Ed Friedland Bass Bücher - "Bass Grooves" und "Buidling Walking Bass Lines"

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djaxup

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Ich wollte hier mal zwei Bücher vorstellen, die ich persönlich sehr gelungen finde. Beide wurden geschrieben von Ed Friedland, auf den ich über meinen Bass Lehrer aufmerksam geworden bin. Der Mann schafft es einfach, wir Dinge per Buch beizubringen, das gelingt noch lange nicht jedem Autor. Ich mag seinen Schreibstil, der auch gut dosiert mal humoristisch wird, ohne die wichtigen Aussagen zu überlagern. Der eigentliche Clou ist aber das sorgsame aufeinander aufbauen der Beispiele und Übungen. Das ist beiden Büchern gemein, die Unterschiede beschreibe ich nun.


Bass Grooves

Dieses Buch kann man uneingeschränkt jedem empfehlen, selbst blutigen Anfängern - vielleicht spezielle solchen. Ed zeigt hier sehr anschaulich, und auch in der beigefügten CD hörbar, wie man seine innere Uhr schulen kann und seinen Groove entwickeln kann. Was mir auch im Bassunterricht sehr geholfen hat (und mir in der Kommunikation mit Drummern immer bestens hilft) ist das "Sprechen" der Grooves mit Lauten. da-ba-tch-da-ba-tch-da-ba-tch-da-baaaa-da-ba-tch usw ;) es ist unglaublich wie viel das bringt.

Teil eins sind grundlegende Timing Übungen, die richtige Handhabe des Metronoms bzw. der Drum Machine. Seine Empfehlung deckt sich mit der meines Basslehrers: Metronom eher langsam und die 2 und 4 zählen lassen, so das man selbst für die 1 und die 3 verantwortlich ist.
Wie gesagt er baut das sehr geschickt auf, es ist im Grunde keine wirklich stumpfe Übung dabei. Wenn es darum geht Achtel sauber zu grooven wird nicht durchgehend geachtelt sondern z.B. sowas: 3-3---3---3-3-3 (bzw. da-ba-tsch-ba-tsch-ba-da-ba), oder bei den Sechzehnteln dann nur sehr wenige Töne gespielt und meist die, die am schwersten sauber zu treffen sind. Seine Sprechweise für 16tel ist dig-a-chick-a. Um da dann bei moderater Geschwindigkeit sauber das CHICK zu betonen und in der korrekten Länge zu spielen ist schon ein wenig Übung nötig. Die Läufe besitzen absichtlich zumeist keinen "Ohrwurm" Charakter, sprich man kann sich nicht einfach reinhören und nach Gehör spielen.
Es gibt auch ein Kapitel zum Thema Slap Grooves, da finde ich den Schwierigkeitsgrad aber etwas hoch gewählt muss ich sagen. Ich als Slap Anfänger konnte bereits den ersten Groove nicht sicher nachspielen nach einigen Stunden Übung. Ed's Empfehlung ist, mit allen Techniken die man können möchte separat die Groove und Timing Übungen zu machen, da sich der Körper wieder an ganz andere Bewegungen gewöhnen muss, und das tightes Spielen für jede Technik einzeln erlernt werden muss. Timing bildet sich dann als Fähigkeit ganz allgemein heraus, aber wenn die Muskeln das Gefühl nicht umsetzen können hilft das beste Timing nicht.
Es wird auch auf klassische Rhythmen eingegangen wie Shuffle, Boogie usw.
Man kann hier zusammenfassen: gut strukturierter Übungsteil mit aufeinander aufbauenden Übungen mit stetig steigendem Schwierigkeitsgrad, ohne Füllmaterial. Die Soundsamples sind zum Teil zu lang im Sinne von: es werden sieben Übungen in einen Soundfile zusammengefasst. Ich nutze zum Üben eigentlich immer meinen Tascam GT-R1, damit ist das kein Problem. Ich setze da einfach immer für jeden Abschnitt einen neuen Loop. Sonst kann es ziemlich nervig werden immer zu Teil sechs zu spulen, irgendwo bei Minute 1:54... nicht so ideal leider finde ich.

Teil zwei ist dann auch gleich der größte Teil: 30 unterschiedliche Grooves aus allen Stilrichtungen. Immer angelehnt an bekannte Songs mit einer kleinen Abhandlung darüber wie und warum dieser Groove so funktioniert wie er es tut. Macht Spaß nachzuspielen und jeder Groove ist eine Übung für sich. Ein schneller oder langsamer eingestelltes Metronom verändert den Schwierigkeitsgrad sofort. Hier sind dann auch die Soundsamples richtig gut und hilfreich, weil jeder Groove sein eigenes Sample in ordentlicher Länge hat. Es erweitert das eigene Repertoire ungemein sich da durch zu ackern. Am meisten hat mir es beim Bau eigener Bassläufe geholfen, man kann diese Läufe wenn der Feel vom Song passt immer als Ausgangspunkt oder Inspiration nutzen.

Teil drei ist dann eher philosophischer Natur und versucht das Phänomen Groove zu ergründen. Interessant ist dabei, das er mehr oder weniger bekannte Bassisten interviewt hat was für sie Groove überhaupt bedeutet, wie sie ihn versuchen zu erreichen und welche konkreten Übungen sie zu dem Thema machen. Das fand ich besonders interessant, und eine davon hat sich auch in meine täglichen Fingerübungen eingeschlichen. Dabei spielt man Seite für Seite alle Töne nacheinander mit vier Fingern links, 1-2-3-4 und rutscht dann auf die 5 und spielt dann 5-4-3-2 rutscht dann auf die 3 und spielt 3-4-5-6, rutscht dann auf die 7... usw. Das natürlich möglichst ohne einen Unterschied zwischen den direkt gegriffenen und den verschobenen Tönen zu hören. Das dann in verschiedenen Tempi und Rhythmen, super Sache. Das macht man auf allen Saiten, und wieder zurück.
Man kann dem Mann vielleicht ein wenig viel Pathos an der Stelle vorwerfen, der Groove wird hier zum heiligen Gral ausgerufen, aber im Grunde hat er ja recht. Er gibt sich redliche Mühe, etwas im Grunde unbeschreibliches zu beschreiben und ist mit seinen Formulierungen teilweise etwas übers Ziel hinaus. Trotzdem finde ich sehr gut geschrieben.


Für das Buch spricht:

+ der Schreibstil. Nie langweilig und frei von Unnötigem
+ alle Grooves und Techniken sind in Notation und darunter Tabs. Gerade für Anfänger oder Musiker, die keine Noten lesen können angenehm.
+ die gute Progression beim Schwierigkeitsgrad der Übungen
+ es gibt einem viele gute Werkzeuge an die Hand nicht nur für das eigene Lernen und Üben sondern auch ein massiges Repertoire an unterschiedlichen Bass Grooves
+ die Finger- bzw. Timing-Übungen bekannter Bass Größen so gesammelt zu finden ist auch eher einzigartig
+ die Soundfiles sind gut gemacht, ordentlich eingezählt usw.

Negative Punkte:

- es gibt einige Sprünge bei den Schwierigkeitsgraden, zumindest für mich (!). Sprich: es sind einige Übungen dabei, die ich als sehr schwer empfunden habe, danach ist es eher normal weiter gegangen. Ich nehme aber an, das liegt eher an mir.
- die Soundfiles könnten halt doch noch besser sein. Er hat es in dem anderen Buch quasi vorgemacht. Den Basslauf nur einseitig aufzunehmen, damit man per Balance Regler auch ohne Bass Untermalung dazu spielen kann.





Building Walking Bass Lines


Bei dem Buch bin ich noch nicht durch, aber ich kann denke ich trotzdem schon einiges dazu schreiben. Obwohl es der gleiche Autor ist und es sehr ähnlich aussieht von der Präsentation her sind die Inhalte schon sehr verschieden. Dieses Buch ist für Anfänger nur bedingt geeignet, es gibt z.b. keine Tabs in dem Buch - alles ist nur in Notation mit den entsprechenden Akkordnamen darüber. Es macht absolut Sinn so, muss man sagen, denn man soll ja die Konzepte dahinter verstehen und nicht blind nachspielen. Aber eins nach dem anderen.

Das Buch beginnt mit dem Blues bzw. entsprechenden Bassläufen dazu. Die ersten Beispiele sind immer erst im "twos feel" sprich Halbtönen gezeigt und wird dann später auf die für Walking Bass typischen Vierteltöne erweitert. Dabei wird wie gesagt auf Tabulatur verzichtet und nur Notation und Akkordtöne angegeben.
Die ersten Übungen halten sich immer auf dem Grundton. Die Soundfiles sind super gemacht, das Vorzählen wie folgt: 1...2... 1-2-3- und los... der Bass ist nur auf dem linken Ohr zu hören, die Begleitung, meist Schlagzeug und Piano, ist auf beiden Ohren. So kann man die Übungen auch komplett selbst vertonen sozusagen, sehr gut. Nach den Grundtönen werden die Bassläufe um die Oktaven ergänzt, um die Bassläufe lebendiger zu machen. Als dritte Übung gibt es dann immer eine Akkordfolge ohne Noten, sprich man muss sich selbst was passendes dazu überlegen. Den aufgenommenen Basslauf mit einem Beispielgroove gibt es natürlich zum Gegenprüfen auch. Jede Übung hat ihren eigenen Soundfile.
Dann folgt das Gleiche mit Quintenläufen... dann Übungen mit Grundton-Quinte-Oktave und plötzlich ist man mittendrin in einfachen Walking Bass Läufen und es macht einfach nur Spaß.

Für mich als Mensch der keine Noten lesen kann ist das hier echt eine Herausforderung. Aber es hat mir sehr viel beigebracht auf dem Weg. Ich finde nun die Töne auf dem Griffbrett viel sicherer wieder. Wenn ich ein vermindertes B greifen sollte musste ich vorher schon kurz nachdenken, nun ist das Töne schon viel sicherer geworden zum Teil schon richtig in Fleisch und Blut übergegangen. Bei den Übungen mit Grundton-Quinte-Oktave steht auch nur R für Root, 5 für Quinte und 8 für Oktave, also keine Tonhöhe oder ähnliches. Das kann man an der Notation ablesen bzw. wenn man es nicht kann wie ich zumindest ableiten. Hat mich um ein gutes Stück weiter gebracht gefühlt. Die Muster, die man bei den Akkordwechseln nutzen kann, schleifen sich so richtig schön ein, das ist wirklich großartig. Lange genug geübt sind dann speziell die freien Übungen, sprich die ohne jede Notation nur mit Akkordzeichen das Beste an dem ganzen Buch - auch wenn es dafür natürlich kein Buch bräuchte. Es passt halt einfach. Die Töne, die in den freien Übungen vorkommen hat man vorher in den Übungen schon gelernt, die meisten Akkordfolgen und Übergänge auch. Ohne viel Geschreibsel lernt man hier die Grundbausteine - für mich perfekt. Durch das Fehlen von Tabs (was mich erst abgeschreckt hat!) wurden mir hier einige wichtige Fähigkeiten antrainiert quasi nebenher, und ich habe immer das Gefühl, mir das Ganze selbst zu erarbeiten.

Mehr dazu wenn ich durch bin!


Bisher kann ich aber sagen, das mich dieses Buch in meinem Verständnis für Musik im Allgemeinen um ein gutes Stück weiter gebracht hat. Die Soundfiles sind noch besser als in dem anderen Buch. Und bitte lasst euch nicht vom Fehlen der Tabulatur abschrecken. Ich hab es erst für ein Übersehen gehalten, aber es gehört einfach mit zu dem Konzept des Buches dazu, das es eben nicht genau die zu greifenden Bünde angibt. Die letzten drei Grooves waren schon sowas von typisch Walking Bass und haben so viel Laune beim Spielen gemacht, ich freue mich schon sehr auf die nächste Sitzung. Vor allem weil immer das Gefühl vorherrscht nicht einfach einen neuen Song oder Groove gelernt zu haben, sondern ein Konzept verstanden zu haben.
Das Bass Grooves richtet sich da eher an das Gefühl beim Basspielen und dem Entwickeln von Timingfestigkeit und Groove. Darauf setzt das Walking Bass Buch mehr oder weniger auf, bzw. es setzt das voraus. Klare Empfehlung meinerseits!
 
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Ich habe gerade mit den Bass Grooves angefangen und kann den positiven Gesamteindruck nur bestätigen. Allerdings wurde ein Manko nicht erwähnt, und zwar die Bindung. Ich war in der letzten Zeit Bücher mit Ringbindung gewohnt und in dieser Hinsicht ist der Friedland ein echter Rückschritt. Das Buch will einfach nicht offen auf dem Notenständer stehenbleiben. Da hilft leider nur umständliches Festklemmen oder ich kopiere mir die Seiten und ringbinde die Kopien dann selbst.
 
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Da hast du recht! Ist mir auch schon negativ aufgefallen, aber hat mich noch nicht so sehr gestört das ich beim Schreiben dran gedacht hätte :)
 
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