Drei

Tygge
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Ich habe kürzlich ein Bild in einer Ausstellung gesehen, das mich sehr berührt hat. Dies ist der Text dazu.

Drei

Dir folgen drei
Durch die Blässe
Grauer Sande
Du gehst voraus

Nur noch Spuren
Deiner Wege
Ihre Tränen
Du gehst fremd fort

Köpfe gebeugt
Kinderhände
Lachen zittert
In Ferne Du

Bald verschwunden
Ohne Schatten
Augen sehen
Weiße Leere

Chorus
Drei folgen Dir
Müdes Sehnen
Fest halten sich
Ihre Hände
 
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Ich sehe das Bild förmlich vor mir.

Es macht mich tatsächlich sehr neugierig auf das Realbild,
 
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Es macht mich tatsächlich sehr neugierig auf das Realbild
Und ich habe mir nicht einmal den Namen der Künstlerin/ des Künstlers gemerkt. Ich habe es gesehen, mir einen Stuhl in der nächsten Ecke geschnappt, den Rohtext in mein Handy getickert und innerlich geweint.
 
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Liebe @Tygge , du warst von Anfang an gut und wirst immer besser! Glückwunsch! Diesen Text finde ich besonders poetisch, denn er zwingt mir „förmlich“ Bilder auf. Mit einem raffinierten Trick: Die Sprache ist einfach. Der boshafteste Mensch ist schnell am Ende angelangt, bevor er sein Haar in deiner Suppe entdeckt. Also muss er es nochmals lesen. Und nochmal… Und so verliebt man sich vermutlich einfach in einen Text! (y)
 
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Diesen Text finde ich besonders poetisch, denn er zwingt mir „förmlich“ Bilder auf
Ich bin entzückt 🤩. Das Ursprungsbild hat sich nämlich regelrecht in mein Hirn eingebrannt. Ich kann es jederzeit abrufen und diese Wirkung konnte ich anscheinend „poetisch“ umsetzen. Riesenkompliment. Danke:hat:
 
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Das Ursprungsbild hat sich nämlich regelrecht in mein Hirn eingebrannt
… erklärt die Künstlerin. Regelrecht? Ja regelrecht! So einfach ist das? Ja, letztlich vermutlich schon! ;)
 
Wie mit einem Laser, sehr intensiv, voraussichtlich nicht löschbar. Ich habe das Bild so intensiv wahrgenommen, dass ich nicht eine Sekunde den Wunsch verspürt habe, es zu Hause hängen zu haben( mal abgesehen davon, dass die Größe des Formats dagegen sprach und die tägliche Konfrontation mit dem Bild vermutlich zu dauerhafter Traurigkeit geführt hätte).
 
Interessant, dass Du hier erzählst, wie der Text entstanden ist.

Wenn ich versuche, ein Bild entstehen zu lassen, komme ich mit dem Widerspruch Tränen - Lachen nicht zurecht.
Ich sehe vor mir eine graue Ebene, eine Spur, der drei Kinder folgen, sich an den Händen haltend. Wäre die Zeile mit dem Lachen nicht, wirkte es auf mich ziemlich trübe.
So hat es etwas unentschiedenes ... aber vielleicht versuche ich auch, zu konkret etwas zu "sehen" ...
 
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aber vielleicht versuche ich auch, zu konkret etwas zu "sehen" ...
Ein interessanter Satz. Kann man „zu konkret“ sehn? ich fühle ein ähnliches Dilemma vermutlich manchmal auch, wenn ich vor abstrakter Kunst stehe …,gleichzeitig neben mir oder dem Bild. Oder beidem. Letztlich bleibt Kunst Kunst und Mensch Mensch.

Sind einige abstrakte Striche nicht auch konkret? Kreiert mit dem Wunsch, u.a. Fragen wie deine zu wecken?
 
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Sind einige abstrakte Striche nicht auch konkret?
Ich hatte abstrakt und konkret hier als Gegensätze gemeint.
Insofern .. nein. ;) Aber sicher kann man das auch anders meinen ...

Kann man „zu konkret“ sehn?
Im Sinne von: Ich versuche, in einem abstrakten Kunstwerk "krampfhaft" ein (gegenständliches) Bild zu sehen. Damit würde ich es auf eine von vielleicht vielen möglichen Interpretationen festlegen.

Ob das dann nur konkret oder "zu" konkret ist, da man man sich sicher streiten. ;)

Um auf den Text zurückzukommen - ich vermute, die Spannung zwischen dem Lachen und den Tränen ist gewollt ... nur kann ich es mir eben nicht in nur einem Bild vorstellen, eher in einer Folge von Bildern.
von daher wäre ich auch sehr interessiert am Original, aber das dürfte schwer aufzufinden sein ..
 
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Lieber @Opa-albin, vielen Dank für deine Rückmeldung zu meinem Text. Ich muss allerdings etwas gerade rücken; mein Gedicht ist keine Bildbesprechung, sondern eine lyrische Verarbeitung der Gefühle, die dieses Bild bei mir ausgelöst hat. Lachen, Tränen - du wirst sie auf dem Bild nicht konkret dargestellt finden, sie sind Worte für das, was dieses Bild in mir ausgelöst hat. Gleichzeitig kann ich mir gut vorstellen, das andere Besucher der Ausstellung das Bild anhand meines Gedichtes identifizieren könnten.
Auch auf das "Lachen zittert" möchte ich kurz eingehen; es ist für mich ein Bild für Lachen unter Tränen, für Menschen, die genau diese Ambivalenz spüren. Es schildert eine Stimmung, die für mich in dem Bild lag. Diese Stimmung war für mich nicht unentschieden, sondern sehr konkret. Dennoch bleibt die Interpretation des Textes letztendlich dem Leser überlassen, jeder wird ein sehr eigenes Bild entwickeln, eigene Assoziationen finden, und das ist auch so gewollt. Gleiches gilt sicherlich auch für das Bild, das der Auslöser war.
LG
 
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