Kurze große Oktave

Akkordeonengel
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HFU
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Liebe Leute,

es war einmal...
...schon sehr, sehr lange her, deshalb wirkt es wie ein Märchen, das nie Wirklichkeit war. Aber es ist kein Märchen: Die historische kurze große Oktave:
1768846611731.png
Quelle

Ausnahmsweise begegnen wir auch heute noch solchen Zeugen der Vergangenheit. Diesen Sonntag habe ich angefangen, Gottesdienste in einer Kirche zu spielen, in der sich ein solches Wunder befindet (aus dem Jahr 1787, in unversehrtem Zustand):
20260118_101851.jpg 20260118_101844.jpg



In der Kirche war es bitterkalt, das Spielen war ungemein schwierig, aber der Klang des Instruments (das als Denkmal geschützt und erhalten wird) war großartig...

Angesichts der alltäglichen Sorgen von heute stelle ich mir folgende Fragen (natürlich ein bisschen verrückte ;) ): Hatten die Menschen damals wirklich keinen Strom? Nicht einmal Laptops? Kein Yamaha oder Korg? Keine digitale App zum (Nach)Stimmen der damaligen Instrumente? Wurden die Orgelbälge tatsächlich ausschließlich mit Händen oder Fußpedalen betätigt? Wie kann es sein, dass ein uralter kleiner Positiv mit acht Register einen Raum besser ausfüllen kann als achtzehn Register einer modernen Pfeifenorgel mit zwei Manualen und Pedal? Wau! Unglaublich. Wie konnten sie unter diesen Umständen damals überhaupt überleben? :ROFLMAO: Aber schon, ja, schließlich sind wir, ihre Nachkommen, ja hier. Ich hoffe, wir geben das an unsere Kinder weiter, dieses Erbe…:engel:

Gruß, Vladimir
 
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Eine knappe Woche später dämmerte es mir, woher ich die kurze Oktave kenne. Ich habe im Jahr 2001 habe ich im Urlaub im Wallis einen kleinen Ausflug nach Sion/Sitten, und dort zur mittelalterlichen Kirche/Burganlage Basilique de Valère gemacht. Dort entdeckte ich, daß dort sog. älteste Orgel de Welt steht. Dort Zufall wollte es, daß am Abend ein Orgelkonzert stattfand und der Organist gerade übte. Eigentlich hätte ich gar nicht anwesend sein dürfen, aber die Museumswärter hatten mich übersehen, und so konnte ich das ganze Konzert komplett alleine in der Basilika anhören, ein musikalischer Hochgenuss! Und in der Beschreibung dieser Orgel (Baujahr 1435) war die kurze Oktave erklärt. Ich hatte mich damals sehr gewundert, wozu das gut sein soll. Jetzt habe ich es verstanden. Danke für die Aufklärung 25 Jahre später!


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Bild von Christian David - Eigenes Werk, CC BY-SA 4.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=108370130


1769292242177.png

Bild von Frinck51, CC BY 2.0 https://creativecommons.org/licenses/by/2.0, via Wikimedia Commons

Viele Grüße,
McCoy
 
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