zu viel Druck auf den Kehlkopf bei hohen Tönen

Das mit Vordersitz und LĂ€chelnden Augen, etc. hat mMn weniger Auswirkungen auf den Luftdruck und -strom, aber natĂŒrlich erhebliche Auswirkungen auf den Klang (Brillianz!).
Das gilt nur fĂŒr die Randstimme. In der Vollstimme fĂ€llt der Klang voll in die Kehle, wenn man keinen Vordersitz hat. Zudem ist es mMn wesentlich leichter zu stĂŒtzen mit Vordersitz.
 
Wenn du den Finger so hĂ€ltst wie auf dem Bild, kannst du gut ĂŒberprĂŒfen, ob du den Kiefer weit genug nach hinten nimmst.
Wie so vieles ist aber auch das Geschmackssache und vom Einzelfall abhĂ€ngig. Ich z.B. mag diese Fingerkontrolle gar nicht und finde auch "den Kiefer nach hinten nehmen" fĂŒhrt nur zu unnötiger Spannung. Ich habe einen recht großen Kiefer, wenn ich meinen Finger wie auf dem Bild positionieren will, muss ich ihn fast schon schmerzhaft nach hinten drĂŒcken.

Umgekehrt hat mir wiederum die KorkenĂŒbung, die viele andere ganz schlimm finden, geholfen, die ZĂ€hne auseinanderzubringen.


Ich finde, alles, was mit Kiefer, Mundöffnung, Zunge, etc. zu tun hat, sollte möglichst nicht pauschalisiert werden. Beim Belten beispielsweise ist eine große Mundöffnung unerlĂ€sslich und da ist "locker hĂ€ngen lassen" oft nicht ausreichend - je nach Anatomie des SĂ€ngers jedenfalls. Alle Tipps, die in diesem Bereich so kursieren, gilt es im Einzelfall auf ihre Tauglichkeit zu ĂŒberprĂŒfen.

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eine kurze "praktische" Zwischenfrage.

Es wird immer wieder die "Kehlkopfstellung" erwÀhnt. Wie kann man die denn praktisch beeinflussen. Also, der Kehlkopf ist ja nicht wie mein Arm, den ich halt hebe oder senke....Àh, ja. Sondern eben ein "kehlkopf". Hoffe ihr wisst was ich meine.

Das kann man lernen, aber eigentlich ist es nicht notwendig. Der Kehlkopf hebt und senkt sich halbwillkĂŒrlich, du kannst das Triggern, indem du dich bestimmter Reflexe bedienst. Wenn du seufzt oder schluchzt, wird er sich senken, wenn du schluckst steigt er. Das gleiche gilt fĂŒr bestimmte Stimmgebungsformen. Du kannst mal versuchen, einmal Johnny Cash oder Elvis nachzumachen und einmal eine Cartoonfigur, z.B. Speedy Gonzales und dabei jeweils die Hand auf den Adamsapfel legen und gucken was passiert. ;)
 
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Wie Tonja und Foxx schon sagen, muss man an ganz vielen Dingen gleichzeitig arbeiten.


Die U-Stellung macht das Ansatzrohr zwar lĂ€nger, aber auch ENGER, wenn man nicht gleichzeitig an der GĂ€hn-/Seufzstellung arbeitet. Entgegen allgemeiner Annahme sind Ä und I Vokale mit viel mehr Pharynxweite, klingen aber eben schĂ€rfer, wenn man da nicht an Lippenstellung/Abrundung arbeitet.


Ich bin z.B. bei SchĂŒlern, die generell mit enger Kehle singen, auch im klassischen Gesang mit dem U am Anfang extrem vorsichtig, das fĂŒhrt nĂ€mlich auch ganz gerne mal zur Verengung in der Höhe, wenn man da nicht permanent ein Auge drauf hat. Wenn's nur um randstimmigen Ansatz geht, funktoniert das I z.B. genauso gut (bei manchen sogar besser), da muss man dann eben an Abrundung arbeiten. Kann man nur im Einzelfall entscheiden...


Zuviel U-Stellung ohne Arbeit an Weite macht den Klang eng und abgeklemmt.
Zuviel Arbeit an GĂ€hnstellung fĂŒhrt auch zu Enge/Festwerden. Wenn man nicht aufpasst und es ĂŒbertreibt, macht GĂ€hnen die Kehle nicht weit, sondern eng, weil's Muskeln an-, nicht abspannt. FĂŒr Kehlkopfsenkung/AnsatzrohrlĂ€nge ist das gut, fĂŒr AnsatzrohrWEITE muss man da schon wieder vorsichtig sein.


Was man im klassischen Gesang will ist ein langes (U), weites (seufz) Ansatzrohr. Da sind Einstellungen an Kehlkopf, Pharynx und Artikulatoren (Zunge/Lippen) gefragt (und die werden leichter, wenn Atemfluss und Atemdruck stimmen, also die StĂŒtze vernĂŒnftig funktioniert). Isoliert an einer Sache arbeiten KANN vereinzelt Sinn machen, ist aber insoweit gefĂ€hrlich, als dass da insbesondere im klassischen Gesang antagonistische Muskelgruppen im Spiel sind.


Man muss da wirklich von SchĂŒler zu SchĂŒler unterschiedlich rangehen.
 
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Danke fĂŒr diese Diskussion hier! Genau das Thema, das ich momentan im Unterricht mache.
Wir haben gerade eine Übung gemacht, bei der man auf dem Vokal i ĂŒbt, den Keklkopf zu senken.
Das i soll verhindern, dass man mit der Zunge auf die Kehle drĂŒckt. FĂŒr mich ziemlich schwer.
Ich muss noch viel ĂŒben....:)
 
Hallo, wollte mich nochmal zurĂŒckmelden.
ich habe im Moment mit dem Singen komplett aufgehört, da ich wirklich immer heiser werde, oder Reizhusten bekomme.Teilweise liegt es auch an meiner SchilddrĂŒsenerkrankung, deswegen muss ich erstmal meine Blutwerte kontrollieren lassen und kann erst nach optimaler Einstellung wieder anfangen zu singen.TatsĂ€chlich habe ich aber die falsche Technik, vor Allem bei hohen Tönen, der Kiefer ist einfach nicht locker genug und ich bekomm es auch nicht hin.Wie gesagt schnelle Wechsel gehen ĂŒberhaupt nicht und wenn ich mal eine Höhe schaffe, dann nur sehr langsam, kann also nur noch Balladen singen.Sehr sehr frustrierend.Wenn ich locker irgendein Lied mitsinge, was gerade im Radio lĂ€uft (also nicht Klassik) habe ich keine Probleme mitzutrĂ€llern, warum auch immer, vielleicht ĂŒberfordert mich die klassische Gesangstechnik.
 
Es wird immer wieder die "Kehlkopfstellung" erwÀhnt. Wie kann man die denn praktisch beeinflussen.

Vieles wurde ja schon genannt. Da ich aber denke, dass die korrekte Kehlstellung im klassischen Gesang ein ganz zentrales Thema ist, versuche ich mal (in einem Monsterpost ;)) eine Zusammenfassung, mit der einen oder anderen ErgÀnzung, zu machen.

Prinzipiell sollte die korrekte Kehlposition unter Anleitung des GL geĂŒbt werden. Er kann die Handbremse ziehen, wenn der SchĂŒler was falsch macht (zB. die Kehle mit Gewalt irgendwohin zwingen will).

Und wie singingtutor bin ich der Ansicht, dass gewisse Übungen fĂŒr tiefe Kehle einen negativen Einfluss auf die Weite im Rachen haben können. Solche Übungen können zwar mal isoliert und als Übertreibung gemacht werden, um ein GefĂŒhl fĂŒr Tiefstellung der Kehle zu bekommen, man muss anschliessend aber auch auf Rachenweite achten, resp. Übungen machen, die die locker-tiefe Kehle und hintere Weite gleichzeitig fördern.

Übungen die stark auf Tiefe ausgerichtet sind und bei gewissen Leuten oder unkontrolliert durchgefĂŒhrt auch zu Verkrampfung fĂŒhren könnten:

  • Bild/Vorstellung: "u" einatmen, Spaghetti einsaugen, Ton einsaugen, durch Röhrchen einatmen
  • vor dem Singen kurz an Finger saugen
  • Finger (aufgestellt, HandflĂ€che von sich weg) hinter obere SchneidezĂ€hne
  • Oberlippe leicht ĂŒber SchneidezĂ€hne stĂŒlpen

Übungen und Bilder die (zumindest bei mir) lockere Tiefe und hintere Weite fördern:

  • Vokalise (v.a. im tiefen Bereich der Range) oder StĂŒck auf "huuu", "duuu" etc. singen; "u" dabei aber nicht ĂŒbertreiben, dh. Unterkiefer leicht fallen lassen ("u" geht dann etwas gegen "o"), sehr gut fĂŒr mich sind auch Übungen wo sich "u" mit "a" abwechselt
  • vor dem singen ein leiser entspannter Grunzlaut ("öh"), spĂ€ter das "öh" nur noch gedanklich
  • HöfflichkeitsgĂ€hnen (= nur erste Phase des GĂ€hnens, hintere GĂ€hnweite ohne das Mund dabei aufgerissen wird)
  • helfende Bewegungen, wie sich wĂ€hrend dem Singen Luft oder (gedachtes) Wasser in den Rachen schaufeln oder auch: sich in Schwierigkeit reinfallen lassen (auf hohen Ton sich leicht in Knie fallen lassen: Kehle lĂ€sst so besser los)
  • mögliche Bilder: Dunkelheit einatmen / was Heisses in Mund und Kehle nehmen / Pelikan sein (Kehlsack am Unterschnabel der mehrere Liter Inhalt haben kann) / dicken Hals haben / Altistin oder Gouvernante sein / stolz, eingebildet sein / Getue machen / doof sein / Kehle wird einem hinten rausgezogen / hinten zum Hals raussingen / einen Liftschacht in sich haben
(Bildvorstellungen mĂŒssen sehr individuell zugeschnitten sein, machen dadurch oft einen reichlich seltsamen Eindruck ;) und wirken auch nicht bei allen Menschen)

  • Kiefer, Zunge, Hals- und Schultermuskulatur locker lassen
  • guter Stand auf Boden (die korrekte Kehlposition beginnt sozusagen bei den FĂŒssen!), lockere Knie, aufgestelltes Becken, gerade WirbelsĂ€ule, gestreckter Nacken
  • guter Stimmsitz (fehlt der noch, kann die Kehle kaum zu 100% losgelassen werden)
  • nie gerĂ€uschvoll einatmen
  • alle Konsonanten bei denen es möglich ist nur mit Zungenspitze und nicht mit Unterkiefer bilden (jedes Heben des Unterkiefers zieht Kehle mit rauf)
  • abspannen nicht vergessen!

Und was ich generell sehr wichtig finde:

Unbedingt versuchen, mit der Zeit eine Automatisierung der korrekten Kehlposition zu erreichen. Wenn wir gedanklich (oder auch physisch) noch dauernd darauf fokussiert sein mĂŒssen "fĂ€llt das Hirn in die Kehle und hĂ€lt sie fest" (Zitat meiner GL :D)

Sehr hilfreich ist es deshalb, nicht nur beim Singen sondern auch im Alltag (beim Sport oder jeglicher sonstiger Anstrengung, am PC usw.) immer wieder eine locker-tiefe und entspannte Kehlposition zu suchen.
 
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Die U-Stellung macht das Ansatzrohr zwar lĂ€nger, aber auch ENGER, wenn man nicht gleichzeitig an der GĂ€hn-/Seufzstellung arbeitet. Entgegen allgemeiner Annahme sind Ä und I Vokale mit viel mehr Pharynxweite, klingen aber eben schĂ€rfer, wenn man da nicht an Lippenstellung/Abrundung arbeitet.


Ich bin z.B. bei SchĂŒlern, die generell mit enger Kehle singen, auch im klassischen Gesang mit dem U am Anfang extrem vorsichtig, das fĂŒhrt nĂ€mlich auch ganz gerne mal zur Verengung in der Höhe, wenn man da nicht permanent ein Auge drauf hat. Wenn's nur um randstimmigen Ansatz geht, funktoniert das I z.B. genauso gut (bei manchen sogar besser), da muss man dann eben an Abrundung arbeiten. Kann man nur im Einzelfall entscheiden...

Das stimmt. Das U fĂŒr die Höhe sollte keinesfalls ein heiliges Dogma sein, oft klappt es mit einem anderen Vokal sogar besser.

Ich sehe ĂŒbrigens nicht immer an der Stellung des Kiefers, ob die Kehle weit genug ist - deshalb verlasse ich mich lieber auf mein Gehör (und schließe beim Unterrichten manchmal die Augen, höre einfach nur zu und konzentriere mich auf den Stimmklang).
Manche Menschen haben einen Mund å la Steven Tyler und/oder sehr bewegliche Kiefer, andere eben nicht. Letztere quÀlt man ja auch mit dieser stÀndigen Anweisung, de Unterkiefer herunterfallen zu lassen, das Kiefergelenk verkrampft sich dabei unnötig, was den Klang auch nicht besser macht.
Ich selbst gehöre eher zu den "GroßmĂ€ulern" mit beweglicher Mimik, mir ist das also nie schwer gefallen, aber da gibt es auch ganz andere.
Alles in allem ist das also auch wieder eine individuelle Geschichte.
 
ich habe im Moment mit dem Singen komplett aufgehört, da ich wirklich immer heiser werde, oder Reizhusten bekomme.Teilweise liegt es auch an meiner SchilddrĂŒsenerkrankung, deswegen muss ich erstmal meine Blutwerte kontrollieren lassen und kann erst nach optimaler Einstellung wieder anfangen zu singen.TatsĂ€chlich habe ich aber die falsche Technik, vor Allem bei hohen Tönen, der Kiefer ist einfach nicht locker genug und ich bekomm es auch nicht hin.Wie gesagt schnelle Wechsel gehen ĂŒberhaupt nicht und wenn ich mal eine Höhe schaffe, dann nur sehr langsam, kann also nur noch Balladen singen.Sehr sehr frustrierend.Wenn ich locker irgendein Lied mitsinge, was gerade im Radio lĂ€uft (also nicht Klassik) habe ich keine Probleme mitzutrĂ€llern, warum auch immer, vielleicht ĂŒberfordert mich die klassische Gesangstechnik.

FĂŒr mich hört sich das so an, als wĂŒrdest Du viel zu viel Masse in die Höhe nehmen (anders ausgedrĂŒckt, "die Bruststimme hochziehen").

Lieder, die so im Radion laufen, sind meist nicht die höchsten; viele enden schon beim c''. Das geht noch vollstimmig / bruststimmig.

Se tu m'ami ist noch nicht so arg hoch, das sollte ein richtiger Sopran an sich wirklich locker hinkriegen. FĂŒr mein Empfinden ist das eher fĂŒr tiefere Mezzi (Tonja? Was meinst Du dazu?). Die Forelle ist höher, aber auch das sollte auch ein Mezzo noch gut schaffen, ein echter Sopran natĂŒrlich erst recht. Aber, beide StĂŒcke sind sehr vollstimmig / brustlastig nicht mehr gut zu singen. Da muss verschlankt werden, die hohen Töne leichter genommen, kopfstimmiger.

Tonja und Vali hatten Dir ja schon etwas zu Kopfstimme geschrieben. Ich schĂ€tze, Du wirst durch das "es klingt einfach dĂŒnn da oben" durch mĂŒssen, willst Du Deine Höhen erschließen. Dann klingt's halt (erst einmal) dĂŒnn, na und? Von einem Sopran wird kein Mezzo- oder Altklang erwartet. Und das "dĂŒnn" wird mit zunehmendem Training "fetter" werden. Wenn Du mehr Körperanbindung hast und dann wieder Brustklang dazugeben kannst. Und wenn die Resonanzen, bzw der Stimmsitz passen. Ich vermute, dass Du, akzeptierst Du erst einmal, dass es oben einfach dĂŒnner klingt, viel besser locker lassen kannst und dann wird auch etwas weitergehen. Zumindest war es bei mir so, als mein GL mit den (hehe, hochesoterischen :D) Atemtypen ankam und ich die Angst vor dem Vibrato verlor. Bei mir war es die Angst vor dem Vibrato, die ganz Ă€hnliche Effekte hervorrief, wie Du sie beschreibst.
 
Also danke an Alle fĂŒr die tollen Tipps.

Ich hatte echt immer Probleme mit den hohen Tönen / Kopfstimme. Es tat nach 5 Minuten bissl weh und gut/voll klang es auch nicht. Ich hab mal versucht eure Tipps umzusetzen; also, in der Höhe nicht verkrampfen, nicht "verengen" usw...und, es klappt. Es ging von einer Sekunde auf die andere viel besser. Ich kann mit Kopfstimme jetzt echt entspannter, lÀnger, voller singen.

Weil ja jeder so seine Bilder hat.

Ich versuche immer ein bissl wie Heino zu singen. Der hat doch schon irgendwie ne "tiefe" Kehlkop Position oder? und er singt auch sehr...dunkel, finde ich. Das hilft mir echt bei den hohen Tönen, also, das denken daran.
Irgendwann werd ich dann mal mit dem "Beimischen" rumprobieren.

Jo, besten Dank soweit an Alle.
 
Se tu m'ami ist noch nicht so arg hoch, das sollte ein richtiger Sopran an sich wirklich locker hinkriegen. FĂŒr mein Empfinden ist das eher fĂŒr tiefere Mezzi

Habe es selber nie gesungen, es aber gerade in meiner Arie antiche-Ausgabe gefunden. Und ja, ist nicht sehr hoch, oberster Ton, welcher ein paar Mal, aber nur als 16tel vorkommt, ein g''. Und gerade gesehen, im Netz ist was runterladbar, wo oben sogar nur bis f''. MĂŒsste also rein von der Höhe auch fĂŒr (hohen) Mezzo problemlos sein. Aber: wie und ob einem etwas liegt ist ja nicht nur abhĂ€ngig davon, wo der höchste Ton angesiedelt ist! Will da jetzt aber nicht wieder eine Stimmfachdiskussion lostreten whistle


Wie gesagt schnelle Wechsel gehen ĂŒberhaupt nicht

Meinst du mit "schnelle Wechsel" Koloraturen oder meinst du SprĂŒnge?

Jedenfalls, Koloraturen ĂŒbt man am besten zuerst nicht gleich mit Literatur, sondern mit Vokalisen (auf angenehme Silben) und dann gibt es auch bei Vaccai Übungen fĂŒr den Einstieg ins Singen von Koloratur. Wenn man dann eine gewisse GelĂ€ufigkeit erreicht hat, fallen einem auch die Koloraturen in den StĂŒcken leichter.

Und SprĂŒnge ĂŒben, finde ich, tut man eh zuerst am besten in Übungen und zuerst alles in einem Bereich wo beide Töne noch in einer angenehmen Lage liegen. Und wenn man spĂ€ter in der Literatur SprĂŒnge hat die Schwierigkeiten machen: zuerst nur auf Silben ĂŒben, es am Anfang etwas tiefer nehmen (sofern das Problem die Höhe ist) oder am besten gleich eine Übung drum herum kreieren (das nimmt auch etwas das GefĂŒhl der "GefĂ€hrlichkeit")

vielleicht ĂŒberfordert mich die klassische Gesangstechnik.

Das kann ich mir nicht so recht vorstellen. Es sei denn, du hörst absolut schief, triffst keinen Ton, bist sozusagen ein Brummer. Dann wĂŒrde es tatsĂ€chlich auch sehr schwierig, die Technik zu erlernen. Aber nachdem was du schreibst, nehme ich jetzt mal an, ist das bei dir nicht der Fall :)

Ansonsten kann jeder normal begabte Mensch, sofern er das auch wirklich will, bis zu einem gewissen Grad die klassische Technik erlernen. Ist keine Geheimwissenschaft sondern im Grunde nur gutes altes Handwerk. NatĂŒrlich reicht es nur bei den wenigsten zum wirklichen SĂ€nger (im Sinne von gutem Profi), dazu braucht es dann tatsĂ€chlich das passende Material, hervorragendes KörpergefĂŒhl, hohe MusikalitĂ€t... Aber auf ansprechendes Laien-Solisten-Niveau sollte es jeder bringen können, sofern er: a) den richtigen Lehrer hat und b) genĂŒgend Fleiss, Selbstdisziplin und HartnĂ€ckigkeit an den Tag legt.

Wie lange hast du eigentlich schon Unterricht?
 
Und gerade gesehen, im Netz ist was runterladbar, wo oben sogar nur bis f''.

Diese Version hatte ich gesehen. Iirc ging die dafĂŒr relativ weit herunter, bis zum b. Das allerdings auch nur ein Mal :)
Klar, ob einem ein StĂŒck liegt, hĂ€ngt von so vielen Faktoren ab. Dieses hier braucht denke ich eine gewisse Beweglichkeit, das geht halt nur sehr schwer, wenn man zu schwer ansetzt. Da muss man leichter drĂŒberhĂŒpfen :)
 
also die Forelle hatte ich nicht in der Originalversion gesungen (Des-Dur) sondern in h-Dur.Da war der höchste Ton ein e (mit den Strichen komme ich immer durcheinander).Bei Se Tu mami war es ein g.Also auf der ViolonschlĂŒsseltonleiter eins ĂŒber dem höchsten Strich.(Glaub g'' und e''-richtig?)
Was solls ich schick einfach mal den link zu einer Hörprobe, ist zwar kein klassisches Lied aber evtl. könnt ihr mir ja weiterhelfen wo das Problem liegt.
https://soundcloud.com/alice666
 
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Sleeping Sun. Den Song kenne ich ziemlich gut.
Deine Stimme ist schön, aber ich finde, du singt ihn viel zu klassisch/opernmĂ€ĂŸig, und mit viel zuviel Vibrato. Teilweise kommt mir das Vibrato fast schon wackelig vor, ist das so beabsichtigt oder kannst du nicht anders?
 
Schöne Stimme.
Aber nach meinem Ohr ist das absolut ein kĂŒnstliches Vibrato. Nicht gut ;-)

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ich singe schließlich seit 15 Jahren und habe/hatte immer wieder Probleme mit hohen Tönen.Es klingt einfach dĂŒnn da oben.
Gibt es da noch Tipps wie man die Höhen mit Leichtigkeit schafft (also unverkrampft und ohne Druck).

Welches Atemtraining machst du?
Du hast ein schönes Mezzo-Timbre finde ich. Aber in der Tat singst du mit zu wenig Atemverbindung und falschem Druck. Dein Vibrato ist kĂŒnstlich, was bedeutet, daß es nicht aufgrund freien Schwingens entsteht. Ganz ehrlich: Das macht es sehr anstrengend, dir zuzuhören. Ich mag grundsĂ€tzlich kein kĂŒnstlich auf "klassisch" gemachtes Vibrato. Ein echtes freies Vibrato klingt ganz anders und muss von der Atemspannung/ElastizitĂ€t aufgebaut werden.

Könnest du diesen Song vielleicht nochmal aufnehmen ohne dieses kĂŒnstliche Vibrato? Lass die Töne einfach in Ruhe. Wenn kein Vibrato kommt kommt es halt nicht. WĂŒrde mich mal interessieren, wie das dann klingt. Und wer weiß, vielleicht kommen aus Versehen doch echte Vibratos?
 
Ja, das ist es zu viel Druck sag ich ja.Kommt aber auch davon, dass wenn ich es "normal" singe, mir jeder erzĂ€hlt, dass ich zu leise bin und dĂŒnn klinge.Wie gesagt habe 1 Jahr komplett ausgesetzt und daher im Moment keine gute StĂŒtze.Das meinte ich auch mit" bin wohl ĂŒberfordert mit der klassischen Gesangstechnik".Finde es auch nicht einfach sondern verdammt schwer und vor allem nervt es mich, was Mitmusiker und Gesangslehrer manchmal von mir erwarten.Deshalb hab ich auch keine Schmerzen, wenn ich mal nebenher zu Hause ein Lied (im Radio z.B.) mitsinge,weil eben kein Druck auf dem Kehlkopf liegt dafĂŒr klingt es dann eben leise!Könnt euch gern mal den zweiten nicht klassischen song anhören, da habe ich definitiv keinen kĂŒnstlichen Druck erzeugt und alles was da schief lĂ€uft, liegt an der momentan schlechten Atemanbindung.Trotzdem fĂ€llt mir diese Art zu "singen"-wenn man es ĂŒberhaupt so nennen darf viel leichter, dafĂŒr werde ich aber umso mehr kritisiert.Wie gesagt die Vorbereitung damals fĂŒr das Vorsingen beim Konservatorium liegt 8 Jahre zurĂŒck.Seit dem habe ich einfach nur so fĂŒr mich gesungen bzw. in einer Band dann 1 Jahr pausiert und jetzt erst seit kurzem wieder Unterricht.Bin also im Prinzip am Anfang, trotzdem habe ich nach dem Gesangsunterricht Halsweh und wenn ich daheim locker vor mich hintrĂ€ller eben nicht!Finde halt schon dass Singen in erster Linie Spaß machen sollte, vor allem wenn man es nur als Hobby betreibt.

Sleeping Sun. Den Song kenne ich ziemlich gut.
Deine Stimme ist schön, aber ich finde, du singt ihn viel zu klassisch/opernmĂ€ĂŸig, und mit viel zuviel Vibrato. Teilweise kommt mir das Vibrato fast schon wackelig vor, ist das so beabsichtigt oder kannst du nicht anders?
 
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"I cried for you" ist doch sehr schön und stimmungsvoll und weit weniger kĂŒnstlich.
Einige kĂŒnstliche Vibratos sind da zwar auch drin, die wĂŒrde man hier aber eher mal verzeihen ;-) Und ich höre auch schöne AnsĂ€tze fĂŒr ein echtes Vibrato.
"Sleeping sun", kann es sein, daß das von Nightwish ist und du evtl versuchst, Tarja nachzumachen?
Oder daß du dir irgendwelche klassischen Ideale ĂŒberstĂŒlpst?
Wie du "I cried for you" singst klingt viel freier und natĂŒrlicher. Warum denkst du, das sei kein "richtiges Singen"?
 
Hi, naja weil offensichtlich etwas anderes von mir erwartet wird!Alles soll lauter mit viel Vibrato sein und möglichst nach Oper klingen.So sind zumindest die Vorstellungen in meinem Umfeld.I cried for you ist halt eher nicht Klassisch!Vielleicht ist der klassische Gesang grundsĂ€tzlich nichts fĂŒr mich, das meine ich.Von den meisten klassischen Gesangslehren die ich hatte, wird aber dieser "Opernklang" erwartet und nicht die Popstimme!Da ich vor Allem im metalbereich unterwegs bin, habe ich mit meiner eher normalen Art zu singen erst Recht keinen Erfolg.Das will halt keiner hören, weil es 08/15 ist.Aber was solls wenn ich zu Hause singe muss es ja auch niemand hören (außer die Nachbarn natĂŒrlich).
Deswegen ĂŒberlege ich mir das mit dem klassischen Gesang einfach zu lassen.
 
"I cried for you" klingt wirklich richtig schön(ok-natĂŒrlich sind paar Ratten drin-was solls;)....)
Ich hab da das GefĂŒhl DICH zu hören-ganz ungekĂŒnstelt-gefĂ€llt mir und berĂŒhrt mich-schönes Timbre.
Vielleicht strebst Du einfach die falschen Ziele an????????
Wer kritisiert Dich dafĂŒr und vor allem warum???
Ich halte nur begrenzt was davon Stimen auf ein Klangideal "hinzuzĂŒchten"....Du hast eine sehr schöne Stimme und solltest Dich da nicht zu sehr verbiegen lassen;)

PS: OK-hat sich ĂŒberschnitten.
Ich wĂŒrde da tatsĂ€chlich mal in mich gehen.....
 
@Delain

Da du RatschlĂ€ge zu deinen Problemen beim klassischen Gesang möchtest (zumindest nehme ich das an, da du es im Klassik-Sub gepostet hast), ist es unumgĂ€nglich, dass du auch eine klassische Hörprobe postest. Am besten ein "ProblemstĂŒck" wie das Se tu m'ami. Mir ist zwar bei deiner nichtklassischen Hörprobe schon auch das eine oder andere aufgefallen, aber da ich mich in anderen Stilen nicht auskenne und nicht weiss, was dort erwĂŒnscht ist und was nicht (und zudem auch keine GL bin), Ă€ussere ich mich da sicher nicht.

Und dann kann ich nur nochmal meine Frage wiederholen: wie lange hast du - alles in allem - bereits klassischen Unterricht? Das zu wissen fÀnde ich noch recht wichtig, um das Ganze etwas einschÀtzen zu können. Resp. auch: hast du in den ganzen 8 Jahren, von denen du schreibst, nur noch in anderen Stilrichtungen gesungen?
 
Hi, naja weil offensichtlich etwas anderes von mir erwartet wird!Alles soll lauter mit viel Vibrato sein und möglichst nach Oper klingen.

Warum denn das? Und WAS willst DU?


I cried for you ist halt eher nicht Klassisch!


Na und? Ist das ein moralisches Problem? Das StĂŒck muss doch auch gar nicht klassisch klingen.


Da ich vor Allem im metalbereich unterwegs bin, habe ich mit meiner eher normalen Art zu singen erst Recht keinen Erfolg.Das will halt keiner hören, weil es 08/15 ist.

Im Metal ist doch alles unterwegs was zwischen Grunzlauten und klassischem Gesang liegt. Wobei unter "klassisch" da auch eher was verstanden wird, was eben lyrisch-kopfstimmig gesungen wird. Mit Operngesang hat das jetzt auch nicht wirklich was zu tun. Ein kĂŒnstliches von einem echten Vibrato unterscheiden können die meisten Zuhörer sicher nicht ;-) Der normale Zuhörer kann nur sagen, ob es schön und angenehm und stilecht ist oder eben nicht.

Also: Wer kritisiert dich im Metalbereich und WOFÜR genau?
Vielleicht hast du die falschen Mitmusiker?
Vielleicht liegt es gar nicht an deiner Stimme oder deinem "normalen" Gesangsstil?
In einer Metalband musst du eigentlich auch nich besonders "laut" singen, da hast du doch ein Mikro oder nicht?
Und die Gitarristen sollen auch nicht alles zumĂŒllen ;-) Auch das kann ein Problem sein.
 

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