Ja, ich finde es wichtig Kontext zu geben und Dinge nicht nur an kleinen Einzelbeispielen festzumachen, sondern möglichst allgemein.
Das hier ist ja immer noch ein Thema, dass eine Anfängerin gestartet hat, das muss man immer im Auge haben. Und das Ziel sollte ja immer sein Dinge zu verbessern, oder nicht?
Dein Beispiele setzen oft voraus, dass man viele Dinge kennt und durchblickt. So wie oben das Beispiel mit dem terzlosen Akkord.
Ohne Erklärung ist das für jemanden ohne Vorwissen absolut nicht zu verstehen, weil du mehrere Schritte voraussetzt, die du nicht erwähnst.
Ähnlich auch dein letzter Beitrag:
Gerade auf der Gitarre hat man oft viel mehr Zeit zum Wechseln als man braucht.
Das ist eine sehr haltlose Aussage ohne Kontext.
Anfänger brauchen generell noch mehr Zeit zum Wechseln, weil die Bewegungen nicht geübt sind. Insofern haben sie oft eher weniger Zeit, als sie für den Wechsel brauchen, weswegen sie langsamer üben müssen um sich dann Stück für Stück an das richtige Tempo heranzutasten.
Ansonsten ist die Aussage in vielen Fällen nicht richtig. In Musikarten wo viele kürzere Töne gespielt werden (Irish Folk, Metal, aber auch gerade "Klassik", etc) ist häufig die Zeit für einen Wechsel nur sehr kurz, insbesondere, wenn man musikalisch spielen will, so dass keine "Lücken" entstehen.
Deine Aussage ergibt Sinn, wenn man von Lagerfeuerbegleitung ausgeht, die selten schneller als Achtel bei gemäßigtem Tempo spielt. Aber das ist eben nur eine Option unter vielen.
Auch das hier empfinde ich nicht als sinnige Aussage
Wie geht das denn grundsätzlich? Weil der letzte Beat im Takt, es darf auch ein 16tel sein so früh abgebrochen wird, dass man 10-20ms Spielraum gewinnt
Du gehst jetzt hier von Stakkato aus (da macht es übrigens keinen Unterschied, ob du eine Achtel oder eine Sechzehntel + Pause hast), aber das ist ja musikalisch so gut wie nie der Fall.
Wenn du Akkorde zur Begleitung spielst, geht es ja mehr um eine Klangfläche, wo man eben nicht die letzte Note eher abbrechen will, sondern möglichst lange klingen lassen, um einen kohärenten Sound zu haben. In den allermeisten Fällen ist es musikalisch besser die Wechselzeit möglichst zu minimieren. Da gibt es natürlich physikalische Grenzen (Nervenleitgeschwindigkeit, motorische Zeitkomponenten der Aktoren in den Muskeln etc) und es gibt spieltechnische Grenzen, die man durch Üben verbessern kann ("Muskelgedächtnis", Verknüpfungen im Hirn, vorausschauendes Denken).
Generell sollte einfach das Ziel sein möglichst effizient zu spielen. Also alle unnötigen Bewegungen zu vermeiden, unnötige Kraftaufwendung zu vermeiden und möglichst schnell umzugreifen.
Das tut man indem man alle Finger gleichzeitig bewegt und sie so knapp wie möglich über den Saiten hält. (Von Spezialfällen mal abgesehen, Ausnahmen gibt es immer)
10 ms ist übrigens extrem wenig Zeit. Das ist die Zeit in der der Schall deiner Gitarre am anderen Ende des Raumes ankommt. Und Schall ist sehr schnell. In der Zeit bewegst du keinen Finger.
Um mal den Kontext zu ergänzen: Bei Tempo 100 hat deine Achtelnote eine Länge von fast 300ms. Wenn du diese als Stakkato spielst und dann abbrichst hast du sehr wahrscheinlich deutlich über 200ms übrig, nicht 10 oder 20.
Beispiel: | C F G F |
Vier Akkorde im Takt. Ermittele die maximale BPM-Zahl deines Spiels. Es muss aber musikalisch Sinn ergeben.
Ich weiß nicht genau, was du unter "musikalisch Sinn ergeben" verstehst, aber wenn ich diese vier Akkorde wiederholt hintereinanderspiele und dabei die 1 betone (ich gehe von einem 4/4-Takt aus), wäre das "musikalisch sinnvoll"? Wenn ja schaffe ich (ohne das groß zu üben) etwa 6-7 Akkordwechsel pro Sekunde, was ungefähr 400bpm entspricht.
Wie das dem Thema weiterhilft, weiß ich allerdings nicht..?