Ampabnahme mit Mikro sinnvoll in kleinem Proberaum?

  • Ersteller Pink_Panther
  • Erstellt am
P
Pink_Panther
Registrierter Benutzer
Zuletzt hier
03.03.24
Registriert
13.02.16
Beiträge
59
Kekse
0
Hallo liebe Gemeinde!

Nun habe ich eine Weile im Netz gestöbert, auch hier in diesem Forum, konnte aber bisher keine richtige Antwort finden. Ich hoffe, das ist der richtige Bereich und dass das nicht schon behandelt wurde.

Problem: Ich möchte meine E-Gitarre in die DAW (Reaper bekommen). Das habe ich bisher mit Mikros versucht, bin aber mit dem Ergebnis nicht zufrieden. Habe an der Positionierung der/des Mikros gearbeitet und dadurch schon Verbesserungen erreicht, aber es scheint, als ob mir Raumreflektionen das Ergebnis verderben.
Das hört man vor allem bei Palmmutes. Ich spiele eher die härtere Gangart....
Ich spiele allein, mein Proberaum ist 3 x 3m bei einer Deckenhöhe von 2m. Ich habe 2 Matratzen an einer Wand und dicken Teppichboden. Ansonsten keine gezielten Schalldämmungsmaßnahmen bisher.
Ambitionsniveau: Gute Demoqualität!

Mein Fragen wären:
a) Macht die Ampabnahme per Mike bei unter diesen beengten Verhältnissen überhaupt Sinn?
b) Falls nein: Alternativen wären:
- Torpedo Captor (mit Wall of Sound)
- oder eine DI-Box die im Effektloop nach dem GT-1000 hängt und das Signal in das Audiointerface (Reaper) leitet, wo ich dann eine IR dranhängen könnte. Originalsignal geht ganz normal zum Return des Verstärkers. Monitoring dann mit Kopfhörer am Audiointerface (das was von Reaper zurückkommt).

Es läuft wohl darauf hinaus, welchen Weg ich wählen sollte. Weiter mit Mikro (da ich es ja schon habe), oder sinnlos und dann welche Lösung die beste wäre.

Equipment
6- Saitenklampfe
7-Saitenklampfe, Bariton (Drop-A)
Marshall JVM 410H und PRS MT15
4x12 Box mit G12T-75 und V30. Schräg, auf Rollen.
Boss GT 1000 Core, mittels 4 cable method. (Ja, es hat brauchbare Modellingsounds, aber meist will ich doch meine Verstärker hören)
Mikros: E906 und älteres Shure, welches wohl ungefähr dem SM 57 entspricht.

Bin gespannt auf Input, möchte mich bereits im Voraus bedanken!

/Paul
 
bei den aufnahmen muß das mikro ganz dicht ran.
heißt, von deinen lautsprechern mußt du dir einen aussuchen, einen T-75 oder V30 und dort entweder nahe am zentrum des konus, auf der mitte vom konus, oder am rand dessen aufnehmen. klingt immer unterschschiedlich. bei so einer nahaufnahme, sollte das gain des mikros entsprechend niedrig eingestellt sein und der amp entsprechend laut, daß klangeinflüsse des raum gering bleiben sollten.
 
  • Gefällt mir
Reaktionen: 2 Benutzer
Wenn es "nur" um Mitschnitte und Demos geht, würde ich tatsächlich Volldigital arbeiten, zumal du ja das GT1000 hast.
Wenn du das GT1000 lediglich als MultiFX und Switcher nutzt und den JVM Klang auf Spur Bannen möchtest, verstehe ich den Ansatz "old School" zu micen.

Das E906 und das SM57 sind schon unterschiedlich - alleine die Größe der Membrane und auch der Frequenzgang sind nicht identisch.
Persönlich empfinde ich das SM57 schärfer und präsenter und zudem weniger empfindlich für seitliche Einstreuungen. Das SM57 ist sicherlich für viele Gitarristen auch eine Farbe um den klassichen Brown Sound zu erreichen, während ich das E906 als sehr breit und ehrlich empfinde.
Finde auch die Kombination aus beiden sehr schick - aber das führt jetzt zu weit.....

Bei dem hochwertigen Setup muss eigentlich ein zufriedenstellendes Ergebnis zu finden sein.
Wirken die Palm Mutes mumpfig? Hast du LowCuts gesetzt und die Micpostionen auch leicht im Winkel verändert? Denke hier auch an den LowCut des E906 (ausprobieren -;))
Ansonsten auch nochmal über die Settings nachdenken: Klingt nur es "für sich" gut oder passt es auch in den Mix? Zu scooped? Zu viele Zeiteffekte?

Ich kenne genau solche Probleme aus meinen Anfangszeiten des Recordings - hab Geduld, mit der Zeit entwickelt man ein Gespür dafür -;)
 
  • Gefällt mir
Reaktionen: 2 Benutzer
Improvisation ist alles.
Als Erstes suchst du dir mal den besten Sound, denn du nach den Anregungen der beiden Kollegen erzielen kannst.
Dann stellst du einen Meter von der Box entfernt einen Stuhl hin, klemmst eine Wolldecke zwischen Box und Topteil und hängst das andere Ende der Decke über den Stuhl.
Die Decke beeinflusst nicht den Klang der Box, schirmt aber recht gut gegen Reflektionen ab.
 
  • Gefällt mir
Reaktionen: 2 Benutzer
Macht die Ampabnahme per Mike bei unter diesen beengten Verhältnissen überhaupt Sinn?
Meiner Meinung nach ja. Der Einfluss des Raumes is so klein, dass ich denke, du solltest nochmal überprüfen, woher es kam, dass du bisher nicht zufrieden warst. Kannst du vielleicht eine Aufnahme hier reinstellen und genauer beschreiben, was dir nicht gefällt? Dann könnte man sich zusammen auf die Suche machen. :)
 
  • Gefällt mir
Reaktionen: 2 Benutzer
Vielen Dank für alle Ratschläge soweit. Dadurch ermutigt habe ich noch ein paar weitere Versuche gestartet und zumindest eine spürbare Verbesserung erreicht. Werde morgen mal ein Stück aufnehmen und hier reinstellen, mal sehen was ihr meint. :)

Das 906 hat übrigens einen Mid-Boost, Mid-Cut, und eine Normalstellung. Habe den Boost probiert, klingt schon "schärfer", macht sich aber vielleicht gut im Mix.
Das Shure ist übrigens ein 568SB, ich habe gelesen, dass es ähnlich wie ein SM57 sein soll.



/Paul
 
Probier mal, mit dem Mikro nahe ran, Position etwa da, wo die Kalotte und die Membrane rundrum sich treffen. Da ist oft ein guter Ausgangspunkt - in der Mitte ist es meißt grell, am Rand zu dumpf. Den kleinen Amp nicht auf den Boden stellen sondern zumindest auf nen Stuhl. Daß der Raum keinen Einfluß hat... nur wenn du nicht den Amp/Mikro an ner Stelle im Raum stehen hast, wo es dröhnt oder sich alles gegenseitig auslöscht. Wenn der Sound des Speakers für deine Ohren okay ist, gibt es keinen Grund warum ein SM57 oder ein 906 das nicht einfangen könnten.
 
  • Gefällt mir
Reaktionen: 1 Benutzer
Der Schalter am e906 beeinflusst die Höhen, nicht die Mitten. Aber egal.

Probiere mit Deinen beiden Mikros mal folgendes:
- Positioniere beide knapp vor dem Bespannstoff der Box, max 2 oder 3 cm Abstand davon
- nutze das Shure vor der Mitte der Membran (ja, alleine wird das grätzig klingen - das soll so sein!)
- nimm das e906 und ziele damit auf die Stelle zwischen der Mitte und dem Rand des Speakers
Du kannst auch ein wenig mit der Positionierung der Mikros experimentieren, aber das sind schonmal brauchbare Ausgangspositionen.
Bei der Aufnahme, aber spätestens beim Mix solltest Du auf beiden Spuren einen LoCut von 100 bs 120 Hz einstellen.

Du hast nun zwei Spuren, die zumindest in Kombination gut klingen sollten. Die Shure-Spur etwas zu scharf, die Sennheiser-Spur vielleicht etwas zu weich. Balanciere die beiden nun lautstärkemässig so, dass es zusammen gut klingt.

PS: Den Tipp von @KlampfenTom habe ich vor Jahren auch schonmal angewendet, damit blendet man die Raumakustik ein Stück weit aus. Bei mir hat's geholfen, bessere Gitarrenspuren aufs Band zu nageln (ja, wir haben damals tatsächlich noch auf Band aufgezeichnet).
 
Zuletzt bearbeitet:
  • Gefällt mir
Reaktionen: 2 Benutzer
Hallo und Danke nochmals für alle Tips. Ich habe bereits geschrieben, dass ich damit hörbare Verbesserungen erziehlen konnte. Eigentlich wollte ich auch noch etwas mehr experimentieren und auch noch die letzten Tips ausprobieren. Und das Stückchen, welches im Augenblick noch eine einzige Baustelle ist, besser und sauberer hinzubekommen. Leider macht mir gerade der Job einen fetten Strich durch die Rechung.
Ich zeige also einfach mal, was ich da so aufgenommen habe - es ist nur eine grobe Idee, nichts fertig, nichts richtig eingeübt - bitte steinigt mich nicht :) .

Ausrüstung:
Schecter mit EMGs: Rhythmus. Darum geht es hier, diese Gitarre wurde über einen PRS MT15 Röhrenamp und einer Marshall 1960 aufgenommen - die 2 V30er, die ich eingebaut habe.
Mikes: E906 "on-axis", ca 2-3 cm von der Bespannung entfernt. Mittig über der Kalotte. Das SM568 am anderen V30 (aus Platzgründen) auf den Kalottenrand ausgerichtet. Den Vorschlag von Mix4Munich werde ich als nächstes testen! Auf 2 verschiedenen Kanälen aufgenommen, solo auf center gepant und gleich laut, später im Mix: E906 hart links, SM806 ca 75% rechts, 25 % rechts, 2 dB leiser als E906. Wollte erreichen, dass die Rhythmusgitarre etwas mehr von links kommt. Was das korrekt so, oder geht man da anders vor?

Leadgitarre: Improvisiert, mit Thema im Kopf....sorry für das Geschrubbe ... :) Ibanez mit Fishman Fluence über GT-1000, wegen Stereodelay. Kann das nicht in der DAW.

Drums: EZDrummer 3, Drums of Destruction Kit, Toms etwas lauter gemacht.

Bass (ich kann nicht Bass spielen): Yamaha TRX 505 über GT-1000.

Audiointerface/Mixer: Behringer Xenyx 1204 für die Mics und als Kopfhörerverstärker für Monitor, sonst GT-1000.
Rumpelfilter @75Hz/18dB/okt aktiviert

EQs in Reaper:

Leadgitarre:
1700079674677.png


Rhythmusgitarre:
1700079765201.png


Ich habe hier versucht, den 2 Gitarren unterschiedliche Frequenzbereiche zuzuweisen ... und sie etwas nach links bzw. nach rechts gepant.

Am Bass habe ich gar nichts gemacht (weiss nicht wie und was).

Kein Kompressor oder ähnliches.

Soundsamples:
Rhythmusgitarre mit E906:



Rhythmusgitarre mit SM862:




Rhythmusgitarre, beide Mikes und mit EQ, links und rechts gepant



Der Auschnitt im Mix




Ich finde es klar besser als ganz am Anfang, dank eurer Tips. Allerdings bin ich nun vollkommen "lost", weiss nicht ob es nun ok/gut ist oder was meint ihr dazu?

Vielen Dank

Paul
 
  • Gefällt mir
Reaktionen: 1 Benutzer
Ich habe hier versucht, den 2 Gitarren unterschiedliche Frequenzbereiche zuzuweisen ... und sie etwas nach links bzw. nach rechts gepant.
Die Lead Gitarre würde ich nicht pannen, wie du schreibst aber um 2x Rhythmus aufnehmen und links und rechts pannen wirst du wohl nicht drumherum kommen. Damit wird es gleich viel besser klingen. Vorausgesetzt die 2 Tracks sind sauber eingespielt.

Ich würde sagen, der Gitarrensound ist brauchbar im Mix gibt es aber noch bissel was zu tun. Also insgesamt, auch beim Schlagzeug.
Rhythmusgitarre, beide Mikes und mit EQ, links und rechts gepant
Das würde ich lassen, mit gefällt der erste Sound besser. Bissel oldschool, aber vielleicht zielst du ja genau darauf ab :)
 
  • Gefällt mir
Reaktionen: 1 Benutzer
Allerdings bin ich nun vollkommen "lost", weiss nicht ob es nun ok/gut ist oder was meint ihr dazu?
Ich finde, du hast einen soliden Startpunkt 👍Alles Weitere ist dann eine Sache von Verfeinerung an allen Stellen der Signalkette: ggf. Pedale vor dem Amp, die Einstellungen am Amp selbst, Mikrofonierung feinjustieren, EQing und Weiteres im Mix. Was du für deinen Mix brauchst und nächstes Mal anders machen möchtest, findest du vor allem heraus, wenn du alles in der DAW hast, was du in dem Arrangement verwenden möchtest. Dann merkt man nämlich, ob der Grundsound passt oder man daran nochmal was ändern sollte. Es braucht ein bisschen mehr Erfahrung, um schon beim Aufnehmen genauer zu wissen, wie der Grundsound sein soll.

Wollte erreichen, dass die Rhythmusgitarre etwas mehr von links kommt. Was das korrekt so, oder geht man da anders vor?
Ne richtige Pauschalantwort gibts da nicht, aber erstmal würde ich sagen: Vor allem sollte man das zweimal einspielen und dann relativ hart pannen (90% als Faustregel). Es kommt aber auch auf den Einzelfall an. Ich finde Andy Timmons’ Album "Electric Truth" ein großartiges Beispiel dafür, wie man klassisch klingenden, Gitarrensolo-orientierten Rock produzieren kann. Die Produktion kommt so einfach daher, aber wenn man genauer hinhört, merkt man, dass so ziemlich jede Gitarrenspur eine gewisse Breite hat und sehr bewusst im Stereopanorama untergebracht ist. Das ist schon genial, gleichzeitig aber subtil. Sobald Gesang dazu kommt, find ichs aber völlig ausreichend, dass man typische Rhythmusgitarren doppelt, fast komplett hart L/R pannt und Sologitarren in die Mitte packt. Wenn Lead-Gitarren und Gesang gleichzeitig zu hören sind, muss man sich was einfallen lassen, z.B. auch doppeln, mit starken Stereoeffekten arbeiten oder etwas zur Seite pannen. Ist dann aber ein Thema für einen anderen Thread. 🙃
 
  • Gefällt mir
Reaktionen: 1 Benutzer
Jetzt habe ich die Rhythmusgitarre gedoppelt und die Mikros so positioniert wie von Mix4Munich vorgeschlagen und dann die erste Aufnahme (eine Mischung aus beiden Mikrofonen) 95% nach links und die neue Aufnahme (auch beide Mikros gemischt) 95% nach rechts gepant. Das war schon mal ein Unterschied wie Tag und Nacht. Habe bei der 2. Aufnahme dann auch noch mal am Verstärker nachgestellt, inspiriert durch das was Charvelniklas geschrieben hatte. Das war wirklich ein Unterschied wie Tag und Nacht.
Wirklich Klasse Tips!!! Ich beginne zu ahnen, was ihr damit meint, wenn ihr sagt, dass es viel Erfahrung braucht, und man nicht bereits am Anfang weiss, wie die Dinge klingen sollen, damit es nachher im Mix passt. Aber da haben sich schon Türen und Tore geöffnet. Auch der Tipp, die Leadgitarre in der Mitte zu positionieren, war Klasse. Da diese Stereo (Delay/Reverb) ist, habe ich sie "nur" 20% nach links/rechts gepant und fand das Ergebnis gut.
Nun muss ich erstmal an meiner Spieltechnik arbeiten, da habe ich noch sehr geschlampert. Oder ich habe Sachen im Kopf, welche ich noch nicht sauber spielen kann, wie mans nimmt halt ;-)
Habe dann auch versucht, vorsichtig Kompression einzubauen und dem Bass einen EQ verpasst, um ihn von der Kick zu trennen. Subtile, aber hörbare Verbesserungen.
Wenns fertig ist, werde ich das ganze Stück mal in einem passenden Thread (wohl nicht hier?) posten und um weitere Meinungen bitten.
Aber soweit bin ich nur dankbar, alle hier haben mir wirklich ein gutes Stück weitergeholfen, vor allem ist die Grundfrage geklärt: Ich kann tatsächlich in meinem kleinen Kabuff aufnehmen!!!! Klasse! Vielen Dank!!!

/Paul
 
  • Gefällt mir
Reaktionen: 2 Benutzer

Unser weiteres Online-Angebot:
Bassic.de · Deejayforum.de · Sequencer.de · Clavio.de · Guitarworld.de · Recording.de

Musiker-Board Logo
Zurück
Oben