Akkordeon: ehrlich und pur vs. Elektronik

  • Ersteller Klangbutter
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Es ist keine Beurteilung Deines Beitrags, nur eine Vermutung.
Die Absicht ist genau wie bei mir das Heranziehen von Beispielen, die die eigene Meinung untermauern.

Alle Deine Genres sind selbstverständlich prädestiniert für akustisches Akkordeon.
Aber Volkstänze, Oberkrainer, Shantie, Akkordeonorchester und Wettbewerbe sind eine kleine Szene verglichen mit dem Mainstream und ich komme immer wieder in Situationen, in denen man sowas nicht braucht, sondern wo ein DJ einfach besser funktioniert als ein Akkordeonspieler. Er verdient mehr, er zieht mehr Leute an, er braucht kein lebenslanges Training und das ist jedem Deppen klar. Und trotzdem möchte ich solche Leute angeln und sie vom Wert des selber Machens, von der Schönheit eines akustischen Akkordeons überzeugen können - und zwar instinktiv, nicht durch 1000 Worte.

Wieso ist es MEIN slowenisches Trio wenn ich von einer Begebenheit berichte?
Muss ich das wirklich erklären?

Ich hätte auch schreiben können "wie es das von Dir erwähnte Trio geschafft hat".
 
hmm.. damit ist es gesagt "Musik für Deppen".. dabei bitte keine künstlerischen Kräfte verschwenden .. Akko und DJ verschmelzen .. einfach profesionell liefern, abfeuern, Gage kassiern .. (mein Beruf ist auch manchmal anstrengend :D ) .. @Mecky hat es deutlich unterschieden .. frei ist nur der Amateur .. zum Geldverdienen das richtige Werkzeug .. ach das Thema fängt an sich in sich zu drehen
nix für unguat, aber .. akko (bauform, analog oder digital) im mainstream.. das wäre die Sensation :m_drummer: :m_git2::m_akk::m_elvis:
 
Also rein ganz praktisch, habe ich vor einigen Jahren mit Akkordeon begonnen. Hab eine RX8 bestellt und eine "kleineres" akustisches zum Üben. Das Problem war, ich konnte auf dem kleinen nix üben, weil in meinem Haus auch noch 4 weitere Personen leben, mit der RX8 konnte ich nächtelang (schwer übertrieben) durchüben weil es speziell am Anfang wichtig ist viel zu üben sonst geht gar nix weiter. (irgendwie vergleichbar mir Saxofon, es ist sehr anstrengend einen Sax-Azubi im Haushalt zu haben, so weit weg kann man den gar nicht im Keller sperren).

Mein Ansatz war auf Konzerten oder Auftritten das Keyboard zu ersetzen (Klavier nehme ich selten mit) auch Pianisten sind schwer zu organisieren (im gesetzten finanziellen Rahmen). Singen fällt mit Akkordeon (für mich) wesentlich leichter (Körperhaltung) als mit Keyboard.

Wird mit "Anlage" gesungen und gespielt ist es natürlich viel praktischer einfach ein Kabel anstecken zu können. Plötzlich hat die RX8 auch Bass der aus meiner Sicht auch gut klingt (so gut wie die presets eben sind).

Singe ich in der Kirche allein, dann spiele ich auch Orgel (wenn kein Organist da), manchmal geht das aber nicht (keine Orgel da oder einsatzbereit, schwierig beim Orgelspielen zustehen, Spieltisch verkehrt herum, ...), dann ist es viel angenehmer mit synth-Orgel (am Akko) zu singen als mit "Akkordeon" (ich behaupte für den Zuhörer). Dass ich auch einfach ein Playback laufen lassen kann davon rede ich gar nicht. Oft geht eben nur was möglich ist und nicht was optimal.

Für den ambitionierten Anfänger-Amateur der selbst das Verlangen nach "pur" noch nicht entwickelt hat, ist ein digitales Instrument nicht zu verachten, weil es viele Nachteile des akustischen Instruments gerade am Anfang behebt. Bleibt man dabei, bleibt es auch nie bei nur einem Instrument (man kann anfangs gar nicht wissen was man "braucht").

PS.: Mal DJ-ing selbst probieren, das braucht jahrelanges Training (und viel üben zuhause im Kämmerlein) wenn es gut sein soll. Das "Publikum" reagiert sofort auf einen "guten" DJ, im Vergleich zu einem der meint, das ist eh leicht.
 
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DJs sind jedenfalls keine Deppen insofern daß sie begriffen haben "Mit dem Akkordeon krieg ich die Massen nicht". :D
 
Mir fällt auf, dass viel über Mainstream gesprochen wird. Ist es denn wichtig, möglichst im Beliebtheitsstrom zu schwimmen?
Für die Kunst an sich ist das Instrument doch egal, oder?
Das ist doch wie in anderen Bereichen, z b Schauspielerei, bildende Kunst oder Schriftstellerei.

Man kann Groschenromane schreiben, die viel Absatz haben aber nach Schema F verfasst sind, oder man kreiert einen Gedichtband.
Man produziert eine daily Serie zum nebenher schauen beim Geschirrspülen oder eine Doku über eine seltene Tiefsee-Muschelart.

Man spielt laute Unterhaltungsmusik mit Digitaler Unterstützung bis hin zum Einfingerspiel oder man beschäftigt mit alter Musik mit Laute.
Ich denke, der Künstler geht seine Sache mit Leidenschaft an und kümmert sich nicht darum, ob das was er tut gerade Mode oder super angesagt ist?

Oder bin ich auf dem falschen Dampfer gerade ... ?
 
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Für die Kunst an sich ist das Instrument doch egal, oder?

Eben. Von vielen kommt aber unaufgefordert die höfliche Bemerkung, dass sie mehr auf den puren Sound stehen. Oder anders herum, dass der Großteil der musikinterssierten Kinder z.B. eher zu Schlagzeug oder Keyboard gehen - Gitarre vielleicht auch.
Akkordeon nicht so sehr. Und dieses Bild bestätigt sich im direkten Vergleich bei Werbeveranstaltungen.
Meine Motivation ist, dem puren Akkordeon in diesem harten Kampf (obwohl alle behaupten total tolerant zu sein) zu mehr Wirkung zu verhelfen.

Ich denke, der Künstler geht seine Sache mit Leidenschaft an und kümmert sich nicht darum, ob das was er tut gerade Mode oder super angesagt ist?

Deshalb sind Neue Musik Konzerte fast immer nur von 10-15 Leuten besucht.
Wenn die Akkordeonlehrer und Künstler sich nicht kümmern, gibt es das bald nicht mehr.

Gott -- ihr müsst mich ja fast als Luisa Neubauer des Akkordeons wahrnehmen... :LOL:
 
wo ein DJ einfach besser funktioniert als ein Akkordeonspieler. Er verdient mehr, er zieht mehr Leute an, er braucht kein lebenslanges Training und das ist jedem Deppen klar.
Musik für Deppen
Ich glaube, wir haben gerade die klassische Musik-Brille auf. Mit dieser sieht man den DJ als Künstler und das was er tut als Musik - ähnlich einem Akkordeonspieler, der mit seinem Akkordeon Musik macht. Ich glaube, das wird dem Phänomen überhaupt nicht gerecht. Die Kunst um die es hier geht, findet auf der Tanzfläche statt. Die Künstler, um die es geht, das sind die Leute, die kommen, die Tänzer. Sie erfinden kreative Moves und geben sich ihrem Gefühl und dem Rhythmus hin. Der DJ und die mit ihm arbeitenden Sound- und Licht-Leute sind so wie Hausmeister, die den Raum für die Perfomance-Kunst bereiten und Moderatoren, die durch den Abend führen. Die ganze Massen-Performance ist die Kunst, es geht nicht um die Show eines Einzelnen, den man ähnlich wie den klassischen Musik-Virtuosen anhimmeln soll. Das einzige Urteil, das man redlich über den DJ fällen kann ist, ob die Performance so für die Leute vor Ort funktioniert. Ob er studiert hat oder nicht, spielt keine Rolle. Ob er selber Mucke gut kann, auch nicht. Es geht nur um den Vibe aller.

Wir tun uns schwer mit einem Urteil, weil unsere Ideale nicht passen. Die Klassik-Welt träumt den Traum des 19. Jahrhunderts. Da der gefeierte extrovertierte Tasten- oder Geigenvirtuose, vor dem die Frauen reihenweise in die Knie gehen oder in Ohnmacht fallen. Dort das Publikum, das die in jahrelanger mühsamer Kleinarbeit kultivierte Tonkunst in Person des Künstlers verehrt. Diese Monarchie der Kunst hat im 21. Jahrhundert ein Ende. Nun herrschen Demokratie, Anarchismus und grenzenlose Freiheit. Der individuelle Konzertkünstler, der sich von der Masse abhebt und als Gott verehrt wird, ist entmachtet. Durch die Beats, die uns inspirieren und transpirieren lassen, werden wir zu Künstlern, gemeinsam zu einem Gott, der auf dem Dancefloor geboren wird und im Internet gefeiert und gehuldigt wird.

Ein Akkordeon für einen DJ? Wozu denn? Damit erhebt er sich doch wieder über die anderen, die der Vibe in Griff hat wie ihn selber. Der Witz ist doch gerade, das jeder den Plattenteller drehen lassen kann, die Kunst die, ihn so drehen zu lassen, dass Kunst auf der Tanzfläche stattfindet.
 
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@Bernnt , die Stimmung muss ein Instrumentalist trotzdem herstellen, obwohl sein Handwerkszeug ungleich komplizierter ist.
Gehst Du da mit?
 
Man muss unterscheiden, wie schon mehrfach erwähnt wurde. Spiele ich für mich im stillen Kämmerlein oder ein Konzert für erlauchte Zuhörer? Dann spiele ich auch am liebsten rein akustisch Lieder jenseits des Mainstreams.

Spiele ich aber als Alleinunterhalter (oder Band) auf einer öffentlichen Bühne, also als Dienstleister, muss ich Mainstream spielen, um wieder bzw. von neuen Kunden gebucht zu werden.

Ich habe trotzdem ein Repertoire, das manches enthält, was man von anderen Bands nie hört. Aber ich musste am Anfang meiner Karriere bittere Erfahrungen einstecken: Habe ich nach einem bekannten Lied ein weniger bekanntes im gleichen Rhythmus gespielt, haben alle Tänzer die Bühne verlassen, obwohl sie im gleichen Rhythmus hätten weitertanzen können. Was der Bauer nicht kennt, frisst er nicht. Solche Exoten spiele ich nur noch, wenn eh keiner tanzt. Und je höher der Alkoholpegel des Publikums, desto mehr Mainstream ist erforderlich, um die Leute bei Laune zu halten.

Selbstverständlich kann ich in einem 500-Mann-Bierzelt nach stundenlangem Saufen des Publikums nur noch mit Midiakkordeon und Arranger durchkommen und schalte die im Akkordeon eingebauten Mikrofone ab, da ich bei dem Krawall meinen Monitor sehr laut aufdrehen muss, um mich überhaupt zu hören (ich habe auch schon mehrfach in solchen Fällen mit Ohrhörern gespielt). Es hat sich noch nie einer beschwert, dass ich keine natürlichen, sondern gesampelte Akkordeonsounds zu Gehör gebracht habe.

Bei einem kleinen Geburtstag im Lokal spiele ich natürlich mit den Einbaumikrofonen, bei noch kleinerer Runde brauche ich die gar nicht anschließen, weil das Akkordeon selbst laut genug ist. Das ist alles eine Frage, ob das Publikum still zuhört oder selbst viel Krawall erzeugt bzw. eine ungünstige Raumakustik (z.B. eine große Feuerwehrgarage) den Krawall verstärkt.

Auch mit Midiakkordeon nutze ich nie Midifiles. Das lehne ich als Betrug am Publikum ab, auch wenn man heute von Musikerkollegen als Exot belächelt wird.

Wenn ich statt mit Akkordeon mit Gitarre auftrete, spiele ich schon lange nicht mehr mit Rhythmusgerät, sondern 3 Schlaginstrumente selbst mit den Füßen. Das rein hand- bzw. fußgemachte Spiel kommt sehr gut an. Dann habe ich eben nicht den Anspruch, original wie auf der CD zu klingen und erwarte vom Publikum, das zu würdigen.
 
die Stimmung muss ein Instrumentalist trotzdem herstellen
Ja, da gehe ich mit. Ich muss aber auch Stimmung machen, wenn ich meine Frau aufheitern oder am Stammtisch einen Witz erzählen möchte. Das alles ändert aber nichts, dass sich der Kontext eines DJ und eines Tastenvirtuosen fundamental unterscheiden und dass es jeweils um eine total andere Art von Kunst geht.
 
In der Schule werden Wettbewerbe ausgetragen, in denen tanzende Kinder mit CD, gegen Gedicht Vorträge, Klavierspielen, und Hundedressuren miteinander verglichen werden.

Dein Kind glaubt ernsthaft, dort mit dem Akkordeon irgend etwas reißen zu können. Was sagst Du dann, wenn es heulend mit dem vorletzten Platz von der Bühne kommt?
 
Was? Wer macht denn so was? In meinem Umfeld gibt es so etwas nicht. Und ich kenne auch keinen Kollegen, der so was tut. Ich kenne nur Tage in Grundschulen, wo man was mitbringen und präsentieren darf, was man gerne hat oder macht: den Hund, die Katze, den Lieblings-Teddy, einen Wurfspieß, Würfel, die Lieblingsfarben, das Lieblingsgewürz, einen Fußball mit Unterschriften der Nationalelf... Dann sagt eine Regel: Elektrogeräte sind verboten, weil man aus den verschiedensten Gründen nicht will, dass die Kinder Handys mitbringen. Solche Unterrichtseinheiten macht man, dass die Kinder ihre Klassenkameradinnen kennen lernen und erfahren, dass Leute sich in den verschiedensten Welten tummeln. Dabei erweitert sich der Horizont. Sehr wichtig. Verglichen wird dabei aber nicht.

Dein Kind glaubt ernsthaft, dort mit dem Akkordeon irgend etwas reißen zu können.
Was heißt reißen? Dass alle Mitschülerinnen das Kind toll finden? Dass sie ihm in der Schulpause Süßigkeiten kaufen? Meistens erlebt man, dass die Schülerinnen genau hingucken und begeistert sind, einfach weil da was kommt, was im Unterricht so nicht vorkommt. Eine Art "Sendung mit der Maus" vor Ort. Aber noch mal: Das ist kein Wettbewerb. Und wenn: Man gewinnt immer - als Lehrer wie als Schüler.

Was sagst Du dann, wenn es heulend mit dem vorletzten Platz von der Bühne kommt?
Ich kann mir das nur bei Wettbewerben vorstellen, also z.B. bei Akkordeonwettbewerben. Aber ich kann mich auch dort nicht erinnern, dass es Tränen gab.

Deine Fragen weisen für mich auf einen anderen Bereich hin. Wahrscheinlich ist das auch der Grund, warum sich die Diskussion hier im Kreis dreht. Es gibt einen Unterschied zwischen Empfinden und Bewerten. Ich kann eine Empfindung beschreiben: "Die Tomatensoße ist süß." In gewisser Weise ist so was nachprüfbar und objektivierbar. Oder ich sage: "Die Tomatensoße schmeckt schlecht." Das ist was Subjektives, etwas Emotionales. Bezogen auf die Akko-Diskussion: Ich kann eine Digitalakkordeon und das mechanische Akkordeon in all ihren Einzelheiten und Vorzügen beschreiben. Das ist objektiv. Freilich ist eine Bewertung was total anderes. Sie ist subjektiv und dabei werden die Einzelheiten gewichtet, indem man Lebenserfahrungen mit rein nimmt. Zum Beispiel: "Ich mag keine Digital-Akkordeons. Ich habe schon oft erlebt, dass bei elektronischen Geräten Batterien leer waren. Das möchte ich nicht auf der Bühne erleben." Klingt objektiv, ist es aber nicht. Spielen viele tiefe Gefühle mit rein, ist die Bewertung quasi statisch, weil die Gefühlswelt tief im Hirn verwurzelt ist.

trotzdem möchte ich solche Leute angeln und sie vom Wert des selber Machens, von der Schönheit eines akustischen Akkordeons überzeugen können - und zwar instinktiv, nicht durch 1000 Worte.
Wenn du es schaffst, einen bekannten DJ davon zu überzeugen, dass er ab jetzt nicht nur einen Laptop und einen Plattenspieler sondern auch ein Digitalakkordeon zu seinen Partys mitschleppen muss, sag Bescheid. Zum einen würde mich interessieren, wie du das geschafft hast. Zum anderen würde ich für diese Meisterleistung Dir etwas überweisen. Denn das ist nur möglich, wenn Du direkt das limbische System und den präfrontalen Cortex mobilisierst. ;) :D In diesem Falle ist Dir wahrscheinlich meine Überweisung egal. Diese Fähigkeit machte Dich zum Millionär, weil Du mit diesem Trick die Werbebranche revolutionieren würdest.
 
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der Schule werden Wettbewerbe ausgetragen, in denen tanzende Kinder mit CD, gegen Gedicht Vorträge, Klavierspielen, und Hundedressuren miteinander verglichen werden.
Das Problem ist in diesem Fall nicht das Akkordeon, sondern dass Äpfel mit Birnen verglichen werden. Von Wettbewerb kann man da fairerweise nicht sprechen. Ähnlich absurd ist der Vergleich der Anzahl von Clicks auf YouTube, z.B für „Auspacken der neuen Nähmaschine“ vs. „La Bicyclette“ gespielt von einem uns gut bekannten Akkordeonisten. Solche Vergleiche sind nicht zielführend. Und genau das würde ich meinem Kind auch erklären ( in altersentsprechender Form) und versuchen, es vor solchen „Wettbewerben“ zu schützen. Entschuldigung, wenn das jetzt zu OT geworden sein sollte.
 
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Wettbewerbe auf musikalischer Ebene finde ich persönlich sowieso deplatziert - was will man da objektiv bewerten, Anzahl der Fehler, möglichst originalgetreu roboterhaft abgespielt?

Ebenso ist für mich persönlich folgende Aussage ein rotes Tuch - sorry, no offence:

Da ist was dran, und am Ende zählt ja auch das dem Fisch der Köder schmecken muss und nicht dem Angler.
Und ja, auch ich spiele (hin und wieder :engel:) für Geld, aber dann trotzdem nicht etwas, mit dem ich mich als Angler persönlich nicht wohlfühle. Und das hat der Köder dann auch so zu akzeptieren.

Wobei wir uns damit ja eigentlich schon wieder von der ursprünglichen Fragestellung entfernen...
 
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Wer macht denn so was? In meinem Umfeld gibt es so etwas nicht.
Tja, ich erlebe das jedes Jahr wieder, in verschiedenen Gymnasien.
Was heißt reißen?
Dass sie bei so einem Wettbewerb überhaupt eine faire Chance haben.
Aber ich kann mich auch dort nicht erinnern, dass es Tränen gab.
Natürlich gibt es öffentlich nur die Freude der Gewinner zu sehen, Tränen nur ganz privat, oder noch ganz andere Gefühle.
Wenn du es schaffst, einen bekannten DJ davon zu überzeugen, dass er ab jetzt nicht nur einen Laptop und einen Plattenspieler sondern auch ein Digitalakkordeon zu seinen Partys mitschleppen muss, sag Bescheid.
Es geht darum - wie oft muss ich das noch sagen? - potenzielle Interessenten, Kinder und Jugendliche davon zu überzeugen, dass sich der steinige Weg Akkordeon zu lernen evtl. wertvoller sein kann, als einfach mit dem Laptop zu hantieren, obwohl man direkt sieht, wie die Erfolgsquote ist. Es ging nie darum, einen bekannten DJ zu überzeugen, dass er zusätzlich Digitalakkordeon spielen soll. Wie kommst Du darauf?

Wenn an der Stelle nicht erzogen und gekämpft wird, wird es immer weniger jugendliche Akkordeonspieler geben.
Da haben Amateure genausoviel Verantwortung wie Profis. Nur dass es den Amateuren egal sein kann oder nicht bewußt ist, wie sie auf den Nachwuchs einwirken.

@Tygge, Du hast es genau beschrieben. Man müsste die Kinder vor solchen Einflüssen schützen, das ist aber eben oft nicht möglich. Sie bekommen manchmal von irgendwo auch eine politische Meinung, die sie nicht von den Eltern haben. Dann hast Du einiges zu klären.

@Wil_Riker die von mir gemeinten Wettbewerbe müssen ja nicht einmal Wettbewerb heißen, sie finden unbewußt statt und bewertet wird rein subjektiv.

Thema Fisch und Köder...
Es gibt Experten, denen das Publikum angeblich vollkommen egal ist, nur die Kunst zählt. Eine sehr elitäre Haltung die entsprechende Konsequenzen hat.
Zwischen dem Dienstleister und dem absoluten Künstler gibt es halt viele Grautöne zwischen dem Schwarz und Weiß.
Man freundet sich durchaus mit manchen Aufgaben (Aufträgen) mit dem entsprechenden Inhalt an. Zumindest geht es mir so. Das erweitert auch den Horizont und macht am Ende auch Spaß.
Also ich denke es ist besser, wenn ich nichts mehr schreibe. Die beste Antwort war von Tygge, weil sie konstruktiv meint, das Kind zu schützen, bzw im Vertrauen zu erziehen und der instinktiven Wirkungsweise von unfairen Veranstaltungen die Bedeutung zu nehmen.
 
Wenn an der Stelle nicht erzogen und gekämpft wird, wird es immer weniger jugendliche Akkordeonspieler geben.
Heutzutage heißt es aber leider nicht „Akkordeon oder Keyboard“, sondern das Musizieren zieht gegenüber anderen Dingen (Internet, Spielekonsolen etc.) den kürzeren. Auch und speziell exakt in der Altersgruppe, in der Du und ich zum Glück ein Akkordeon umgeschnallt bekommen haben - ich erlebe es jeden Tag hautnah.

Zwischen dem Dienstleister und dem absoluten Künstler gibt es halt viele Grautöne zwischen dem Schwarz und Weiß.
Zum Glück ist das so! Vielleicht sollte man es anders formulieren: Als Angler geht man den Kompromiss ein, seinen Lieblingsfischen einen schmackhaften Köder hinzuwerfen ;).

Also ich denke es ist besser, wenn ich nichts mehr schreibe.
Was ich schade fände, denn wir müssen ja nicht zu einem Konsens kommen - der Austausch unterschiedlicher Ansichten ist mindestens genauso befruchtend :great:.
Und diese Ansichten begründen sich in unterschiedlichen Grundlagen/Voraussetzungen/persönlichen Gegebenheiten.
 
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In diesem Faden geht es doch darum, das auf Messen oder anderen Vorführungen, elektronische- digitale Musikinstrumente von der breiten Masse eher Besucht werden als es bei mechanischen Instrumenten wie z. B. Akkordeon der Fall ist.

Für mich ist das Fakt und auch in gewisser Weise logisch.

Mit der breiten Masse meine ich Spieler, die sich weit weg von hochkarätigen Fingerakrobaten bewegen. Vorführer von Keyboards erkennen sehr schnell um welches Publikum es sich handelt, entsprechend gehen sie darauf ein. Für ein Keyboard kann ich jeden der so ein Teil gerne spielen möchte ruckzuck begeistern.

Bei einem Akkordeon sieht das doch anders aus.

Ein Akkordeon - Vorführer in der „Pino di Modugno“ Klasse kann sicherlich jeden Zuhörer schnell begeistern, wobei der Otto-Normal-Spieler aber schnell begreifen wird das er diese musikalischen Fähigkeiten und diese Fingerakrobatik wahrscheinlich selbst in 1000 Jahren nicht erreichen wird.

Also, ist das Otto-Normal-Spieler Publikum doch eher dem Elektronischen Instrumenten zugetan.

Schnelle Erfolgserlebnisse durch vielseitige gute Klangmöglichkeiten, keine zu hohen Ansprüche an spielerischen Fähigkeiten gegenüber einem Akkordeon, das vom Spieler einiges mehr abverlangt um gut und angenehm zu tönen.

Sicherlich kann ich Äpfel mit Birnen vergleichen der Geschmack vom Obst wird aber genauso unterschiedlich sein wie von Elektronik und Mechanik.

Und noch eines:

Es geht hier doch um Solospieler, ein Keyboard auf der einen, ein Akkordeon auf der anderen Seite oder?

Ein Keyboard auf der einen, ein Duo- Trio- oder mehr Spieler mit Instrumenten ohne Elektronik-Schnickschnack auf der anderen Seite, wäre m. E. doch wiederum ein andere Schnack.

Ebenso ist für mich persönlich folgende Aussage ein rotes Tuch - sorry, no offence:
Da ist was dran, und am Ende zählt ja auch das dem Fisch der Köder schmecken muss und nicht dem Angler.
Und ja, auch ich spiele (hin und wieder :engel:) für Geld, aber dann trotzdem nicht etwas, mit dem ich mich als Angler persönlich nicht wohlfühle. Und das hat der Köder dann auch so zu akzeptieren.


Wenn es nur um (hin und wieder) geht sieht das m. E. anders aus als die Fälle wo ein musikalischer Dienstleister täglich bzw. nahezu jede Nacht seine Brötchen verdient und letztendlich auf Folge Verträge angewiesen ist. Zu so richtige Unwohlgefühle, da müsste ich jetzt schon sehr tief graben um darüber berichten zu können.

Wenn es danach geht nur das zu spielen was mir am besten schmeckt, müsste ich meine musikalischen Aktivitäten z. B. in Altenheimen einstellen. Liedgut wie, „Waldeslust, Sabinchen war ein Frauenzimmer usw.“ sind an sich nicht unbedingt meine Geschmacksrichtung, ein gutes Gefühl kommt aber auf, wenn man die Freude in den Augen der Menschen sieht.

Und das hat der Köder dann auch so zu akzeptieren.
Dienstleister die sich nur die Rosinen herauspicken können, gibt es sicherlich.
 
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Und trotzdem möchte ich solche Leute angeln und sie vom Wert des selber Machens, von der Schönheit eines akustischen Akkordeons überzeugen können - und zwar instinktiv, nicht durch 1000 Worte.
Geht mir ganz ähnlich, die Akkordeongruppe in der ich mitspiele, reduziert sich auf natürliche Weise, in der Mundharmonikagruppe ist es ähnlich. In naher Zukunft wird man kaum noch von einer Gruppe sprechen können. Nachwuchs ist dringend nötig.

Ich habe schon in Zeitungen Inserate geschaltet, „Suche Mitspieler ….“ Null Reaktionen.
Manche wurden mir mündlich empfohlen, die sagten aber, dass sie wohl ein verstaubtes Akkordeon im Keller stehen hätten aber die Zeit zum Spielen hätten sie nicht. Verrückte Welt.

Ich dachte auch schon mal darüber nach, dass ich es in Grund-Schulen versuchen könnte. Diese Kinder wären noch jung und möglicherweise neugierig genug um ein Akkordeon zu beschnuppern. Aber auf der anderen Seite, ich „alter Sack“ wäre vor einer Schulklasse junger Menschen sicherlich die Lachnummer schlechthin.

Also was kann man tun damit Spieler von akustischen Instrumenten wie Akkordeon nicht aussterben?
 
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Gestartet ist dieser Thread mit „ehrlich und pur vs. Elektronik“, beschäftigte sich dann mit „Professioneller Alleinunterhalter vs. Amateurmusiker“ und scheint sich nun dem Thema „Wie gewinnen wir den Nachwuchs für das Erlernen eines Instruments“ zuzuwenden. Jedes dieser Themen ist für sich interessant, in Gemengelage jedoch zunehmend unübersichtlich. Wäre es vielleicht hilfreich, das Thema der Nachwuchsgewinnung/ Nachwuchsförderung in den Bereich der Musikpädagogik zu verschieben, weil dies Problem sicherlich nicht nur für unser Instrument besteht?
 
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Wäre es vielleicht hilfreich, das Thema der Nachwuchsgewinnung/ Nachwuchsförderung in den Bereich der Musikpädagogik zu verschieben, weil dies Problem sicherlich nicht nur für unser Instrument besteht?
Ja okay, wenn es denn so gewünscht wird es wohl auch so gemacht…:evil:

Ich würde es schade finden, a) sind wir hier in der Plauder-Ecke, b) geht es hier doch offensichtlich um Akkordeon-Spieler-Nachwuchs. Wieso sollte dieses nicht hier, unter uns Akkordeonisten diskutiert werden?

Für Nachwuchsprobleme von anderen Instrumenten stehen im Forum doch entsprechende Unterforen zur Verfügung.
 

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