[Bass] - Ibanez BTB 405QM

von beowulf666, 09.03.08.

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  1. beowulf666

    beowulf666 Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 09.03.08   #1
    Hi,

    wie hier nachzulesen, hab ich nen neuen Bass gesucht und gefunden.

    Es ist dann der Ibanez BTB-405Q geworden, der am 04.01. angekommen ist. War nen Riesen Paket, ausser dem Bass war noch nen bisschen Zubehör drin: Gigbag, 2 Standard Inbusschlüssel, nen Nylongurt und nen Klinkenkabel. Alles war gut verpackt, und bezahlt hab ich 555 €.


    1.: Die Ausstattung:

    Der Bass besteht aus einer massiven Wölkchenahorn Decke, darunter ist ene Schicht Walnuss Furnier, darunter der eigentliche Korpus aus Linde. Die Decke besteht aus einem Stück und sieht wirklich super aus. Der Korpus besteht bei meinem Bass aus 3 Stücken, die aber passgenau zusammengesetzt wurden. Fühlen kann man den Übergang nicht, und teilweise auch optisch nur erahnen.

    Der Hals ist angeschraubt und besteht auf 3 Streifen Ahorn, die mit 2 Streifen Walnuss gesperrt sind. In dem Ahorn hab ich noch einen kleinen Rest von einem Ast gesehen, aber Dead Spots hab ich noch nicht entdecken können. Das Griffbrett besteht aus Palisander und ist eher dunkel. Im Hals sind 2 Spannstäbe und an der Kopfplatte sitzen 5 gekapselte Mechaniken die exakt arbeiten. Hat übrigens 23 1/2 Bünde das Teil.

    Die Pickups sind passive Ibanez Pickups, die Elektronik ist aktiv und hat nen 3Band EQ mit semiparametrischen Mitten.
    Die Bridge besteht aus 5 Mono Rail Bridges, bei denen die Saiten ziemlich tief eingehängt werden, um den vertikalen Saitendruck zu erhöhen. Das wird teilweise in den Tests mit einer Saitenführung durch den Korpus verglichen.
    Die Buchse ist eine Neutrik Buchse, die gleichzeitig Locking Funktion hat. D.h. man muss auf einen roten Knopf drücken, und den Klinkenstecker ziehen zu können. Die Gurtpins sind recht gross ausgefallen und mit Vlies unterfüttert, wurden aber bereits durch Warwick Security Locks ersetzt.

    Der Lack ist nen transparentes Schwarz in der hochglänzenden Ausführung.

    Das wars eigentlich auch schon, nu gehts weiter mit der


    2.: Verarbeitung und Einstellung:

    Im Groben vorbildlich. Alle Fräsungen wurden exakt ausgeführt, die Bünde sind super abgerichtet. Der Lack ist super, Staubeinschlüsse oder so hab ich noch nicht finden können. Lediglich eine letzte Politur wäre vielleicht noch wünschenswert gewesen, aber das erspart mir auch wieder einen bisschen Putzen.

    Der Hals ist gut eingepasst, in der Halstasche ist so gut wie kein Spiel. Hatte den Hals aber auch noch nicht ab.

    Die Elektronik ist vorbildlich abgeschirmt.

    Das war das Licht. Aber wo Licht ist, muss bei dem Preis auch Schatten sein, hab ich gedacht und hab gesucht.

    Und auch gefunden:
    - In den Versenkungen der Halsschrauben waren Reste von Irgendwas. Was genau hab ich noch nicht ergründen können, ist aber auch nicht wirklich wichtig.
    - Die Potiknöpfe haben für meine Begriffe eine viel zu grosse Distanz zum Korpus. Die unteren Beidem haben einen Abstand von fast 0,5 cm. Über Unterlegscheiben lässt sich das auch nicht ändern, da die Muttern an der Oberseite eh fast am Anschlag sind was die Gewindetiefe angeht. Die Potis werde ich wohl mal abschleifen müssen um die Knöpfe näher an die Decke zu bekommen...
    - Am untersten Ende des Griffbretts, wo das Griffbrett bei dem halben 24te Bund in einem Übergang auf das Niveau der Decke abgesenkt wird, ist unsauber lackiert. Es scheint nicht sauber abgeklebt gewesen zu sein, und ein bisschen Lack ist aufs Griffbrett gekommen.
    - Die Mechaniken wurden nicht richtig an der Kopfplatte festgeschraubt. Das Ergebnis waren Schnarrgeräusche, die von losen Unterlegscheiben kamen. Das liess sich problemlos festziehen.
    - Ein Halsstab war voll angezogen, der Andere nur lose. Konnte auch korrigert werden.
    - Die Oktavreinheit war absolut bescheiden. Auch das ließ sich durch Einstellen beseitigen.
    - Beim Austausch der alten Gurtpins durch Security Locks fiel auf, das die Schraube am unteren Ende vom Bass durchdrehte. Liess sich durch nen kleines Stück Holz beheben.
    - Die Abdeckung für das Elektronikfach ist nicht genau zugeschnitten. Die Spaltmasse differieren zwischen 0 und 3-4 mm.

    Vieles davon sind Kleinigkeiten, die sich problemlos beheben liessen. Wenn man denn wollte. Hier muss man wohl dem Preis Tribut zollen...


    3.: Bespielbarkeit und Sound:

    Trotz der 35" Mensur ist alles super erreichbar, und auch die Saitenabstände sind nach kurzer Umgewöhnung problemlos. Durch die gut abgerichteten Bünde sind niedrige Saitenlagen machbar, die das Ganze noch fördern.

    Die Erreichbarkeit oberhalb des 21ten Bundes ist nen bisschen schwerfällig, aber da spiel ich eh kaum.

    Den Sound kann ich bisher nur mit den originalen Elixir-Saiten beurteilen, die auch nach mittlerweile 2 Monaten keine Ermüdungserscheinungen zeigen. Sind an den Stellen, an denen ich die Saiten anschlage nur nen bisschen verfärbt, aber ich werde nu wohl bei Elixir bleiben. Der nächste Saitenwechsel wird teuer. ;)

    Sound mässig keinn ich den Bass am ehesten mit meiner Ken Rose Jazz Replik mit Glockenklang Elektronik vergleichen. Der BTB hat im Vergleich dazu wesentlich mehr Druck im Bass und perlende Höhen. Die Mitten sind durch die Aktivelektronik enorm vielseitig. Er kann knurren, er kann drücken, und angezerrt gespielt mach ich jede Gitarre tot wenn ich die Hochmitten booste. :D

    Die 18 Volt Elektronik lässt Boosts und Cuts zu, die mir teilweise zu extrem sind, der Sound wird schon arg gebogen. Dabei kann der Bass auch Pegel raushauen, die mein Multi (Zoom B2.1u) nur noch mit Mühe ohne Verzerrungen verarbeiten kann. Das muss man dann aber auch schon provozieren.

    Was Slapping/Tapping angeht, bin ich nicht wirklich so nen Held drin, aber Soundmässig kommts ganz gut. Muss ich definitiv noch üben ;) Sowohl beim Fingerspiel als auch mit dem Plek bearbeitet fällt auf, das ich die nicht bespielten Saiten wesentlich weniger abdämpfen muss, die anderen Saiten schwingen einfach viel weniger mit. Ich gehe davon aus, das das eine Folge der Mono Rail Bridge ist.

    Die H Saite ist druckvoll, durch die Mensur auf keinen Fall schlabberig und unterscheidet sich nicht wirklich von den anderen Saiten was Grundsound, Sustain und Attack angeht.

    Verglichen mit einem Human Base Max, den ich auch schonmal angespielt hab, fällt der Bass natürlich ab. Aber da steht auch der 5-fache Preis hinter.


    4.: Fazit:

    Ich denke, ich habe den Bass mittlerweile lang genug gespielt, um die erste "Verliebtheit" hinter mir gelassen zu haben, und mir ein einigermassen objektives Urteil erlauben zu können.

    Ich würd ihn wieder kaufen. Der Sound ist super, die Optik gefällt. Über die kleinen Schönheitsfehler kann ich hinwegsehen oder die wurden beseitigt.

    Gerade Detaillösungen wie die Mono Rail Bridge und die Neutrik Buchse gefallen in Kombination mit der Holzbasis. Immer noch unverständlich ist, warum Ibanez noch nen super billiges Kabel und einen unbequemen Nylongurt beigelegt hat, und die Inbus Schlüssel sind vielleicht ok, wenn ich den einmal einstelle. Auf Dauer würde ich mir damit wohl aber die Muttern ruinieren. Der Gigbag ist aber super.

    Sorry für die Fotos, hab keine Digicam da, sind also von meinem Handy. Ich hoffe, ich komme noch dazu, Soundbeispiele zu machen, das wird aber wohl noch ein bisschen dauern.

    Der Bass wurde übrigens Anfang dieses Jahres aus dem Sortiment genommen, aber vielleicht hilft das Review ja mal jemandem, der sich den gebraucht zulegen möchte.

    Ich hoffe es hat euch gefallen,
    CU,
    Beowulf666
     

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