Für 150 € eine Funkstrecke mit allem drum und dran ist grundsätzlich jugend forscht für Olympia, d.h. niemand garantiert hier, dass das wirkich stressfrei, ohne Aussetzer und einer entsprechenden Verständlichkeit oder feedbackfrei funktioniert. Vor allem als Laie wirst du definitiv damit immer wieder schiffbruch erleiden, garantiert.
Fragen:
Über welche Anlage soll das laufen? Ist das deine eigene und wenn ja aus was besteht die... Mischpult, Lautsprecher. Wenn die Kombination zwischen Mikro und Lautsprecher nicht stimmt und man nicht entsprechend per EQ eingreifen kann und dann auch noch Laie ist, ist dies zum scheitern verurteilt. So einfach ist das. Da hilft dann allerdings auch keine Funke für 1 k€.
Welchen Handsender wurde bisher benutzt. Ist dies dein eigener?
Spielst du über Fremdanlagen, eingebaute, welche am Veranstaltungsort selbst vorhanden sind?
Es gilt:
Eine Handsender ist grundsätzlich fehlertoleranter als ein Headset, als ein Lavalier. Da hängt mit dem Abstand Quelle - Mikro zusammen. Je näher die Quelle am Mikro desto mehr fängt das Mikro ein, ohne dass man zuviel Gain geben muss, also ist das Gain before Feedback deutlich besser.
Allerdings spielt hier auch sehr viel die verwendete Box und vor allem deren Aufstellung und der Raum selbst eine Rolle. Dann eben auch oben erwähnte möglichkeit zur Frequenzanpassung. Wenn man ein Pult mit nur einem 2 oder fixen 3-Band EQ hat, dann kann man da meist wenig ausrichten. Eine 3-Band Semiparametrik ist deutlich hilfreicher, jedoch muss man wissen wie man damit umgeht.
Ausrichten der Lautsprecher ist das A und O dabei. Ohne eine korrekte Ausrichtung hilft auch der beste EQ mit KnowHow nicht viel.
Dann das Mikro selbst. Wenn die das Mikro von sich aus schon einen verbogenen Frequenzgang hat und die Richtcharakteristik jenseits von gut und böse ist (dies ist bei den Billigdingern so), dann gewinnt man damit keinen Blumentopf. Das wird in einem Piepkonzert enden.
Die Funkstrecke selbst ist bis hier hin vollkommen humpe.
Für die Funkstrecke selbst sollte man auf folgendes achten:
Frequenzbereich 470 - 690 MHz. Dieser Bereich ist allgemein zugeteilt und darf frei benutzt werden. Also Funken in diesem Bereich suchen. Alles andere direkt vergessen (LTE Mittenlücke, ISM, WLAN). Evtl. 1.8 GHz aber das sind Nieschenprodukte.
Dann das Mikro selbst.
Für einen Anfänger mit begrenzten Möglichkeiten mit wechselnden Lautsprechern würde ich definitiv ein Headset nehmen. Dies ist einfacher in der Handhabung und man kann es gezielt ausrichten. Hier sollte man auf die Optik achten. So ein riesen Bobbel vor dem Mund sieht halt nicht schön aus.
Eine Kugel klingt natürlicher und wenn das Headset mal verrutscht fällt nicht gleich der Pegel ins bodenlose.
Wenn es ein Lavalier sein soll (ist halt schick und unauffällig) gerne Niere. Allerdings muss das gut ausgerichtet werden und sollte dann auch gut befestigt sein. Um das entsprechend laut ohne Feedback zu bekommen sollte man
a) eine gute Anlage haben, also vernüftige Boxen (darüber kann man nun wieder trefflich streiten) und Pult mit mind. 3-Band Semiparametrik.
b) Boxen auf das Publikum ausrichten (nach oben und anwinkeln)
c) Wissen was man tut.
Evtl. sich das mal vom Profi für ein paar Euronen zeigen lassen. Man möchte damit ja auch Geld verdienen, also darf man auch ein wenig investieren.
Die Strecke sollte schon eine gewisse Schaltbandbreite haben, in der Regel mittlerweile 42 MHz. Damit hat man genügend Ausweichfrequenzen, falls mal ein Träger belegt ist. Kommt immer mal wieder vor. Selbst 24 MHz gehen, wenn nur bis zu 4 Strecken geleichzeitig eingesetzt werden sollen. Wird hier eher nicht der Fall sein.
Zuletzt sollte der Taschensender kompatibel zum Mikro sein, falls man ein Mikro eines Drittherstellers wählt, was auch durchaus Sinn macht.
Bewährte Technik findet man bei
Sennheiser* (EW 100 und drüber) und
Shure* (BLX, SLX). Liegt allerdings ausserhalb des Budgets.
Für 150 € max gibts halt nix vernüftiges. Das kostet allein schon ein vernüftiges Mikro.
Tipp:
Mipro.
Zumindest als Headset MU55-HNS. Preiswertes und doch sehr gutes Headset mit recht kleiner Kapsel (Kugel). Sehr fehlertolerant.
Dazu evtl eine Strecke aus der 300er oder 500er Serie. Das Zeug spielt und macht eine guten Job. Wir haben selbst die großen Anlagen von MiPro im Lager und sind durchaus zufrieden damit.
Nochmal der Hinweis: Die bester Strecke mit dem besten Mikro bringt nix, wenn der Schallwandler auf der anderen Seite nix taugt, falsch aufgebaut und falsch eingestellt ist.