Band groove leidet durch Drummer/Basser

von LD, 23.10.08.

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Gravity Stands
  1. LD

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    Erstellt: 23.10.08   #1
    Hallo,

    momentan jammen wir recht viel und wir haben einen passenden, tollen und kreativen Gitarristen gefunden. Ich habe Lieder aufgenommen und sie Bekannten und befreundeten Musikern gezeigt mit dem immer gleichen Ergebniss: Die Drums wären zwar sehr treibend, aber viel zu monoton und hätten kaum Variationen, alles würde sich diesbezüglich zu gleich anhören und es fehlt an Dynamik.

    Der Bass würde einiges an Potential verschenken und sehr einfache und kaum interessante Basslines spielen. Es wurde sogar behauptet sie bremsen die abwechslungsreichen Gitarren etwas aus, es wäre eine Differenz die nicht zu überhören wäre. Beiden fehlt es an Dynamik. Oder anders: Gitarren und Gesang toll, Bass und Schlagzeug nicht so toll.

    Ich denke einige hatten schonmal das gleiche Problem. Ich hatte es schon mit einfachen Ansprachen auf die Dynamik probiert, aber meistens hielt das immer nur eine Probe an. Ich will jetzt dass es sich nachhaltig bessert und die beiden den für Rock so wichtigen Bass & Schlagzeug Groove aufbauen.

    Ich will den Leuten aber auch nicht ein Gefühl vermitteln dass sie nichts taugen, was auch nicht so ist, sondern einfach sehen, wie ich ihrem Potential einen Anstoß in die richtige Richtung geben kann.

    Grüße,

    LD
     
  2. churchi

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    Erstellt: 23.10.08   #2
    HI!
    Stell mal die Aufnahmen hier rein das hilft vielleicht etwas sich genaueres vor stellen zu können bzw. auch genauer analysieren zu können
     
  3. x-Riff

    x-Riff Helpful & Friendly User HFU

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    Erstellt: 23.10.08   #3
    Hmmm - es hat sich also offensichtlich etwas verändert.
    Der neu hinzugekommene Gitarrist glänzt durch Variantenreichtum und Virtuosität, der Sänger schwimmt auf gleicher Linie mit und zwei kommen nicht nach ...

    Zunächst mal sind zwei Felder unter die Lupe zu nehmen - und zwar gemeinsam:
    Liegt es am Können oder am Wollen?

    Mit letzterem angefangen:
    Vielleicht finden die es ja klasse, dass sie einen monotonen Teppich basteln, auf dem sich zwei andere austoben können? Vielleicht finden die so ewige Variationen und Improvisationen gar nicht so schick wie Sänger und Gitarrist? Vielleicht wollen die eher einfache songs machen?

    Du stellst es ein bißchen so dar als ob es ganz klar ausgemacht wäre, wo für die ganze Band der Weg langführt. Vielleicht ist das aber gar nicht so. Das gilt es erst mal zu klären.

    Zum Können:
    Längere songs oder Improvisationen und Variantenreichtum verlangen auch von jedem einzelnen Musiker ein variantenreiches Spiel und viel Einfühlungsvermögen.
    Wenn bass und drums sich das insgesamt draufschaffen wollen, gibt es ja Wege da hin - wenn das Ziel klar ist und das Wie. Heißt: üben - einzeln und zusammen (bass+drums) und in der ganzen Band.

    Beim Einfühlungsvermögen ist allerdings zu sagen: das kann etwas dauern.
    Es kann sein, dass sich Sänger und Gitarrist quasi blind verstehen - aber bass und drums einfach "die Zeichen nicht zu deuten vermögen".

    Hier sind zwei Dinge hilfreich:
    Erstens: deutliche Zeichen ausmachen. Viel Augenkontakt. Gitarrist und Sänger sollen drum und bass eindeutig zu erkennen geben, wenn es lauter, leiser, schneller, langsamer, ruhiger oder chaotischer werden soll. Anders stellt sich Kommunikation in einer Band, die gerade spielt, nicht ein.

    Zweitens: gemeinsam die jams anhören und besprechen. Sagen: an der und der Stelle soll es abgehen. Dann ausmachen, welche Zeichen gegeben werden sollen und wer sie gibt. Das geht über musikalische Phrasen (wenn dieses Gis G E zweimal gekommen ist, geht es runter ...) oder über Takte (das Thema spielen wir 12 Takte, dann Pausen - dann volle Kanüle die Bridge ...) oder eben über Zeichen (Sänger hebt den Arm und zählt an ...).
    Einzelne Passagen auch üben ... hier muss ein tom-basierter groove hin und ein treibender Bass ...

    Und noch ein Gedanke dazu: es kann auch gut sein, dass bass und drums einfach die Möglichkeit fehlt, weil alles sofort durch Gesang und Gitarre zugebratzt wird. Die sollen auch einfach mal die Schnauze halten bzw. ein Riff durchspielen oder mal aussetzen. Und dann mal drums und bass machen lassen.
    Wenn Sänger und Gitarrist nur Pausen machen, wenn ihnen selbst nix einfällt oder wenn sie nur auf sich achten und immer volle möhre ihr Ding durchziehen - dann dürfen sie sich nicht wundern, wenn sich bass und drums vorkommen wie die Lückenbüsser. Das ist jetzt mal nur so ein Gedanke - mußt Ihr mal selbst schauen, wie viel da dran ist ...

    Wären so meine 50 Cent in dieser Angelegenheit ...

    Im Übrigen wäre ne Aufnahme wirklich nicht verkehrt ...

    x-Riff
     
  4. churchi

    churchi Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 23.10.08   #4
    Hi also nachdem ich jetzt den Song gehört hab kann ich gezielter drauf eingehen:
    Die Dinge die am Meißten Groove tötend sind sind wenn jeder versucht immer am Limit zu spielen. Dynamik heißt in der Musik: Man spielt sein Instrument von der Lautstärke her so, dass man nie am Limit ist udn dass es der Musik am Besten dient. Klingt jetzt etwas oberflächich deswegen will ichs erklären: Wenn der Sänger zu singen anfängt, dann spielen alle Instumente etwas leiser. Wenn ein Solo kommt, dann spielen alle anderen Instrumente leiser. In Zwischenteilen ohne Solo werden alle Instrumente gleichmäßig lauter. Die Lautstärke wird also immer dem Lied angepasst. Ebenso natürlich Effekte, wobei das in eurem Fall jetzt nicht so das Ding ist, da da nicht so viel Effektveränderungen waren. Auf jeden Fall gillt die Regel dass man nie 100% an Lautstärke spielen sollte. Selbst in den heftigsten Solos sollte man es so einplanen dass man nur 90% gibt um immer noch Reserve zu haben.

    Was ein weiterer Groovekiller ist: Time!!! Wie man das weg bekommt? JEDER muss mit Metronom üben!!! Das betrifft in eurem Fall nicht nur den Drummer und den Bassisten!
    Jetzt zu Drummer und Bassist: So wies mir ausschaut seid ihr noch eher am Beginn des Musik machens (soll kein Vorwurf sein!). Da ist es ganz wichtig, dass sich der Bass auf die Base des Schlagzeuges "setzt" Soll heißen wenn der Schlagzeuger die Base spielt, dann spielt der Bassist den Bass an. Beide haben somit den gleichen Groove, was schon mal viel ausmacht, weil sie dadurch beginnen miteinander und nicht gegeneinander zu spielen. Verzierungen des Grooves können dann immer noch dazu kommen wenn diese Basics mal sitzen.
    wo ich schon mal dabei bin: Damit der Bass und voll auf der Base sitzt gibt es natürlich auch wieder Voraussetzungen: 1. der Drummer muss sich selbst im klaren sein was er da überhaupt macht! Soll heißen er muss wissen wann er was spielt und dann sollte er es zumindest am Anfang wirklich versuchen immer gleich zu spielen! Dadurch erleichtert er es dem Bassisten mit ihm zusammen zu spielen! Naja und dann kommen wir schon zum nächsten Punkt der euch alle betrifft:
    HÖRT aufeinander! Ihr wollt die Musik rüber bringen und nicht euch selbst! Erst wenn die Musik rüber kommt, dann kommt ihr auch rüber! Der beste Musiker is sch... wenn er nciht auf die anderen in der Band hört! Wenn man profimusiker beobachtet dann können die sich zusammen auf eine Bühne stellen ohne je zuvor zusammen gespielt zu haben und das Ding grooved trotzdem! Nicht weil sie so geil spielen können (gut nicht nur) sondern weil sie wärend sie spielen darauf hören was die adneren macht. Stell dir vor es kommt eine Band auf die Bühne. Lauter top Musiker. Der Schlagzeuger zähl ein 1..2 1..2..3..4.. Und auf die nächste eins fangen alle gleichzeitig an zu solieren was das Zeug hält ohne darauf zu hören was denn die anderen gerade machen. Ich sags dir so schnell hast die den Saal noch nie verlassen!
    Also müsst ihr lernen aufeinander zu hören. Wie schafft man das? Methronom üben! Stimmt das hatten wir schon mal :-D Aber wenn du lernst neben dem Spielen auch darauf zu achten was denn dieses Methronom da immer macht, dann bist du schon so weit, dass du zumindest auch was anderes als dich selbst hörst. So was dann noch hilfreich ist im aufeinander hören: In der Probe lasst ihr einfach erstma nur Schlagzeuger und Bassisten zusammen anfangen von mir aus 100 mal nur den Refrain durch spielen. Die anderen hören einfach nur zu und gehen erst in Gedanken dran und überlegen was denn dazu jetzt passen würde, erst dann fangen sie nach und nach an zu spielen. Wenns dann wieder nach nix klingt, na dann wieder nur 2 instrumente zusammen ran lassen und die anderen hören wieder zu. Auf diese weise lernt man zuerst hören dann spielen, naja und daraus entwickelt sich dann mit der Zeit ein Hören und spielen gleichzeitig und man entwickelt ein Gefühl dafür was der andere wann macht.
    Gute Livemusiker spielen Live immer ganz was anderes als im Proberaum aber keiner im Publikum merkt das! Wie schaffen die denn sowas? Naja sie wissen was der andere macht und wohin er will. Ob dann das Solo 10 oder plötzlich 20 Takte lang ist ist egal, denn sie wissen einfach wann es vorbei sein wird, egal wie lang es in der Probe war.

    Was die Proben und das miteinander über gewisse Dinge reden betrifft: Es ist extrem hilfreich Aufnahmen an zu hören und gemeinsam darüber zu reden was man wie verbessern könnte. Dazu muss man aber auch Kritik ertragen. Deswegen mein Tipp: Nach jeder Probe die Aufnahmen der Probe anhören und zwar so, dass niemand mehr sein Instrument in der Hand hat, denn sonst wirds gleich wieder eine Jamsession. Und dann vor der nächsten Probe wieder die Aufnahmen des Liedes anhören das ihr durchmachen wollt und auch da wieder ohne Instrumente. Soll den Sinn haben, dass die Ohren wieder frisch sind und man sich besser konzentrieren kann als nach der Probe.

    Du sagst auch, dass dur es mit Ansprachen zum Thema Dynamik probiert hast aber es dann nur für eine Probe gehalten hat. Ich muss sagen GEIL!!! Wenn da schon mal funktioniert, dass es für eine ganze Probe lang mal funktioniert dann is das schon mal der richtige Weg! Du kannst nicht erwarten, dass du einmal was sagst und dass es dann immer funktioniert. Man braucht auch Geduld und vielleicht muss man es vor jeder Probe sagen, aber zumindest zeigt es mir, dass deine Jungs bereit sind auch zu hören und sich zu verändern. Ich hatte hier schon von Bands gehört bei denen diese Bereitschaft nicht da war, und wo einer meinte er muss sein Ding durchziehen und es is ihm egal wenn die anderen etwas anders wollen. Da is es dann schon zu spät. Aber wenn das bei euch schon mal funktioniert dann is es echt schon mal viel wert!

    So ich denk das war fürs erste mal genug an Ratschlägen, wennst noch was brauchst frag einfach :D
    Viel Spass noch beim weiterproben und möge der Groove mit euch sein!
     
  5. LD

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    Erstellt: 24.10.08   #5
    Servus. Danke, ein sehr hilfreicher Beitrag. Ja wir sind noch neuer, wobei es meiner Meinung nach nicht nur die Erfahrung ist. Es ist wie du sagst, man schaut auf die anderen.

    Vor allem der Schlagzeuger spielt oft lauter als der Gesang, tendenziell wird er immer lauter in den Proben. Soll heißen, er hat Spaß und steigert sich da immer mehr rein und wird auch immer lauter. So übertönt er oft die anderen Instrumente.

    Der Song ist übrigens ein kompletter JAM! Da gibt es, weil wir neuer sind, immer mehr Takt Probleme. Andere Songs sitzen viel besser. Was du schreibst finde ich sehr gut. Ich bin persönlich ein großer Dynamik Fan und versuche immer mal leiser, mal lauter zu spielen. Ich werde das jetzt so mal nochmal ansprechen und dadauf bestehen dass alle ihre Instrumente herunterschrauben damit mehr Pegel nach oben vorhanden ist.
     
  6. reppeK

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    Erstellt: 26.10.08   #6
     
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