einige Fragen zur VEB Klingenthaler Meteor / Weltmeister Wiener 509

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Hallo Miteinander,

wie schon im Vorstellungsfred angemerkt habe ich eine Klingenthaler Meteor, eine diatonisch und wechseltönige Harmonika vererbt bekommen.
Hier nochmal ein Bild zur Veranschaulichung:
PICT0206.JPG


Zuerst einmal: Wie bekommt ein ungeschultes Ohr wie meines herraus in welcher Stimmung das Instrument ist? Das Wiener Modell 509 wird in zig verschiedenen Stimmungen angeboten und ich glaube kaum das es zu DDR Zeiten anders war. Ich habe auch die Firma Weltmeister angeschrieben und hoffe darauf das ich irgendwann auch eine Antwort bekomme.

Ich war gestern abend in einem Musikerladen (in dem auch Akkordeons angeboten wurden) und fragte nach einem Lehrbuch für Harmonikas. Der Verkäufer meinte da gebe es nur was von Hohner und er müsste die Stimmung wissen damit er mir kein falsches Lehrbuch andreht. Soweit in Ordnung. Da ich die Meteor aber mit dabei hatte und dem Verkäufer anbot darauf zu spielen um evtl die Stimmung herrauszuhören, lehnte er ab und "wolle nichts von solchem Zonenkram wissen". Bin daraufhin abgedreht und Heim gegangen so Einen muss ich mir nicht antun.

Ich habe im Katalog von Hohner eine Grifftabelle für die CoronaII (anscheinend auch eine Harmonika Wiener Art) in GCF Stimmung entdeckt
Grifftabelle Hohner Corona II.gif

Ich bekomme auf den Tasten 3 bis 6 ebenfalls eine Harmonisch klingende Tonleiter hin (toll ich habe bewiesen das meine Harmonika diatonisch ist;)) auch einige andere Töne die gleich klingen sollten habe ich gefunden. Allerdings auch ein paar die unterschiedlich klingen obwohl sie nach der Grifftabelle gleich klingen sollten:confused:

daher noch die Frage: Sind die Tastenbelegungen der unterschiedlichen Hersteller überhaupt miteinander Vergleichbar oder hat da jeder sein eigenes Süppchen gekocht?

Welche Infos würdet ihr brauchen um per Ferndiagnose die Stimmung herauszubekommen? :gruebel:

Und welches Lehrbuch würdet ihr mir Empfehlen?

vielen Dank nochmals an Ippenstein für die Infos bezüglich der Herkunft

gruß
Steffen
 
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Hallo Tunnelratte,
es handelt sich bei der Corona ebenso wie bei der Meteor um sogenannte Wiener Harmonikas, die ohne Gleichton sind und bei gleicher Stimmung auch die gleiche Knopfbelegung haben. Oftmals ist die Stimmung auf der Rückseite des Griffbretts eingeprägt, mal ein bisschen schräg gegen das Licht halten. Als Schule kenne ich diese hier:
http://www.schott-musik.de/shop/show,74649,cmss,3868.html
Da die Harmonika-Schulen in Griffschrift sind, spielt es keine Rolle in welchen Tonarten die Harmonika gestimmt ist, da hatte der Ostfreundliche Verkäufer offensichtlich eine Bildungslücke. Bei der Griffschrift sind auf und zwischen den Notenlinien keine Töne sondern die dazugehörenden Knöpfe notiert. Um trotzdem die Stimmung rauszukriegen ist ein Vergleichston notwendig (oder das absolute Gehör) wie ein anderes Instrument, eine Stimmgabel, Gitarrenstimmgerät, usw.
Gruß, Didilu
 
Hallo Didilu,

du meinst also das ich das Schwarze Teil in dem die Knöpfe angebracht sind herrausbaue?
Das einzige was auf der Rückseite der Harmonika ist eine Plakette mit der Nummer (03568/77) wahrscheinlich die Seriennummer...
 
Hallo,

Ich habe das gleiche Modell zuhause,aber wahrscheinlich noch etwas älter als deine. Meine ist noch von Weltmeister,anscheinend hat Meteor Weltmeister übernommen.Es ist ein Wiener Modell, ohne Gleichton in der 2.und 3. Reihe .Didilu hat das richtig beschrieben.Ich habe meiner die 2 Gleichtöne einbauen lassen,kann sie jetzt spielen wie eine Steirische.
Gestimmt sind sie meist in G-C-F. Wenn du in der mittleren Reihe von oben den fünften Knopf auf druck drückst und ein "G" erklingt,ist sie G-C-F-gestimmt. Der Verkäufer hatte echt null Ahnung. Für das relativ günstige Instrument hat es einen guten Klang. Ich glaube das Modell "Corona" von Hohner ist dieselbe Bauart. Am Diskantgriffbrett hinten - oben ist bei mir die Stimmung eingestanzt.

Gruß Wolfgang
 
Zuletzt bearbeitet:
Hallo Steffen,
nein, das meine ich nicht. Wenn etwas eingprägt ist, dann ist es hinten in das Zelluloid eingestanzt. Üblicherweise rechts oben. Manchmal wurden auch die Stimmstöcke innen gestempelt. Dazu musst Du nur die Balgnägel auf der Diskantseite, zwei vorn und zwei hinten, herausziehen und den Balg abnehmen. Dabei siehst du auch gleich ob die Ventile noch in Ordnung sind.
Didilu
 
Hallo Wolfgang,

das es sich um eine Wiener Harmonika handelt lernte ich schon durch Ippenstein.. den Gleichton der Club-Modelle bzw Steirischen hab ich auch nirgends gefunden daher sollte es passen. Ich glaube eher das Weltmeister Klingenthal übernommen hat denn immerhin gibt es Weltmeister heute noch VEB Klingenthal nichtmehr.

@Didilu: im Zelluloid ist nichts eingestanzt.. also werd ich heut abend mal das Gute Stück auseinandernehmen und euch Fotos reinstellen.. denn als Laie hab ich keine Ahnung wie was aussehen muss damit es noch in Ordnung ist.
Ausserdem werd ich mir auch irgendwann mal jemanden suchen müssen der sich die Kleine mal genauer ansieht und evtl nachstimmt und professionel unter die Lupe nimmt.

Heute gehts noch in zwei weitere Geschäfte vielleicht haben die ja noch Lehrbücher im Programm. Kann man auch mit Lehrbüchern für 2 Reihige Instrumente Lernen? Die Dritte Reihe scheint ja nur eine Wiederholung der ersten beiden zu sein.. bis auf die paar Halbtöne.

Danke schonmal ihr habt mich bisher gut vorrangebracht :)
 
Hallihallo,

kurz den Werdegang: Nach dem 2. WK wurde das VEB Klingenthaler Harmonikawerke mit dem Markennamen "Weltmeister" gegründet. Die Firma wuchs und vereinte viele kleine Betriebe in sich. Daneben gab es noch die halbstaatlichen sowie die PGHs. Im Zuge des Konzentrationsprozesses wurden alle dann spätestens 1973 unter das Dach der Harmonikawerke gestellt. 1992 wurde die "Harmona Akkordeon GmbH" als Nachfolgerin gegründet, die auch heute noch unter dem Namen "Weltmeister" (nebst anderen) Instrumente herstellt.

Ich kenne "Meteor" nur als Seriennamen, nicht aber als Markennamen. Es kann sein, daß es mal eine Firma gegeben hat, die den Namen als Markennamen geführt hat. Das muß aber dann relativ schnell nach dem Krieg aufgegeben worden sein.

Viele Grüße

Andreas
 
Hallo tunnelratte,

Natürlich kannst du auch eine Schule für Zweireiher nehmen,dann benutzt du halt nur die aüßere und mittlere Reihe. Aber du mußt darauf achten daß es ein Lehrbuch für Harmonikas ohne Gleichton ist. (Wiener Modell).Sonst kommst du in Schwierigkeiten,und könntest gleich eine Schule für die Steirische Harmonika nehmen. Die dritte Reihe ist eine Tonart für sich und nicht umsonst.Es sind auch keine Halbtöne wie bei einem Club Modell. Du kannst durch die dritte Reihe auch längere Zug und Druckphasen machen wenn man sie nutzt,und es kann.

Grüße Wolfgang
 
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So da wär ich wieder..

nachdem ich es heute schon geschafft habe fast fehlerfrei "Sur la Route Dijon" zu spielen :D hab ich die Diskantseite abgenommen und bin erstaunt wie wenig Technik doch nötig ist um diesen Klang zu erzeugen.

also auf der Innenseite ist "496D" aufgestempelt
anbei noch 2 Fotos vielleicht könnt ihr was drauf erkennen ich hab da zu wenig Ahnung von.
PICT0207.JPG

PICT0208.JPG


habe nebenbei festgestellt das der Balg recht schnell Luft verliert wenn ich keine Taste drücke... dabei ist ein deutliches Luftgeräusch unter dem Diskantverdeck zu hören.. ich hab nicht viel Ahnung aber beim Tastenakkordeon auf dem ich mal gelernt hab war das nicht so..

gruß
Steffen der mit euch die ersten Schritte neu erlebt
 
Hi Tunnelratte,

wie schon geschrieben wurde, sind die dreireihigen Wiener Harmonikas fast immer in G/C/F gestimmt.

Falls sich am Instrument kein Hinweis finden lässt, kannst du die Stimmung herausfinden, indem du jeweils den 3. Knopf jeder Reihe auf Zudruck des Balgs spielst, denn das ist normalerweise der Grundton (ganz selten mal liegt der Grundton auch auf dem 4. Knopf).
In der Außenreihe sollte dann also G, in der mittleren C und in der Innenreihe F erklingen.

Wiener Harmonikas werden heute noch oft in Frankreich und Italien gespielt, in Deutschland sind sie durch die "Bal-Folk"-Bewegung (= Tanzveranstaltungen mit live Musik und Tänzen vorwiegend aus Frankreich, Westeuropa und Skandinavien) in den letzten Jahren wieder etwas mehr verbreitet. Dort spielt man meist Zweireiher in G/C oder Dreireiher, die in der dritten Reihe Hilfstöne haben.

Eine moderne Schule, die sich an dem entsprechenden Repertoire orientiert, ist "Diatonisches Akkordeon" von Yann Dour. Sofern dir diese Art von Musik gefällt, kann ich die Schule empfehlen, auch zum Selbststudium. Es ist allerdings eine Schule für Zweireiher - da gibts auch ein paar Unterschiede in der Bassbelegung, wobei du grundsätzlich alle erforderlichen Bässe auf dem
Intrument hast.

Noten, Infos, usw. gibts auch hier: http://diatonie.de/
und hier: http://forum.melodeon.net/

Viele Grüße und lass dir den Spaß am Instrument nicht verderben,
Seelchen
 
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Hallo,

ein Lernheft zur zweireihigen Wiener Harmonika gibts z. B. unter der Ebay-Artikel-Nr. 300619574426. Das dürfte für den Anfang reichen.

Das Innenleben sieht sehr gut aus. Wenn keine hörbar schrillen Töne dabei sind, dürfe da kein großer Bedarf für Arbeiten an der Stimmung bestehen.

Zum Luftverlust auf der Diskantseite einfach mal das Diskantverdeck abnehmen (meist zwei Schrauben an den Seiten der Diskantblende). Da sitzt wahrscheinlich eine Klappe nicht richtig oder die Gehäuseabdichtung ist nicht mehr ganz in Ordnung. Falls die Stelle des Luftverlustes nicht lokalisiert werden kann, hilft vielleicht eine Daunenfeder weiter.

Gruß HLW
 
Eine moderne Schule, die sich an dem entsprechenden Repertoire orientiert, ist "Diatonisches Akkordeon" von Yann Dour. Sofern dir diese Art von Musik gefällt, kann ich die Schule empfehlen, auch zum Selbststudium.

welch Zufall genau dieses Lehrbuch habe ich heute gekauft :) zusätzlich habe ich mir noch das von Didilu empfohlene Buch gekauft. Das erste Lied von Yann Dour geht schon ganz gut. Mal sehen wie lange es dauert bis ich da durch bin :D

Inwieweit ist es denn überhaupt möglich mit der Wiener auch moderne Sachen aus dem Pop- Rockbereich zu spielen? Klar das man die Noten nie vollends trifft aber Melodiemäßig ist das doch bestimmt machbar oder? Das wäre dann mein langfristiges Ziel: Abends am Lagerfeuer ein wenig Stimmung geben und dazu mit Freunden trällern. Zu mehr brauchts nicht reichen

Falls sich am Instrument kein Hinweis finden lässt, kannst du die Stimmung herausfinden, indem du jeweils den 3. Knopf jeder Reihe auf Zudruck des Balgs spielst, denn das ist normalerweise der Grundton (ganz selten mal liegt der Grundton auch auf dem 4. Knopf).
In der Außenreihe sollte dann also G, in der mittleren C und in der Innenreihe F erklingen.

Mein Problem besteht darin das ich nicht weis wie ein C G oder F klingen muss :redface: ich habs mit Youtube versucht und auch solche Stimmprogrämmchen für Gitarren getestet aber entweder taugt mein Ohr nix oder ich bin zu blöd dazu
 
welch Zufall genau dieses Lehrbuch habe ich heute gekauft :)

Na, das ist doch ein guter Anfang :)
Zum Buch gehört ja eine CD, wenn du tatsächlich ein G/C/F-Instrument hast und nur die äußere und die mittlere Reihe verwendest, müßten die Stücke dann genauso klingen, wie auf der CD, also nicht höher oder tiefer. Vielleicht fällt es dir da etwas leichter, das rauszuhören, als bei einzelnen Tönen.
 
Hallo Tunnelratte,

da ich auch so eine rote Meteor besitze,interessiert mich noch die Anzahl der Chöre im Diskant und im Bass.Leider bin ich auch kein Kenner,vermute aber auf Grund Deiner schönen Fotos,das das Meteor im Diskant 3 chörig und im Bass 2 chörig ist.
Laut Webseite der Fa. Harmona ist das Wiener Modell aber im Diskant nur 2 chörig und im Bass 4 chörig.
Meine Frage nun an fachkundige Wiener 509 Benutzer:
Ist denn nun die abgebildete Meteor eine frühere Wiener Modell 509 oder entspricht sie einem anderen Wiener Weltmeister Modell?


mit Gruß bluesy
 
Zuletzt bearbeitet:
der erste Akkordeonist, der Dir (mit Akkordeon) über den Weg läuft, wird Dir sagen, welche drei Tonarten sich auf Deiner Harmonika befinden.
Gruß akkotue
 
Tunnelratte, wie ist denn deine musikalische Vorbildung? Wenn du eine Tonleiter oder einen Dreiklang hörst, hörst du dann den Grundton?

Hast du irgendwo ein Keyboard oder eine Blockflöte oder sowas rumfliegen?
 
@bluesy, @akkotue, @Torquemada
ihr antwortet da auf eine fast 2 Jahre alte Frage, wo der Fragesteller seit dem nicht mehr im Forum aktiv war. Ich vermute, daß er die Antworten nicht mehr lesen wird.

Gruß
Reini2
 
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Hallo Reini2,
Du wirst mit der Vermutung recht haben,aber ich habe noch gehofft evtl. von anderen Meteor-Besitzern zu erfahren,ob dieses Akkordeon im Diskant nun 2-chörig ist,wie eben das Modell 509,oder aber doch schon 3-chörig wie andere Weltmeister Wiener Modelle,Bsp. 510.

mit Gruß bluesy
 

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