den Balg begreifen

  • Ersteller Elena72
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sehr guter thread und sehr gute Beiträge,

ich möchte ergänzen:
Basis für jegliche "Seele" des Balges sind schlicht die Balgtechniken.
Die wichtigste davon ist die bewusst gestaltende Balgführung eines Tones in allen drei Phasen:
1.Anspiel 2.Dauer und 3.Tonende. (Was ein Pianist NICHT KANN :D).

Hier wiederum kommt beim Akkordeon dem Tonende besondere Bedeutung zu. (einfach weil es sich am geilsten anhört) Das Tonende muss als sogenannter Balgstopp ausgeführt werden können, schnell und langsam, auf und zu, hoch und tief, Einzelton oder Akkorde, immer. Dann hat man schon sehr viel und nach und nach kommt alles andere dazu. Gefühlt oder eingepaukt ist egal, aber der Balgstopp muss als Grundtechnik erstmal da sein denn später wird automatisch jedes Tonende automatisch zum mehr-oder-weniger "balggestoppten".

...und dann braucht die Balgarbeit noch ein paar Kumpels um richtig zur Geltung zu kommen:
super korrektes timing, Stilsicherheit, schnelles kräftiges Tastendrücken und am besten richtige Töne ;)
.. und nur alles zusammen gibt den Akkosound wo einem das Herz aufgeht: :hail::m_akk:


Weitergehend gibt es dann noch die Technik der "Finger-Balg-Phrasierung" u.a. nennt Klaus Paier seine Technik so:
http://dasakkordeonbuch.com/vorwort.htm
und im Klassik-bereich wird das meineswissens auch so geschult und genannt.

cu balgseele
 
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Hallo,

vielleicht noch als Anmerkung, dass selbst Profis wie Lars Hollmer (R.I.P.), ehemaliger Kollege von Maria Kalaniemi bei Accordion Tribe, keine perfekten Balgtechniker sind. Wenn man sich die Live-Aufnahme von Boeves Psalm auf der ersten Accordion-Tribe-CD anhört, rollen sich einem aufgrund der grauenhaften Balgwechsel die Fußnägel auf ;)...
 
..und was willst Du damit sagen Kommandant?
Ein einzelnes Gegenbeispiel ist doch kein Argument gegen eine wunderbare Gestaltungsmöglichkeit. :confused:

Jaja die ganze Oberkrainerfraktion muss man dann auch ausklammern, oder haben die wildesten Bühnensäue evtl. auch ihre Lektionen gelernt bevor sie losschedderten?
 
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Hallo Balgseele,

das sollte kein Gegenbeispiel sein, sondern nur eine Anmerkung, dass selbst gestandene Profis so ihre Schwierigkeiten mit der Seele des Instruments haben. Ich bin trotzdem und nach wie vor der Meinung, dass eine allzu verkopfte Herangehensweise eher das Gegenteil bezweckt, aber ich bin auch eher ein "Bauch-Musiker" ;)...
 
Vielen Dank, Klangbutter, für den interessanten und aufschlussreichen Literaturhinweis! Was ist das für eine Arbeit?

Übungen getrennt von der Musik darfst Du von mir nicht erwarten ;).

Hatte ich aber irgendwie. :pIch erinnere mich noch dunkel an ein Video von dir, in dem du dazu aufforderst sich vorzustellen, man habe klebrigen Kuchenteig an den Fingern - genau so was hatte ich jetzt auch fürs Atmen erhofft ;) Aber so ist das auch schon gut - danke dir dafür!

Was ich dabei aber noch immer nicht verstehe: Wie kriegt man das hin, dass man die Töne auf beiden Seiten (Bass und Diskant) gleichzeitig mit dem Balg artikuliert? - Ich hab mir dein Video mit den Bass-Patterns hier angesehen, Klangbutter, der Balgstopp dabei ist mir völlig einleuchtend - aber was mache ich, wenn die Melodie dazu kommt? Muss die da dann auch einen Balgstopp kriegen? Passt das immer?:confused:

Und was mir auch schon mal aufgefallen ist: Gute Spieler öffnen den Balg nur ganz minimal - wie geht das eigentlich? Mehr kleine Balgwechsel?
Hm, wahrscheinlich ist das hier gar nicht so einfach zu erklären... Ist ja auch noch mal wieder ein bisschen anderes Thema. Vielleicht kann mir der eine oder die andere ja mal auf einem der nächsten Treffen ein paar praktische Tipps geben, mit denen ich mich dann wieder ein Stück annähern kann.
(Im Moment muss ich mich eh mit der Theorie begnügen, weil ich eine Sehnenscheidenentzündung habe, die nicht weggehen will. Muss wohl mal konsequent jede Belastung der Balg-Hand lassen...)

Danke auch dir, moewejutta, für die lieben Worte. Die verliebte Harmonika ist in der Tat eines der Stücke, bei denen ich mich der Sache schon etwas mehr nähere, weil ich irgendwie schon eine Vorstellung von dem Lied habe. Aber gerade da bin ich noch immer nicht zufrieden, weil ichs nicht so umgesetzt kriege...

Freut mich jedenfalls, dass ich so viele hilfreiche und nette Antworten gekriegt habe...
 
Die differenzierte Artikulation setzt Koordination von rechter und linker Hand unter bewusstem Balgeinsatz voraus.

Klar, der Balg kann nur eine Sache zur Zeit tun. Aber wenn man entscheidet, welche Hand (welche Stimme in der Musik) diejenige ist die den Balg am nötigsten hat, dann richtet man sich danach und formt diese Stimme mit dem Balg. Die andere muss sich unterordnen. (keine Demokratie sondern Diktatur)
Zudem kann sich diese nötige Vorherrschaft mit dem nächsten Ton schon wieder ändern - und das muss man richtig erkennen!
Wie plastisch das ganze dann klingt, hängt vom Erkennen, vom Geschmack und natürlich vom Geschick ab, wie gut man alle Stimmen in den Balgfluss integriert.
Ob das nun rational oder intuitiv klappt ist schnuppe, Hauptsache es klingt.

Wenn ich mal ein Beispiel von Dir bekäme, würde ich es gern zerpflücken.

(Komme eh gerade von einem Workshop aus der Pfalz zurück und bin noch voll im Fluss)
 
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Mein Akkordeonlehrer sagt immer das kommt irgendwann früher oder später von ganz alleine und automatisch. Kann nur ein paar Jahre dauern. Irgendwann macht es einfach "klick" wenn der Zeitpunkt gekommen ist. Ich warte auch noch:). Beim Bass kann es eine Hilfe sein, wenn der Bass einfach gehalten wird damit mehr Gefühl reinkommt.
 

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