Aktivumbau Topteil (2x Eminence Delta 10B + BMS 4554) – Passiver Schutz nötig oder reicht DSP?

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RolandJodelt

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Hallo liebe PA-Community,

ich bin neu hier im Forum und freue mich sehr, Teil dieser Runde zu sein! Ich lese schon eine Weile begeistert mit und habe bereits viel von eurem geballten Fachwissen profitiert. Jetzt habe ich selbst ein Projekt, bei dem ich gerne eure praxiserprobte Meinung hören würde.

Zum Hintergrund:

Ich baue aktuell 6 Topteile um bzw. auf. Es handelt sich um Hornhybriden/Point Source Tops. Die Bestückung sieht wie folgt aus:

· Tiefton: 2x Eminence Delta 10B (jeweils 16 Ohm)

· Hochton: 1x BMS 4554 (16 Ohm) an einem passenden Horn

Mein Plan:

Ich möchte die bestehenden passiven Frequenzweichen komplett rauswerfen und das Topteil aktiv betreiben (Bi-Amping), da sie für den BMS 4590 bestimmt waren, die ich sowieso nicht besonders schätze. Das System wechselt somit (geplant) von 3 auf zwei Wege. Getrennt werden soll das Ganze dann über einen DSP (bzw. eine Endstufe mit integriertem DSP), wobei ich den BMS 4554 – wie von BMS empfohlen – bei ca. 1,2 kHz bis 1,3 kHz ankoppeln möchte.

Meine Frage an die Experten:

Wenn ich die passive Weiche entferne, hängt der Hochtöner (natürlich über den DSP getrennt) ja mehr oder weniger direkt am Verstärker. Da der BMS-Treiber nicht gerade günstig und der 16-Ohm-Betrieb für manche Weichenberechnungen etwas speziell ist, mache ich mir Gedanken um den Schutz des Treibers.

Wie handhabt ihr das in der Praxis?

1. Variante A (Aktiv + DSP): Reicht ein gut eingestellter DSP (sauberer Hochpass, vernünftige Limitereinstellungen gegen Clipping) heutzutage vollkommen aus, um den Hochtöner sicher zu betreiben?

2. Variante B (Zusätzlicher passiver Schutz): Würdet ihr trotz DSP noch einen „Sicherheitsgurt“ in Form eines passiven Bauteils direkt vor den Hochtöner löten? Zum Beispiel einen Folienkondensator in Reihe (als Hochpass erster Ordnung, z.B. ca. 10 µF für 16 Ohm) oder einen PTC-Widerstand/eine Soffittenlampe als Überlastsicherung?

Ich freue mich auf eure Einschätzungen, Erfahrungswerte und vielleicht die eine oder andere hitzige Diskussion zu dem Thema. Vorab schon einmal vielen Dank für eure Hilfe!



Grüße Roland 🌻
 

Ich habe den BMS 4554 selbst in einem 2-Weg-Aktiv-Monitor verbaut. Dabei hatte ich ursprünglich nur einen 15 µF Kondensator zur Sicherheit vorgeschaltet. Dieser ist groß genug, um wenig Einfluss auf die angestrebte Trennung zu haben, schützt aber im Fall der Fälle gegen tieffrequentes bis DC am Eingang. Mir war es die zusätzliche Sicherheit wert.
Allerdings hat sich dann schnell herausgestellt, dass mit der von mir verwendeten Elektronik das Rauschen des ungebremsten Hochtöners nicht zu ertragen war. Deswegen habe ich einen Spannungsteiler zwischen Chassis und Kondensator nachgerüstet, um den Hochtöner auf einen ähnlichen Kennschalldruckpegel wie den Tieftöner zu bekommen. Es mag zwar wie Verschwendung aussehen, Leistung in Widerständen zu verheizen, aber wenn man die Kette davor nicht ausreichend rauscharm ist, ist das eine valide Option.
 
Moin , was für ein DSP Verstärkermodul hast Du denn ? Bei einem Modul mit guter DSP Firmware sollte ein guter brauchbarer Limiter an Board sein und Du brauchst nix weiter dazwischen... Warum genau möchtest Du den BMS 4554 als 16 Ohm Variante verbauen ? (die 2x10er laufen doch eh parallel mit 8Ohm ? ) Um den BMS zu schützen würde ich bei den vorhandenen Horngeladenen 10"lern höher trennen so ab 1,5kHz weil drunter wird vermutlich dein Horn (Welches soll es denn werden ? ) eh nicht so schön geladen ...
 
  • Ersteller
  • #4
Hallo Tux1975, hallo the flix,

vielen Dank für eure schnellen und sehr hilfreichen Rückmeldungen! Das bestätigt mich in meinen Überlegungen und bringt mich ein gutes Stück weiter.

@Tux1975:
Zu deinen Fragen: Ich betreibe das Ganze an einer Endstufe mit integriertem DSP ([Hier bitte dein Endstufen-/DSP-Modell einfügen, z.B. t.amp mit DSP, Hypex etc.]).

Die Entscheidung für die 16-Ohm-Variante des BMS 4554 war tatsächlich mein erster logischer Gedanke, weil ich insgesamt 6 identische Tops aufbaue. So bin ich maximal flexibel: Ich kann zwei Tops parallel an einen Kanal hängen (8 Ohm), ohne dass die Endstufe in kritische Bereiche kommt. Das gibt mir einfach die größtmögliche Skalierbarkeit für verschiedene Setups, auch mit älteren Endstufen.

Deinen Hinweis zur Trennfrequenz (1,5 kHz statt 1,2/1,3 kHz) behalte ich definitiv im Hinterkopf. Du hast völlig recht, dass die Horngröße und die akustische Last darunter entscheidend sind. Ich wollte ursprünglich bei ca. 1,3 kHz trennen, aber ich werde das Ganze ohnehin messtechnisch begleiten. Sollte das Horn im Bereich unter 1,5 kHz einbrechen oder unsauber laden, gehe ich mit der Trennung entsprechend höher.

Zum Horn: Ich habe tatsächlich noch 6 Stück des SB Audience H280 hier liegen. Den wollte ich als erstes testen und mit dem BMS-Treiber so gut ich kann messtechnisch erfassen. Falls sich im Messschrieb oder im Hörtest herausstellt, dass das nicht harmoniert, ist der Plan, auf den bewährten Eighteensound XT1464 umzusteigen und diesen nachzukaufen.

@the flix:
Vielen Dank für deinen Praxisbericht! Das ist extrem wertvoll. Der 15-µF-Kondensator als reines Sicherheitsnetz (Schutz vor DC und tieffrequentem Durchrutschen bei DSP-Fehlern) deckt sich genau mit dem, was ich unter "Variante B" verstehe. Das werde ich auf jeden Fall als "Sicherheitsgurt" mit einbauen, auch wenn der DSP sauber trennt.

Dein Punkt mit dem Rauschen und dem Spannungsteiler ist ebenfalls ein sehr guter Hinweis. Da der BMS 4554 mit 113 dB (bei 8 Ohm) bzw. entsprechend hoher Empfindlichkeit zu Werke geht, wird der Hochtöner im Verhältnis zum 10-Zöller wahrscheinlich ohnehin im Pegel abgesenkt werden müssen. Sollte der Rauschabstand der Endstufe/DSP-Kette nicht ausreichen, ist ein passiver Spannungsteiler (L-Pad) hinter dem Kondensator eine pragmatische und absolut valide Lösung. Das behalte ich beim Aufbau definitiv im Auge!

Vielen Dank nochmal für eure Einschätzungen. Ich werde berichten, sobald die ersten Messungen mit dem H280 und dem BMS stehen.

Beste Grüße
Roland 🌻
 
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