Bassnotenlesen - findet sich auf Instrument nicht zurecht

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TigerTatziKatzi

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Hallo,
ich steh vor folgendem Problem:
Ich hab beschlossen mich mal weng mit Walking Bass auseinander zu setzen und hab da auch einige ausnotierte Noten.
Ich kann Noten lesen, auch Bassschlüssel, aber ich hab das Gefühl, ich kann das nicht richtig auf das Griffbrett übertragen.
So ausnotierte Noten nachspielen geht einigermaßen, aber wenn ich das ein wenig freier gestalten will nach Chords, dann verlier ich mich immer total und krieg außer Grundtöne fast nix richtiges hin. Und wenn ich die ein oder andere Skala übe, dann merk ich mir eher die Fingerabfolge, muss aber immer drübernachdenken welche Note ich grad spiel (bin wohl Tabs-verseucht...)

Habt ihr vielleicht ein Vorschlag, wie ich mich besser auf dem Griffbrett zurechtfind und auch weiß wo ich grad bin und welche Note ich spiel?!
Ich denk nämlich bevor ich richtig an Walking Bass gehen kann, sollte ich wohl dieses Problem aus der Welt schaffen!

Freue mich auf Antworten,
Danke
 
luckyluke

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Also wenn ich das richtig verstanden habe, ist das Blattspielen weniger das Problem sondern eher
das Improvisieren einer WBLinie?
Grade beim Walking Bass denke ich nicht drüber nach wie die zu spielenden Noten grade heißen.
Also ich sehe das Akkordsymbol Fmaj7/A
dann gehe ich zum Grundton F (oder auch nicht ;) ) habe dann schon direkt den Fingersatz für das
Arpeggio bzw die passende Tonleiter bzw Pentatonik parat. Spielst du den ersten Ton, gehst du zum nächsten Takt bzw Akkord, sagen wir mal einen Bbmaj7#11 dann spielst du automatischen zum Grundton Bb hin ohne dir den Kopf über den Weg dorthin zu zerbrechen. Und dann gehtst wieder von vorne los.

Das ist einfach nur Übungssache. Arpeggios und Tonleitern üben und noch ein bisschen Chromatik
dazwischen und dem Walken steht nichts mehr im Wege
 
chikota

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hast du die lagen einteilung drauf? also, so das der akkord in fünf lagen gespielt wird.

du wirst eventuell mehrer gute antworten bekommen, du solltest dir eine methode nehmen und die konsequent durchhalten...
 
mdeisenr

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Als pflichtbewusster Bassist würde ich auf das A wechseln. ;)

Sehr gut aufgepasst :great:
Gerade beim Walken musst Du nicht immer über die Grundtöne gehen.
Allerdings finde ich es sinnvoll, wenn der Chord schon als F/A notiert ist, hier das A auch zu spielen. (Hat sich ja Jemand was bei gedacht).

Ansonsten ist es lehrreich, gerade bei den ersten "Gehversuchen" sich an die Chord Arpeggios und Bindetöne (chromatisch) zum nächsten Chrod zu halten.
Das Ganze gerne über das ganze Griffbrett verschieben, damit man sich da dann auch langsam besser auskennt.

Für den Anfang immer gut sind Blues-Schemen in verschiedenen Varianten (Turnaround, #4 dim, etc.)

"Einfach" (in beiden Sinnen des Wortes) anfangen das Bluesschema zu walken und langsam mehr dazu machen, bzw. mehr Chords zu adden.

Gruß vom Matthias
 
basshenning

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Noch als Zusatz: Der Walk muss walken, auch wenn er mal daneben tritt. Soll heißen falsche Töne gibt es nicht, solange die Time stimmt. In den tiefen Lagen hören das sowieso die wenigsten und falls doch, darf dein Gesicht sie nicht bestätigen. ;)
 
Miles Smiles

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Noch als Zusatz: Der Walk muss walken, auch wenn er mal daneben tritt. Soll heißen falsche Töne gibt es nicht, solange die Time stimmt. In den tiefen Lagen hören das sowieso die wenigsten und falls doch, darf dein Gesicht sie nicht bestätigen. ;)

Stimmt absolut.

Für den Großteil des Publikums reicht bald was, aber ich hatte auch schon des öfteren geglaubt, ich hätte mich eiskalt darübergerettet, aber die lapidaren Kommentare der Kollegen, wie: "Ich glaube, wir sollten doch besser alle dasselbe spielen", hatten mich jeweils eines besseren belehrt. ;)
 
bassick

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Noch als Zusatz: Der Walk muss walken, auch wenn er mal daneben tritt. Soll heißen falsche Töne gibt es nicht, solange die Time stimmt. In den tiefen Lagen hören das sowieso die wenigsten und falls doch, darf dein Gesicht sie nicht bestätigen. ;)
Das mit dem Gesicht stimmt zwar :D, aber trotzdem sollten die Grundtöne stimmen. Spiel mal im Duo nur mit einem Säner/einer Sängerin, die werden dir was anders erzählen...
 
basshenning

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Ich rede ja nicht davon einen A#mb5 über einen Cmaj7 zu kloppen, sondern von ausversehen eine -7 anstatt ner 7 oder so. Grundtöne sind das A und O. Zur Not halt 1, 3, 5, 6, 8, 6, 5, 3...:gruebel:
Gut retten kann man sich bei falschen Tönen auch in die Chromatik... :ugly:
 
TigerTatziKatzi

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Hallo,
dann will ich mich hier mal für alle Antworten bedanken. Ist ja einiges zusammen gekommen :)

Also ich hab jetzt mal begonnen mir ein paar einfache Akkorde (C7, Cmaj7, C9, ...) aufzuschreiben und werd die Akkorde einfach in den unterschiedlichen Lagen versuchen komplett durchzuspielen (Arppegios (?)), also z.B. bei C7

------------------------3--5---
-----------------2---5--------
----------1--3---------------
---0--3----------------------

dann noch Dur und Molltonleitern und die Bluesskalen/pentatonik.

Hoffe, dieser Ansatz ist in eurem Sinne :)
Oder sonst noch Vorschläge worauf ich achten sollte und was noch wichtig für die Grundlage ist?

Denkt ihr, ich sollte mir da noch irgendne Literatur besorgen oder kann man sich das auch mit kurzen Tutorials im Inet und mit Band-in-a-box sinnvoll beibringen? :)

Btw. wie bekomm ich den Bass in Band-in-a-box abgestellt?
Wollte gestern bisschen üben, aber ist echt nervig wenn man versucht zu walken und hat immer son Walkingbass im Hintergrund der was andres spielt :D

Danke!
 
mdeisenr

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Also, das Arpeggio passt, sehr gut!
Jetzt einfach den C7 z.B. auf dem 3. Bund der E-Saite (also das G) beginnen, usw.
Du wirst sehen, wie schnell Du Dich besser zurecht findest.
Der nächste Schritt wären dann die kompletten Tonleitern.
Also z.B. C-Dur auf der leeren E-Seite bgeinnen, dann auf dem F usw.

BiB habe ich leider noch nicht benutzt und muss hier passen...
 
marcus_br

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Hi,

ich hab noch ein paar Tipps fuer dich. Das sind alles Sachen, an denen ich selber staendig weiter arbeite.

Zurechtfinden auf dem Instrument: Ich hab mir auch die Griffmuster angewoehnt, das ist sehr wichtig, reicht aber nicht, da du dann keine Spruenge machen kannst (z.B. Lagenwechsel).

Eine Uebeung dazu: Tonleiter auswaehlen (Dur, Dur7, Melodisch Moll), und dann durch ALLE Tonarten gehen (chromatisch rauf, chromatisch runter, in Ganztoenen rauf und runter, in Quinten rauf und runter, in Terzen rauf und runter, ...), und die Tonleiter rauf und runter spielen. Dabei aufs Griffbrett schauen und die Namen der Toene laut sagen!

Beispiel: C D E F G A H C H A G F E D C - Des Es F Ges As B C Des C B As Ges F Es Des - D E Fis G A H Cis D Cis H A G Fis E D - ...

Du kannst den Aebersold 21 zur Begleitung nehmen. Wenn du die Tonleitern kannst, geh ueber zu Akkorden, Terzen, Licks, etc. Unendlich viel Material.

Fuer Walking Bass Lines hab ich auch noch ein paar Tipps. Fuer den allerersten Anfang nimm den Grundton auf der 1, die Quinte auf der 3 (ausser bei Alteriert, also C7b9 und sowas, da nimm die grosse Terz oder die b2), und einen halbton tiefer oder hoeher vom *naechsten* Grundton auf der 4. Fehlt dir nur noch die 2, da suchst du dir irgendwas aus, zum Beispiel die Terz. Sind die Akkorde im halbtaktigen Wechsel, nimm nur Grundton und Quinte, und bei 4 Akkorden im Takt nur noch Grundtoene. Du wirst schnell merken, wo man das verbessern kann, das haengt natuerlich von den Akkorden ab.

Fortgeschrittene Walking Technik: Tonleitern rauf und runter spielen und dabei verbinden (die Toene unter/ueber dem naechsten Grundton anpeilen). Du siehst, man muss beim walken immer voraus denken, damit man die Akkorde sanft verbinden kann.

Gute Uebung: Spiel ueber 2, 4, 8 Takte nur aufwaerts, oder nur abwaerts, dabei die Grundtoene treffen und immer schoen weiter walken. Dann kombinieren: 4 Takte aufwaerts, dann 4 Takte abwaerts, und wieder von vorne.

Rhythmisch kannst du dann nach und nach achtel und triolen (viertel und achtel-triolen) einbinden.

Auch ueben: Walk in 2 (also in Halben, nur auf 1 und 3 spielen), 3/4 Takt (Jazz Waltz) - gerade beim Walzer musst du ganz andere Linien spielen (Fang an mit Toenen nur auf 1 und 3, dann die 2 einbinden, und rhythmisch verfeinern). Beim Walzer natuerlich auch Duolen ueben ;)

Immer versuchen, in 2, 4 oder 8 taktigen Phrasen zu denken.

Material gibt es Haufenweise. Von Aebersold gibt es transkripierte Walking Bass Lines, die sind aber schon auf einem sehr hohen Niveau. Wichtiger ist, dass du die typischen harmonischen Abfolgen kennst und umsetzen kannst, zum Beispiel ii-V-I Verbindungen (Dm, G7, C). Gerade bei Walking Bass Lines solltest du wissen, welche Skalen hinter den Akkorden stecken.
 
marcus_br

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Hi,

ich hab mal kurz drueber nachgedachtm, wie ich Walking Bass Lines frei gestalte. Aus meiner Spielpraxis bediene ich mich dabei unter anderem folgenden Techniken:

Vorgefertigte Patterns, die ich frei verschieben kann. 1-3-5-3, 1-5-3-1, 1-5-7-1, etc. Die sind jederzeit einsetzbar, und besonders unter Stress kommen sie gerne zum Einsatz (hohes Tempo, unbekannte Akkordfolgen, etc). Nachteil: Nutzen sich schnell ab, und verbinden sich nicht immer gut mit benachbarten Akkorden.

Bei schnellen Akkordprogressionen, zwei Akkorde pro Takt, spiele ich gerne mal nur aufwaerts oder nur abwaerts und spiele einfach Grundtoene und Toene, die zwischen den Grundtoenen liegen. Beispiel: Dm / G7 / C / / / wird zu D-F-G-H-C... Das geht auch bei unbekannten Akkordfolgen ganz gut, da man nicht allzuviel nachdenken muss. Da Akkorde oft im Quartabstand liegen (Dauerquintfall), passt die Terz dann gut dazwischen und verbindet gut!

Manche Akkordfolgen stehen zu dicht beieinander, um gut verbunden zu werden. Beispiel: The Hardbop Grandpop faengt an mit Ab / G / Gb / F /. Dann spiel ich z.B. nur Grundtoene (Ab Ab G G Gb Gb F) oder okativere (Ab Ab' G' G Gb Gb' F'), beachte hier das pattern: tiefer ton, hoher ton, hoher ton, tiefer ton, das ist genauso einfach zu spielen und klingt etwas interessanter als tief-hoch-tief-hoch.

Bei schwierigen Stellen such ich mir in einer ruhigen Minute zwei-, drei Patterns raus, die gut verbinden, und hab dann zumindest eine Ausgangsbasis. Man muss nicht alles improvisieren, und die Improvisation kann sich ja sowieso nur aus dem ergeben, was man vorbereitet hat. Nach und nach kommt dann was zusammen.

Steht das Fundament, kann man kleine Tricks einbauen, wie zum Beispiel Arpeggions in Achtel Triolen (ueber G7 / / / C z.B G' - D - F - (G'DH) - C ...).

Das sind noch keine Ron Carter Linien (so gut bin ich noch nicht), aber es reicht, um anstaendig zu begleiten.
 

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