clavioline

von richy, 08.05.05.

  1. richy

    richy HCA Soundprogrammierung HCA

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    Erstellt: 08.05.05   #1
    Neben Hammond, Fender, D6, Mellotron und Minimoog gibt es noch ein Vintage Instrument, dass auf sehr vielen alten Produktionen zu hoeren ist,
    aber dem so gut wie keinerlei Beachtung geschenkt wird.
    http://go.zibycom.com/members/002222119/Site4/index.html

    Telestar von den Tornados duerfte am bekanntesten sein.
    Del Shannon - Runaway bestimmt den aelteren auch noch in den Ohren.
    Irrer Sound oder ? :-)
    Man wuerde eher ne Combo Orgel vom Typ Vox Jaguar vermuten.
    Oder Theme from Dr. No.
    Kann man doch foermlich spueren, wie da hinter der naechsten Ecke ein boeser Verbrecher lauert.
    Geradezu krimineller Sound :-)
    Aber diese Zeiten sind wohl fuer immer vorbei.

    Leider hab ich noch nie eine Clavioline gespielt.
    Kann jemand etwas darueber berichten ?

    Wenn ich schonmal in der Vergangenheit krame.
    Pop Corn kennt den Titel noch jemand ?
    Glaube das hier ist das Original:
    http://home.arcor.de/richardon/2005/popcorn.mp3
    Na der Bass wuerde heute auch noch in der Tecno Disco durchgehen.
    He he aber dazu die Bio Drums. Die Indianer Toms im Schlussteil *fg
    Ein Shaker Ei fuer 2.50 EUR hoere ich da auch bei den Drums raus :-)
    Irgendwie ne lustige Mischung.

    War damals aber das non plus Ultra an Hi Tec synthetischer Musik.
    Richtiger Tecno Ur song oder ?
    Mit was fuer Instrumenten war Pop Corn eingespielt ?
    Glaube ich hoere da auch eine Clavioline raus.


    ciao
    richy
     
  2. Armin-Orgler

    Armin-Orgler Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 09.05.05   #2
    Hi richy,

    und dann gab es da noch eine Vintage-Kiste, die wir aus "Die Straßen von San Francisco" kennen.
    Und dieses Gerät, man höre und staune, wurde von einer deutschen (am Fuße des Schwarzwaldes liegenden) Firma namens HOHNER hergestellt. Ich rede vom CLAVINET. John Lord hat es auf seiner Sarabande auch benutzt, bei Burree war das glaube ich. Auch Vangelis hatte es brillant auf "Earth" eingesetzt.

    Das könnte deine Stimmung doch nun ein bisschen aufhellen, nachdem die Amis mit ihrer Hammond dank eines Fehlers glücklicherweise einen amtlichen Sound fabriziert haben, schaffen es auch Europäer ein Instrument zu entwickeln, das es in der ganzen Welt bis in alle Stilrichtungen geschafft hat.:great:
    Ich hab vor Jahren tatsächlich ein Clavinet auf einem Flohmarkt von einem Türken für 20 Mark abkaufen können, ohne zu wissen, was ich mir da eigentlich zulege - hat halt cool ausgesehen. Ein Transistor war defekt, hat 50 Pfennig gekostet, reingelötet und los gings. Und das Teil spielt sich derart funky, einfach unglaublich. Allerdings ist der Zustand meiner Ausgabe dennoch recht erbärmlich (Grünspan auf der Platine... iiiiieeeehhhh, sehr lautes Rauschen, Saiten lassen sich ums verr... nicht mehr sauber einstimmen...) :(

    Liebe Grüße aus Oberschwaben
    Armin
     
  3. richy

    richy Threadersteller HCA Soundprogrammierung HCA

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    Erstellt: 09.05.05   #3
    Hi Armin
    Ja das D6 ! Als Klavier oder Gitarrenersatz fuers Akkordeonorchester gedacht.
    Frag mich welcher schwarze Musiker ein D6 das erste mal in solch einem Akkordeonorchster unter die Finger bekam :-)
    Vor allem was trieb den in ein Akkordeonorchester ?
    An das hab ich auch gleich denken muessen. Oder das Pianet. Wenigstens eine Ehrenrettung fuer die alte Welt.
    Gab da aber noch mehr:
    http://www.keyboardmuseum.org/pre60/older.html
    Das Trautonium hab ich mal zur Sonnenfinsternis vor dem Ka Schloss erleben duerfen. An den Keyboards Oscar Sala persoenlich. Schon beeindruckend.

    So was flottes wie YMCA oder Holzmichel hatte Sala aber leider net im Programm :-) Den Voegeln im Schlosspark schien es aber zu gefallen. Machten keinen Aufstand :-)
    http://de.wikipedia.org/wiki/Oskar_Sala
    http://bird.musik.uni-osnabrueck.de/virtsem2002/trautonium/feature/feature.htm

    Ein Telharmonium waere sicherlich auch was feines.
    Hat jemand Buehnenerfahrung mit dem Teil ? *fg Wahnsinn oder ?

    D6 fuer 20 DM ist natuerlich der Hammer. Was fuer ne Gehaeusefarbe hat das denn ? Muesste einige D6 Restaurationsseiten im Netz geben.
    Geh doch einfach mal in dein Musikgeschaeft und frag nach Gitarrenseiten fuer dein Keyboard. He he guggen die bestimmt komisch.

    Viele Gruesse zurueck quer ueber die A8
    richy
     
  4. Armin-Orgler

    Armin-Orgler Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 10.05.05   #4
    ... hahaha... hi richy,

    ein Trautonium - was um Gottes Willen ist das denn? Hab ich ja noch gar nie nicht gehört... hihihi...:great:
    Liest sich ja ganz interessant, über den Friedrich Trautwein... hab grad blos nicht die Zeit, um mir das richtig durchzulesen.
    D6 wurde also als Ergänzung oder Ersatz für Gitarre / Klavier in einem Akkordeonorchester entwickelt? Nun, da bin ich gewissermassen erstaunt darüber, wie funkig da schon gedacht wurde...:D

    Die Farbe meines Clavinets ist schwarz. Ich habs meinem Kumpel in Berlin ausgeliehen (wer weiß, wann ich's wiedersehe). Ich hab sogar noch orginale Saiten bei einem alten Musikalienhändler auftreiben können. Aber dennoch bleibt die Tonhöhe nicht konstant. Die schwingt hin und her, wie es ihr gerade gefällt. Anschlag und nachfolgendes Sustain sind schon mal grundverschieden. Und selbst beim Ausklingen verändert sich die Tonhöhe ständig. Ist zwar auch lustig, aber wenn man dann mal mit anderen Saitenknechten zusammenspielt, wirds verdammt schwierig dass das alles nicht allzu schräg klingt.
    Naja, ist halt Nostalgie, und ich werds trotzdem nie hergeben - hat seinen Platz in meiner Sammlung sicher.
    Alla, Schwaben und Badener (und auch alle anderen), seid lieb zueinander, bis denne...
    Armin
     
  5. richy

    richy Threadersteller HCA Soundprogrammierung HCA

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    Erstellt: 12.05.05   #5
    Hi Armin
    Na doch, D6 und Pianet waren als billiger Ersatz fuer Klavier und Gitarre gedacht.Vor allem fuers Akkordeonorchester.Da koennte man vielleicht sogar das eine oder andere noch antreffen.Waren ganz anstaendige Instrumente, bevor sie sie schaendlich funky missbraucht wurden :-)

    Das Trautonium ist einer der ersten Synthesizer. Modular in Roehrentechnik. Lange vor dem MiniMoog und auch weitaus komplexer als dieser. Neben VCO VCF EG LFO gibt es noch Frequenteilereinheiten, die die subharmonische Frequenzreihe erzeugen. Damit also auch beschraenkt polyphon spielbar.
    Dafuer, dass zu viel "Kultur" auch verkaufshemmend sein kann, ist das Trautonium wohl ein Musterbeispiel.Aber anscheinend kann man damit auch ganz konventionelle Stuecke spielen.
    Viele Gruesse
    richy
     
  6. mnutzer

    mnutzer Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 13.05.05   #6
    Das m.E. beste (Bilder-)Buch mit CD zum Trautonium:
    Peter Badge, Oskar Sala, Pionier der elektronischen Musik, Hg. Peter Frieß, Dt. Museum Bonn 2000, Satzwerk:Verlag, ISBN 3-930333-34-1
     
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