine Gedanken meist klarer formulieren aund präziser auf den Punkt bringen. Ausnahmen bestätigen die Regel - ich lade später mal noch ein Demo hier hoch (nur Audio).
Aus dieser Erfahrung heraus haben deutsche Texter, die diese Probleme umgehen oder gar lösen können (und ja, die gibt es, sogar erstaunlich viele!) meinen allergrössten Respekt.
Joa, mir ist aufgefallen, dass es schnell gewollt klingt, dadurch dann schwach im Inhalt, wenn man nicht die eigenen Worte benutzt. Wenn der Text ausdrücken soll, dass es einem scheiße geht, oder man glücklich ist, funktioniert das, wenn man es genau so schreibt. Das muss nicht platt enden, wenn man was zu sagen hat. Platitüden entstehen meiner Meinung nach oft, wenn man sich selbst und das, was man sagen will, zu ernst nimmt und mit dem Gedanken ran geht, große Kunst schaffen zu wollen, statt einfach nur den Gedanken in sechzehn Zeilen auf den Punkt zu bringen und ne Hook drauf zu packen.
Viele großartige Songs klingen wie sehr schlechte Gedichte, wenn man den Text einfach liest. Und die ganzen Misttexte, mmmmh, das ist die Poetryslamisierung der Musik.
 
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Was in der deutschen Sprache eine Plattitüde ist, ist es auch im Englischen. Der einzige Unterschied ist, dass es ein deutsches Publikum nicht so merkt.
Textet man auf Englisch (oder einer anderen Sprache) mit der Erwartung, ein internationales Publikum zu erreichen, wird der Anspruch an den Text nicht geringer. I love you ist nichts anderes als Ich liebe Dich - das kann in jeder Sprache eine Plattitüde sein oder eben Ausdruck eines Empfindens. Das hat dann nichts mit der Sprache an sich zu tun, sondern mit dem gesamten Text, der Komposition und der gesanglichen und musikalischen Umsetzung.

Normalerweise ist man in der Muttersprache am meisten zu Hause und ich kenne wenige Fälle, wo die Ausdrucksfähigkeit dadurch steigt, dass man eine fremde Sprache benutzt.

Die englische Sprache ist auch nicht per se Rock- oder Popfähiger als die deutsche, das beweisen viele, auch international bekannte deutsche Gruppen und Songs.

Ich selbst schreibe deutsche und englische Texte. Das ergibt sich zum einen dadurch, welche Textzeile mir zuerst einfällt und zum anderen dadurch, dass ich viel auf Englisch lese - es hat Phasen gegeben, wo ich sogar auf Englisch geträumt habe.

Ich hege daher eher ein Unbehagen, wo es um (angeblich) prinzipielle Vor- oder Nachteile von Sprachen in Songtexten geht.

x-Riff
 
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Ich würde auch nicht "prinzipiell" behaupten; es war / ist aber meine Erfahrung. Liegt vielleicht an meiner Sprachaffinität.
Was aber sicher stimmt: Englisch braucht in der Regel weniger Wörter, um das Gleiche zu sagen. Das sieht man schon am Umfang mehrsprachiger Benutzerhandbücher. Und dass Platitüden sich von einer Sprache zur anderen notwendig nicht unterscheiden, bezweifle ich sehr stark. Das mag für "I love you" gelten, aber bei etwas grösseren Zusammenhängen (z.B. bei manchen ausgelutschten Reimpaaren) gibt es da mit Sicherheit Unterschiede. Was nicht heisst, dass es im Englischen keine Platitüden gäbe, aber es sind andere (und mMn weniger) als im Deutschen.
 
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Meine Songs sind ca. zur Hälfte auf Deutsch (tw. mit Berliner Dialekt) und zur Hälfte auf Englisch.
Wobei ich auch Werke auf Pseudo-Latein, in einer Fantasiesprache oder auf Tschechisch im Angebot habe 🤪
Erlaubt ist, was gefällt oder?

Was mich allerdings in diesem Zusammenhang anzipft:
Nächstes Jahr darf/kann/muss ja Österreich diesen albernen ESC ausrichten und heute wurde im Radio stolz verkündet, dass die Bands / Künstler, die da evtl. hingeschickt werden,
nun vorausgewählt wurden (die Entscheidung / Kandidatennominierung ist irgendwann im Februar).
Ich formuliere es mal so: Songs auf Deutsch bzw. Österreichisch sind da eher Mangelware. Dafür gibt es aber z.B. einen Beitrag auf Spanisch - wäre ich 20 Jahre jünger,
würde ich an dieser Stelle "WTF??" machen. Aber ich schüttele einfach nur den Kopp. 😄
 
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Ich würde auch nicht "prinzipiell" behaupten; es war / ist aber meine Erfahrung. Liegt vielleicht an meiner Sprachaffinität.
Was aber sicher stimmt: Englisch braucht in der Regel weniger Wörter, um das Gleiche zu sagen. Das sieht man schon am Umfang mehrsprachiger Benutzerhandbücher. Und dass Platitüden sich von einer Sprache zur anderen notwendig nicht unterscheiden, bezweifle ich sehr stark. Das mag für "I love you" gelten, aber bei etwas grösseren Zusammenhängen (z.B. bei manchen ausgelutschten Reimpaaren) gibt es da mit Sicherheit Unterschiede. Was nicht heisst, dass es im Englischen keine Platitüden gäbe, aber es sind andere (und mMn weniger) als im Deutschen.
Hi @Tseh-M'oll Dass englische Texte in der Regel kürzer sind, stimmt. Aber Bedienungsanleitungen, Romane oder Essays sind meiner Meinung nach wenig aussagekräftig, wenn es um Songtexte oder Gedichte geht. Das zeigt sich beispielsweise bei Übersetzungen von Musicals oder Opern. Da die Musik und damit die Zeilenlängen festliegen, hält sich auch die Übersetzung daran. Und siehe: es funktioniert. Auch für Songtexte von Dylan oder Cohen. Das Problem dabei liegt eher auf anderen Ebenen: man muss sich manchmal für eine eher inhaltlich oder eher rhythmisch oder eher klangfarbig oder eher reimgetreue oder -nahe Übersetzung entscheiden - das trifft aber auch für die Übersetzung eines deutschen Gedichts oder Songtextes ins Englische zu.
Weiteres Beispiel sind Labialübersetzungen (also silbengetreue Übersetzungen), wie sie beispielsweise im Film gefordert sind. Auch hier ist das Wesentliche übertragungsfähig - mit ähnlichen interpretatorischen Entscheidungen wie oben. Ich glaube deshalb nicht, dass die Übertragung des Phänomens "Englische Texte sind bei gleichem Inhalt kürzer als deutsche Texte" große Bedeutung für den Bereich Songtexte oder Gedichte hat.

Ich glaube auch nicht, dass die Anzahl der Plattitüden, Phrasen oder so etwas wie ausgelatschte Reime (Herz-Schmerz), die man in Härtefällen auch als Reimzwang bezeichnen kann, von Sprache zu Sprache großartig unterschiedlich sind. Aus meiner Sicht gibt es die in jeder Sprache. Einen Unterschied könnte die Anzahl der Wörter ausmachen, weil je weniger Worte einem zur Verfügung stehen, desto häufiger sind tendenziell geläufige bis ausgelatschte Phrasen, Wortkombinationen oder Zwangsreime. Da dürfte es aber keinen großen Unterschied zwischen der englischen und deutschen Sprache geben - beides sind Sprachen mit einem großen Wortschatz. Dass die Plattitüden andere sind, würde ich gar nicht bestreiten wollen - dazu sind es ja andere Sprachen (die beispielsweise auch andere Sprichworte haben.

Jetzt taucht hier viel "ich glaube" auf. Das liegt daran, dass es einerseits meine Einschätzung ist und andererseits daran, dass ich kein Sprachwissenschaftler bin, der wissenschaftlich fundierte Aussagen tätigen kann. Insofern kann und soll da auch jede/r die eigene Einschätzung haben und es liegt in der Natur der Dinge, dass Einschätzungen eben abweichen können. Allerdings glaube ich, dass der Reiz eines Forums wie diesem auch darin liegen kann, über bloße Meinungen oder Einschätzungen hinauszukommen. Das kann in Form von Beispielen oder Belegen geschehen.

Und so würde ich meine Einschätzung von "Reimzwang, Phrasen oder ausgelatschte Reime" sind bei verschiedenen Sprachen nicht groß unterschiedlich, sondern tendenziell gleich belegen wollen - in dem Fall bezogen auf Englisch und Deutsch, weil ich dort Erfahrungen habe und sie meiner Praxis entsprechen. Als Beleg würde ich online-Reimlexika anführen, die ich zuweilen selbst benutze. rhymezone (Englisch) bzw. Reimlexikon deutsch
(ich bin da nicht festgelegt, sondern benutze eine, die mir gerade im Augenglick taugt.) Die Unterschiede bei der Ausgabe der Reimworte ergeben sich für mich eher durch die Filter, nicht so sehr durch die Sprache. Und wenn man sich die ausgegebenen Wörter anschaut, wird man in jeder Sprache "ausgelatschte" Reimworte finden und "selten vorkommende".

Ein zweiter Beleg wären aus meiner Sicht englische und deutsche Schlagertexte. Schlagertexte müssen sich nicht durch sonderlich kreativen Umgang mit der Sprache auszeichnen (obschon nicht jeder Schlagertext banal ist) und sind musikalisch und textlich oft am Mainstrem orientiert - man könnte auch sagen: eingängig. Und ich behaupte mal, dass wenn man 1.000 englische und 1.000 deutsche Schlagertexte durch ein quantitatives Textprogramm jagt (das nur die Worte zählt und auflistet und auf bestimmte Art strukturiert), wird man eine sehr ähnliche Anzahl von immer gleichen Worten und Reimpaaren finden. Ich habe mal quantitative Sprachanalysen gemacht, kann aber mangels dementsprechender Software und Zeit den konkreten Beleg hier leider nicht führen. Es bleibt also eine Behauptung. Allerdings würde mich interessieren, ob dem prognostizierten Ergebnis jemand widersprechen würde ...

Im Groben bleibe ich also bei meiner These, dass man sowohl im Englischen wie im Deutschen gleich gut funktionierende und je nach Anspruch Schlagertexte wie anspruchsvolle Texte schreiben kann, die POP- und Rocktauglich sind (bei Blues, Jazz und RAP/HipHop kenne ich mich nicht so gut aus).

x-Riff
 
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Hallo @x-Riff, Danke für die ausführliche Antwort / Darstellung. Sorry, dass ich da erst mit Verzögerung antworten kann.

Übersetzungen von Songtexten sind streng genommen nie Übersetzungen, sondern Übertragungen. Metrum und Zeilenlänge zwingen dazu. Dabei wird auch gern schon mal sehr frei übertragen (z.B. im „Dschungelbuch“ wird aus den „Bare necessities“ ein „Probier’s mal mit Gemütlichkeit“. Dabei geht nicht nur das Wortspiel ("bare" / "bear") verloren, sondern auch noch einiges an Inhalt. Natürlich gibt es auch Gegenbeispiele. Also ja, es kann funktionieren, aber es funktioniert keineswegs immer. Das gilt vermutlich auch für die Labialübersetzungen – ich kenne mich da nicht wirklich aus, aber spätestens bei einem „Thank You“ (Deutsch dann: „Dankesehr“, z.B. in Matrix Reloaded) ist die Lippenübertragung einfach im Eimer, weil die Lautung und Lippenposition von englisch -th- nicht das Geringste mit deutsch -d- zu tun hat, die Übersetzung aber nur so Sinn macht. Aber auch hier gilt: Unter manchen Umständen kann es funktionieren, und dafür gibt es vermutlich speziell ausgebildetes Personal.

Was die Anzahl an Platitüden angeht, hast du natürlich Recht, dass es die auch im Englischen gibt. Das gilt auch für Reimzwänge: Sowohl die tausendmal benutzten Reimpaare als auch die krampfig künstlichen Reime gibt es in beiden Sprachen, wobei ich den subjektiven Eindruck habe, dass das Problem im Englischen nicht ganz so ausgeprägt ist (allerdings kann ich das auch nicht belegen). Und es gibt Texter, denen es auch im Englischen völlig ausreicht, Phrasen aneinanderzuklatschen (ein Beispiel hier aus meiner begrenzten Erfahrung mit dieser Band ist „Slipknot“ – da reicht es offenbar, dass die Phrasen möglichst brutal klingen). Damit können die Leute auch recht erfolgreich sein. Mir ging es darum – nach meinen eigenen Gehversuchen im Verfassen deutscher Texte – dass selbst beim besten Willen und beim echten Bemühen manchmal Schwulst daraus wird. Und dann muss man entweder weiter überarbeiten oder den Schwulst akzeptieren. Das ist mir bei englischen Texten erheblich seltener passiert. Wie ich erwähnte, hatte ich immer eine Affinität zum Englischen und habe auch ein Studium dieser Sprache absolviert.

Bei vielen weiteren von dir genannten Punkten muss ich mich mangels Kenntnis zurückhalten: Ich kenne und benutze keine Reimwörterbücher, und meine Überlegungen beziehen sich auch eher nicht auf Schlagertexte. Gerade Schlager hat mit der Verwendung von Klischees und entsprechend auch Klischee-Reimen überhaupt keine Probleme, und da erwarte ich auch nichts anderes. Das gilt analog auch für die meisten englischen Pop-Songs – bei Massenware habe ich keine großen Ansprüche an Qualität. Ich erwarte bei der Burger-Kette mit dem goldenen M auch kein qualitativ hochwertiges Essen. Allerdings hatte ich den OP hier so verstanden, dass es eben auch um Texte jenseits der Banalitätsgrenze gehen sollte. Aber auch da gebe ich dir Recht: Nicht jeder Schlagertext ist banal, aber viele sind es. Vielleicht haben wir tatsächlich das Problem, dass wir hier sehr viel in Tendenzen und Meinungen denken und schreiben und zu wenig zuverlässige Daten zugrunde legen. Aber wir haben vermutlich nicht die Zeit für entsprechende Recherchen, und dieses Forum ist wohl auch nicht der richtige Ort, diese darzulegen.

Zum Schluss: Ich unterstütze deine These, „dass man sowohl im Englischen wie im Deutschen gleich gut funktionierende und je nach Anspruch Schlagertexte wie anspruchsvolle Texte schreiben kann, die POP- und Rocktauglich sind“. Ich glaube aber immer noch, dass das auf Englisch leichter ist – richtiger gesagt: Ich weiß, dass das zumindest für mich auf Englisch leichter ist. Und ich hatte den OP so verstanden, dass er sich fragt, warum es so wenige deutschsprachige Texte mit einem gewissen Anspruch gibt. Vielleicht habe ich aber auch seine Worte „gut gemachte, deutschsprachige Musik“ falsch interpretiert…
 
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Hallo zusammen,
freut mich, daß das Thema kontrovers diskutiert wird.

Ja, ich mag auch Musik in anderen Sprachen! Und nein, es geht mir bestimmt nicht um völkisches Gedankengut, ganz im Gegenteil.

Ich bin nur zufällig in diesem Teil der Welt geboren und aufgewachsen. Deutsch ist daher meine Muttersprache, ob ich es will oder nicht...
Das teile ich wohl mit vielen Zeitgenossen.

Ich sehne mich nach Musik mit Witz und Tiefgang, die sich dieser Sprache bedient.

Die Hoffnung, gleichgesinnten Musikschaffenden mit ähnlichen Bedürfnissen (sprich: uns) eine Plattform zum Austausch zu schaffen, war Anlass des Gesprächsfadens.

Es würde mich sehr freuen, auch zukünftig hier die ein oder andere Perle zu finden, die durchs Raster des aktuellen Massengeschmacks fällt.

Allen einen guten Rutsch,
Dennis

P.S.
Meine persönlichen Favoriten sind Künstler aus der Folk-, Blues- und Rock-Ecke wie beispielsweise Klaus Adamaschek, Stoppok, Annen May Kantenreit, Bernies Autobahn Band, Das dritte Ohr, Conrads Kartell, Manfred Häder, die frühen Sachen vom Lumpenpack und Joint Venture, eine Musik, die etwas aus der Mode gekommen ist....
 
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Pascow, Love A, Herrenmagazin, Matula, Captain Planet fallen mir auf Anhieb ein, wenn es um handgemachte Musik mit guten Texten auf deutsch geht. Und natürlich Chefdenker, aber die muss man mögen. Muss man!
 
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Gerne
Pascow, Love A, Herrenmagazin, Matula, Captain Planet fallen mir auf Anhieb ein, wenn es um handgemachte Musik mit guten Texten auf deutsch geht. Und natürlich Chefdenker, aber die muss man mögen. Muss man!
Gerne auch Links einstellen 😉
 
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Ich störe mich vor allem an der Formulierung "

"Neue, handgemachte Musik in unserer Sprache" ( wer gehört in dieses "unser" )

Was spricht gegen "Neue Musik mit deutschsprachigen Texten"?
Es ist UNSERE Sprache, nicht nur die der wenigen übriggebliebenen Helden vergangener Jahrzehnte oder irgendwelcher Schlagerfuzzis. Von diesen unsäglichen Teutschtümlern gar nicht erst zu sprechen...

Eine Muttersprache gehört all denen, die sie jeden Tag sprechen.

Trotzdem scheint gut gemachte, deutschsprachige Musik in einem Meer der musikalischen Beliebigkeit und einer von Algorithmen gesteuerten Wegwerf-Unkultur unterzugehen. Neues ist öffentlich kaum wahrnehmbar.

Mir gefallen wie gesagt nur die Eröffnungformulierungen nicht, ansonsten hab ich kein Problem mit deutschsprachigen Texten.
Es gibt Texte welche mir zusagen und welche die mir nicht zusagen, in allen Genre. Alte und Neue.


View: https://youtu.be/ePiPsxVX9w0?si=f55QG0OTLLEhi8Bh


View: https://youtu.be/LL8vxuL1Pik?si=AEf1371upnYJHrmN


View: https://youtu.be/Pdx4OfPoZqY?si=pTAa49gyYb9O2HcX


View: https://youtu.be/gMUZHsN3MlQ?si=-2lzWXWH64X2uH_s


View: https://youtu.be/fp-DpTyl2tk?si=VDZyVX4fHnZmx8fm


View: https://youtu.be/ifn_UTm035c?si=xqMMjwv-veOX9Lqu
 
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Ich störe mich vor allem an der Formulierung "
Hallo Salty, hallo alle,
die jeweilige Muttersprache bietet wohl den meisten Menschen die naheliegendste Form der Kommunikation. Dennoch "gehört" eine Sprache natürlich niemandem, wer mag, ist frei sie zu sprechen und in ihr zu singen.

Das ambivalente Verhältnis zwischen deutschem Herkunftsort und Zugehörigkeit hat Klaus Adamaschek im Lied Deutschlandreise vom gleichnamigen Album übrigens hervorragend auf den Punkt gebracht:

In einem musikalischen Zusammenhang taucht die deutsche Sprache öffentlichkeitswirksam derzeit meinem Eindruck zufolge (andere mögen das anders sehen) - abgesehen von einigen übrig gebliebenen Künstlern früherer Tage - häufiger in Kontexten wie beispielsweise Schlager, Comedy, Karneval, Mundartmusik, Popmusik, Deutschpunk und Rechtsrock auf.

Ich persönlich stehe eher der Gruppe deutschsprachiger Liedermacherbands (Beispiele vgl. mein Beitrag vom vergangenen Mittwoch) nahe.

Deren eher leises Genre ist auf den großen Plattformen nicht leicht zu finden. Die von Dir kritisierte Formulierung (unsere Sprache) habe ich ganz bewusst gewählt, da es eben AUCH die Sprache dieser kleinen Gruppe (uns) ist.

Auch außerhalb meines Nischengeschmacks hat das Musizieren mit deutschen Texten keinen leichten Stand. Es sollte aber bessere Methoden als Quoten geben, deutschsprachiger Musik eine Plattform zu bieten, daher dieser Thread.

Ich hoffe auch weiterhin auf eine große stilistische Bandbreite an dieser Stelle und danke allen für Ihre bisherigen und zukünftigen Beiträge.

Viele Grüße,
Dennis
 
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Ansonsten schau dir auch mal an was es im Osten für Musikalische Perlen gab und immer noch gibt.
Da gab es eine lebendige Szene auch fernab der Puhdys und Karat.
Die sog. "anderen Bands"

Flüstern und Schreien Ein Dokumentarfilm von Dieter Schumann


Sandow - er ist anders ---> Immer noch sehr Aktiv

View: https://www.youtube.com/watch?v=3Q6JM8RDBm0

Die Art - Sie sagte ---> Auch noch Aktiv

View: https://youtu.be/1ASuOAvrgKo?si=gDAqgRcaUYZyVkYu

Der Sampler DT64 Parocktikum mit Die Art, Herbst in Peking, Skeptiker, etc. ---> Infos

View: https://www.youtube.com/watch?v=8MPFoyyVKCg&list=PLTWhBPf79l3a2W971NblzIoZtLnTSdx0H

Magnetband (Experimenteller Elektronik-Underground DDR 1984-1989) Abstract Music ALBUM LP


View: https://www.youtube.com/watch?v=Zf1RUI08pmY

Also es gibt echt genug! Blas also nicht, aus versehen, in das Horn der Nationalisten und Identitären, welche den nahenden Untergang "unserer" deutschen Sprache und Kultur predigen um Hass zu sähen. Mach Augen und Ohren auf, du wirst überascht sein.
 
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Wer hier predigt, bist Du
 
Ich hatte nicht gesagt dass du Hass oder sonst was predigst, ich hatte nur darauf hingewiesen dass die sprachliche Darstellung deines Anliegens, aus meiner Sicht, nicht angemessen ist und dem deinen auch nicht gerecht wird.
Diese Kritik soll bereichern und zum Denken und Diskurs anregen.

Des weiteren denke ich dass meine und die anderen musikalischen Beiträge dein Thema doch durchweg bedienen.
Hoffe du konntest darunter ein Pasr Songs finden welche dir zusagen.


View: https://youtu.be/Qpj4Mni76bE


View: https://youtu.be/LdZi5kZ9Q7Q


View: https://youtu.be/E8fJ8Gy6YJo


View: https://youtu.be/8-1p0NiSnxo
 
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Vielleicht habt Ihr ja Lust, hier einen virtuellen Marktplatz aufzumachen, auf dem sich die fahrenden Sänger unserer Zeit über ihre Lieder austauschen können.

mögen und spielen
Noch mal zur Erinnerung:
Dieser Thread richtet sich vor allem an Menschen, die SELBER Musik machen.

Meine Idee war eine Plattform vornehmlich zur Vorstellung eigener, handgemachter Musik (gerne unter Beteiligung akustischer Instrumente) mit deutschen Texten abseits der stark repräsentieren Stilrichtungen:
Schlager, Comedy, Karneval, Mundartmusik, Popmusik, Deutschpunk u
Die Auflistung lässt sich erweitern um den ein oder anderen Bereich, den ich hier nicht nennen mag.

Nicht beabsichtigt ist ein Diskussionsforum mit nahezu ausschließlicher Verlinkung fremder Inhalte mit ausschweifenden Diskussionen über semantische Feinheiten. Zur nochmaligen Klarstellung: extremistisches Gedankengut jedweder Färbung ist hier unerwünscht.

Lasst bitte die Musik, die Euch am Herzen liegt für sich selber sprechen. Selbstredend kann eine Vorstellung der Künstler oder ein Begleittext zum Musikstück das Ganze abrunden.

Gruß,
Dennis
 
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eine Plattform vornehmlich zur Vorstellung eigener, handgemachter Musik (gerne unter Beteiligung akustischer Instrumente) mit deutschen Texten abseits der stark repräsentieren Stilrichtungen Schlager, Comedy, Karneval, Mundartmusik, Popmusik, Deutschpunk
Nachdem ich jetzt mühsam den ganzen Thread bis hierher gelesen habe auf der Suche, was Du eigentlich willst, frage ich mich nach dieser "Klarstellung": Ja, was bleibt denn dann noch übrig?

Sogar Reinhard Mey fällt raus, da er auch Lieder mit Humor darbietet, Bodo Wartke sowieso ("Comedy"), Alte Bekannte / Wise Guys ... nur um ein paar Beispiele zu nennen, die mit deutscher Sprache wirklich umzugehen wissen. Und die brauchen keine eigene Plattform, die sind/waren auch so bekannt, ihre Konzerte sind/waren ausverkauft.

Eine extra Plattform für deutsche Lieder/Interpreten (die womöglich unterrepräsentiert sein könnten, das scheint irgendwie Dein Anliegen zu sein), ist aus meiner persönlichen Sicht nicht nötig. Jeder, der möchte, kann hier im Board, auf YT, Soundcloud uvm seine Werke präsentieren - reicht das nicht?

Zu einem weiteren Deiner o.g. "Ausschlüsse": "Unsere" Sprache, die Du so vehement verteidigst, ist nach meiner Erfahrung überwiegend Mundart. Wer spricht denn wirklich Hochdeutsch? Natürlich lernen wir in der Schule Hochdeutsch und schreiben das auch (naja, soweit wir es können) - aber im Alltag sprechen wir's nicht. Mein Hochdeutsch ist immer bayerisch gefärbt, und auch anderen geht es so...
 
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Wegen derartigen Diskussionen habe ich aufgehört meine Musik zu veröffentlichen. Irgend jemand hat immer was zu meckern.
 
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